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Erste Hilfe Karriere: Mach was aus dir, werde Germanist
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Geisteswissenschaften sind eine Notlösung für junges Gemüse ohne Peilung? Das Gerücht ist so hartnäckig wie falsch, findet . Allerdings muss man hier stärker als in anderen Fächern auf ein sinnvolles Begleitprogramm achten.

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ste.f 11.09.2013, 14:53
10.

Zitat von sysop
Geisteswissenschaften sind eine Notlösung für junges Gemüse ohne Peilung? Das Gerücht ist so hartnäckig wie falsch, findet Uta Glaubitz. Allerdings muss man hier stärker als in anderen Fächern auf ein sinnvolles Begleitprogramm achten.
ich hatte nach der schule mal ueberlegt germanistik zu studieren. gott sei dank kam mir damals schon der verdacht: nicht die lyrik sondern geld regiert die welt. hat mir zwar auch nicht geholfen (also haette ich wohl auch germanist werden koennen), aber zum thema germanistik fallen mir zwei dinge ein. erstens: ein augenrollender studienberater der mir nachdem ich als studienwunsch germanistik oder wenn alles nichts hilft philosophie angegeben habe mir beinahe schon mitleidig bwl aufdruecken wollte. zweitens: ein germanistik student der mir als schulabgaenger schon bei der begruessung zwei einpraegsame worte mit in ein potentielles leben als germanistik-student mitgegeben hat - hallo taxifahrer ...

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brehn 11.09.2013, 15:58
11. soso

Zitat von sysop
Geisteswissenschaften sind eine Notlösung für junges Gemüse ohne Peilung? Das Gerücht ist so hartnäckig wie falsch, findet Uta Glaubitz. Allerdings muss man hier stärker als in anderen Fächern auf ein sinnvolles Begleitprogramm achten.

Dieses Gerücht ist mir bis jetzt noch nicht untergekommen, jedenfalls nicht in dieser Form.
Im Gegensatz dazu habe ich schon sehr oft die Meinung vernommen, dass frische Abiturienten ohne viel Ahnung, Elan und Vorstellung von den eigenen Fähigkeiten/Stärken sehr gerne mal zum Studienfach BWL tendieren....

Da würde ich so direkt auch erstmal nicht wiedersprechen, zumal sicherlich auch fähige Leute dieses Fach studieren...leider sind die Fähigkeiten da wie Perlen vor die Säue.....

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lindenbast 11.09.2013, 16:30
12.

Zitat von cabeza_cuadrada
am Ende eines Studiums sollte ein "Beruf" stehen. Nur mal so etwas studieren weil es einen halt interessiert, gehört in die Freizeit. Der Staat sollte da steuernd eingreifen. Wieso zahlt der Steuerzahler wenn jemand irgendetwas Spaßiges studieren will?
Und was ist mit denen, denen zufällig Maschinenbau Spaß macht? Das kann man natürlich keinesfalls zulassen.

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vlado13 11.09.2013, 17:16
13. Und wenn man keinen Plan hat?

Leider tut sich in der Argumentation der Autorin eine Lücke auf: Was macht man denn, wenn man nicht weiß, was man später machen will? Wenn ich mit dem Studienbeginn gewartet hätte, bis ich die Antwort auf diese Frage bekommen hätte, hätte ich nie angefangen. So habe ich Anglistik und Germanistik studiert, dann in der Verwaltung gearbeitet und jetzt im IT-Bereich.

Und jetzt muss Frau Glaubitz nur noch nachweisen, dass sie das Philospohiestudium mit einem klaren Berufsziel vor Augen begonnen hat ;-)

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markusob 11.09.2013, 22:57
14.

Die geisteswissenschaftlichen Fächer haben durchaus ein klares Berufsziel: Wissenschaftler (Tätigkeit in Lehre und Forschung) bzw. Gymnasiallehrer. Da aber seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts sehr viele junge Menschen ein Studium aufnehmen, ist der Bedarf an Geisteswissenschaftlern so gut wie gedeckt.

Die Studienangebote in geisteswissenschaftlichen Fächern dienen heute vor allem dazu, die Arbeitsplätze von Professoren, Doktoranden und weiterem Uni-Personal zu sichern. Den Studenten wird eine Art "Cafeteria-Studium" angeboten, bei denen sie aus zwei oder drei Fachrichtungen selbst auswählen können. Und innerhalb dieser Fachrichtungen können Studienschwerpunkte wiederum aus vielen alternativen Seminaren zusammengestellt werden. Das kommt bei den Studenten gut an, da sie ihre Inhalte nach Neigung und Interessen aussuchen können.

Der Haken daran ist, dass geisteswissenschaftliche Fächer keinerlei berufsspezifische Kenntnisse vermitteln. Referate halten und Recherchieren können aber Studenten aller Fachrichtungen und jeder zweite hält sich auch für kreativ (selbst wenn er nur BWL studiert hat). Der Geisteswissenschaftler hat auf dem Arbeitsmarkt daher kaum Chancen. Wenn ich z. B. für BMW die PR Schreiben will, dann sollte ich nicht nur gut Schreiben können, sondern vor allem etwas von der Technik, verstehen. Geisteswissenschaftler besitzen in dem Sinne also keinen berufsqualifizierenden Abschluss, sondern lediglich neben dem Abitur einen weiteren allgemeinen "Bildungsabschluss". Um im Beruf erfolgreich zu sein, ist daher oft eine zusätzliche Ausbildung nötig.
Daher sollte man Interessenten nicht gänzlich von dem Studium abraten (wenn es stark ihren Neigungen und Interessen entspricht). Es sollte aber eingeplant werden, dass eine weitere berufsqualifzierende Maßnahme notwendig wird. Daher sollte man darauf achten, dass man zügig studiert und nachher nicht zu alte ist.

