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Ein Trash-TV-Autor erzählt: "Fette faule Mütter ziehen immer"
DPA

Er schreibt Drehbücher wie am Fließband: Hier erzählt ein Autor von Scripted-Reality-Shows, wie die Nachmittagssendungen im Privatfernsehen entstehen - und warum darin immer geschrien wird.

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bacillus.maximus 26.08.2017, 18:32
90.

Zitat von upalatus
Zapp ich heut beim selten gewordenen Fernsehschaun geschwind durch die Kanäle, erscheints insgesamt ziemlich laut, schreiend, belanglos, richtungslos...
Absolut. Wenn das tatsächlich ein Abbild durchschnittlicher, realer Lebensverhältnisse sein sollte, so wäre es wohl kaum möglich ein Wohngebiet zu Fuß ohne Gehörschutz zu durchqueren.

Das ist so "Reality" wie Dallas oder die Guldenburgs.

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lachina 26.08.2017, 18:42
91.

Zitat von uhrentoaster
Erstaunlich, dass solche Sendungen überhaupt Zuschauer haben. Dabei hat das Leben doch mehr zu bieten und andere Fernsehsender sowieso.
Ich gucke das wirklich beim Bügeln. Eine halbe Stunde Trash TV macht fünf Oberhemden.

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lachina 26.08.2017, 18:44
92.

Zitat von Falsche Küste
Kann mal jemand ?assig? definieren? Ich lebe seit 15 Jahren nicht mehr in Deutschland, muß also eine neuere Wortschöpfung sein.
"assig " ist Achziger/Neunzigerjahre- Slang für "proll"

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practicus 26.08.2017, 22:04
93. Erstaunlicherweise

sind diese Filmchen trotzdem erstaunlich realitätsnah... diese Familien gibt es wirklich, und zwar in erstaunlicher Zahl. Als Hausarzt in einem sozial abgehängten Gebiet ist das für mich Alltag! Affären, Spielsucht, Kriminalität, vernachlässigte Kinder, verpügelte Ehefrauen, Drogen und Alkohol...
Die Realität schlägt die Fantasie der Autoren um Längen - nur geschrieen wird im realen Leben nicht so viel...

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willib55 26.08.2017, 22:46
94.

Zitat von practicus
sind diese Filmchen trotzdem erstaunlich realitätsnah... diese Familien gibt es wirklich, und zwar in erstaunlicher Zahl. Als Hausarzt in einem sozial abgehängten Gebiet ist das für mich Alltag! Affären, Spielsucht, Kriminalität, vernachlässigte Kinder, verpügelte Ehefrauen, Drogen und Alkohol... Die Realität schlägt die Fantasie der Autoren um Längen - nur geschrieen wird im realen Leben nicht so viel...
Das alles gibt es natürlich bein den Reichen und Schönen nicht.

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chinareel 27.08.2017, 04:34
95. Ach...

Zitat von UnitedEurope
Solche Sendungen halten das Prekariat vom Denken und Selbstreflektieren ab. Hauptsache die im Fernsehen scheinen noch dümmer und "assiger" als man selbst, dann ist die Welt in Ordnung. Ernsthaft, solch ein Schmund ist der Beweis, dass unsere Gesellschaft anderen gar nicht überlegen sein kann. Solche Serien führen dann dazu, dass plötzlich überall gegafft und bestaunt, geklatscht und gepökelt wird. Und wir regen uns über Mittelalter Gesellschaften im Nahen Osten auf ..
Ach, Sie dachten, unsere Gesellschaft sei anderen ueberlegen und nun muessen Sie feststellen, dass dem nicht so ist. Wenn ich alle zwei Jahre etwas in Europa bin, schaue ich mir diesen Quatsch gern an und finde das manchmal richtig lustig. Keine Lust zum Selbstreflektieren, das tun Sie besser mal selbst.

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stoffi 27.08.2017, 08:27
96. Fette faule Mütter ziehen immer

diese Sendungen werden auch von solchen bevorzugt konsomiert

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bisweilen 27.08.2017, 10:54
97. so tun, als ob

Und gleich darunter der Hinweis auf die Escort-Story. Is´klar SPON.

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danido 27.08.2017, 15:53
98.

