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Erreichbarkeit nach Dienstschluss: Deutsche Konzerne kämpfen gegen den Handy-Wahn
Corbis

BMW rechnet Dienstmails in der Freizeit aufs Stundenkonto. Volkswagen knipst den Mailserver abends aus. Daimler löscht Korrespondenz, die im Urlaub eintrifft. Viele Konzerne gehen gegen die digitale Flut vor. Doch am Ende ist etwas ganz anderes entscheidend.

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Mertrager 17.02.2014, 18:15
1. Selbstgemachter Unfug

Wir haben nur ein kleines Unternehmen mit weniger als zwanzig Leuten. Ich rufe die Mitarbeiter außerhalb der Dienstzeit nur in dringenden Ausnahmefällen an. Das ist doch eine Frage des Anstands. Ich kenne Kollegen, die terrorisieren ihre Angesteltten bis in die Nacht. Dafür fehlt uns jedes Verständnis.

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klima66 17.02.2014, 18:18
2. Theorie und Praxis

Nachrichten außerhalb der Anwesenheit zu Löschen ist ein toller Vorschlag. Das geht aber nur wenn die Kollegen in Buxtehude oder Zwickau sitzen. Bei Schanghai und Sao Paulo wird das schon etwas schwieriger - da ist der Vorschlag einfach Quatsch. Toll finde ich auch, dass die großen Konzerne nun der Retter spielen - NEIN ! das sind die Täter !

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petrasha 17.02.2014, 18:25
3. geschäftshandy anschaffen

ein handy für geschäft und privat, das ist die richtige antwort.

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twaddi 17.02.2014, 18:34
4. Anstand

Wie so häufig geht es auch in dieser Sache um gutes Benehmen und klare Regeln. Wenn Vorgesetzte mit gutem Beispiel vorangehen(ein mail - und telefonfreier Tag am Wochenende ), ist das ungemein hilfreich. Und bei Übergriffigkeiten hilft es, einfach nicht vom Sofa zu springen .

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Kanzleramt 17.02.2014, 18:34
5. Die Technik ist nicht schuld

Interessant, wie das so dargestellt wird: die Technik sozusagen als "Naturkatastrophe", vor der sich Firma und Mitarbeiter nicht retten können.

Oder dann die Mär von den "arbeitssüchtigen" Mitarbeitern, die jetzt von der Konzernführung errettet werden müssen. Die Leute, die bis morgens um 3 Dienstmails beantworten, werden das aber sicherlich nicht alle nur aus intrinsischem Ehrgeiz machen. Da sind welche dabei, die negative Konsequenzen und die interne Konkurrenz fürchten, wenn sie sich nicht totarbeiten. Und dann ist die Arbeit auch einfach da, aber vielleicht insgesamt zu wenig Personal, das man ja nur allzugerne einspart, aber auf das man die Arbeit human verteilen könnte.

Viel PR, viel Firmenkosmetik.

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cato_91 17.02.2014, 18:36
6. die einzelnen Maßnahmen sind doch unwichtig

...entscheidend ist das ein Umdenken stattfindet, dass motivierte Mitarbeiter produktiver sind, ist eine richtige und wichtige Erkenntnis, m.N.n. Ist der Ansatz von BMW hin zu flexibleren Arbeitszeiten richtig (die viel beschworene work-life-balance) allerdings müssen diese Überstunden nicht nur erfasst, sondern den Mitarbeitern die Möglichkeit gegeben werden diese abzufeiern

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b.a.c.h. 17.02.2014, 18:44
7. optional

VW, BMW, BAYER ...Wie läufts denn beim SPIEGEL oder bei den Tausenden in der Medien und Werbebranche? Macht mal eine Realitycheck ...

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suplesse 17.02.2014, 18:48
8. Ich bin froh das es E-Mail gibt!

Mein kleines Unternehmen ist ganz und gar auf Mailkontakte ausgerichtet und angewiesen. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, wo man die Kunden stundelang am Telefon hatte und dann trotzdem nicht verbindliches erreicht hat. Jetzt kommen die Anfragen per Mail und die Angebote werden von uns per Mail geschickt. Alle wichtigen Dinge werden archiviert und dienen als Grundlage für die Aufträge, Abwicklung, Termine e.t.c. Früher war das nicht so einfach. Es dauerte eine Auftragsanbahnung sehr viel länger und es war umständlicher. Mündliche Absprachen waren auch 1980 schon nichts mehr wert. Wenn ein Kunde heute etwas nicht wahrhaben will, was er selber gemailt hat, dann schicke ich ihm diese Mail noch mal und schon ist Ruhe im Karton.Mail ist innerhalb des Internets für mich die allerbeste Innovation, die mir das Überleben auf dem Markt ermöglicht und meine Kosten minimiert.Für Spam gibt es Filter und unbedeutende Mails werden wohlmöglich noch kurz angelesen, aber dann gelöscht. Eine Sache von Sekunden. Jemanden am anderen Ende der Leitung, der eigentich nichts will, wieder los zu werden ist sehr viel schwieriger. Vor allem wenn man freundlich bleiben muss.

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MartinS. 17.02.2014, 18:54
9. ...

etwas seltsam kommt mir die Angabe von VW mit dem Verweis vor, dass ja nur der ganz geringe Anteil mit Tarifvertrag und Diensthandy betroffen ist, aber die Komplettbelegschaft als Referenzzahl angegeben ist.

Da der überwiegende Teil der Belegschaft allerdings kaum über ein Diensthandy verfügen dürfte und somit auch keinerlei Nachteile hat, wenn er eben nicht in dieser Form geschützt wird, ist doch nur ein Vergleich der betroffenen Angestellten mit Handy und Tarifvertrag gegenüber denen mit Handy und AT-Vertrag (bzw. abseits des deutschen Tarifsystems stehenden) sinnvoll, um zu beurteilen, wie groß der Anteil derjenigen ist, die von dieser Regelung profitieren.

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