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Ehrlichkeit im Job: Nicht das Lächeln zählt
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Wie können Sie sicher sein, dass Ihr Geschäftspartner vertrauenswürdig ist? So gut wie gar nicht, sagen US-Forscher. Sie fanden heraus, dass man auf Gesichtsausdrücke wenig geben kann - und worauf wir lieber achten sollten.

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brotherandrew 27.12.2016, 17:14
1. Das ...

... Einzige, was mich einigermassen davor schützt, über´s Ohr gehaut zu werden, ist Sachkunde über das Objekt der Verhandlung und eine Strategie, wie ich mich vor eigenen Emotionen schütze. Mein Beispiel wäre der Autokauf. Da muss ich einen sachkundigen Freund dabei haben, der mich gut berät und eine Rückversicherung vor übereiltem Kauf, weil ich mich emotional zum Kauf gedrängt fühle. Das ist in der Regel entweder das "Darüber muss ich schlafen" oder "Ohne Zustimmung von X kann ich den Kauf nicht tätigen."

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Tiananmen 27.12.2016, 18:22
2.

Zitat von brotherandrew
... Einzige, was mich einigermassen davor schützt, über´s Ohr gehaut zu werden, ist Sachkunde über das Objekt der Verhandlung und eine Strategie, wie ich mich vor eigenen Emotionen schütze. Mein Beispiel wäre der Autokauf. Da muss ich einen sachkundigen Freund dabei haben, der mich gut berät und eine Rückversicherung vor übereiltem Kauf, weil ich mich emotional zum Kauf gedrängt fühle. Das ist in der Regel entweder das "Darüber muss ich schlafen" oder "Ohne Zustimmung von X kann ich den Kauf nicht tätigen."
Naja, der Kauf von einem Kfz oder einer Melone ist ja ein eher einfaches Szenario. Da kann man sich eines Sachkundigen versichern, wie Sie ja auch schreiben. Wenn es um wirklich komplexe Entscheidungen geht, z.B. um die Anschaffung einer Unternehmenssoftware, dann wird es interessant. Viele Organisationen haben erstaunlich wenig Überblick über ihre eigene Organisationsstruktur und ihre internen Abläufe. Da sind die Entscheidungsträger schnell überfordert. Das ist einer der Gründe, warum in der öffentlichen Verwaltung so häufig SAP eingeführt wird: die anderen haben´s, ist ja teuer genug, da kann man nichts falsch machen. In so einem Fall muss man sich schon am Auftreten des Beraters orientieren. Und da ist wuseliges Gerede in der Regel schon ein Hinweis auf Schwachstellen oder Unklarheiten. Von dem beschriebenen Test unterscheidet sich eine solche Situation aber dadurch, dass man für gewöhnlich mehrere Tage in Workshops zusammensitzt und einen besseren Eindruck von der Aufrichtigkeit des Beraters bekommt. ich weiß nicht mehr, woher ich das "Zitat" habe: Aufrichtigkeit ist alles - wenn du die simulieren kannst, hast du gewonnen ;- )

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hajoschneider 27.12.2016, 21:26
3. Falsche Schlussfolgerung!

Statt (Zitat) "Unsere Experimente zeigen, dass Menschen die objektive Vertrauenswürdigkeit schlecht beurteilen können", schreiben die Forscher. "Die Leute verlassen sich zu sehr auf Gesichtsausdrücke." muss es heißen: "Unsere Experimente zeigen, dass Menschen unter solchen konstruierten Versuchsbedingungen die objektive Vertrauenswürdigkeit schlecht beurteilen können."

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nofreemen 27.12.2016, 23:56
4. so oder so, es ist nicht einfach Menschen ein zu schätzen

Die Studie ist sicher nicht schlecht. Mein Augenmerk liegt aber bei den Personalchefs. Da gibt es riesige Defizite. Zum einen sind das schlechte "Einkäufer" und zum anderen sind die zu beurteilenden Anwärter schlechte "Verkäufer". Aber beide seitrn wollen daselbe; nämlich den Job besetzen. Das Resultat ist verheerend. Dann heisst es meist "es gibt zu wenig gute Leute" auf dem Markt". Dabei ist die Schwachstelle meist beim Personalchef der die Bewerber total falsch einschätzt und damit seiner Firme Schaden zu fügt. Dabei gäbe es sehr gute Rekrutierungs Firmen die rein "methodisch" vorgehen und selektieren. Aber die kosten halt etwas.

