Forum: Karriere
Eine Lehrerin packt aus: "Das Problem steht vor der Klasse"
DPA

Desinteressiert oder autoritär, im schlimmsten Fall auch beides: So hat Lehrerin Sigrid Wagner ihre Kollegen erlebt und darüber ein Buch geschrieben. Hier erzählt sie, wer den Job lieber nicht machen sollte.

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brotfresser 08.04.2019, 14:31
130. Sorry, aber das ist komisch

Zitat von Pius
von Quereinsteigern brauchen die Schulen nicht auf gute Leute hoffen. Ich habe mich als Diplominformatikerin mit zehn Jahren Berufserfahrung an einer Gesamtschule für den Quereinstieg beworben. Das ist ja lachhaft. Zum einen wußten da die Lehrer, weil es dort noch kein Informatikunterricht gab, nicht was Informatik wirklich ist. Die haben jemanden gesucht der den Kindern Word und Excel beibringt. Und zum anderen haben sie mir ein Gehalt angeboten das noch UNTER dem liegen sollte was NICHTVERBEAMTETE Lehrer verdienen. Das wäre brutto noch weniger gewesen als ich jetzt netto verdiene. Aber dafür sollte ich acht Wochen später, ohne jegliche Einführung gleich schon eine eigene Klasse bekommen. Ich hab beim Vorstellungsgespräch gedacht das ich im falschen Film gelandet bin. Da wundert es mich auch nicht mehr das die PISA Studien so schlecht ausfallen. Mal abgesehen davon kann ich auch nur sagen das ich in der Schulzeit hauptsächlich Lehrer hatte die reine Sozialversager waren. Aber woher sollen sie es auch können. Von der Schule zur Uni zur Schule.
Jeder - auch Sie als Informatiker - kann sich vorher über Gehälter im öffentlichen Dienst informieren. Warum haben Sie es nicht getan? Oder: warum haben Sie sich überhaupt beworben?

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d.u.s 08.04.2019, 14:31
131. Gescheitert?

Zitat von Babsi
"Quereinsteiger sind ganz sicher keine Lösung. Warum soll jemand ein besserer Lehrer sein, der woanders bereits gescheitert ist und nur aus der Not heraus den Lehrerberuf ergreift?"
Naja, ob das nun wieder immer der Fall sein muss? Es stellt sich die Frage: Ergreifen nicht wesentlich mehr "gescheiterte", heißt unkreative, wenig mutige Menschen aus der "Not heraus" direkt den Lehrerberuf, da die unkreative Motivation tatsächlich der sichere Beamtenhafen darstellt - und ich kann mich an eine Vielzahl von Lehrern dieser Couleur erinnern - und sind einige Quereinsteiger, im Leben gereift, vielleicht doch von didaktischem Interesse beseelt? Im Übrigen ist der Beamtenhafen per se ja keine schlechte Sache, aber als alleinige Motivation kaum zielführend, im gesellschaftlichen Sinne. Und zum Thema Burnout bei verbeamteten Lehrern: Der Job kann definitiv fordernd sein. Aber hier ist die Überlegung vielleicht auch schneller angestellt, denn in kaum einem anderen Beschäftigungsverhältnis kann man vom Burnout leben.

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Teilzeitalleinerzieherin 08.04.2019, 14:33
132. Es ist wie überall:

der Impact der schlechten Lehrer ist leider viel größer als der der guten. Kind Nr. 1 hat eine Spitzenklassenlehrerin. In der Klasse ist Ruhe, sie schreit und schimpft nie und ihre Schüler lieben sie heiß und innig, obwohl sie Leistung verlangt und durchaus auch streng ist. Dieselbe Klasse, ein anderer Lehrer: es ist Krach, einige Schüler stören massiv. Schlussendlich werden teils gravierende Strafen ausgesprochen, die Klasse ist unglücklich. Unterricht findet kaum noch statt, ein reiner Machtkampf ohne Sieger. Nächster Tag wieder Klassenlehrerunterricht. Alle ruhig, alle friedlich, alle entspannt.

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mrotz 08.04.2019, 14:35
133.

>Die Gesellschaft hat sich verändert - dann müssen sich die
>Schulstrukturen und der Unterricht eben auch ändern!

