Forum: Karriere
Entfristungen bei der Deutschen Post: "Die Empörung ist etwas geheuchelt"
DPA

Die Post beobachtet genau, wie oft ihre befristet angestellten Briefträger erkranken. Konzernchef Appel weist die massive Kritik daran zurück. Auch ein Arbeitsrechtler sagt: Die Praxis sei verbreitet.

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snafu-d 08.05.2018, 06:50
50.

Eine lächerliche Aufregung.

Welcher Arbeitgeber kann es sich leisten, notorische Blaumacher in seinen Reihen zu haben, oder Mitarbeiter, die man zum Jagen tragen muss?

Man muss auch berücksichtigen, dass die Arbeit, die solche Minderleister nicht leisten, von den anderen Mitarbeitern mit gemacht werden muss.

Und im Vergleich zu dem, was z.B. bei Hermes, DPD und aneren abläuft ist DHL ein absolut sozialer Arbeitgeber.

Hermes setzt voll auf die Ausbeutung der Mitarbeiter, lässt die Drecksarbeit aber durch Sub-Sub-Sub-Unternehmer erledigen, und wäscht seine Hände in Unschuld.

DA sollte Politik mal hinschauen.

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!!!Fovea!!! 08.05.2018, 07:00
51.

Zitat von GoaSkin
Eigentlich gehört dieser unwürdige Beruf weitgehend abgeschafft. Wer seine Post unbedingt nach Hause zugestellt haben möchte, sollte dafür selbst einen angemessenen Preis bezahlen. Ansonsten sollten Briefe nur noch an Packstationen oder Postfilialen zur Abholung zugestellt werden. Aber eine Hauszustellung zum Sozialtarif (=normales Porto) auf Kosten der Mitarbeiter - damit sollte endlich Schluss sein.
Die Post gehört schon zu den teuersten Briefverteilern.

Ich verstehe nicht, was an den Päckchen so teuer ist, Größe und Gewicht mag z. T. ein Kriterium sein, aber das Ausliefern ist nun mal keine große Kunst.

Immer daran denken, die Post hat kein Monopol mehr, es gibt auch andere Anbieter.

Desweiteren werden doch kaum noch Pakete an die eigentliche Adresse geliefert sondern nur Abholkarten eingeschmissen.....

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!!!Fovea!!! 08.05.2018, 07:02
52.

Zitat von senfwasser
Ich habe in den 1980ern eine Lehre auf einem Steinkohlebergwerk gemacht (auf'm Pütt, wie man hier sagt). Es war damals von Anfang an jedem klar, dass nur ein Teil der Azubis nach der Ausbildung auch übernommen werden kann. Und neben den Noten in den Prüfungen war das sogenannte "Schichtenbild" damals der wichtigste Gradmesser für die Frage, übernehmen oder nicht. Es ist doch auch völlig nachvollziehbar, dass ich jemanden, der alle zwei Monate krank ist (6x in zwei Jahren), nicht unbedingt langfristig ans Unternehmen binden möchte.. Völlig egal, ob es nun "blau machen" oder echte gesundheitliche Probleme sind. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist das ein Mitarbeiter, der 10 Tage und mehr pro Jahr nur Geld kostet, aber nichts erwirtschaftet. Ein Mitarbeiter mit weniger Fehltagen leistet schlicht mehr. Also ist es auch nachvollziehbar, einen solchen Mitarbeiter bei der Entfristung zu bevorzugen. Ich verstehe aber natürlich auch, dass Betroffene darüber sicher anders denken. Und wie bei jedem anderen System dieser Art wird es hin und wieder auch Leute treffen, die nichts dafür können...
Es mag für handwerkliche Berufe gelten.

Aber im Bürowesen reicht eine Anwesenheit durchaus aus. Dann gilt man als "da" und nicht krank...., was im Großen und Ganzen nichts heißt über die Tagesleistung.

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!!!Fovea!!! 08.05.2018, 07:08
53.

