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Diskriminierung in Stellenanzeigen: "Gesunder Löwe" gesucht
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Wie diskriminierend sind Stellenanzeigen? Damit beschäftigt sich eine neue Studie. Ergebnis: Es ist nicht alles schlecht.

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Manitou-01@gmx.de 10.10.2018, 00:33
60.

Zitat von mwroer
Berufserfahrung ist ein Diskriminierungsrisiko? Ich war der Meinung das wäre eine legitime Anforderung. Darf man noch Abitur fordern oder ist das auch schon grenzwertig?
Eine fachliche oder schulische Qualifikation zu fordern, ist grundsätzlich zulässig. Berufserfahrung (ggf., in Jahren) zu fordern, ist nur dann angemessen, wenn es mit der Arbeitsaufgabe (höhere Aufgaben des erlernten Berufs) zu vereinbaren ist (z.B. Vorarbeiter, Bürokaufleute, die Leitungsassistenz bzw. Sekretariate auf höherer Managmentebene tätig sind, erfahrene Gesellen, die berufsbegleitete Meisterausbildung absolvieren sollen).
Auch eine spezialisierte Tätigkeit (Uhrmacher, der historische Uhren restauriert, sucht einen gesellen mit entsprechender Erfahrung) rechtfertigt dies.

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Manitou-01@gmx.de 10.10.2018, 00:36
61.

Zitat von strandeule
Nur weil in einer Stellenanzeige geduzt wird, ist das noch lange nicht diskriminierend. Es gibt inzwischen viele Unternehmen, die intern duzend und das nach und nach auch konsequent im Recruiting machen. So kenne ich es unter anderem von meinem eigenen Arbeitgeber in einer eher konservativen Branche. Und in wie weit eine Angabe zu Berufserfahrung diskriminierend ist, erschließt sich mir auch nicht. Wenn ich jemanden im gehobenen Management suche, dann gehört dazu auch, dass man den Job oder vergleichbares schon einige Jahre macht. Es gibt 30-jährige, die schon 5 Jahre Erfahrung haben und 35-jährige, die gerade den Hochschulabschluss gemacht haben. In dem Fall will ich niemanden, der "älter" ist, sondern erfahren.
Es kommt auf das Unternehmen an. Im allgemeinen nimmt der Leser das Duzen als Ansprache jüngerer Bewerber an. Ausnahmen sind bestimmte Branchen (z.B. Sport- und Freizeitsegment) oder Herkunft des Unternehmens (in Schweden duzen sich alle, also wäre es bei einem schwedischen Möbelhaus unproblematisch).

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Chef111 10.10.2018, 01:19
62. Alles Quatsch

Wenn eine Fachkraft mit mehreren Jahren Berufserfahrung gebraucht wird, kann ich keinen Berufsanfaenger einstellen. Was soll der Quatsch. Im Notfall wird eine eingegangene Bewerbung abgelehnt, auch wenn in der Stellenbeschreibung etwas anderes steht.

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Espejo en vivo 10.10.2018, 06:38
63. Weibliche Formen abschaffen?

Zitat von thefoolonthehill
Das Problem würde sich aber auswachsen, wenn man die weiblichen Formen einfach abschaffen würde,
Davon hielte ich gar nichts. Das wäre nur eine weitere Sprachvergewaltigung. Besser fände ich es, wie es die obersten Sprachhüter der Spanischen Sprache (deren Frauenanteil mir allerdings unbekannt ist) halten: Bei Wörtern, bei denen es ein generisches Maskulinum gibt, ist es auch im Plural zu verwenden, wenn man beide Geschlechter anspricht. Also:

* "¡Señoras y señores!" => generisches Maskulinum => "¡Señores!"
* "¡Damas y caballeros!" => passt

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Nietzsche 10.10.2018, 07:37
64. Sie liegen falsch, aber völlig

Zitat von Celegorm
Das ist so nicht richtig. Juristisch gesehen ist beides genau so strafbar wie jede andere Form der Diskriminierung bzw. Volksverhetzung. Dass ein paar Ideologen das nicht ins Weltbild passt, ändert daran nichts..
Man kann sich nicht strafbar machen, im §130 geht es nur um Minderheiten. Die AfD hat diesbezüglich einen Antrag gestellt, um diese Gerechtigkeitslücke zu schließen. Wurde natürlich noch nicht einmal drüber debattiert. Interessant war aber die Aussage von Sarah Ryglewski von der SPD, dass es bei dem Paragrafen tatsächlich um Minderheiten gehe: „Er soll Gruppen, die von der Mehrheit als Minderheiten definiert werden, vor dieser Mehrheit schützen.“
Ich nehme an, mit Ideologen meinen sie Frau Ryglewski.

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aktiverbeobachter 10.10.2018, 07:46
65. dacor

Zitat von delusionist
Dank des AGG ist es leider überhaupt nicht mehr egal, wie der Personaler das macht. Denn wenn er jemandem absagt und der sich wegen Herkunft, Geschlecht, Alter... benachteiligt fühlt, kann er sofort klagen. Und wenn dann in der Verhandlung deutlich wird, dass der abgelehnte Bewerber eigentlich der bessere gewesen wäre, ist die Höhe der Abfindung nach oben offen. Und selbst wenn das nicht so ist, wird in den arbeitsgerichtlichen Güteverhandlungen dennoch eine Zahlung von bis zu 3 Monatsgehältern als Entschädigung vereinbart, wenn der abgelehnte nicht klar ungeeignet für die Stelle war. Es gibt inzwischen Leute, die sich das zur Einnahmequelle gemacht haben, die sog. "AGG-Hopper". Stumpf auf Stellen bewerben und bei ner Absage auf Diskriminierung klagen. Es gibt eine Handvoll Leute, die sind bei norddeutschen Arbeitsrichtern inzwischen bekannt wie ein bunter Hund.
Solche AGG Hopper kennen wir in Süddeutschland auch. Zeigt die ganze Absurdität dieser Pseudogerechtigkeitswelt. Der nächste Schildbürgerstreich ist aus meiner Sict die Notwendigkeit ab Januar 2019 Stellen immer mit (m/w/d) auszuschreiben.

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Crom 10.10.2018, 11:17
66.

Zitat von schwerpunkt
'Wir suchen einen "medizinische Fachangestellte"' … hmmm? Was ist daran geschlechtsneutral?
Ohne "einen" und schon ist es Plural und damit geschlechtsneutral.

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