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Erste Hilfe Karriere: Bitte recht boshaft

"Er ließ seinen Taten immer auch Worte folgen": Chefs können im Arbeitzeugnis versteckte Botschaften unterbringen. Aber sonst eigentlich gar nichts -*der Gesetzgeber will es so. Bewerbungshelfer Gerhard Winkler findet das schade und lässt seiner Fantasie für giftige Zeugniswendungen freien Lauf.

sprechweise 22.07.2011, 10:04
1. Alternative Übersetzung

Zitat von sysop
"Er ließ seinen Taten immer auch Worte folgen": Chefs können im Arbeitzeugnis versteckte Botschaften unterbringen. Aber sonst eigentlich gar nichts -*der Gesetzgeber will es so. Bewerbungshelfer Gerhard Winkler findet das schade und lässt seiner Fantasie für giftige Zeugniswendungen freien Lauf.
Die Stellenanzeigen, die die Personalabteilungen absondern, sind da eigentlich viel spannender. Die dürfen zwar auch nicht alles, aber mehr als ein Arbeitszeugnis. Und so eine Stellenanzeige ist ja im Grund ein Arbeitgeberzeugnis.

Ein paar Übersetzungen

Der Kandidat sei
..belastbar..
heißt
a) Unser Führung ist orientierungslos und will heute hü, morgen hott
b) Wir statten Aufgaben nicht angemessen mit Personal aus. (Sonst bleibt zu wenig Bonus für den Chef)

..kennt modernste Technologien..
heißt
Das heißt noch lange nicht, das wir das auch einsetzen. Wir verwenden Technologien aus dem vorigen Jahrtausend.

..ist teamfähig..
heißt
Der Kandidat soll bitte die Klappe halten, auch bei berechtigter Kritik. Schließlich hat der Chef immer Recht.

..ist teamfähig und durchsetzungsstark..
heißt
a) Der Kandidat soll widerliche Anweisungen der Führung bei seinen zukünftigen (noch) Mitarbeitern durchsetzen. Kündigung, Lohnkürzung, Zeitausweitungen, Arbeitsüberlastungen
b) Wir suchen charakterlose, schizophräne Personen als Durchpeitscher.

..Sicherer Arbeitsplatz..
heißt
Bezahlung ist mies

..Sicherer Arbeitsplatz einer befristeten Stelle..
heißt
Wir verarschen nach Strich und Faden unsere verblödeten Mitarbeiter

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jeh1985 22.07.2011, 10:06
2. Und mal wieder

zeigt sich, dass Deutschland ein armes Land ist.
"Alles schön durch die Blume" oder doch nicht?
Was ist schlimm daran? Schlimm daran ist, dass jegliche Interpretation zu einer Fehlinterpretation führen kann.

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GM64 22.07.2011, 14:20
3. Rache ist ein unproduktives Gefühl

Zitat von sysop
"Er ließ seinen Taten immer auch Worte folgen": Chefs können im Arbeitzeugnis versteckte Botschaften unterbringen. Aber sonst eigentlich gar nichts -*der Gesetzgeber will es so. Bewerbungshelfer Gerhard Winkler findet das schade und lässt seiner Fantasie für giftige Zeugniswendungen freien Lauf.
Der Chef kann aber heute in Zeiten der Modernen Netzwerke mit den Ex Chefs Kontakt aufnehmen und dann hat der Mitarbeiter nichts zu lachen.
Allerdings hat der Mitarbeiter nichts mehr zu verlieren, kann dieser auch mit voller Kraft zurückschlagen.
Ein Sieg ist immer nur eine Situation mit der jeder der Beteiligten zufrieden sein kann.

Der Mitarbeiter hat ja auch Facebook. Und der Chef, da er ja jener ist, der mehr hat, hat dementsprechend auch mehr zu verlieren.