Zitat von bbrueggemann
Auch die Post ist ein auf Umsatz und Gewinn orientiertes Unternehmen. Und das funktioniert nunmal nicht mit Mitarbeitern, die häufig oder lange krank sind oder andauernd Fahrzeuge zu Schrott fahren. Diese Kriterien halte ich für völlig legitim und ich glaube nicht, dass auch nur einer, der sich jetzt darüber echauffiert, bereit wäre, wesentlich höhere Portokosten zu akzeptieren, da die Post "unproduktive" Mitarbeiter durchschleppt und sich als Sozialarbeiter betätigt. Wenn die Post die Auswahl hat, ist es völlig legitim, die zu entfristen, die wenig krank sind, ihre Touren gut schaffen und nicht immer für Blechschäden sorgen. Jeder private Unternehmer würde es genau so handhaben. Achso, eins noch: Die Politik sollte sich aus der Wirtschaft heraushalten. Hier Einfluss nehmen zu wollen geht gar nicht. Und wenn Politik Wirtschaft versucht, sehen wir gerade am Ende der HSH Nordbank, schönen Dank auch aus Schleswig-Holstein.
Es ist auch noch zu bemerken, dass das Personal bei den Paketlieferanten meisten über Migrationshintergrund verfügen, evtl. der deutschen Sprache nicht unbedingt mächtig sind und die Verkehrsregeln ihres Heimatlandes hier anwenden.

Das dann Probleme auftreten sind nicht von der Hand zu weisen.

Die Frage ist doch, was für Angestellte die Post einstellt, wenn sie so harsche Bedingungen stellt...

Ich habe Kontakte zur DHL und welche Charaktertypen im Paketlieferdienst dort arbeiten, da würde ich auch solche "Bandagen" anlegen....

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RenRlp 08.05.2018, 07:33
54. Pappenheimer

Selbst als AN kann ich diese Praxis verstehen. Denn es sind tatsächlich auffällig immer die selben Kollegen die krank sind, oder aber permanent irgendetwas kaputt machen. Selten gibt es Ausreißer, die man dann auch anders zu bewerten weiß. Ich selbst lasse solche Personen, wann immer möglich, aus meiner Abteilung versetzen. Natürlich mit einer anderen Begründung. Und ja, es sind Minderleister, die einfach nicht zu den Anforderungen des Betriebes (der Wirtschaft an sich..) passen, aber auch nicht den Erwartungen unserer Kunden entsprechen. Zudem ist es für die Kollegen auf Dauer einfach nicht tragbar. Ich selbst vertrete aktuell zwei Kollegen, arbeite also für drei. Einer von denen war nun 5 Wochen krank, kam zwei Tage, ist nun wieder krank. Einer jener Kollegen, die pro Jahr mehr als 3 Monate wegen Krankheit fehlen. Ich selbst komme in knapp 14 Jahren auf 17 Krankheitstage.

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observerlbg 08.05.2018, 07:35
55. Verschiedene Denkansätze....

Aus Sicht des Philosophen, des Soziologen, des Philanthropen ect. mag die Vorgehensweise der Post-HR-Abteilung verwerflich sein. Aus Sicht des realistischen Ökonomen absolut notwendig. Selbst die Gewerkschaften, die eine derartige Praxis für unzumutbar beschreit, geht mit eigenen Mitarbeiten nicht weniger zimperlich um. Bei der Post sehe ich immer mal wieder dauerangestellte Behinderte. Bei vergleichbaren Unternehmen, Kuriere, private Paketdienste ect. hingegen konnte ich noch nie einen offensichtlich Behinderten feststellen. Dafür durfte ich schon des Öfteren bei der Post vor verschlossenen Türen stehen, weil gerade Betriebsversammlung war. Soll die Post ein effizientes Dienstleistungsunternehmen sein oder eher soziale Auffangstation? Wenn letzteres: wer soll das auf Dauer bezahlen? Belastet werden die Steuerzahler und die Sozialversicherungsträger, letztendlich also wir. Dann jammert aber nicht über die hohen Lohnnebenkosten!