Ok. Da wär ich dann auch frustriert, wenn Bildungsangebot auf Granit stößt.

mfg

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elizar 08.04.2019, 14:36
134.

Zitat von royal_flush
Es sollten nur Quereinsteiger als Lehrer genommen werden - eine festzulegende Anzahl von Jahren in der freien Wirtschaft (3 - 5?), damit sie sehen, wie's im richtigen Leben zugeht. Allein die Terminierung der pädagogischen Tage, Konferenzen, Fortbildungen, Ausflüge des Kollegiums (!), etc immer in der Unterreichtszeit und dann jammern, daß man mit dem Stoff nicht durchkommt (nur ein Beispiel von vielen) ... Lehrer könnten so einfach etwas für ihren Ruf tun ...
Wieso? Weil man in der "freien Wirtschaft" so richtig rund gemacht wird? Dafür gibt's doch Foren, wo Leute ohne Ahnung aber viel Meinung einen runterputzen, so wie das der Arbeitnehmer in der "freien Wirtschaft" von seinem Arbeitgeber gewohnt ist.
Wo ist denn jetzt der Unterschied?

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elizar 08.04.2019, 14:39
135.

Zitat von Andersstern
Wenn ich lese, dass Seiten- oder Quereinsteiger den Berufsstand des Lehrers retten sollen, kann ich nur zynisch lachen. Ich bin seit 10 Jahren in der Lehrerausbildung tätig und bis heute hat es noch kein Seiteneinsteiger in meinem Ausbildungsfach bis zum erfolgreichen Bestehen des Prüfungsunterrichts gebracht. Alle haben vorher aufgrund der für sie zu hoch empfundenen Arbeitsbelastung (die tatsächlich knallhart ist) abgebrochen. [...]
Tja, dann müssen Sie wohl was falsch machen. Wenn Sie tatsächlich seit 10 Jahren versagen Seiteneinsteiger prüfungsreif zu bekommen, dann sind wahrscheinlich Sie das Problem.
Ich kenne genug Seiteneinsteiger. Nicht jeder hat das Zeug dazu, OK, aber wesentlich, wesentlich mehr als Ihre 0%.

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smsderfflinger 08.04.2019, 14:39
136. Alte Männer???

Zitat von Florentinio
... wenn diese Hormongesteuert überhaupt nicht in der Lage sind, sich mit dem zu beschäftigen, was "alte Männer" sich pädagogisch so ausdenken.
Bei der heutigen Zusammensetzung der pädagogischen Berufe kann man - wenn überhaupt - von alten weissen (das haben Sie noch vergessen!) Frauen sprechen...
D

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Soziopathenland 08.04.2019, 14:40
137. Also wie überall

"In Deutschlands Lehrerzimmern herrschen Inkompetenz, Neid und Machtmissbrauch"

Also ist es dort genau so wie im Rest von Deutschland.

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murksdoc 08.04.2019, 14:40
138. Nette Geschäftsidee

Wenn uns die Rente nicht reicht, schreiben wir Bücher: "Alle Lehrer/Ärzte/Busfahrer/Schornsteinfeger/Journalisten/Damenfriseure... sind RIALOs (Riesenars..lö..cher)". Ubd wenn wir mit allen durch sind, fangen wir wieder von vorne an. Nur anders herum: "Alle *.* sind SCHNULLIPULLIs (Schnuckiputzisuperlieb)". Keiner hat mehr Angst vor der Rente. Was für ein Erfolg!

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elizar 08.04.2019, 14:41
139.

Zitat von Augustusrex
Da gehen Trottel zur Schule, tun nichts, bemühen sich nicht, gehen dumm ab und jammern dann: "Das hat mein Lehrer nun davon, dass ich blöd bin. Warum hat er mir das Wissen nicht schmackhafter gemacht und mich damit gefüttert wie mit süßem Brei," Ganz groß.
Traurigerweise stimmt das häufiger, als es sein muss. Schuld sind ja immer die anderen, nie man selbst. Ich frage mich, ob das schon immer in Deutschland so war, oder sich das in den letzten 10 Jahren verschlimmert hat.

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