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Ein Sargträger erzählt: "Für Geld kann man sich alles kaufen" - auch als Toter
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Je reicher der Tote, desto feiner der Zwirn: Hier erzählt ein Sargträger von seinem Job - und der einsamsten Beerdigung, die er je erlebt hat.

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MissMorgan 07.05.2019, 11:35
1. Entsetzlich

Dass selbst dort bei Bestattungen in Kategorien gedacht und gehandelt wird!
Ja, der Sarg und der Blumenschmuck richtet sich wohl stark nach dem verfügbaren Einkommen. Aber mit welchem Recht kleidet man sich dazu unterschiedlich? Pfui, da sollte man sich schämen!

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butzibart13 07.05.2019, 11:41
2. Ein unspannender Job

Ich bin vor zwei Jahren darum gebeten worden, ob ich diesen Job mache und habe ja gesagt. Das Mini-Geld interessiert mich nicht. Es gibt nicht mehr so viele Träger, allerdings gibt es auch nicht mehr so viele Sargbeerdigungen wie im letzten Jahrhundert. Das Urnengrab, die Urnenwiese oder der Ruhewald werden bevorzugt, zum Glück. Sargtragen kann sehr anstrengend sein, wenn ein Eichesarg mit einer schwergewichtigen Person zu transportieren ist und evtl. nur 4 Leute zur Verfügung stehen. Am Grab kann das eine wackelige Geschichte werden. Ich habe es auch vor Jahren schon erlebt, dass ein Sarg abgerutscht ist und dann verkantet in der Ausschachtung zu liegen kam. Bei einer feierlichen Beerdigung ist das schon unangenehm.

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asdfdfdfdfdf 07.05.2019, 11:44
3. Cooler Typ!

Der sieht das ja alles recht entspannt locker! :-)

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gankuhr 07.05.2019, 12:42
4.

Zitat von
Dass selbst dort bei Bestattungen in Kategorien gedacht und gehandelt wird! Ja, der Sarg und der Blumenschmuck richtet sich wohl stark nach dem verfügbaren Einkommen. Aber mit welchem Recht kleidet man sich dazu unterschiedlich? Pfui, da sollte man sich schämen!
Wer soll sich schämen? Derjenige, der viel bezahlt? Der, der wenig bezahlt? Der, der den Auftrag des Zahlenden annimmt? Oder der Träger, der die Anweisung seines Arbeitgebers befolgt?

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willi.thom 07.05.2019, 12:43
5.

ich mußte als Junge oft als Meßdiener den Pfarrer zu Beerdigungen begleiten, bei Wind und Wetter, sommers wie winters. Die reichen Leute gaben uns Meßdienern meist nichts, die einfachen Leute dankten auch uns und gaben 50 Pfennig. Einsame Beerdigungen habe ich auch erlebt. Ich habe in der Totenhalle auf dem Friedhof oft die Toten aufgebahrt gesehen, einfach bekleidet und reich ausgestattet, das fand ich ganz normal. Damals machte ich mir Gedanken, ob das Totenhemd bei den reichen Toten wohl doch Taschen hat

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jeby 07.05.2019, 12:59
6.

Zitat von MissMorgan
Dass selbst dort bei Bestattungen in Kategorien gedacht und gehandelt wird! Ja, der Sarg und der Blumenschmuck richtet sich wohl stark nach dem verfügbaren Einkommen. Aber mit welchem Recht kleidet man sich dazu unterschiedlich? Pfui, da sollte man sich schämen!
Da ist ja nicht der Sargträger für verantwortlich, sondern der Bestatter. Er ist nur ein Angestellter der macht, was ihm aufgetragen wurde. Die Angehörigen müssen mehr Geld dafür bezahlen, wenn sie besonderns schicke Sargträger haben möchten.

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franz01 07.05.2019, 13:18
7. Ein wichtiger Dienst

Ich stehe oft als Pfarrer am Grab und schätze den Dienst von Sargträgern sehr. In vielen Dörfern tragen die Nachbarn ehrenamtlich - oft junge Männer. Das beeindruckt mich. Oft höre ich die Klage: "Wie arm ist der Ort X. Die haben keinen, der den Sarg trägt. Die brauchen Träger von uns. Haben die keinen Respekt vor den Toten?"

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ge1234 07.05.2019, 13:30
8. Mit welchem Recht?

Zitat von MissMorgan
Dass selbst dort bei Bestattungen in Kategorien gedacht und gehandelt wird! Ja, der Sarg und der Blumenschmuck richtet sich wohl stark nach dem verfügbaren Einkommen. Aber mit welchem Recht kleidet man sich dazu unterschiedlich? Pfui, da sollte man sich schämen!
Mit gar keinem Recht, sondern mit dem Auftragszettel desjenigen, der neben Blumenschmuck und Sarg auch das Erscheinungsbild der Träger geordert hat und dafür bezahlt. Also, erst denken, dann geifern!

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fatherted98 07.05.2019, 14:02
9. Bin gerade dabei...

...meine Bestattung zu regeln (im Vorfeld als Vorsorge). Billigste Variante....(hätte ich übrigens nicht gedacht)...die Einäscherung und anschließende Seebestattung ohne Trauerfeier oder ähnlichen Pomp (Wahrscheinlich wird die Asche in einen großen Sack gekippt und mit allen anderen Asche-Toten dann in die Ostsee gekippt). Unter 1000 Euro zu haben und keine Grabpflege nötig. Billiger ist nur noch eine Körperspende an die örtliche Uni....nur die sind meist ausgebucht.

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