Zitat von drapondur
Werter anonymer Autor, dass es nach den Vorstellungen sämtlicher ernstzunehmender Weltanschauungen moralisch verwerflich ist, Wut, Hass, Missgunst und dergleichen Gefühle zu schüren - geschenkt. Diese Vorstellungen muss man nicht teilen. Wie sieht es jedoch mit Ihrer eigenen Lebensqualität aus? Mit 3000 Brutto sind sie noch ein gutes Stück von den ca. 60.000 Nettojahreseinkommen entfernt, ab dem durchschnittlich die Lebenszufriedenheit mit dem Einkommen nicht weiter ansteigt. Sie haben also vermutlich noch einige Zeit, in dem Sie Zufriedenheit aus gestiegenem Einkommen ziehen können, wenn alles gut geht. Jedoch ist unser Gehirn, unser Geist, unsere Seele oder wie immer Sie das nennen wollen, sehr, sehr lernfähig. Und was glauben Sie, haben Sie in den sechs Jahre Ihres einzigen Lebens gelernt, als Sie Wut, Hass und Missgunst produziert und vermehrt haben? In welchem Licht sehen ihre „offenen Augen“ die Welt, wenn Sie beständig bestrebt sind, unsere verabscheuungswürdigen Anteile zu erblicken? Was fühlen Sie, wenn sie vorrangig den Morast in uns anderen wahrnehmen? Fühlen Sie sich verbunden? Oder überwiegt vielleicht immer mehr das Gefühl der Isolation, der Fremdheit, das unbestimmte Gefühl, da fehle doch irgendetwas? Viele von uns kennen das, die Glücklicheren kennen jedoch auch die andere Seite, das mildere Licht eines freundlichen Blick auf den Nachbarn, trotz all seiner Makel. Sie haben „mal wieder neuen Input gesucht“. Klar, Tapetenwechsel brauchen wir alle von Zeit zu Zeit. Doch wieviel Ihres Output hat vielleicht dem Input der vergangenen Jahre eine unbefriedigende Note beigemischt, die nicht mehr ganz als Ermattung durch Routine zu erklären ist? War die „Bürofamilie“ eventuell doch nicht so familiär und konnte letztlich doch keine wirklichen bedeutsamen Bindungen stiften? Vielleicht ist ja auch alles Paletti und Sie beantworten dieses Fragen für sich durchweg mit „Passt schon alles“. Meine Vermutung jedoch ist, dass Sie sich selbst ganz schön weh tun und irgendwann ein sehr, sehr unglücklicher Mensch sein werden, wenn Sie nicht bald damit aufhören. Nebenbei bemerkt: das Peinliche an Ihrer Arbeit ist nicht (kreative) Anspruchslosigkeit, sondern Anstandslosigkeit.
Irgendwie werd ich bei Ihrem Text das Gefühl nicht los, dass Sie in Wirklichkeit sich selbst meinen.
Kleiner Tipp: Wenn Sie den ganzen Tag nur darüber nachdenken mit welchen selbstausgedachten, philosophischen Konstrukten Sie sich erhöhen und moralisch über andere stellen können, werden Sie irgendwann ein sehr unglücklicher Mensch sein (falls Sie es nicht schon sind).

Nebenbei bemerkt: Das Peinliche an Ihrem Text ist nicht Ihr Versuch von Selbstgefälligkeit sondern Ihre mangelnde Lebenserfahrung, die zwischen den Zeilen deutlich lesbar ist.

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Magulwes 27.08.2017, 16:17
99.

Hartz 4 Empfänger sind übrigens NICHT die Zielgruppe. Man nennt diesen Müll zwar immer Hartz 4 TV, aber an arbeitslosen wird keine Quote gemessen. Warum sollte man auch? Die Quote wird nur bei representativen durchschnitts-deutschen gemessen, die genug Geld haben um die Dinge die in der Werbung gezeigt werden auch kaufen zu können. Nur darum geht es bei der Quotenmessung, um Werbung. Zielgruppe bei diesen Formaten sind Hausfrauen und Kinder, die das Geld ihrer Eltern ausgeben. Kinder sind leichter zu beeinflussen durch Werbung und haben die Zeit diesen Mist zu gucken.
Übrigens zeigt der Autor hier ganz unverholen seine schäbige Art, in dem er geradezu pralerisch zugibt über Vitamin-B an den Job gekommen zu sein und behauptet autodidakt zu sein. Peinlich, peinlich. Aber typisch für die Sorte von Mensch, die bei solchen Formaten arbeitet. Mehr Selbstvertrauen als Verstand und noch dazu ein derartiges Geltungsbedürfnis und Selbstverliebtheit, dass es weh tut. Diese Leute produzieren diese Müll-Formate, weil sie meinen, dass der dummdeutsche nichts anderes sehen will und vom Intellekt her nichts anders aufnehmen könnte, aber die Wahrheit ist, dass diese Formate produziert werden, weil die Macher dümmer sind als der Zuschauer und schlicht und ergreifend nicht in der Lage sind etwas anspruchsvolleres zu produzieren. Die meisten die beim Fernsehen arbeiten haben keine Ausbildung und sind über Kontakte oder Praktika dort hineingerutscht. Leute, die schon immer zu faul waren was anständiges zu lernen und sich nun für überlegen halten. Na gute nacht Welt.
Ich weiß das deshalb, weil ich selbst 1-2 Jahre beim Fernsehen, bzw. in mehreren Scripted-Reality Formaten gearbeitet habe. Allerdings habe ich Film und Fernsehen studiert. Mitlerweile verdiene ich mein Geld allerdings mit ehrlicher Arbeit.
Mein Tip an euch: Lasst euch von diesen Fernsehidioten nicht beeindrucken, das sind nämlich in der Regel nur ungebildete Sprücheklopfer.

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