Forum: Karriere
Erste Hilfe Karriere: "Ich stecke 30-Jährige in die Tasche"

Das ist amtlich: Wer älter ist als 58, wird in Deutschland flott aus dem Heer der Werktätigen aussortiert. Das muss nicht sein, findet Berufsberaterin Uta Glaubitz. Allen, die im Alter noch arbeiten, gibt sie Tipps zur Stellensuche und rät: Halten Sie sich von Arbeitslosentreffs fern!

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thana 19.10.2011, 17:05
30. ...

Der Arbeitslose spurt also nicht richtig, hampelt nicht nach Vorschrift rum und redet am Telephon, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Zu dumm aber auch. Und dann jammern die Firmen nach Fachpersonal. Die brauchen kein Fachpersonal, die brauchen Leute, die nach Vorschrift Männchen machen und unterwürfig auf die Haltungsnote warten. Sonst würden sie das Potential auch und gerade von älteren Kollegen nicht brach liegen lassen, nur weil die Bewerbung etwas altmodisch ist oder der Ton auf dem Anrufbeantworter nicht gefällt. Arbeitnehmer sind Menschen, und die sind nunmal unterschiedlich und nicht immer und in jeder Situation perfekt, und schon gar nicht 24h am Tag nur auf's Jobsuchen ausgerichtet. Arbeiten um zu leben, nicht leben um zu arbeiten. Nur so bekommt man Leute, die auch zu selbständigem Denken, Kreativität und Einsatz bereit sind. Aber man will eben nur Automaten.

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Revisionist 19.10.2011, 17:35
31. ...

Schön wärs wenn mich das JobCenter in Ruhe ließe, statt mich mit völlig schwachsinnigen Auflagen zu schikanieren! (Bin 62) So werden Tausende Arbeitslose zum Nutzen der Sozialmafia schamlos verarscht und können sich nicht mal wehren, müssen sich also mit allerlei Tricks durchmogeln. Dafür sollte es Beratung geben!

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djchrisi 19.10.2011, 18:08
32. Nix Titel

Zitat von postmaterialist2011
Bei diesem Stuss muss ich herzhaft lachen. Wenn jemand 25 Jahre Führungserfahrung hat, 10 Jahre im Ausland gearbeitet hat und 3 Fremdsprachen fliessend spricht, zudem in seinem Fachgebiet absolut up-to-date ist und dann ablehnt als Versicherungsdrücker von Tür zu Tür zu ziehen, dann ist nach Ansicht vieler Jobvermittler ein "zu hohes Anspruchsdenken". Ich hatte gottseidank noch nicht das Vergnügen jemals in einem Arbeitsamt oder Jobcenter gewesen sein zu müssen, aber was man teilweise aus dem Freundeskreis hört ist erschreckend. Z.B. war ein Bekannter Gebietsleiter mit 80 Mitarbeitern und 80.000 €/p.a. Da er seinem Unternehmen zu teuer war, wurde er systematisch rausgemobbed. Seine Vorstellung zumindest 50.000 € im neuen Job verdienen zu wollen, wurde vom Jobvermittler als "überzogene Forderung" bezeichnet und er wurde massiv dazu genötigt bei einer Zeitarbeitsfirma bei einem Viertel des bisherigen Gehaltes zu arbeiten. Glücklicherweise fand er auf eigene Initiative einen bedeutend besser bezahlten Job. Übrigens er ist 43 und nicht 58 !
Na also, hier hatte das Alter wohl keinen Ausschlag gegeben.
Und nichts gegen Jobcenter aber da war ich nur einmal und nie wieder. Alle meine Jobs habe ich ohne diese Agenturen erhalten und meist waren die auch nicht ausgeschrieben. Mal hier und da angefragt und ein paar Bekannte angesprochen.
Einen Hilfsarbeiter an 55 zu vermitteln... Schwierig. Aber jeder kann ja mal, wenn er sich z.B. Handwerker ins Haus holt, mal nicht auf den Preis, sondern auf das Alter schauen und die notwendigen Randbedingungen selber zu schaffen.

