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Diskriminierung: "Niemand gibt zu, dass es an der Herkunft liegt"
Corbis

Bewerber mit ausländischen Namen haben es bei der Jobsuche schwer, zeigte kürzlich eine Studie. Hier berichten drei Deutsche mit türkischen Wurzeln von zerrissenen Mappen, üblen Beleidigungen und Interviewmarathons.

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der-i-punkt 01.04.2014, 18:48
70. Kopftuch? - tut mir leid!

Zitat von sysop
Bewerber mit ausländischen Namen haben es bei der Jobsuche schwer, zeigte kürzlich eine Studie. Hier berichten drei Deutsche mit türkischen Wurzeln von zerrissenen Mappen, üblen Beleidigungen und Interviewmarathons.
Ich bin international tätiger Unternehmer in der Beraterbranche. In meinem Betrieb arbeiten überwiegend hochqualifizierte Mitarbeiter. Ich beschäftige weibl. und männl. Menschen ua. aus Indien, Russland, USA, Türkei, Israel, Japan und Südafrika. Darunter sind Buddhisten, Christen, Juden, Atheisten und Moslems. Ich würde mich in keinster Weise als ein Mensch betrachten der andere wegen ihrer Herkunft oder Religion diskriminiert.
Trotzdem stelle ich keine kopftuchtragenden Frauen mehr ein.
Meine Erfahrungen sind leider durchweg negativ.
Dogmatisch und unflexibel bis hin zur Beeinträchtigung des Betriebsfriedens und deutlich häufigere Beschwerden meiner Kunden. Es gab auch nicht wenige Kunden die mich empört anriefen als ich ihnen eine kopftuchtragende Mitarbeiterin vorbeischickte.
Bewerbungen mit Kopftuch lehne ich nach einigen Versuchen mittlerweile ab - übrigens auch auf Wunsch meiner internationalen Belegschaft zu denen pikanterweise auch Männer islamischen Glaubens gehören.

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mela8 01.04.2014, 19:22
71. Namen

Zitat von raber
Mit einem ausländischen Nachnamen hat man es in deutschen Firmen schwerer aufzusteigen. Und selbst diejenigen die sehr gut sind müssen oft dem schlechteren ur-germanischen Namen weichen. Wenn der ausländische Nachname auch noch lang und schwierig auszusprechen ist, dann hat er noch mehr Nachteile. Ist leider so.
Vielleicht sollten Leute, die lange und für Deutsche unaussprechliche Namen haben, mal mit dem Gedanken spielen, den Namen irgendwie eindeutschen zu lassen. Zumindes soweit, dass er aussprechbar wird.
Dieses Verfahren wird in Amerika häufig angewandt.

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Bikkje 01.04.2014, 19:35
72. optional

@ Charlie1111
Mir jedoch ein Fall wo der Träger eines christlichen Symbols nicht in einen Club gekommen ist.... Ich finde es auch besser, wenn religiöse Symbole in öffentlichen Einrichtungen nicht zur Schau gestellt werden.

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Jom_2011 01.04.2014, 19:52
73. .

Zitat von charlie1111
Folgt man Ihrer Argumentation, dann dürfte auch kaum ein Mitglied der katholischen Kirche Deutschlehrer werden.
Naja, ich habe noch keine Deutschlehrerin in Nonnentracht gesehen. Sie ?

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bikemike55 01.04.2014, 19:55
74. Wie professionell ist die Bewerberauswahl ?

Ich glaube es gibt in Deutschland jede Menge Diskriminierung. Mit über 50 habe ich mich sehr sehr intensiv um einen neuen Job kümmern müssen und habe auch deutlich gespürt , das das Alter oftmals der Grund der Ablehnung war.
Diskriminierung wegen Hautfarbe , Religion und Hautfarbe sollten in unserer Gesellschaft keine Rolle mehr spielen. Deutsche sind schon lange nicht mehr blond , christlich und haben blaue Augen , manche sind nicht Mals weiß . Es ist Realität und wir sollten uns dem nicht verschließen. Wie vertargt sich diese Verhalten mit dem oft zitiertem Fachkräftemangel ? Wie verträgt sich die aktuelle Lohnentwicklung damit? Wieso soll der Zugang für ausländische Mitarbeiter erleichtert werden? Steckt vielleicht nur der Wunsch dahinter das Lohnniveau zu senken? Wieso wirkt sich die Knappheit nicht auch auf den Preis aus, der für die Arbeit zu zahlen ist? Vielleicht weil es die Knappheit nicht gibt? Aber die Zeiten sind vorbei, in denen 150 und 180 Bewerbungen auf eine frei Stelle , von denen der Großteil qualifiziert ist , auf dem Tisch liegen , wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Vielleicht denken die Personaler auch noch um .. Und finden ein neues Suchmuster . Ich glaub's allerdings nicht .

