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Ein Lkw-Fahrer erzählt : "Mein Chef ermutigt mich, mehr zu arbeiten als ich darf"
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Lkw-Fahrer haben einen harten Job - und ein schlechtes Image. Doch einige der Vorurteile stimmen, berichtet ein Fahrer, der schon sei über 30 Jahren im Beruf ist.

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Indigo76 16.12.2018, 09:54
10.

Zitat von 112211
Nachtfahrten sind oft die einzige Möglichkeit, ohne große Staus voran kommen zu können. Klar wäre es attraktiv, wenn Nachtfahrten untersagt wären, die Anwohner an den Bundesstraßen, die als Mautflüchterstrecke bekannt sind, werden es ebenfalls danken. Aber nicht die Warenversender und -empfänger. Zeitpläne sind eng gestrickt. Da ist jeder Stau eine Katastrophe.
Wir hatten in Deutschland mal das am besten ausgerüstete Bahnnetz der Welt. In der Stad, in der ich lebe, hat jede große Firma in den Gewerbegebieten einen eigenen Schienenanschluss (der natürlich nicht genutzt wird). Wenn das Geld, das jährlich in den Autobahnausbau gesteckt wird, um den Mehrbedarf durch steigende LKW-Zahlen zu decken, nur zur Hälfte in den Gütervekehr gesteckt würde, dann gäbe es keine Staus und keine Nachtfahrten. OK - bei der Bahn schon, aber ein Zug wird automatisch gebremst, wenn der Lokführer einschläft. Und er kann auch nicht in ein Stauende rasen. Und ich höre schon die ganzen Antworten, dass Züge zu unflexibel sind und mit der Strasse nicht mithalten können - Gewäsch der Autolobby!

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112211 16.12.2018, 10:20
11.

Zitat von Indigo76
Wir hatten in Deutschland mal das am besten ausgerüstete Bahnnetz der Welt. In der Stad, in der ich lebe, hat jede große Firma in den Gewerbegebieten einen eigenen Schienenanschluss (der natürlich nicht genutzt wird). Wenn das Geld, das jährlich in den Autobahnausbau gesteckt wird, um den Mehrbedarf durch steigende LKW-Zahlen zu decken, nur zur Hälfte in den Gütervekehr gesteckt würde, dann gäbe es keine Staus und keine Nachtfahrten. OK - bei der Bahn schon, aber ein Zug wird automatisch gebremst, wenn der Lokführer einschläft. Und er kann auch nicht in ein Stauende rasen. Und ich höre schon die ganzen Antworten, dass Züge zu unflexibel sind und mit der Strasse nicht mithalten können - Gewäsch der Autolobby!
Da gebe ich Ihnen vollkommen recht.
Es würde zwar einerseits alles erst mal teurer werden, langfristig betrachtet wäre das aber deutlich besser, da der Lkw Verkehr viele Kosten im Schlepptau hat, an die man zunächst gar nicht denkt. Mit dem Erhalt der Autobahnen ist es noch lange nicht getan: Lärmschutz, Gesundheitsausgaben (bzw. Krankheitsausgaben), Umweltschutz. Auch bei den Autobahnen geht es nicht nur um den Erhalt. Auch die Dimensionen der Autobahnen sind erst durch den Lkw Verkehr so gewachsen. Wo früher eine 3spurige Autobahn die Ausnahme war, ist es heute der untere Standard.

Mit dem langfristigen Denken haben es die meisten aber nicht so ganz.

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Harry1 16.12.2018, 10:29
12. Vollzugsdefizit

In der Tat nützen die ganzen Gesetze wenig - wer verstößt nimmt bestenfalls an einer Vollzugstobola teil. Da sind so viel drin und so wenig Ziehungen.
Zoll ist derart unterbesetzt (fast wie bei der Steuerfahndung) dass man den Eindruck gewinnt da steckt Absicht dahinter.
Saftige Strafen für die Arbeitgeber mit Verpflichtung ein Kontrollinstrumentariom zu schaffen dass sie Arbeitszeitverstöße verhindern können und zur Kasse bitten bei Arbeitszeitverstößen, Lohndumping etc.

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dr. kaos 16.12.2018, 10:36
13. Humbug....

.... was der 'Trucker' von sich gibt, insbesondere seine aussage über die 'anzeige' im Cockpit. Erstens: in Europa fahren keine Trucker, die fahren in Amiland und Australien. Bei uns sind das Berufskraftfahrer (D), Chauffeure (CH), Routiers (F) und andere europäische Bezeichnungen. Zweitens: die 'Anzeige' ist ein hochkomplexes digitales Erfassungsgerät, welches nicht nur ein bisschen die AZ kontrolliert, sondern auch jede Bewegung des LKW, ob mit oder ohne gesteckter Fahrerkarte, der Geschwindigkeitsprofile aufzeichnet, und diese Daten auch länger als die vorgeschriebenen 28 Tage speichert und für Kontrollbehörden auslesbar bereithält. Der Schwachsinn mit dem Ausdruck ist nur erlaubt, wenn die Fahrerkarte gestohlen wurde oder defekt ist, und auch nur maximal 15 Tage lang. Und ich muss meinen Vorrednern zustimmen: Termin ist, wenn ich da bin. Und wenn mir 10km vorm Hof am Freitagabend die Augen zufallen, dann wird halt nochmal ne halbe Stunde ein Power-Napping gemacht. Lieber spät und heile ankommen als die Familie erst wieder am Friedhof sehen.

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h.hass 16.12.2018, 10:46
14.