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Anon72 19.10.2011, 19:54
33. Gut Erfahrungen mit Jobcenter-Mitarbeitern

Zitat von Caz
Gehen Sie zur Bosch-Stellenbörse und filtern Sie nach Angeboten für erfahrene Experten mit mehr als 8 Jahren Berufserfahrung (und entsprechendem Alter), Sie finden ganze 6 Angebote. Denen gegenüber stehen weit über 200 Angebote für Kandidaten mit Erfahrung unter 8 Jahren - und entsprechend jünger:
Ich hab mehrere Jahre bei Bosch als Praktikant gearbeitet. Während dieser Zeit gab es in unserer Abteilung ca. 10-15 Neueinstellungen. Es stimmt: Es waren nur Junge. Den Ältesten würde ich auf 35 bis 40 schätzen. Viele kamen direkt von der Uni und haben bei Bosch ihre Diplom- oder Doktorarbeit geschrieben und wurden dann übernommen.

Zum Jobcenter-Bashing: Ich habe bis auf wenige Ausnahmen mit den Mitarbeitern des Jobcenters bzw. der Arbeitsagentur gute bis sehr gute Erfahrungen gemacht. Besonders einem habe ich sehr viel zu verdanken, aber auch die anderen haben sich alle bemüht. Und meinen aktuellen Job habe ich über die Jobbörse der Arbeitsagentur gefunden.

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Sleeper_in_Metropolis 19.10.2011, 20:47
34. Titel

Zitat von E. Bär
Schön wär's. Irgendwann muß ja mal Schluß sein mit der täglichen Buckelei. :-p
Eben. Die besagten Leute haben dann ja schon mehrere Jahrzehnte im Beruf verbracht und oft auch nicht schlecht verdient. Warum also zwingend die restlichen paar Jährchen bis zur Rente auch noch mir Arbeit versauen ?

Zitat : "Das ist amtlich: Wer älter ist als 58, wird in Deutschland flott aus dem Heer der Werktätigen aussortiert. Das muss nicht sein, findet Berufsberaterin Uta Glaubitz."

Soso, findet Frau Berufsberaterin. Na wenn das mal reicht, um die Personalverantwortlichen in den Unternehmen von dieser Ansicht zu überzeugen.

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tomesch 20.10.2011, 07:59
35. Ältere Arbeitnehmer noch zu gebrauchen?

Ich bin mit 57 Jahren und einer Abfindung als Bankkaufmann ausgeschieden worden, nachdem ich die letzten 5 Jahre aufgrund von Umstrukturierungen Zwangspendler mit täglich 3 Stunden Fahrzeit war. Ich habe gern gearbeitet; aber das hat mir den Rest gegeben und mich für den Ausstieg weichgekocht. Danach wollte ich was anderes machen und habe mich im Obstanbau weitergebildet. Zwei bevorzugte regionale Obstbauern haben mir mit Hinweis auf meine nicht mehr vorhandene Leistungsfähigkeit ganz nett den Vogel gezeigt – restliche Intensivbewerbungen waren genauso erfolglos. Nun, meine Frau arbeitet und wir kommen über die Runden. Nächstes Jahr ziehen wir aufs Land und werden Ackerbau und Viehzucht betreiben und die Kinder unterstützen. Arbeit ist für mich immer noch wichtig, aber sie muss sinnstiftend sein. Ich mache nicht mehr alles und nicht zu jedem Preis auch wenn ich jetzt nach 3 Jahren Arbeitslosigkeit kleinere Brötchen backen muss. Dafür konnte ich mich philosophisch weiterbilden.
Dieser Tage haben mit die Johanniter signalisiert, dass ich ehrenamtlich bei ihnen arbeiten kann. Das ist es in etwa, was noch bleibt. Der Rest wäre meines Erachtens Selbstüberschätzung und Illusion.

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wolfgangl 20.10.2011, 09:35
36. oh mei!

Zitat von geparde
... 2.ältere stecken keinen 30 jährigen in die Tasche eher umgekehrt. ...
Ich erlebe gerade in meinem aktuellen Projekt, wie sich die 30 jährigen mit ihrer Unbedarftheit, ihrer Unerfahrenheit, ihrer Blauäugigkeit eine Pönalezahlung nach der anderen ein fangen. Auch für ein großes Projekt sind diese Forderungen im 6-stelligen Bereich nicht witzig. Der Projektleiter fängt sich Dauerwatschen im JourFix ein. Glauben Sie mir, er würde liebend gerne auf erfahrene Mitarbeiter zurück greifen, aber er darf nicht, wegen der Kosten, der Arme! Die letzten erfahrenen, älteren Mitarbeiter, die Feuerwehr, gehen Ende des Jahres und dann wird es richtig lustig!

