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Entfristungen bei der Deutschen Post: "Die Empörung ist etwas geheuchelt"
DPA

Die Post beobachtet genau, wie oft ihre befristet angestellten Briefträger erkranken. Konzernchef Appel weist die massive Kritik daran zurück. Auch ein Arbeitsrechtler sagt: Die Praxis sei verbreitet.

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Steve111 07.05.2018, 16:56
1. Also, ich weiss ja nicht,...

wie andere Firmen das handhaben , aber ich vermute mal , dass die auch auf
die Anzahl bzw Häufigkeit der Kranktage schauen , insbesondere vor und
nach Wochenenden.
Ferner, ob der Mitarbeiter seine Arbeit schafft.

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andneu 07.05.2018, 16:57
2. Auch ein Arbeitsrechtler sagt: Die Praxis sei verbreitet

Umso schlimmer. Und umso wichtiger, da genau hinzuschauen und Unternehmen offen zu benennen, die so verfahren. Das Thema muss offensiv in die Öffentlichkeit.

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nihilnovisubsole1200 07.05.2018, 17:04
3. falsches Thema

Auch mir erschließt sich nicht was an dieser Praxis unmoralisch und verwerflich sein soll. Irgend welche Maßstäbe müssen ja gesetzt werden und die aufgeführten würden mich als Arbeitgeber genauso interessieren. Die Herren und Damen Politiker sollten sich besser mit dem Gebaren der Post bei den vielen festangestellten Mitarbeitern beschäftigen und dort Bezahlung und der Druck der auf den Zustellern lastet unter die Lupe nehmen.

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karlo1952 07.05.2018, 17:05
4. Was soll denn der plötzliche Aufschrei?

In anderen Industrie- und Wirtschaftsunternehmen läuft das doch schon seit Jahren und Jahrzehnten so, nur dass nicht darüber geschrieben wird. Wer wird denn schon 20 Tage im Jahr krank oder macht jährlich Verkehrsunfälle. Und wenn, dann wird der Fall individuell beurteilt. Also alles wie überall im grünen Bereich.

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Raisti 07.05.2018, 17:06
5.

Man kann einen Konzern nicht privatisieren und erwarten das er noch wie ein Staatskonzern handelt.

Wer sich an der Praxis der Post stört soll sich gefälligst an die Politiker wenden die das verbockt haben (bezügl. befristete Verträge). Die Post nutz nur alle Möglichkeiten aus um den Gewinn zu maximieren wie jeder andere Konzern auch.

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Newspeak 07.05.2018, 17:11
6. ...

""Das ist einer der wenigen Bereiche, in denen der Arbeitgeber praktisch machen kann, was er will", sagte Sebastian Ritz, Arbeitsrechtler bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ebner Stolz in Köln, dem SPIEGEL. Dabei gelten dieselben Bedingungen wie für die Bewerberauswahl und in der Probezeit: "Der Arbeitgeber hat jedes Recht, selbst zu entscheiden, wen er in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernehmen möchte", sagte Ritz."

Und genau deshalb gehoeren befristete Beschaeftigungen ausnahmslos verboten. Denn faktisch schafft der Arbeitgeber sich damit eine unbegrenzte Probezeit, und der Arbeitnehmer hat keine vergleichbaren Rechte, wie sein unbefristet angestellter Kollege.

Oder aber, wir schaffen unbefristete Arbeitsverhaeltnisse komplett ab. Kuendbarkeit auf Zuruf. Bitte fuer alle. Auch Manager, Professoren und Andere, die herrlich von der Ausbeutbarkeit befristet Angestellter leben, denen sie immer damit drohen koennen, dass es demnaechst zu Ende ist mit dem Job. Sollen Sie alle mal ihre eigene Medizin der unbegrenzten Flexibilitaet schmecken.

Und man wundert sich, woher die Verrohung der Gesellschaft kommt, wenn auf dem Arbeitsmarkt jede Spur von Sitte und Anstand ueber Bord geworfen wird.

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Surfer070 07.05.2018, 17:11
7.

Das ist im öffentlichen Dienst zwar nicht ungewöhnlich, die Krankheitstage mit einzubeziehen in die Entscheidung, ob jemand bleibt oder geht. Trotzdem ist es eben einfach Quatsch. Ich habe schon Kollegen gehabt, (nicht bei der Post!) die einfach das Pech hatten in ihrer Anfangszeit krank zu werden. Aus Angst wegen zu langer Fehlzeit nicht verlängert oder entfristet zu werden, quälen sie sich zu früh zur Arbeit und werden dann gleich wieder krank. Dann sind sie den Rest ihrer befristeten Zeit immer da und machen einen Klasse Job. Spielt aber keine Rolle, müssen dann trotzdem gehen.
Und so wundert man sich dann in den Teppichetagen, warum man permanent Personalmangel hat und man keine vernünftigen Leute findet. Krankheit hat einfach nix in der Beurteilung von Personal zu suchen. Und ich rede hier nicht von Leuten, die dauerhaft krank sind und den Job nicht mehr machen können.

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19tom 07.05.2018, 17:11
8. Wie irre ist das denn?

Darf ich als Arbeitgeber überhaupt noch irgendwelche Anforderungen an die Bewerber stellen? Oder ist das aus Sicht des DGB alles „moralisch höchst verwerflich“ und aus Sicht der Grünen „völlig menschenverachtend und sittenwidrig“? Auf welchem „gaga“-Niveau soll unsere Gesellschaft eigentlich noch funktionieren? Am besten alle werden Beamte. Nur wer zahlt dann noch die Steuern für deren Besoldung?

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andy70 07.05.2018, 17:17
9. Kurzsichtig

Irgendwie hat man bei der Post noch nicht kapiert, dass Krankheit nichts mit Faulheit oder Empfindlichkeit zu tun hat. Viel Spaß beim Weiterverfolgen des Irrglaubens man könnte Arbeitnehmer durch das Erzeugen von Angst und Druck zum Gesundsein zwingen. Der einzige Effekt wird sein , dass physisch und psychisch gestresste Menschen ihre Krankheiten verschleppen bis sie sich nicht mehr verleugnen lassen, weil sie chronisch geworden sind oder so fortgeschritten sind, dass zu richtig langen Ausfallzeiten führen. Mag die rechtliche Praxis so an der Tagesordnung sein, kritikwürdig ist dieses ätzende Vorgehen allemal. P.S.All denen , die diese unsägliche Praxis gutheißen wünsche ich eine stabile Gesundheit bei stets konstant hohem Leistungsvermögen bis ins hohe Alter...

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