Es muss endlich Schluss sein mit diesem Brummi-Wahnsinn auf den Autobahnen. Güterverkehr muss massiv auf die Schiene verlegt werden. Wenn der politische Wille da ist, kann auch die entsprechende Infrastrktur geschaffen werden. So lange CSU-Minister, die von der Autolobby gesteuert werden, am Ruder sind, wird das aber voraussichtlich nicht passieren.

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jujo 16.12.2018, 10:52
15. ....

Zitat von cosgrove83
Nach meiner Erfahrung arbeiten die meisten Firmen in Deutschland seriös. Warum sollen diese ehrlichen Firmen durch Strafen ruiniert werden, für Dinge die sie nicht beeinflussen können? Dein vorgeschlagener Strafenkatalog würde nur dazu führen, das kleinere Unternehmen bankrott gehen, weil sie nicht so viel Geld für Strafen auf Reserve haben. Und das oft, dass sie etwas dafür können.
Das entscheidende Wort in Ihrem Beitrag ist "seriös" !
Seriöse Firmen und deren handelnde Personen bräuchten keine Sorgen vor Strafen zu haben, würden sie denn seriös handeln. So schlicht und so einfach ist das!
Seriöses Handeln scheint heutzutage in vielen Branchen ein Problem zu sein, nicht nur bei den Speditionen.

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power.piefke 16.12.2018, 11:05
16. @cosgrove83

"Was kann der Arbeitgeber dafür, wenn der Fahrer selbst entscheidet, seine Fahrzeiten zu überschreiten?"
das ist eine wenig originelle Standardrechtfertigung. Wie viele der rebellischen Fahrer haben denn schon eine Abmahnung bekommen? Hohe Strafen von den Speditionen zu zahlen, und das Problem ist gelöst. Wenn die speditionen für jedes einzelne Vergehen 1000? zahlt, dann wird man darauf achten....

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cosgrove83 16.12.2018, 11:09
17. Bahn ist Retter in Not?

Langfristiges Denken sollte auch einigermaßen realistisch sein. Die Bahn hat nicht mal ansatzweise die Kapazitäten den Warenverkehr auf deutschen Straßen merklich zu entlasten. Selbst wenn Deutschland Milliarden in die Infrastruktur der Bahn buttern würde, (was sie unabhängig von diesem Fall eh tun sollte), würden die LKW´s auf den Straßen kaum weniger werden. Es muss einfach generell viel mehr Geld in die Infrastruktur investiert werden. Und zwar in allen Bereichen. Straße, Bahn, Luft.
Der Konsum und damit der Warenverkehr ist zu rasant gestiegen. Jeder Privatbürger ist mobil, und jeder hat inzwischen die Möglichkeit, privat im Internet Dinge aus aller Welt zu bestellen, optional im Eilversand. Und das alles auf einer Infrastruktur, in der Deutschland in den letzten Jahrzehnten gespart hat anstatt zu investieren. Das aufzuholen wird unweigerlich richtig Geld kosten und einfach Stimmung gegen LKW´s und pro Bahn zu machen ist einfach nicht produktiv und löst auch keine Probleme. Wir müssen in beide Bereiche mehr investieren, weil wir beide brauchen. Aber es lebt sich leichter, wenn man einen Sündenbock ausgemacht hat.

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danduin 16.12.2018, 11:10
18. Autonomes Fahren verschafft Abhilfe

LKWs die schön hintereinander fahren und sich automatisch am vordersten LKW orientieren. Dieser fährt natürlich überwacht durch Commputer und Netzwerk nicht zu schnell und zuverlässig. Bald wird sich das Problem erledigen.
Allerdings ist schon verwunderlich dass die Politik nicht endlich Schluss macht mit den LKW-Fahrten und nicht mehr die Bahn fördert. Ich vermute 60% der LKW-Ladungen kann man auf die Schiene verlegen.
Mehr Güter auf die Schiene, dann verdient die Bahn mehr, und sollte bezwungen durch die Politik die Bahnpreise senken. Dies würde alle freuen. Ich finde bspw. es lohnt sich überhaupt nicht eine Familienreise per Bahn zu unternehmen, da viel zu teuer und unflexibel. Ich würde es aber gerne, da es Staufrei ist und ich nicht fahren müßte.

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max-mustermann 16.12.2018, 11:16
19.

Zitat von cosgrove83
Was kann der Arbeitgeber dafür, wenn der Fahrer selbst entscheidet, seine Fahrzeiten zu überschreiten? Ich arbeite in einer Spedition und bei uns werden nie die Fahrer angewiesen, die Zeiten zu überschreiten. Aber einige Fahrer halten sich einfach nicht daran. Ob absichtlich, oder unabsichtlich. Gründe sind u.a. weil sie dann schneller zu Hause sind, weil sie eine beliebte Raststätte erreichen wollen, weil sie keinen Parkplatz finden konnten, weil sie im Stau stecken geblieben sind ohne Parkmöglichkeit etc. etc. etc. Nach meiner Erfahrung arbeiten die meisten Firmen in Deutschland seriös. Warum sollen diese ehrlichen Firmen durch Strafen ruiniert werden, für Dinge die sie nicht beeinflussen können?
Ach gottchen die armen armen Firmen die gar nichts dafür können das ihre Fahrer ganz ohne Druck selbstlos zum Wohle des Unternehmens systematisch gegen Gesetze verstoßen, mir kommen gleich die Tränen. Bei aller Liebe aber das glauben sie doch selber nicht.

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