Forum: Karriere
Erste Hilfe Karriere: "Der Herr Kufer ist vom anderen Ufer"

Den schwulen Pferdewirt in "Bauer sucht Frau" sehen wir mit einer Mischung aus Voyeurismus und Stolz auf die eigene Toleranz. Akzeptieren wir auch schwule Banker und lesbische Managerinnen?*Svenja Hofert über anstrengende Versteckspiele, Mitlachertum*und nur scheinbare Liberalität in deutschen Büros.

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schnuppe 26.10.2011, 16:19
40. wo leben Sie?

Zitat von jp'
Naja, liegt evtl. daran, dass die Evolution Heterosexualität voraussetzt, um das Überleben unserer Spezies zu sichern. Sonst wären wir schon ausgestorben.
na, bei den vielen Heterosexuellen, die glauben, dass Kinder definitiv ihre Lebensqualität so sehr einschränken würden, dass sie gerne drauf verzichten, machen das einige schwule oder lesbische Adoptiveltern sicher zumindest teilweise wett!

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BlogBlab 26.10.2011, 17:47
41. Kognitive Dissonanz

Zitat von simonleipzig
Eine zugegeben gewagte These: Niemand wird diskriminiert, wenn er mit dem Thema von Anfang an offen und ehrlich umgeht - und eben gleich zu Beginn kein Geheimnis daraus macht. Vielleicht bekommt er dann nicht jeden Topjob, aber auf lange Sicht dürfte sich diese Ehrlichkeit sich selbst und anderen gegenüber auszahlen.
Hier widersprechen Sie sich ja selbst: Niemand wird wegen seiner Homosexualtität diskriminiert, aber wenn der Bewerber offen damit umgeht, bekommt er vielleicht nicht den Topjob.

Die Aussage des Personalschefs im genannten, anschaulichen Beispielfall, er lehne Homosexuelle ab, weil er mit "solchen Menschen" noch keine Erfahrungen hätte ist genau das Kernproblem. Er grenzt Homosexuelle aus, verwehrt praktisch jede Bekanntschaft mit ihnen, und begründet es damit, dass er sie nicht genug kenne. Sein Verhalten zeigt seine Verweigerungshaltung, mit ihnen überhaupt erst Erfahrungen zu machen, weil er dadurch seine Klischees und Vorurteile revidieren müsste. In der Psychologie spricht man da von 'kognitiver Dissonanz'.

Ich hatte in einem vorangegangen Beitrag erwähnt, dass mit Ostdeutschen anfangs in meiner Westberliner Firma ebenso umgegangen wurde, wie mit Homosexuellen. Das lag auch daran, dass die Belegschaft meistens gar keine persönlichen Erfahrungen mit ihnen hatte und so nur negative Vorurteile verbreitet waren. Erst nachdem sie die "Ossis" näher kennengelernt hatte, verschwanden auch diese Vorurteile und negativen Einstellungen ihnen gegenüber. Das Gleiche würde auch beim Umgang mit Homosexuellen passieren, wenn jeder sie besser kennen würde.

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DerBlicker 26.10.2011, 19:02
42. wie bitte?

Zitat von saga1310
Äh, mal eine Frage hierzu - warum haben Sie nicht einfach gesagt, dass Sie nicht verheiratet sind? Ohne weitere Erläuterungen? Ich persönlich würde nicht mit meinem familiären Status hausieren gehen in einem Unternehmen, in dem ich noch nicht mal angefangen habe. Das geht doch niemanden etwas an, was ich im Schlafzimmer mache oder gemacht habe. Dadurch, dass Sie Ihre Homosexualität aufs Tablett gebracht haben, muss sich das anscheinend sehr konservative Unternehmen (wo sonst würde verlangt werden, dass die Ehefrau zur Vertragsunterzeichnung kommen soll) mit der Sexualität der Mitarbeiter bzw. mit Sexualität überhaupt befassen, was für das Unternehmen bestimmt auch unangenehm ist.
Seit wann muss sich ein Unternehmen mit meiner Sexualität beschäftigen, wenn ich sage, dass ich verheiratet oder eben schwul bin? Das Unternehmen war unverschämt, hat gegen das AGG verstoßen und gehört verklagt, damit solche Unsitten abgestellt werden.

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madlux 26.10.2011, 23:33
43. Aha...

