Forum: Karriere
Diskriminierung im Job: Wenn Kilos zum Karrierekiller werden
Corbis

Stark übergewichtige Menschen haben bei Bewerbungen schlechte Karten. Das zeigt eine aktuelle Studie. Bei einem Foto-Experiment unterschätzten Personalentscheider die korpulenten Kandidaten drastisch, Führungsfähigkeiten traute ihnen fast niemand zu - schon gar nicht fülligen Frauen.

Seite 3 von 34
metaller16 24.08.2012, 21:02
20. Fit

Tja also ich hab auch 10 Kilo über normal. Seit meinem 46 Lebensjahr hab ich leider kontinuierlich zugenommen. Mittlerweile hab ich Gegenmaßnahmen (Abends nichts mehr essen, Sport) eingeleitet und habe im Moment eine Patt Situation erreicht. Keine Zunahme und leider auch keine Abnahme. Und es stimmt ohne die zusätzlichen Kilos war ich fitter und beweglicher. Muß jeden Tag viele Treppen steigen da merkt man das schon. Allerdings bin ich weniger krank als andere, war aber vorher auch schon so.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
derfflinger 24.08.2012, 21:13
21.

Zitat von sysop
Stark übergewichtige Menschen haben bei Bewerbungen schlechte Karten. Das zeigt eine aktuelle Studie. Bei einem Foto-Experiment unterschätzten Personalentscheider die korpulenten Kandidaten drastisch, Führungsfähigkeiten traute ihnen fast niemand zu - schon gar nicht fülligen Frauen.
Wenn ich den Autor des Artikels richtig verstanden habe, waren die Fotos die einzige Information, die den Test - Personalern zur Verfügung stand.
Dann ist es ziemlich blödsinnig als Ergebnis der "Studie" zu beklagen, dass diese nach dem Äusseren entschieden.
Natürlich weiss jeder, dass es ausgesprochen gute Leute gibt, die eben übergewichtig sind. Das sollte auch in einem Gespräch zu eruieren sein.
Solange aber nur eine Fotografie zur Verfügung steht, greift wohl der alte Satz:
Intelligenz säuft, Dummheit frisst...
D

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Growling Mad Scientist 24.08.2012, 21:26
22. Studien

Zitat von boerschmann
...beherrschen lt. neuesten Studien wesentlich mehr Übergewichtige die korrekte deutsche Orthographie als rabies. Warum bin ich, und ich bin weiß Gott nicht schlank, eigentlich praktisch nie krank? Meine Kollegen haben dauernd hier ein Hüsterchen, da tut mal der Rücken weh, Kopfschmerzen, Magen und Darm... etc. p.p. Seltsam, es muß wohl an meiner mangelnden Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit liegen :-)
Und ich kenne auch jemand, der war nie krank in seinem Leben, der immer für seine Kollegen mitgearbeitet hat... und kurz bevor die Rente kam, um das Leben in seinem Haus und Garten zu geniessen, ist er einfach so weggestorben...

Und der Rest, der dauernd krank war oder krank gefeiert hat... der lebt heute noch. Es ist anscheinend auch nicht immer von Vorteil, wenn man nie krank wird oder macht und sich zu Tode arbeitet.

Vielleicht machen Deine Kollegen ja auch alle nur krank, denn sie wissen ja, sie haben jemand, der stolz darauf ist, fitter als sie zu sein, auch wenn der Übergewicht hat. Und sie kommen ja auch damit durch, denk mal drüber nach ;-)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Meisenresidenz 24.08.2012, 21:26
23. optional

@rabie:
Für wie "ausgeglichen, gesund und produktiv" haltenSsie denn schlanke Bulimikerinnen oder Dauer-Diätlerinnen????

Ihr ZITAT:"das hat mit diskriminierung nicht viel zu tu, dass ist einfach eine tatsachenfeststellung... dicke menschen sind nicht so produktiv wie ausgeglichene menschen und zudem auch gesundheitlich anfälliger."

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Tacitus73 24.08.2012, 21:29
24. nur vorurteile