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toormaschine 12.09.2013, 03:44
15.

Auch ich hatte während der Oberstufe daran gedacht, Germanistik und Geschichte zu studieren. Doch was hätte ich damit werden sollen ? Mir war früh klar, dass das Sicherste das Studium auf Lehramt ist - und das wollte ich mir nicht antun. Und Stellen bei der Presse sind rar und wie viele Foristen schon sagten: "Beziehungen schaden nur dem, der sie nicht hat." Ich bin froh, gleich nach dem Abitur eine Ausbildung gemacht zu haben. Positiver Nebeneffekt: Ich verdiene bereits seit über 20 Jahren.

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elisbeth 12.09.2013, 09:20
16. Zuviel Schwarzmalerei

Dass ein geisteswissenschaftliches Studium nicht zu einem konkreten Beruf führt, wird wohl jedem Studenten bewusst sein und doch landen nur die wenigsten beim viel zitierten Taxifahren. Wer sich während des Studiums spezialisiert und passende Praktika macht, hat durchaus gute Chancen nachher im Berufsleben einzusteigen. Bin selbst promovierte Theaterwissenschaftlerin und arbeite festangestellt genau da wo ich immer hin wollte. Und das übrigens ohne jemals arbeitslos gewesen zu sein oder einen Ünergangsjob machen zu müssen. Kenne etliche Absolventen von uns denen es ähnlich geht, aber hat auch welche, die sich treiben liessen und jetzt nicht wissen, was sie machen sollen. Hängt immer von der eigenen Persönlichkeit ab...

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lexik 12.09.2013, 10:14
17.

Die im Text aufgelisteten Personen und vor allem die Personengruppen (Politiker, Chefs von Schmierpresseblättern oder Zeitungen) sagt mir nur eines:
Wenn dein Haupttalent Labern ist, kannst du studieren was du willst.
Wenn deine Kreativität im technischen Bereich liegt, werde Ingenieur.
Wie technische und geistige Studienrichtungen qualitativ zu bewerten sind, zeigt mir jeder BWLer der ein Einser-Studium abschließt und dafür drei Stunden pro Woche in der Uni verbringt, während sämtliche meiner Komilitonen locker zwölf Stunden täglich in der Uni und zu Hause, inklusive Wochenenden und "Ferien", mit Lernen, Projektarbeiten, Labor-Vor- und Nachbereitungen beschäftigt waren.
Das Wissen der "Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre", die wir in einem Semester als Pflichtfach nehmen mussten, waren den meisten aus irgendwelchen beliebigen Rollenspielen à la "Maple Story" bekannt.

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juliuss 12.09.2013, 12:03
18. Ab an die Berufsschule

Verfasserin scheint noch keinen Kontakt mit geisteswissenschaftlichen Denken gehabt zu haben. Der Wortakzent liegt auf den Wissenschaften. Universitäten sind keine Berufsschulen. Es gibt viele orientierungslose, auch erfolglose Studierende: in der BWL, im Fach Jura und in der Germanistik. Nicht jeder Volkswirt bringt es zum Vorstandsvorsitzenden, sondern eher zum kleinen Sachbearbeiter.

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misslongstocking 12.09.2013, 12:48
19. Ach ja...

Mir scheint, ein Großteil der hier vertretenen Foristen kennt keine Germanisten. Ich bin auch eine von denen, die NUR "brotlose Kunst" (Germanistik als Hauptfach, Philosophie und Pädagogik als Nebenfächer) studiert haben, und natürlich ist es im Gegensatz zu vielen Ingenieurwissenschaften in dem Sinne nicht "berufsqualifizierend" (für die freie Wirtschaft!!!!), weil es "den Germanisten" dort so als Anforderung nicht gibt. Und es braucht auch kein Vitamin B und 50.000 Praktika plus Auslandsaufenthalt, um erfolgreich zu sein, wie ich festgestellt habe. Ich habe während des Studiums als Werkstudentin in einem Verlag für wissenschaftliche und technische Fachzeitschriften gearbeitet und bin über die Redaktionsassistenz bis zur Objektleiterin "aufgestiegen". Dort habe ich auch meine 1. Vollzeitstelle gehabt. Danach bin ich vom Fach "technische Redakteurin" (das Technikwissen, was man dafür braucht, habe ich mir "on the job" angeeignet - geht auch... ;)) ins Texter-Metier gewechselt, wo ich heute noch arbeite, und zwar in einer Senior-Position. "Kleiner Sachbearbeiter" würde ich das nicht nennen, auch das Gehalt mag zwar an das eines Bankers oder Ingenieurs nicht rankommen, aber es reicht völlig aus. Sofern man nicht "nur Student" ist und während des Studiums auch mal nach rechts und links guckt, kann man durchaus als Geisteswissenschaftler erfolgreich in den Beruf einsteigen - wenn man denn unbedingt in die freie Wirtschaft will. Wie aber auch Forist juliuss schon erwähnte: Akzent "Wissenschaften". Schlimm genug, dass die meisten Hochschulen heutzutage nur noch Handlanger für die Wirtschaft sind (Stichwort Bachelor) - mit entsprechenden Konsequenzen auf die sozialen und fachlichen Kompetenzen der Studierenden - die Germanistik ist, wie viele andere Fächer auch, ebenfalls ein Metier, in dem ständig Neues hinzukommt und Wissen erweitert wird. Wer sein Herz an Literatur und Sprache verloren hat, kann hier durchaus glücklich (und beruflich erfolgreich!) werden.

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