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Jom_2011 01.04.2014, 19:56
75. .

Zitat von rennflosse
... Die hier herrschenden Auffassungen von Diskriminierung sind schon bizarr.
Stimmt. Besser wäre doch zu sagen, hör zu, zwischen uns stimmt die "Chemie" nicht. Und das wäre essentiell, wenn man täglich zusammenarbeitet, gerade in kleineren Unternehmen, in denen die Aufgabenüberschneidungen deutlich höher sind als in Großkonzernen.

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dernordenrockt 01.04.2014, 20:56
76. Auch in Bayern...

Ich habe mich vor einigen Jahren als Privatdozent aus NRW mal in Bayern auf eine Professur beworben. Nach einigen Wochen rief mich ein dortiger Kollege an und fragte mich, warum ich meine Bewerbungsunterlagen mit Kaffeeflecken, Eselsohren und Zigarettenasche eingesandt hätte. Hatte ich aber nicht, mir war klar, dass Bewerbungsunterlagen formal einwandfrei zu sein haben. Offenbar hatte ein Einheimischer keinen Norddeutschen haben wollen und entsprechend die bayrische Sau herausgelassen. Das mit der Professur hat aber dennoch geklappt, zum Glück nicht in Bayern.

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singpat 01.04.2014, 21:41
77. Naja...

Zitat von e-hugo
Ich denke, das man sie nicht eingestellt hat, hatte mit Ihrer mangelhaften Beherrschung der deutschen Sprache, wie man an Ihrem Kommentar sieht, zu tun. Aber selbst bei den wenigen englischen Wörtern ist noch ein auffälliger Fehler (form UK) enthalten. Da wäre auch von mir die Bewerbungsmappe zugeklappt worden.
das mit "form UK" wuerde ich noch als internettypischen Fluechtigkeitsfehler durchgehen lassen.
Bei mir waere die Klappe gefallen beim Spruch "sie muessen mich erst bezahlen, wenn ich produktiv bin".
Das hoert sich nach Gebrauchtwagen: "sag mir letzte Preis" an. No way, den wuerde ich nicht als SAP Berater haben wollen.

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gtzlachmann 01.04.2014, 22:18
78. Ermüdend

Es ist wirklich ermüdend wie seit Wochen im Spiegel die Werbetrommel für junge Bewerber mit Migrationshintergrund gerührt wird. Sobald es um die Diskriminierung von Bewerbern über 50 geht, kommen Wörter wie : hoffnungslos, Eigenverantwortung etc. Fakt ist aber, dass qualifizierte Bewerber mit ausländischen Namen aber wenigstens Interviews bekommen. Auch mit hoher Qualifikation, geografischer Ungebundenheit und einer ganz durchschnittlichen Gehaltsvorstellung gibt es nach 372 Bewerbungen kein Interview. Warum? Weil ich 50 Jahre alt bin.

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humpalumpa 01.04.2014, 23:30
79.

Also sorry aber viele Annahmen der drei Interviewten sind sehr subjektiv. Es wird jede Aktion auf die ausländischen Wurzeln geschoben. Wenn einer nicht neben einem sitzen will , kann das auch andere Gründe Haben... Und ja, für manch Kritikpunkt müssen sich die muslimischen Leute an die eigene Nase fassen. Ich wär als Ladenbesitzer auch nicht scharf drauf, den Vater im Nacken zu haben, wenn seine Tochter bei mir arbeitet. Und ein Kopftuch hat in der Schule nix verloren.

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