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lupo62 28.12.2016, 03:42
5. Wirkliche Schurken

Es ist halt nicht so wie im Film. Da sind die Bösewichter die schlecht rasierten Dunkelhaarigen mit den schlechten Manieren. Die Wirklichkeit sieht anders aus und ist eine Welt der Gauner im Frack und mnchmal auch im Blaumann. Ich bin sowohl von einem sehr ehrlich aussehenden Handwerker als auch von einer höchst angesehenen Bausparkasse um jeweils zehntausende Euros betrogen worden. Im letzteren Fall hat man es sogar ein zweites Mal versucht - aber da hatte ich schon mein Lehrgeld bezahlt.
Und das heißt: Traue niemand, vergesse die guten Worte, die freundlichen Blicke, die Anbiederungen und die tollen Ankündigungen und bestehe auf schriftliche Abmachungen. Prüfe jede, auch die versteckteste Abmachung auf ihre Folgen. Die üblen Folgen stehen nicht in der Werbebroschüre, sondern in § 31 Abs. 2a des Kleingedruckten.
Es ist heute leider so, dass man niemanden mehr trauen kann. Wer z.B. glaubt, einen Telefonvertrag für 19,80 € im Monat zu bekommen wie in der Werbung groß angekündigt hat "übersehen", dass in der zweiten Hälfte des Mindestvertragszeitraums die Sache 15 € im Monat teuer ist, 30 Euro "Anschlußgebühr" fällig ist, die Fritzbox 5 € Miete im Monat kostet und nach § 31 Abs. 2a des Kleingedruckten die eingebrachte Rufnummer erst dann wieder herausgerückt wird, wenn bei Vertragsendigung 30 € gezahlt werden.
Es wäre natürlich schön, wenn der Gesetzgeber die Angabe eines Gesamtpreises für die Mindestvertragdauer vorschreiben würde, aber da ist offenbar die Lobby vor. Also hilft nur Skepsis, Nachrechnen und Lehrgeld...

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huz6789 28.12.2016, 10:48
6. Unbedingt Angebote machen lassen

Handwerker sind wegen der niedrigen Zinsen zur Zeit sehr gefragt und können sich ihre Kunden im Prinzip aussuchen. Und es hat sich eingebürgert, dass sie keine Angebote mehr machen wollen. "Ach das lässt sich schwer abschätzen - wissen Sie ?" usw. Das ist zwar oft richtig, aber meine Erfahrung ist, wenn kein Angebot gemacht wird, dann beträgt die Wahrscheinlichkeit 50%, dass man auf die eine oder andere Art über den Tisch gezogen wird. Also, bei größeren Projekten immer auf ein Angebot bestehen.

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werder11 28.12.2016, 11:16
7. typisch deutsch

daß eine harmlose und m.e.eine von vielen völlig überflüssigen studien, die überflüssigen institutionen viel geld bringen, gleich wieder spon leser anregt, von ihren eigenen schweren verbraucher schicksalen und cleveren erkenntnissen zu berichten - wer auf zb spon (und seine leser foristen) angewiesen ist, um sein dasein zu bewältigen, sollte lieber einen therapeuten aufsuchen, aber der will ja auch verdienen - ps: ich agiere hier natürlich auch gerade als forist und mein beitrag soll aber keine lebenshilfe sein!

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taglöhner 28.12.2016, 11:25
8.

Zitat von huz6789
Handwerker sind wegen der niedrigen Zinsen zur Zeit sehr gefragt und können sich ihre Kunden im Prinzip aussuchen. Und es hat sich eingebürgert, dass sie keine Angebote mehr machen wollen. "Ach das lässt sich schwer abschätzen - wissen Sie ?" usw. Das ist zwar oft richtig, aber meine Erfahrung ist, wenn kein Angebot gemacht wird, dann beträgt die Wahrscheinlichkeit 50%, dass man auf die eine oder andere Art über den Tisch gezogen wird. Also, bei größeren Projekten immer auf ein Angebot bestehen.
Mag oft so sein. Aber berücksichtigen Sie auch: Je kleiner ein Betrieb ist, desto mehr hält die Erstellung eines ein Angebots von produktiver Arbeit ab. Das ist bei einem vollen Auftragsbuch ein schmerzlicher Zeitverlust.
Handwerker haben zudem den Beruf meist ergriffen, weil sie die Arbeit schätzen und ihnen ein Bürojob ein Greuel ist. Nicht wenige haben Probleme damit, ihre Rechnungen zeitnah zu stellen, was schon manchen in die Insolvenz getrieben hat.

