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Elitenforscher Michael Hartmann: Wer Chef werden will, muss sein wie die Chefs
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Uniabschluss und Auslandserfahrung bringen heute viele mit. Doch das macht die Welt nicht gerechter. Wer zur Elite gehören will, braucht den richtigen Stallgeruch - mehr denn je.

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mazzmazz 08.11.2016, 17:02
10. Sehr konzernlastig

Die Aussagen sind m.E. sehr konzernlastig.
Die große Mehrheit der deutschen Arbeitsplätze finden in KMUs statt. Hier ist eine großbürgerliche Herkunft weit weniger wichtig als in den Vorstandsetagen der großen Konzerne.
Natürlich sind vernünftige Umgangsformen und eine gute Ausbildung auch heute noch meist die Eintrittskarte, um "Chef" zu werden. Ein Eliteuniabschluss aber ist nicht mehr wichtig. Auch Leute die nicht studiert haben können heute in Führungspositionen aufsteigen, also "Chef" zumindest im Sinne eines Bereichs-/Abteilungsleiters werden. Auch Geschäftsführer werden heute manchmal aus dem mitarbeiterpool rekrutiert und ein Studium muss dabei keine Voraussetzung sein, zumal 20 Jahre Berufserfahrung da eher wichtig sein können.
Im Gegenzug habe ich, studierte Führungskraft ohne Dünkel, auch Menschen erlebt, die ein 1a Studium und eigentlich einen guten Lebenslauf haben, aber als Führungskraft rein menschlich völlig unbrauchbar sind.
Das kommt dann auch schnell heraus.
Verabschieden Sie sich von der reinen Sicht auf Großkonzerne. Die sind vielleicht für den inner circle der Großabstauber spannend. Aber wer Lust hat, etwas zu bewegen, sucht sich besser einen Job bei einem gut aufgestellten mittelständischen Technologieunternehmen.
Just my 2 Cents.

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nwz86 08.11.2016, 17:15
11. Angestellte vs. Firmeneigentümer

Der Interviewer erwähnt Mark Zuckerberg, ohne aber zu unterscheiden, ob es sich bei den betrachteten Personen um Angestellte handelt (wie den typischen Grossindustrie-Manager), oder um jemanden, der seine Firma selbst gegründet hat, wie Zuckerberg. Bei letzterem ist es relativ egal, ob er Adiletten oder Einhornlederschuhe trägt, weil er niemanden über sich hat, dem er imponieren muss.

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forumgehts? 08.11.2016, 17:25
12. Hier

noch eine kleine ergänzende Gebrauchsanweisung für den sozialen Aufstieg: BWL-Studium, Eintritt in rechtslastige Partei und Verbindung, dort Tochter eines "Alten Herrn" und Firmenbesitzers schwängern und heiraten. Dann ist der Erfolg "alternativlos"! ;-)

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LDaniel 08.11.2016, 17:32
13. Ausrede

Wow. Das ist mal die beste Ausrede die es gibt. Man ist nicht selber schuld, sondern kann garnicht dafür. Ist das praktisch... .
Blöd nur, dass es sehr viele Beispiele gibt, die das widerlegen.

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matthias.hofmann.129357 08.11.2016, 17:39
14.

Ich finde das komplette Gegenteil ist richtig. Für mich hat derjenige am meisten erreicht, der sich relativ am weitesten nach oben gearbeitet hat, der selber von "0" auf "1" gekommen ist und nicht mit Papas Hilfe. Daraus kann man Selbstbewußtsein ziehen und nicht weil man Geige spielen kann oder Fußballtickets organisiert.

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upalatus 08.11.2016, 18:03
15.

War nicht Winterkorn ein Flüchtlingskind? Nachfolger Müller wird auch als solches bezeichnet, jedoch sein Vater DKW-Rennleiter war und so wohl Wege ebnen konnte. Letzteres ist heute der praktizierte Automatismus in der "Leistungsebenenbestückung": Familie, persönliche Bekanntschaft, Fertig.

Herrn Prof. Hartmann widerspreche ich leicht grinsend.
Weder höhere Bildung, schon gar nicht Auslandserfahrung, stehen an erster Stelle der Auswahlkriterien. Beim normalen Fußvolk nicht und nicht in höheren Chargen von "Top"-Firmen. So war und ist meine unmittelbare Erfahrung in einer sehr bekannten Firma/Konzern. Die Talentpalette der soliden und gedeihlichen Führung, wer fragt denn danach?

Nicht das sog. Arbeiterkind hat Angst vor Fehlern. Es sind die alteingesessenen Stallbewohner, die schon über "Umwege" in Position gelangten und zwangsläufig pathologische Angst vor Entscheidung haben, sich keinerleist Risiko aussetzen wollen und sich daher einen Wall an sonst recht funktionslosen Kugelfängern um sich scharen.

Warum sollte speziell und nur das sog. Arbeiterkind, der Aufsteiger, Schwierigkeiten mit Unbefangenheit, Artikulationsfähigkeit, sogar fließende Fremdsprache, Gestaltungswillen und dergleiche haben? Diese Eigenschaften sind sehr gut über alle Schichten verteilt, ebenso die gegenteiligen. Und wie man an aktuellen Beispielen der Quintessenz des Topmanagements sieht, letzteres auch an Daxkonzernspitzen.

"Nullen, die hinter mir stehen, verzehnfachen mich. Eine Eins, die vor mir steht, dezimiert mich."

Das höhlt zwar die Firma stetig aus, aber was solls.

Tip für Top-Mitfahrwollende: Grillabende, wo auch der Konzernchef aufkreuzen kann, gleiche Hobbies pflegen, Bekanntschaft/Vermählung mit einer gut vernetzten Insiderin/Insiders...... .

