Forum: Karriere
Doku über Unternehmensberater : Eine wirklich radikale Veranstaltung
Harun Farocki

"Der Sinn muss einfach da sein": Berater sprechen ihre eigene Sprache - verstehen kann sie kaum jemand. Filmemacher Harun Farocki hat Hamburger Unternehmensberater mit der Kamera begleitet und sich ihnen wie ein Ethnologe genähert. Zurecht, wie sein Film beweist.

Seite 5 von 5
barmbek1 15.10.2012, 07:10
40. Bleibt festzuhalten...

...Unternehmensberater gehören zu jener Sorte Mensch, die ihre eigenen Mütter und Väter, Schwestern und Brüder verkaufen und in die Wüste schicken. Wahrscheinlich auch noch ihre eigenen Kinder. Und egal, ob es 30, 300 oder 3000 Mitarbeiter sind, die gehen müssen. Gehen müssen immer welche. Für Geld verkaufen UB eben alles.
Habe selbst letztes Jahr eine sogenannte "Full Potential" (allein der Begriff zeugt schon von dem kranken Denken der Unternehmensberater) Aktion in meiner Firma erleben müssen.
Die Besten, die gehen mussten, fehlen noch heute. Außerdem wurden ein halbes Jahr später wieder neue Leute eingestellt. Eingentlich zum Lachen, wenn es nicht so traurig wäre.
Interessant war auch, daß einer der obersten Manager, früher in genau jener Unternehmensberatungsfirma war, die dann in meiner Firma ein Schlachtfeld hinterlassen hat.
Haut bloss ab, Unternehmensberater!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
abby_thur 15.10.2012, 13:18
41. Nachricht

Habe 2 Unternehmensberater im Freundeskreis.
Hauptsächliches Gesprächsthema: der Job.
Andere Themen gleiten immer wieder ab zum Job.
#

Beide zeichnet ein langes Single-leben aus, der eine hatte seit 12 Jahren keine Freundin mehr- und ist erst Anfang 40.
Warum? Weil sich dieser "Alles muss effizient sein" Gedanke auch ins Privatleben überträgt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
yomann 17.10.2012, 11:55
42. Sie haben völlig Recht!

Nach vielen Jahren in der Unternehmensberatung habe ich mich mit fast
50 Jahren (nach einem "Burnout") aus diesem Beruf zurückgezogen. Irgendwann wiegt die finanzielle "Entschädigung" das fast vollständige Fehlen eines intakten Privat- und Familienlebens nicht mehr auf.
.
Ich suche nun eine "ganz normale" Anstellung im Kaufmännischen Bereich, was mir allerdings nicht gelingt (und wohl auch mit meiner beruflichen Vergangenheit auch nicht mehr gelingen wird). Gut ist nur, das ich aufgrund der wirklich guten Bezahlung der Vergangenheit bis zur meiner Rente notfalls auch als Privatier leben kann, ohne auf das peinliche und inkompetente Wirken eines Job Centers zurückgreifen zu müssen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 5 von 5