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gartenkram 08.05.2018, 07:50
56. Und?

Ein arbeitgeber hat auch rechte, nicht nur arbeitnehmer. Und die, die sich jetzt empören, allen voran irgendwelche parteivertreter u die gewerkschaften ... wen von denen hat das vorher gestört? Jeder arbeitgeber wird sich überlegen, einen mitarbeiter, der schäden verursacht, häufig krank ist etc zu behalten. Offen gesagt wird das selten weil jeder dagegen klagen würde, aber dazu ist u.a. probezeit da. Jeder mitarbeiter, der länger o häufiger ausfällt muss von den anderen ersetzt werden, so viele ersatzleute kann niemand auf verdacht im hintergrund haben. Und davon abgesehen: die post ist EIN arbeitgwber, gibt genug andere. Wem das nicht gefällt, der kann ja wechseln. Immer dieses getue, wenn solche sachen publik werden ... gibt es seit jahren und jahrzehnten und keiner ist bisher nachhaltig dagegen vorgegangen. Firmen sind wirtschaftsunternehmen, die nicht zuletzt arbeitsplätze bereitstellen. Davon hängen auch die ab, die ihre jobs gut u regelmässig machen. Was ist mit denen?

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meinungsforscher 08.05.2018, 07:53
57. anderes Problem!

Das Hauptproblem in unserem Land ist (siehe gestrige Sendung Plasberg), dass die Schere zwischen prekär Beschäftigten und Superreichen immer weiter auseinander geht zu Lasten der sog. Mittelschicht. Proportional müssten die Reichen mehr in das Solidarsystem einzahlen, das beginnt aber auch schon in der oberen Mittelschicht, etwas bei Beamten (siehe Krankenversicherung und Pensionsansprüche). Leider wird die Politik weiter abwarten, bis der Rechtssruck noch deutlicher zutage tritt als derzeit. Hoffentlich ist es dann nicht zu spät!

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m82arcel 08.05.2018, 08:00
58.

Ich schrieb es gestern bereits im Forum zu einem anderen Artikel zum Thema: ich finde die Kriterien nachvollziehbar und eigentlich nur die Grenze von 10 Tagen pro Jahr (20 in zwei Jahren) ziemlich niedrig.
Das eigentliche Problem ist aber sowieso die Befristung ansich. Befristete Stellen müssten für Unternehmen wesentlich teurer sein, als reguläre Stellen. Gleiches gilt für Leiharbeit. Das sind die Sachen, weshalb viele Leute trotz Arbeit unzufrieden sind: man hat einfach auf Jahre keine Sicherheit und braucht an Familienplanung oder ein Eigenheim gar nicht zu denken.
Natürlich müssen Unternehmen auch flexibel agieren können, aber damit die Möglichkeiten nicht ausgenutzt werden, müssen die Kosten hierfür de höher liegen.
Dana sollte die Politik sich um Sub-Sub-Sub-Unternehmertum kümmern und dieses abschaffen (bzw stark einschränken). Solche Dinge belasten die Menschen - nicht, ob Kreuze in irgendwelchen Ämtern hängen.

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RalfWenzel 08.05.2018, 08:31
59. Nach welchen Kriterien denn sonst???

Ein Unternehmen hat einen Nachfrageschub, kann aber nicht absehen, wie gut der anhält. Also stellt man befristet ein, z. B. 200 Leute. Nachher stellt sich raus, dass das Nachfrageniveau höher ist als vor dem Peak, aber nicht hoch genug - man will 20 MA behalten und muss sich von den anderen trennen. Nach welchen Kriterien, wenn nicht nach der Leistung, soll ein Unternehmen denn sonst bestimmen, wer übernommen wird und wer nicht??? Das möge mir mal wer erklären....

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