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Eigen- und Fremdbild im Büro: Ich bin so gut, ich bin der Chef
Corbis

Der Chef findet sich: prima. Der Rest findet ihn: mittelmäßig. Eine Umfrage zeigt, dass Führungskräfte sich oft selbst viel besser einschätzen, als es ihre Mitarbeiter tun.

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fridericus1 27.04.2016, 08:49
1. Viele Führungskräfte ...

... sind von Speichelleckern umgeben. Entweder, weil sie selber dieses Umfeld heranzüchten oder weil sie es zulassen, dass diese ihr Umfeld bilden. Gleichzeitig ist bei vielen abhängig Beschäftigten die Neigung, offen und ehrlich Kritik am Chef zu üben, verständlicherweise gering ausgebildet. Warum also sollten Führungskräfte wirklich zutreffend wissen, was ihre Mitarbeiter von Ihnen denken?

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ronald1952 27.04.2016, 09:07
2. Was ich so kenengelernt habe,

ist folgendes, als Chef hat man seine Mitarbeiter die auch
meist einen Beruf erlernt haben, Fachlich geschult, kompetent in Ihrer Arbeit. Leider ist das bei den meisten
Chefs nicht so der Fall. Allzu oft sind Sie nur Chef und delegieren, mehr nicht. Und viele dieser Chefs sagen ich bin der Chef und das sagt schon alles.Denn allzu oft gilt nur die Meinung des Chefs, aber die Angestellen Handwerke sind meist immer vor Ort und mal ganz Ehrlich, oft wissen die Arbeiter besser als der Chef was getan werden muss.Man muss den Menschen immer ein wenig Luft zum Atmen lassen und auf jeden Fall auch das Erfolgserlebnis. Ansonsten ist man ein nicht so guter
Chef.
schönen Tag noch,

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td66 27.04.2016, 09:14
3. Wahrnehmung

Ich ahbe selbst mal ein Führungskräftefeedback durchführen lassen. Meine Erfahrung zeigt, dass Mitarbeiter unterschiedliche Maßstäbe an sich und Ihren Chef setzen und oft falsche Erwartungshaltungen haben. In der Abschließendne Diskussion wurde dann deutlich, dass der Unterschied der Bewertungen dann doch nicht unterschiedlich war. Nach dem Motto: "Ach ja stimmt, da hst DU ja noch das und das gemacht..."

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dipl.inge83 27.04.2016, 09:20
4. Voraussetzung

Mangelnde Selbstreflexion ist doch zur Personalführung grundlegend notwendig. Wir schaffen das.

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curieuse 27.04.2016, 09:45
5. Nicht wirklich überraschend!

Ich arbeite in einer öffentlichen Verwaltung. In den Umfragen zum Führungsverhalten, die selbstverständlich regelmäßig durchgeführt werden, sind die hohen Chargen ebenso regelmäßig nicht in die Bewertung einbezogen. Die Damen und Herren sind einfach so hervorragend und von solch eherner Selbstgewissheit, dass sie die Bestätigung durch subalternes Personal nicht brauchen ;-))) Bei der Leistungsbewertung geht es ähnlich zu: Je höher jemand in der Hierarchie und bei der Bezahlung angesiedelt ist, desto besser ist die Beurteilung ihrer/seiner Arbeit durch die/den direkte/n Vorgesetzte/n. Und es dauert Jahre, bis allgemein als Mitarbeiterschinder bekannte Führungspersonen entlassen werden. Natürlich einigt man sich in solchen Fällen auf Aufhebung des Arbeitsvertrags in gegenseitigem Einvernehmen.

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juri. 27.04.2016, 09:50
6. Nichts Neues.

Dazu hätte es keine Studie gebraucht, jetzt mal ehrlich...

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michael.woehler 27.04.2016, 09:54
7. Wahrscheinlich ...

... wirken hier zwei Effekte: 1. Die grundsätzliche Selbstüberschätzung von Menschen (Es halten sich ja auch 80% der Autofahrer für Überdurchschnittlich). 2. Die verschiedenen Perspektiven und der bis zu einem gewissen Grad vorhandene strukturelle Interessensgegensatz von Vorgesetzten und Mitarbeitenden.

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murksdoc 27.04.2016, 10:05
8. Very Old School

Welch haarsträubend museumsreifer Geist in diesen Managerköpfen herumspukt, konnte man vor kurzem sehen, als berechnet wurde, wieviel Produktionsausfall die Raucherpausen verursachen und auch noch gefordert wurde, diese nachzuarbeiten. Das soll hier keine Laudatio auf das Rauchen sein, aber solche Forderungen können nur menschlichen Gehirnen entspringen, deren Vorstellungen von einem Arbeitsprozess von Charlie Chaplin in den 20ern im Film "Modern Times" bildlich dargestellt wurden. Jeder andere, der auch nur einen Teil seiner Arbeit mit geistiger Tätigkeit verbringt, braucht kleinen Erholungspausen, weil das Gehirn nicht den ganzen Tag auf 100% zu Laufen imstande ist und sogar Olympiasieger nach Höchstleistungen nach einer Pause lechzen. Diese ist also fester Bestandteil einer Leistung. Nicht aber so in den noch mechanisch laufenden Denkwerken unserer Manager. Diese zeigen ihre antiquierten Vorstellungen jedem Interessierten, wenn sie sich lobend über diejenigen Untergebenen auslassen, die morgens als erste kommen und abends als letzte gehen. Das diese dazwischen die gesellige Büroatmosphäre geniessen und Andere von der Arbeit abhalten (ausser sie hören die Schritte oder die Stimme ihres verehrten Chefs), interessiert die Managment-Dinosaurier nicht. Für Manager ist Leistung Arbeit multipliziert mit Zeit, nicht dividiert durch Zeit. Das führt dann zu solchen Grotesken, wie den Sekretärinnen einer ehemaligen Abteilung von mir, die den ganzen Tag lang Absatzklappernd vor meinem Büro hin- und herliefen (wegen des Kopierers). Weil mich das in meiner Konzentration störte, interessierte mich der Grund für dieses Geklapper. Unter dem Siegel der Verschwiegenheit verriet mir dann die Netteste von allen, sie machten absichtlich kleine und schnelle Schritte und klapperten mutwillig mit den Absätzen, damit es sich im Büro des Abteilungsleiters so anhörte, als hätten sie es eilig. Der Kopierer steht inzwischen in einem anderen Gang (und ich arbeite nicht mehr in dieser Abteilung. Dieses Arbeits-Tempo konnte ich nicht mehr mithalten). Die Manager dieser Truppe hielten sich jedoch für die Elite. Die glauben halt noch an den Klapperstorch.

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skal666 27.04.2016, 10:18
9.

Zitat von td66
Meine Erfahrung zeigt, dass Mitarbeiter unterschiedliche Maßstäbe an sich und Ihren Chef setzen
Man wird als einfacher Mitarbeiter ja auch schlechter bezahlt als der Cheff, für welchen der Begriff "Leistungsträger" z.B. hier auf SPON gebräuchlich ist.

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