Forum: Karriere
Doktorand in Kairo: Da steht ein Panzer unterm Balkon
Ragnar Weilandt

Was halten Ägypter von der EU? Das wollte in Kairo für seine Doktorarbeit herausfinden. Er fand eine nette Wohngemeinschaft - direkt am Tahrir-Platz. Kaum war er eingezogen, fuhren vor dem Haus die Panzer vor.

kraichgau12 29.10.2013, 10:01
1. Eu-Aussenwirkung?

Nuja,die egypts bekommen von der EU dicke Kohle und viele reisen illegal dorthin aus,die meisten sehen die EU als "Paradies" an,in dem nur die ungläubigen stören...
Was die EU selbst angeht sowie die verquere Haltung der BRD zu dem "Putsch",habe nie verstanden,wie realpolitisch verblendet Westerwelle etc reagierten auf die getürkte Präsidenten und Parlamentswahl in egypt,aus denen die muslimbrüder und Mursi siegreich hervorgingen....diese Natter noch zu füttern und als "demokratisch" hinzustellen, bedeutet jeglichen Realitätssinn verloren zu haben...
wohne nun knappe 5 Jahre in Luxor arbeitsbegründet und kann die Zeit ganz gut Revue passieren lassen. Die komplette Revolution bis zu Ihrem Exzess der Muslimbrüderregierung war für das normale Volk ein totaler Flopp
Gruss aus Luxor

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harmlos01 29.10.2013, 10:38
2. Natürlich war die Revolution ein Flop!

Zitat von kraichgau12
Die komplette Revolution bis zu Ihrem Exzess der Muslimbrüderregierung war für das normale Volk ein totaler Flopp Gruss aus Luxor
Denn das wahre Problem ist nicht die Diktatur, oder die Religion. Das wahre Problem liegt in einer verfehlten Bevölkerungspolitik unter
Mubarak, die zu einer Verdoppelung der Bevölkerung ohne entsprechender steigerung der Wirtschaftsleitung und der landwirtschaftlichen Produktion geführt hat.

Dadurch musste der Lebenstandard erheblich sinken und die Abhängigkeit des Landes nach Lebensmittelimporten das Land in eine Krise stürzen.

Solange niemand dem Land Bevölkerungskontrolle und Wirtschaftswachstum bringt, wird es in Ägypten weiter Instabilität, oder/und Diktatur bringen.

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kraichgau12 29.10.2013, 19:56
3. ?

entschuldigung,das ich mal ganz höflich nachfrage,aber wissen Sie in etwa,worüber Sie reden?
Sie reden über ein total islamisch-sunnitisch geprägtes Land,das seit Sadhat 1980 saudhi-imame als klerus einflog
und da denken SIE allen Ernstes,Sie könnten mal eben mit Präservativen und der Pille dem sunnitisch geprägten Familienoberhaupt erklaeren,das es nicht mehr Gottes wille sein dürfte,so viele kids wie möglich zu zeugen?????
nicht mal mubharak war irre genug,dieses tabu anzusprechen,und mal ganz nebenbei,ihre dummdreiste rote entwicklungshilfe gen egypt wird dieses thema ebenso wenig ansprechen,lieber nimmt man den Überhang als boatpeople und zukünftige djihadis in der BRD auf
nochmal zum mitdenken,seit etwa 1940 hat egypt mehr bevölkerung,als es ernaehren kann,trotzdem denkt jeder aufrechte moslem,er braucht so viele kids wie möglich,zumindest,zur not auch nach 8 maedels,einen sohn
versuchen sie es gerne mal in ruhe,das einem türken in der BRD aus zu reden,der genauso sunnitisch unterwegs ist
immer wieder schön,fern-diagnosen zu lesen,komm rum und leb mal ne weile hier und vieles,was heute in der BRD "islamkritisch bis populistisch" genannt wird,wird viel einfacher zu verstehen

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egyptwoman 29.10.2013, 21:32
4.

Ich lebe ebenfalls in Ägypten, genau in Hurghada. Das Problem hier wie schon geschrieben ist nicht Politik oder Religion, das Grundproblem ist die Bildung. Solange die Kinder in der Schule fast ausschließlich den Quran eingetrichtert bekommen, lesen, schreiben und rechnen lernen und sonst nichts, solange wird sich auch an der Lebenssituation nichts ändern. Man muss hier auch unterscheiden zwischen dem Leben in einer Großstadt und dem Leben auf dem Land. In den Großstädten haben viele schon begriffen das man nicht unmassen an Kinder in die Welt setzen kann ohne zu wissen wie man diese ernährt, das sieht auf dem Land eben ganz anders aus.

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harmlos01 30.10.2013, 07:58
5. Nun, dann...

war das Bevölkerungswachstum wohl alternativlos!

Lieber Herr Kraichgau, Natürlich bin ich nicht vor Ort wie Sie, aber es ist offensichtlich, dass die fehlende Bevölkerungskontrolle ohne ausreichendes Wirtschaftswachstum die Ursache für die Krise ist. Leider ist dieses Thema in den Medien nahezu nicht existent. In den Medien wird immer noch über Demokratie, Freiheit und religiöse Ursachen diskutiert, während die Bevölkerung über Armut und Perspektivlosigkeit klagt.
Hätte einer der früheren Machthaber beizeiten die Bildungssituation verbessert hätte sich auch das Bevölkerungswachstum abgeschwächt, wie das in vielen Ländern zu beobachten war. Das lag aber nicht im Sinne eines Diktators, denn intelligente Bürger sind wiederum eine Gefahr für ihn.

Aber nun ist das Land am Boden ohne das es einen sichtbaren Ausweg gibt. Das gleiche passiert gerade in Pakistan, Syrien, Nigeria, den Philipinen und Indien. Somit ist es kein Problem einer einzelnen Religion oder Kultur.

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