Zitat von kumi-ori
0b schwul oder lesbisch, gebt doch einfach mal Euren Verfolgungswahn auf. Glaubt es mir, ob auf dem Land oder in der Großstadt, es interessiert keinen und es tuschelt auch niemand hinter Eurem Rücken. Ob Ihr Euch out-et oder nicht, sei ganz Euch überlassen, macht es einfach, wie Ihr wollt. Und .....
Auf welchem Planeten leben Sie denn?

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madlux 26.10.2011, 23:36
44. Richtig...

Zitat von BlogBlab
Es ist doch eher erstaunlich, wie negierend manche Reaktionen auf die beschriebenen Erlebnisse in dem Artikel sind. Da wird einfach behauptet, es gäbe gar keine unterschwellige Diskriminierung, verächtlichen Bemerkungen, Tuscheleien hinter.....
dem ist nichts hinzuzufügen.

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Newspeak 27.10.2011, 00:33
45. ...

Der Punkt ist doch einfach der, daß Kollegen zwangsläufig auch über ihr Privatleben erzählen und sei es aus noch so nebensächlichen Gründen. Z.B. kommt jemand zu spät, weil das Kind krank ist. Kind = in Beziehung mit einer Frau lebend = heterosexuell. Das ist die logische (wenn auch in Einzelfällen nicht stimmende) Schlußfolgerung und schon hat sich jemand als "heterosexuell geoutet". Das Problem ist jetzt dadurch gegeben, daß ein Homosexueller diese Möglichkeit, unverfänglich über sein Privatleben zu reden, nicht hat, weil er sich damit direkt outet und damit auch immer eine Aussage über seine Sexualität macht (das machen Heterosexuelle zwar dann auch, aber das wird eben nicht bzw. anders wahrgenommen). Fazit: jede noch so gute Maßnahme gegen Diskriminierung muß scheitern, wenn nicht die Gesellschaft als Ganzes akzeptiert, daß jeder nach seiner, hier sexuellen, Facon glücklich werden kann. Am Ende läuft es doch dann häufig so...man wird, nach juristischen Maßstäben betrachtet, nicht diskriminiert, faktisch aber schon, bloß kann man das nicht nachweisen.

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Schweizer 27.10.2011, 10:46
46. ...

Zitat von madlux
Auf welchem Planeten leben Sie denn?
Natürlich gibt es Diskriminierung.
Diese betrifft aber nicht nur die sexuelle Orientierung sondern je nach Vorliebe des Gegenüber alles Mögliche.

Im Endeffekt muss man ja miteinander klar kommen.
Und viele Menschen sind nicht in der Lage mit Leuten klar zu kommen, die auch nur eine stark abweichende Meinung haben.

Als Firmeninhaber muss ich aber auch sagen, dass ich es mir momentan zB weder leisten könnte einen Angestellten mit grünen Haaren zu Kunden zu schicken, noch eine schwangere Frau ein zu arbeiten, die in 6 Monaten 2 Jahre Babypause macht.

Denn die Realität der Gesellschaft (Kundenreaktionen) und die Fakten wie Zeit und Geldbeutel (Einarbeitung kostet Zeit und damit Geld) kann ich nicht ignorieren.

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Schweizer 27.10.2011, 11:19
47. ...

Zitat von Newspeak
Der Punkt ist doch einfach der, daß Kollegen zwangsläufig auch über ihr Privatleben erzählen und sei es aus noch so nebensächlichen Gründen. Z.B. kommt jemand zu spät, weil das Kind krank ist. Kind = in Beziehung mit einer Frau lebend = heterosexuell. Das ist die logische (wenn auch in .....
Sagen Sie mir mal wo die Grenze von Diskriminierung und fehlender Kompatibilität im täglichen Miteinander ist.
Mir ist das nicht ganz klar.
Beispiel: Ein Schwuler der ständig über seine Sexualität spricht ist mir ähnlich unwillkommen, wie jeder andere, der ständig über Sex redet.
Ein Schwuler würde das aber als Diskriminierung auffassen.
Ähnlich wäre folgendes: Ein Zeuge Jehovas (oder was auch immer) der ständig von seinem Glaube quatsch habe ich genauso ungern wie einen Vegetarier... Und wer fasst meine Reaktion wohl als Diskriminierung auf?

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