Daher sollte sich jeder Chef es durchaus genau überlegen wie tief er da zuschlägt.
Wegloben ist besser als kündigen. Den größten Feind behält man am Besten im Auge und in der Nähe, da kann man ihn kontrollieren, wenn der mal aus den Augen ist, kann der viel gefährlicher werden als man es will.
Und wer sich mit Harmlosen anlegt, ist auch kein Held. Der gleicht den Nazis die Penner im Park erschlagen. Das ist unter der würde eines Chefs.

Ich finde der Chef sollte auch sozial denken. Wenn der Mitarbeiter eine Krankheit hat, z.B. Alkohol, sollte er den nicht vor die Türe setzten, weil dann fällt er ja der Gesellschaft auf die Tasche, und dann muss er ja indirekt doch mehr Steuern zahlen.

Ich finde die Unternehmer sollten schon sich auch über ihre sozialen Pflichten Gedanken machen.
Es ist ja auch bei den "Human Resources" wie bei der Kernkraft. Die Firmen erwirtschaften Gewinne auf Kosten der Steuerzahler. Der Konzern bekommt das Geld und die Gesellschaft zahlt die Aufbewahrung der Rückstände bis zum St. Nimmerleinstag.


Im Übrigen darf man seit gestern Mitarbeitern die Misstände anzeigen nicht mehr entlassen.
Somit ist ein weiterer Schritt in Richtung Demokratie am Arbeitsplatz getan.
Die Frau hat mit ihrer Gesundheit dafür bezahlt, aber es ist ein historischer Schritt.

Rache ist ein primitives Gefühl, und ein Chef der so reagiert ist nicht anderes als ein Taliban.

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ugt 22.07.2011, 14:32
4. Vergessen ...

Zitat von sprechweise
Die Stellenanzeigen, die die Personalabteilungen absondern, sind da eigentlich viel spannender. Die dürfen zwar auch nicht alles, aber mehr als ein Arbeitszeugnis. Und so eine Stellenanzeige ist ja im Grund ein....
... kollegiales Umfeld ....
Wir suchen einen Informaten
... flache Hierachien ...
hier tritt Sie der Chef persönlich

umfassende Kenntnisse in den Bereichen ....
sind gewünscht, wirst Du nie brauchen und werden daher auch nicht bezahlt.

Der Kreativität in Stellenauschreibungen sind keine Grenzen gesetzt.
Aber eines vergessen "Führungskräfte" auch immer wieder:

Der Mitarbeiter der ein Unternehmen verlässt kann ein Werbeträger sein, oder auch nicht. Gerade im IT-Bereich ist die Welt klein und miese Arbeitgeber machen schnell die Runde.

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Hamberliner 22.07.2011, 19:36
5. selber formulieren lassen

Zitat von sysop
"Er ließ seinen Taten immer auch Worte folgen": Chefs können im Arbeitzeugnis versteckte Botschaften unterbringen. Aber sonst eigentlich gar nichts -*der Gesetzgeber will es so. Bewerbungshelfer Gerhard Winkler findet das schade und lässt seiner Fantasie für giftige Zeugniswendungen freien Lauf.
Sein eigenes Arbeitszeugnis lässt man von einem Fachmann texten, nachdem man selber es mit den nötigen Angaben entworfen hat, und legt es dann dem Arbeitgeber zwecks Unterschrift (oder Abschrift auf Firmenbriefpapier) vor. Damit hat der Arbeitgeber weniger Aufwand als wenn das passiert, was zwingend erforderlich ist wenn er zuerst versucht eigenmächtig ein Arbeitszeugnis zu texten: Der Arbeitnehmer lässt es von einem Fachmann prüfen, außerdem von einer Vertrauensperson, und es wird das Haar in der Suppe gefunden.

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dotd 23.07.2011, 10:24
6. Immer wieder erstaunlich

wie sich um etwas wie Zeugnissprache, dass rechtlich ganz klar verboten ist, eine ganze Industrie etablieren kann.

Zum nachlesen: GewO §109 (2)

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