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Ein Lkw-Fahrer erzählt : "Mein Chef ermutigt mich, mehr zu arbeiten als ich darf"
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Lkw-Fahrer haben einen harten Job - und ein schlechtes Image. Doch einige der Vorurteile stimmen, berichtet ein Fahrer, der schon sei über 30 Jahren im Beruf ist.

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bloedelsachse 16.12.2018, 02:16
1. Arbeitsmarkt....

Ich bin kein Trucker, und möchte auch keiner sein. Der "Kapitän der Landstraße", das ist lange her. Die Sprüche vom Chef: "Die paar Kilometer schaffst Du noch" - sind billige Aufmunterung. Der Chef sitzt am Schreibtisch- schläft er ein ist das kein Problem. Der übermüdete Trucker knallt vielleicht in ein Stauende und killt eine komplette Familie auf Urlaubsreise. Der Trucker muß für den Rest seines Lebens mit dieser Schuld klarkommen..... Auch juristisch. Der Chef ist fein raus- "Das habe ich nicht gewollt, und daß mein Fahrer soooo müde ist konnte ich nicht wissen.... Mehr Kontrollen wären sehr gut! Sie würden dazu führen, daß "anständige Chefs" weniger leicht von "Menschenschindern" niederkonkurriert werden können. Will das die Politik überhaupt? Das man durch Drücken der Pausentaste so einfach die Arbeitszeit passend machen kann spricht dafür, daß die Transportlobby die Politik beim Abfassen der Vorschriften " ein klein wenig unterstützt" hat.

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doc1234 16.12.2018, 07:17
2. das ist kein Problem

die Kontrolldichte muss erhöht werden und die Bußgelder wie in Frankreich weh tun, und zwar auch dem Unternehmer ab 1000€ für den 1. Unternehmensverstoß bis 5000. Dann ist Schluß damit, und zwar nur dem Unternehmer das Geld draufdrücken, dem Fahrer mit 500 immer beinehmen. Die Kontrollen finanzieren sich durch die Bußgelder. Und es müssen alle gravierenden Verstöße rückwirkend geahndet werden. Dann ist damit Schluss. Und auch die Transporter nicht vergessen.

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baghira1 16.12.2018, 07:43
3.

Es sollten die bestraft werden, die die Touren so konfigurieren, das die maximale Arbeitszeit ausgereizt wird, ohne das die Tätigkeiten, die nicht zum Fahren gehören. weggelassen werden.
11-15 Stunden Arbeitszeit sind gar nicht erlaubt. Im Straßenverkehr solch große Fahrzeuge zu bewegen, ist Streß genug, da muss Zeitstreß nicht sein.Sowas sorgt für Unfälle mit beträchtlichen Schaden und häufig auch Verletzte oder gar Tote.Da der Fahrer selbst bei Auffahrunfällen häufig verletzt oder getötet werden, sollte es auch in ihrem SInn sein, das kein Stress aufkommen darf.

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karljosef 16.12.2018, 07:45
4. Zusammengefasst:

Das Risiko trägt der Fahrer und diejenigen, die von einem Unfall durch Übermüdung betroffen wären, die Gewinne der Arbeitgeber?
Oder glaubt jemand, dass zugegeben wird, dass der Arbeitnehmer zu zu langen Arbeitszeiten aufgefordert wurde?

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jschneeee 16.12.2018, 07:58
5. Kontrollverlust

Das Phänomen, dass zu wenig kontrolliert wird, ist in D auf allen Ebenen vorhanden: Der Mindestlohn wird überall durch unbezahlte Überstunden unterwandert, aber dem Zoll fehlt (angeblich) das Personal zur Kontrolle, die Grenzen werden kaum kontrolliert, Maximalarbeitszeiten in sicherheitsrelevanten Berufen werden nicht eingehalten, Geldwäsche wird nicht Einhalt geboten usw. usw. Diese Wischiwaschi-Larifari-Mentalität geht mir mittlerweile total auf den Geist. Was für eine Regierung, was für eine Gesellschaft

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lucky.sailor 16.12.2018, 08:34
6. Zu wenig Kontrollen!