Zitat von blub234
zunächst einmal sind normalgewichtige Menschen tendentiell belastbarer, gesünder und ausgeglichener (Sport etc.). Mal ganz davon abgesehen, dass ich ,wenn ich die Wahl hätte, ich auch niemanden zum Abteilungsleiter machen würde (mehr Verantwortung), der offensichtlich noch nicht einmal in der Lage ist für sein eigenes Gewicht und Auftreten Verantwortung zu übernehmen... (Der unterschied zwischen Männer und Frauen ist allerdings nicht zu rechtfertigen)
Dieser Kommentar beweist - wie viele andere hier - die Notwendigkeit dieser Studie und die reale Diskriminierung von Dicken in unserer Gesellschaft. Ich hätte nie gedacht, wie kritiklos eine große Anzahl von Menschen das negative Bild von Dicken, das durch Medien und Politik befeuert wird, übernommen hat. Ein typisches Beispiel dafür, wie sehr Menschen sich Meinungen aufzwingen lassen und verbreitete "Wahrheiten" glauben. Dass das so einfach geschieht, ohne dass der einzelne seine Anfälligkeit für diese Vorurteile erkennt, liegt daran, dass die Diskriminierung von Dicken in unserer Gesellschaft nicht sanktioniert wird. Oder, anders ausgedrückt: Dicken-Bashing ist okay, dasselbe gegenüber Frauen oder Ausländern ist (gottseidank) tabu.
Auch, wenn es eigentlich selbstverständlich ist: Wenn jemand übergewichtig ist, heißt es mitnichten, dass er deswegen auch weniger belastbar, weniger gesund, weniger ausgeglichen ist. Wenn jemand schlank ist, heißt es nicht zwangsläufig, dass er besonders gesund lebt, belastbar ist, Sport treibt. Andersherum ist nicht jeder Dicke unsportlich und ungesund. Das Märchen von den Dicken, die die Kosten im Gesundheitssystem in die Höhen schrauben, ist bereits widerlegt; es gibt zahlreiche Untersuchungen, die zeigen, dass - mit Ausnahme der extrem Übergewichtigen - dicke Menschen nicht zwangsläufig ungesünder leben bzw. sind. Es gibt sogar Statistiken, die belegen, dass Menschen mit leichtem Übergewicht in der Mehrheit seltener erkranken als Normal- bis Untergewichtige. Es wäre schon schön, wenn sich die Argumentation einiger hier - im Interesse der Realität - ein wenig differenzierter gestalten würde. Ein einfaches Schubladendenken mag zwar irgendwelche Bedürfnisse derer, die sich dessen bedienen, befriedigen, kommt aber der Wahrheit nicht näher, die sich - wie immer - komplexer gestaltet. Um das zu erkennen, braucht man sich eigentlich nur einmal im eigenen Umfeld umzuschauen. Unter meinen Kollegen z.B. ist mehr als eine Person, die man als dick bezeichnen, die aber als durchaus belastbar, einsatzfreudig und durchsetzungsfähig beschrieben werden kann. Bei der Auswahl von Führungskräften sich vorrangig von der Körperfülle eines Bewerbers beeinflussen zu lassen weist eigentlich nur auf eins hin: auf die geringe Eignung der Personen, die diese Auswahl treffen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fabeno 24.08.2012, 21:35
25.

Zitat von spon-facebook-10000326629
Die neoliberale Agenda der "Selbstverantwortlichkeit" macht auch bei diesem Thema nicht halt, und es werden hier selektiv "wissenschaftliche" Erkenntnisse zur Bestätigung der eigenen Vorurteile benutzt. Übergewicht hat sehr viele Faktoren und Facetten, es existieren sehr viel Mythen, wie z.B. die, das Übergewicht grundsätzlich ein gesundheitliches Risiko darstelle. Untergewicht ist viel gesundheitsschädlicher als Übergewicht! Außerdem ist die Aussage, Übergewichtige seien selbst schuld, sie könnten ja abnehmen, also zeigten sie weniger Selbstdisziplin, Verantwortungsbewußtsein..., als Normalgewichtige, daher sei die Diskriminierung gerechtfertigt, völliger Blödsinn: starkes Übergewicht findet sich häufig bei Leuten, die zuviele Diäten gemacht haben, deren Stoffwechsel träge ist, die Medikamente nehmen müssen (z.B. Kortison) oder, oder. Heute stand noch im Spiegel eine Studie, die starke Hinweise auf einen Einfluß von Antibiotika im frühen Kindesalter auf das spätere Gewicht hinweisen, was sehr gut zum Einsatz von Antibiotika in der Tiermast passt. Es macht mir wirklich Angst, wie stark selbst bei Gebildeten in den letzten Jahren das Niedermachen von "Anderen", in diesem Fall Übergewichtigen, geworden ist. Besonders schlimm ist, daß gerade die Gebildeten die Abwertung von nicht der eigenen Vorstellung entsprechenden Menschen mit deren Eigenverantwortung begründen, denn das ist eine Methode, die das eigene Gewissen beruhigt, weshalb man dann umso ungehemmter diskriminieren darf. Schließlich sind die Leute ja selbst schuld!
Das Hauptproblem sind aber aktuell nicht die Untergewichtigen sondern die massiven Übergewichtsprobleme (v.a. adipöse Grade) in unserer Gesellschaft. Die hiermit einhergehende Zunahme chronischer Erkrankungen (D.M.II etc.) und erhöhte Mortalität sind wohl nicht von der Hand zuweisen. Und natürlich ist es gesünder Normalgewicht zu halten.
Die Hauptursache für die massive Zunahme von Gewichtsproblemen ist nicht durch medizinische Problemen begründet (wie Cushing, Hypothyreose etc. ) sondern durch falsche Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten. Und dies hat neben anderen Faktoren natürlich auch mit Disziplin und Struktur zu tun. Die Schuld immer bei anderen zu suchen führt ins Leere und zum Stillstand!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dr.ponnonner 24.08.2012, 21:36
26. Der Schlankheitswahn