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Metalhead 08.11.2016, 18:04
16. Ist halt wie bei der Wahl,

die Mehrheit des Plebs wählt nach Aussehen, subjektiven Eigenschaften und Symphatie - den Leuten im Vorstand und den "Human Resources"-Abteilungen geht es da ähnlich.

Leider werden wir nicht von den Besten geführt, sondern vom Mittelmaß verwaltet.

Da die Menschheit sich langsam aber sicher an den Punkt herantastet, von dem ab wir von einer Konsum- in eine Bedarfsgesellschaft umbauen müssen, sehe ich zumindest für meine Kinder oder Enkel gute Chancen in der Muppet-Show "Kapitalismus" nicht mehr mitspielen zu müssen.

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DMenakker 08.11.2016, 18:11
17.

Zitat von zynik
Naja, inzestuöse Eliten haben sich historisch früher oder später selbst erledigt und das letzte Hemd hat sowieso keine Taschen. Leid tun können einem nur jene Möchtegerns, die all die ideologischen Mantras von Markt und Leistung verinnerlicht haben, nur um dann zu merken, dass es sich doch um eine geschlossene Veranstaltung handelt.
Dummfug. Für einen nicht als Katholiken geborenen ist Papst werden auch unerreichbar.

Ich finde es immer wieder witzig, wenn ich in meinen Fachbereichen mit "hohen Tieren" diskutiere und merke, die erlassen zwar Richtlinien, aber Ahnung haben sie nicht die allergeringste. Man verliert dann relativ schnell den Respekt.

Dieses Gerede von der geschlossenen Veranstaltung, den ionzestuösen Elliten geht mir ziemlich auf den Zeiger. Reduziert es doch die Durchlässigkeit des Systems auf die ganz wenigen Top Jobs ( um die sich die Elite selbst noch prügeln muss ). Wo ist aber diese Undurchlässigkeit, wenn es sich um normale Hierarchien in normalen Betrieben handelt, oder wenn es gar um die eigene Firma geht?

Wo sind die Hindernisse, ein Firma zu gründen, die in ein paar jahren sagen wir mal 20 Mio Umsatz macht und dem Eigentümer 1 Mio und mehr Einkommen verschafft? In aller Regel höchsten in der Persönlichkeit der Gründer.

Und nochmals: Nein! Ich werde trotz Bankerlehre niemals die Möglichkeit haben, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank zu werden. Das ganze aber als grundsätzliche Systemkritik zu sehen wäre mir dann doch gewaltig zu doof.

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Newspeak 08.11.2016, 18:53
18. ...

Zitat von LDaniel
Wow. Das ist mal die beste Ausrede die es gibt. Man ist nicht selber schuld, sondern kann garnicht dafür. Ist das praktisch... . Blöd nur, dass es sehr viele Beispiele gibt, die das widerlegen.
Nennen Sie ein paar!

Es gibt sie bestimmt, aber vermutlich, wie schon ein anderer Forist meinte, nur bei den Leuten, die ihre Firma selbst gründen. Wer bei einem DAX Konzern aufsteigen will, heute, der schafft das nicht ohne diese Vetternwirtschaft und Korruption. Früher ging das, weil früher tatsächlich mehr auf Leistung geschaut wurde, weil die Menschen der Kriegsgeneration sowieso alle einen ruinierten Lebenslauf hatten, weil sich die Seilschaften anders organisierten (z.B. über Parteibuch). Heute muß man halt die Details zu Zigarren und Whisky kennen, und oberflächlich nobel aussehen und jeden Managerscheiß mitmachen, den Sport in der Freizeit, die Rolex am Handgelenk, etc. etc.

Ich tröste mich damit, daß so ein Leben, bei allem Geld und Macht, die es mit sich bringt, doch nicht so erstrebenswert erscheint. Man hat praktisch keine Freizeit bzw. ist selbst dabei noch an die Firma gebunden, man verbringt Urlaube mit Kollegen und Geschäftspartnern, all diese sinnlosen Veranstaltungen dazu, die Meetings und Golfclubs und am Ende ist man auch tot und was hat man dann von seinem Reichtum gehabt? Wen interessiert in 50 Jahren noch die Macht, die man hatte?

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böser-sachse 08.11.2016, 19:58
19. Ein Paar Tips

1. Höflich sein ohne in den Arsch zu kriechen. 2. Selbstbewusst sein ohne arrogant zu wirken, wenn man zuhört oder redet immer in die Augen schauen, bei dem der redet oder zuhört,immer! Wenn man vor mehrern redet immer im Wechsel wenn man eine neuen Satz anfängt. 3. Großes Allgemeinwissen, man muss etwas zu erzählen haben, Humor schadet auch nicht. 4. Die Richtig Frau Heiraten wenn man sonst keine Beziehungen hat. 5. Man redet nicht über Geld, entweder man hat es oder man hat es nicht. Woher ich das weiss? Zb meine Großeltern waren aus gutem Hause, alles im Krieg verloren. Aber die gute Erziehung hat sich vererbt. Ich werde sozial viel höher eingeschätz als ich bin, von Menschen die mich kennen lernen. Sehr wichtig wenn euren Kindern eine guten Start ermöglich wollt. Immer darauf bestehen das eurer Kinder danke oder bitte sagen ,egal ob ihnen etwas schenkt oder nur die Butter gebt. Bitte und danke sind sehr wichtig auch wenn einen die andere Menschen dumm anschauen weil man so höflich ist.Grade sitzen ohne steif zu sein , Frauen odern Älteren die Türe aufhalten. Wenn man jemanden begrüsst oder(und)die Hand gibt ganz ganz leicht einmal kurz mit den Kopf nicken.Ein Gutes Hochdeutsch sprechen, aber man muss trotzdem hören woher ihr stammt.

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