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robb30 28.12.2016, 13:45
9. @hajoschneider

Dein Beitrag ist vor allem eines: Er ist falsch und verrät eklatante Mängel an Wissen und Verständnis über die Methodologie der Wissenschaft. Meiner Meinung nach sollte man sich nur dann inhaltlich äußern, wenn man ein grundlegendes Verständnis der betreffenden Materie aufweist. Besitzt man es nicht, sollte man sich zunächst einmal kundig machen.
Zum Inhalt deiner Aussage: Die Aussage, dass Menschen objektive Vertrauenswürdigkeit schlecht beurteilen können, ist (ohne auf deren Inhalt einzugehen, sondern nur auf deren korrekte Ausformulierung mit Blick auf die geprüften Hypothesen) absolut richtig. Was macht ein solches Experiment? Es schaltet (durchaus konstruiert) möglichst viele bekannte Störeinflüsse auf und reduziert wo immer möglich die beeinflussenden Variablen auf die gewünschten Variablen. Nur so kann man ermitteln, welche Einflüsse DIESE Variablen ausüben. In diesem Falle wurde geprüft, welche Einflüsse Lächeln, Redeanteile etc. auf das Maß an zugetrauter Ehrlichkeit aufweisen. Punkt. Würdest du vermuten, dass wissenschaftliche physikalische Erkenntnisse aus dem CERN nicht korrekt sind nur aufgrund der Tatsache, dass sie im CERN gemacht wurden und nicht irgendwo im Universum? Höchstwahrscheinlich nicht. Warum? Weil Naturgesetze eben Naturgesetze sind und im Rahmen ihrer naturellen Gültigkeit immer anwendbar sind. Die Gravitation eben solange ein Körper vorhanden ist, der über ausreichend Masse verfügt um andere Materie zu binden. Egal wo. Das spielt keine Rolle. Ebenso ist es in der Psychologie. Auch hier gibt es Naturgesetze dahingehend, wie ein Mensch "funktioniert". Das fällt nur den meisten Menschen schwer zu akzeptieren, da es doch mit deren Überzeugung kollidiert, ein unverwechselbares, einzigartiges Individuum zu sein. Das ist aber falsch. Naturgesetze gelten bei ALLEN Menschen - sie können nur in ihrer Ausprägung variieren. So wie die Gravitation auf dem Mond eine schwächere ist als auf der Erde - was gravierende Auswirkungen auf z. B. die Überlebensfähigkeit von Lebewesen besitzt. Aber: Das Naturgesetz gilt. BASTA. Und genau das gleiche ist es mit diesen Experimenten. Solange sie sauber durchgeführt und korrekt statistisch ausgewertet werden, sind die Ergebnisse auch auf die Gesamtpopulation übertragbar. Man hat ein Naturgesetz gefunden und das besagt nach gegenwärtigem Forschungsstand: Menschen lassen sich schnell durch äußere Eindrücke täuschen. Dieses Naturgesetz IST vorhanden. Bei allen Menschen. Doch es ist ebenso wie die Gravitation variabel in der Ausprägung und damit wirkt es auf den einen Menschen stärker als auf den anderen. Dieser kleine Exkurs soll dir lehren, was du vor deinem voreiligen Posting versäumt hast: Ein paar wenige, aber relevante Kenntnisse über das, worüber du geurteilt hast, ohne ein Verständnis zu besitzen. Bitte informiere dich in Zukunft VORHER über einen Sachverhalt. Dann brauchst du nicht in der Öffentlichkeit korrigiert zu werden. :) Und für die anderen ist dieser Post eine kleine Einführung in das Grundprinzip des wissenschaftlichen Arbeitens allgemein und in der Psychologie (als Naturwissenschaft wie auch der Physik) im Speziellen.

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