Zitat von sysop
Stark übergewichtige Menschen haben bei Bewerbungen schlechte Karten. Das zeigt eine aktuelle Studie. Bei einem Foto-Experiment unterschätzten Personalentscheider die korpulenten Kandidaten drastisch, Führungsfähigkeiten traute ihnen fast niemand zu - schon gar nicht fülligen Frauen.

ist wohl eher eine Modeerscheinung. Es gibt Leptosome, Athletiker und Pykniker. Der Leptosome wird wahrscheinlich nie dick auch wenn noch so viel isst. Beim Pykniker genau das Gegenteil. Aber Haenflinge nehmen jede Erkaeltung und Grippe mit.
Fuer mich sind Athletiker der Ideale Statur Typus.

Bekannte Dicke: Winston Churchill, Ludwig Erhard, Franz J. Strauss, Charles Laughton, Rainer Calmund, Ottfried Fischer usw.

Verallgemeinerungen:
Dicke= ehrlich, offenherzig. Hagere= verschlagen, hinterhaeltig.
Paradebeispiel Ludwig Erhard - Konrad Adenauer.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
derfflinger 24.08.2012, 21:37
27. Märchenstunde!

Zitat von thelix
... Mittlerweile wiege ich über 140 kg (!!!), obwohl ich seit JAHREN nicht mehr als eine (!!!) kleine Mahlzeit am Tag zu mir nehme und auch jeden Tag ein paar Kilometer laufe. Und SCHWUPPS: Bei einem weiteren Arztbesuch kommt raus, daß ich DOCH eine sehr starke Schilddrüsenunterfunktion habe und bei den vorigen Bluttests wohl "etwas schiefgelaufen ist". ....
Kein Mensch auf dieser Welt nimmt 50 Kp zu, wenn er " seit JAHREN nicht mehr als eine (!!!) kleine Mahlzeit am Tag " zu sich nimmt "und auch jeden Tag ein paar Kilometer" läuft
Keine SD - Unterfunktion macht aus dem Organismus des Menschen ein Perpetuum mobile .
D

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Feindbild_Mensch 24.08.2012, 22:08
28. ...

die Rechtfertigung übergewichtiger Menschen ist schon immer wieder lustig ... beste Beispiele hier im Frederich.

Nicht schlimm, wenn man in einem Lebensabschnitt zu viel drauf hat, weil es an irgendwas (besagte Gründe) lag. Aber man kann abnehmen - Sport ist gut und Ernährung (Gegenteil von der Schoki und den Gummmibärchen) billiger, als man denkt und sogar schnell zubereitet.

Und warum man solche Leute ungern einstellt?

- fehlende Selbstdisziplin
- zu erwartende Unfähigkeit mit persönlicher Kritik umzugehen
- körperliche Probleme
- Selbstlüge ("ich esse ja nur Salat" vor den Kollegen, aber zuhause mit seinen Selbstzweifeln alllein ist Lorenz Triumph :D).
- "Ich bin nicht schuld, es sind immer die Umstände, für die ich nichts kann"-Mentalität
- Ästhetische Gründe (wir leben nun mal in einer Überkonsum-Gesellschaft, da ist das Gegenteil Ideal - "Fett sein" ist nicht mehr ein Zeichen von Wohlstand)

Tut mir leid, die Wahrheit tut weh. Auch wenn mein letzter Besuch im Freibad offenbarte, dass dick sein wohl bei den 12-14jährigen Normalzustand ist. Also wird es wie wieder bald zu Norm und die dünnen sind dann bald die Gelackmeierten. Dann kommt Eure Rache :[

Beitrag melden Antworten / Zitieren
donadoni 24.08.2012, 22:11
29. Man kann es noch allgemeiner sehen

Wir haben in Deutschland das amerikanische System, wonach Topjobs an große Schlanke und Gutaussehende vergeben werden.

Man braucht sich nur die amerikanischen Präsidenten ansehen. Einen Typus a la Kohl oder Erhard gab es in den letzten 60 Jahren nie.

Das ist eben so, dass die Optik zunächst entscheidend ist. Der weniger Gutaussehende bekommt auch im deutschen System kaum die "zweite Chance", da die Topjobs fast nur Repräsentations- und Delegationsaufgaben haben, kaschiert heute als "soziale Kompetenz", Fachwissen eher kaum gefragt ist.

Der gutaussehende Große, Schlanke kann als "Führungskraft" gar nicht so schlecht sein, wonach dann der "hässöiche Dicke" mit Fachkenntnisse noch die Chance bekäme. Meistens kommt dann der nächste Beau zum Zug.

Wir haben die Amerikanisierung in Deutschland, in jeder Beziehung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 3 von 34