Und schneller sind die Jungs und Mädels wirklich nicht, nur, wenn man das Ergebnis fahrlässig außer acht läßt. ;-)

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klausindo 20.10.2011, 11:01
37. Viel Glueck

Zitat von tomesch
Ich bin mit 57 Jahren und einer Abfindung als Bankkaufmann ausgeschieden worden, nachdem ich die letzten 5 Jahre aufgrund von Umstrukturierungen Zwangspendler mit täglich 3 Stunden Fahrzeit war. Ich habe gern gearbeitet; aber das hat mir den Rest gegeben und mich für den .....
Da sieht man mal wider was der wirkliche Sinn des Lebens ist. Es ist manchmal gut das man gezwungen ist etwas anderes zu machen. Das oeffnet einem die Augen. Denn ohne Zwang laeuft man einer Illusion hinterher das Konsum einem gluecklich macht. Geniessen sie die Jahre und sie werden feststellen das dass die schoensten Jahre ueberhaupt sind. Viel Glueck.

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herr_jaspers 20.10.2011, 12:40
38. das ist wirklich

Zitat von sysop
...Das bedeutet: Ältere Arbeitnehmer gelten vor allem dann als nicht vermittelbar, wenn alle Beteiligten ein Jahr lang still halten. Passiert zwölf Monate nichts, hat das Jobcenter Ruhe und der Arbeitslose auch. Er wird dann nicht mehr - wie es in Arbeitslosendeutsch heißt - "schikaniert".
eine bodenlose unverschämtheit.
der autor scheint in seiner privilegierten hochnäsigkeit von den tatsachen so viel ahnung zu haben wie ein schwein vom fliegen.
arbeitslose können regelrecht froh sein, vom amt jobvorschläge zu bekommen - normalerweise verwalten die angestellten dort zu 90% nur sich selbst.

in 2 jahren bekam ich keinen einzigen vorschlag, die kurzfristigen und sonstigen jobs in dieser zeit habe ich ausnahmslos selber organisiert. versuchen siew mal, einen berater am telefon zu sprechen um etwas abzuklären (z.b. messeeinsatz).
stattdessen gab's klageandrohung wg. angeblicher schwarzarbeit.
glücklicherweise habe ich alle meldungen und sonstigen schriftverkehr per einschreiben mit zeugen abgewickelt, sonst wäre ich gnadenlos vor gericht untergegangen.
erst auf meinen vorschlag hin, meien fall in die zeitung zu bringen kam eine rücknahme der klage zustande. entschuldigung fehlanzeige.
jobvorschläge fehlanzeige, dafür 3 fallmanager in zwei jahren, einer demotivierter wie sein vorgänger...
die wirklichkeit auf'm amt ist eine andere als die im elfenbeintürmchen.

mfg

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komet_1978 22.10.2011, 07:31
39. ab 50 nicht mehr vermittelbar

Der Artikel erscheint mir sehr realitätsfremd zu sein. Man merkt sehr schnell, dass der Journalist, mutmaßlich auf 400 Euro Basis bezahlt, nicht viel Zeit in Recherche und Evaluation investiert hat. Interessant wäre doch gewesen, sich mal 100 Betriebe mit beispielsweise kaufmännischen Abteilungen auszusuchen und vor Ort den Bewerbungsprozess mit zu begleiten. Dann wäre man vielleicht annähernd in der Lage gewesen, eine einigermaßen realitätsnahe Beurteilung der Situation eines ausgewählten Bewerberkreises zu erfassen und zu dokumentieren.
Leider hat der Artikel in dieser Form eher Bild-Niveau.
Nichtsdestotrotz möchte ich auch meine Erfahrung kund tun. Meine Mutter (52 J. alt) WAR in einem mittelständischen Unternehmen tätig, das von einem ausländischen übernommen wurde. Es wurden für die kaufmännischen Stellen neue junge meist männliche Mitarbeiter eingestellt. Anschließend mussten die älteren Arbeitnehmer diese einarbeiten, um nach der Einarbeitungszeit mit Hilfe von fingierten Abmahnungen entlassen zu werden. Das Kuriose und Erschreckende an dieser Stelle war, dass man etwas zeitlich versetzt diesen „Schaufel dir dein eigenes Grab“-Prozess jedem der älteren Arbeitnehmer dieser Abteilung unterworfen hat.
Aus Erfahrungsberichten weiß ich, dass im kaufmännischen Bereich Bewerbungen bereits nach Alter ungelesen aussortiert werden.

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