Das ist auch meine Wahrnehmung, wenn ich mit meinem Wohnmobil bei Tempo 85 (nach Navi!) auf der rechten Spur von ALLEN LKW überholt werde, und zwar meist mit deutlichem Geschwindigkeitsüberschuss. Wieviele Menschen müssen noch auf deutschen Autobahnen sterben, weil fast täglich ein LKW ungebremst in ein Stauende gerast ist. Bei allem Verständnis für die unter immensem Druck stehenden Brummifahrer, aber sie müssen zu ihrem eigenen Schutz (insb. gegen fordernde Chefs und Disponenten) viel gründlicher kontrolliert und ggf. auch härter sanktioniert werden. Keine Terminvorgabe beim Kunden rechtfertigt die Inkaufnahme schwerster Gefährdung von Unbeteiligten !!!

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112211 16.12.2018, 08:39
7. Nachtfahrten sind ...

Nachtfahrten sind oft die einzige Möglichkeit, ohne große Staus voran kommen zu können. Klar wäre es attraktiv, wenn Nachtfahrten untersagt wären, die Anwohner an den Bundesstraßen, die als Mautflüchterstrecke bekannt sind, werden es ebenfalls danken. Aber nicht die Warenversender und -empfänger. Zeitpläne sind eng gestrickt. Da ist jeder Stau eine Katastrophe.

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tubolix 16.12.2018, 09:29
8. na sowas

Falls dieser Fahrer nicht dem Hirngespinst des Verfassers entsprungen ist frage ich mich, warum er z.B. jeden Tag einen Ausdruck macht. Hat er keine Fahrerkarte ? Wenn dem so ist hätte er aber sehr wohl ein Problem bei Kontrollen.
Zwei- dreimal die Tour in die Tonne kloppen, weil man die paar km eben doch nicht schafft bewirken meist Wunder. Danach klappt es mit den Ruhezeiten. Alternativ war es die falsche Firma und man sucht sich die richtige. In der Pause laden geht gar nicht, wird ja auch nicht bezahlt. Folglich fehlt jegliche Motivation. Wer sich selbst zum Leibeigenen machen lässt muß sich nicht anderswo beklagen. Aber vlt erwachen die Kollegen ja irgendwann mal und erkennen, welche Macht sie in Zeiten des "Fachkräftemangels" eigentlich haben.

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cosgrove83 16.12.2018, 09:53
9.

Zitat von doc1234
die Kontrolldichte muss erhöht werden und die Bußgelder wie in Frankreich weh tun, und zwar auch dem Unternehmer ab 1000€ für den 1. Unternehmensverstoß bis 5000. Dann ist Schluß damit, und zwar nur dem Unternehmer das Geld draufdrücken, dem Fahrer mit 500 immer beinehmen. Die Kontrollen finanzieren sich durch die Bußgelder. Und es müssen alle gravierenden Verstöße rückwirkend geahndet werden. Dann ist damit Schluss. Und auch die Transporter nicht vergessen.
Was kann der Arbeitgeber dafür, wenn der Fahrer selbst entscheidet, seine Fahrzeiten zu überschreiten? Ich arbeite in einer Spedition und bei uns werden nie die Fahrer angewiesen, die Zeiten zu überschreiten. Aber einige Fahrer halten sich einfach nicht daran. Ob absichtlich, oder unabsichtlich. Gründe sind u.a. weil sie dann schneller zu Hause sind, weil sie eine beliebte Raststätte erreichen wollen, weil sie keinen Parkplatz finden konnten, weil sie im Stau stecken geblieben sind ohne Parkmöglichkeit etc. etc. etc.
Nach meiner Erfahrung arbeiten die meisten Firmen in Deutschland seriös. Warum sollen diese ehrlichen Firmen durch Strafen ruiniert werden, für Dinge die sie nicht beeinflussen können? Dein vorgeschlagener Strafenkatalog würde nur dazu führen, das kleinere Unternehmen bankrott gehen, weil sie nicht so viel Geld für Strafen auf Reserve haben. Und das oft, dass sie etwas dafür können.

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