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Erzieherstreik: So hart ist die Arbeit in der Kita
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Streik in der Kita: Erzieherinnen sollten mehr verdienen, sagen die Gewerkschaften, auch weil sie einen belastenden Job haben. Stimmt das? Die wichtigsten Fakten.

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boingdil 09.05.2015, 07:58
1. Krankenschwestern und Altenpfleger?

In diesen Berufen geht es eine gute Ecke härter zu - körperlich wie psychisch. Es macht riesige Unterschiede ob ich kleinen Kindern den Hintern putze und hochhebe oder Erwachsene- vom ständigen Umgang mit Krankheit und Tod ganz abgesehen. Trotzdem sind diese Berufe, obwohl zumindest Krankenschwestern auch oft im öffentlichen Dienst sind, mieser bezahlt. Gilt für viele andere - etwa Feuerwehrleute- auch. Die Erzieher versuchen nur, die gerade relativ kinderfreundliche Stimmung auszunutzen. Damit schaden sie aber genau dieser. Das ist schändlich.

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Spiegelleserin57 09.05.2015, 08:00
2. sehr realistisch dargestellt.

die Überlastung ist bei den Erziehern deutlich erkennbar, besonders wenn sie auch in Brennpunkten arbeiten wo in den Kitas viele unterschiedliche Nationalitäten und auch Gesellschaftsklassen zusammen kommen. Die Anzahl der Kinder steigt gerne mal über 25. Über Rückenprobleme klagen sehr viele...obwohl man dagegen wohl etwas tun kann und sich die Arbeit etwas erleichtern kann. Nicht jedes Kind muss hoch gehoben , die Älteren können auch gerne mal auf den Schoß klettern.
Es ist aber sehr gut nachvollziehbar dass der Lohn viel zu niedrig ist und von dem Gehalt kann man wohl in in der Stadt kaum leben, da schon die Mietpreise sehr hoch sind.

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Freidenker10 09.05.2015, 08:06
3. ungerecht!

Ich denke auch das die Arbeit mit Kleinkindern sehr hart sein kann! Aber im Gesundheitsbereich ist die Arbeit auch sehr hart ( ich denke sogar noch deutlich härter ) und da kann man leider nicht Streiken! Die Gehälter liegen sogar unter dem der Erzieher! Und weil jeder weiss das man nicht Streiken kann, sind auch nur wenige gewerkschaftlich vertreten ( ausser den Ärzten im Marburger Bund )! Für sonderlich gerecht halte ich das ganze nicht!!! Kinder, Alte und Kranke sollten gleich gut betreut werden und die Mitarbeiter sollten auch gleich "gut" bezahlt werden!

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udolf 09.05.2015, 08:08
4.

Gesundheitsrisiko fehlt noch Lautstärke. Meine Nachbarin spricht deutlich lauter wenn sie von der Arbeit kommt, auf Langezeit wird das nicht vollständig reversible sein und schäden hinterlassen.

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shishmi 09.05.2015, 08:19
5. Verzerrte Darstellung und offensichtlich die falschen Forderungen.

Laut Statistischem Bundesamt liegt die Betreuungsquote in den westlichen Bundesländer bei ca. 4,5 Kinder pro Vollzeitkraft und in den östlichen Bundesländer bei ca. 6. In unserem Bundesland Bremen sind es sogar nur ca. 3,1 Kinder pro Vollzeitkraft. In jedem Berufsfeld lassen sich "ungenügende" Verhältnisse finden - diese sind aber nicht die Regel.
Dass man seinen Beruf im Laufe seines Lebens wechselt oder wechseln muss, ist nichts ungewöhnliches. Den meisten Menschen geht das im Laufe ihres Berufslebens so - aus den unterschiedlichsten Gründen.
Ich bin selbst Vater eines Kindergartenkindes und ich vermag nicht zu erkennen, dass ErzieherInnen größeren Belastungen ausgesetzt sind, als die Verkäuferin, als der Handwerker, als der Facharbeiter, als der Rettungssanitäter, als der Polizist, als ... . Das Gehalt, das ErzieherInnen aber heute bereits beziehen, bei 30 Urlaubstagen im Jahr, ist alles andere als ein Hungerlohn und jetzt schon teilweise deutlich höher, als das Gehalt der anderen hier genannten Berufsgruppen.
Und welches der in diesem Beitrag aufgeführten Probleme wird durch mehr Gehalt gelöst?
Wenn die Probleme in einigen Regionen oder Kindergärten tatsächlich so gravierend sind, dann müsste für die Einstellung von mehr Personal und für kürzere Arbeitszeiten gekämpft werden.
Die Selbstüberschätzung der ErieherInnen ist maßlos und die Forderungen sind maßlos. ... und offensichtlich hat dieses Berufsgruppe eine gute Lobby - den kritische Stimmen vermag man hier im Spiegel und auch sonst in der Presse kaum zu finden. Im Kreis der Eltern in unserem Kindergarten herrscht in der Mehrheit vollkommenes Unverständnis ob der phrasenhaften Argumentation seitens der ErzieherInnen - wir müssen nämlich auch alle hart für unser Geld arbeiten, uns ständig Weiterbilden und hin und wieder auch die Anstellung oder die Tätigkeit wechseln. Bei geringerem Brutto, bei weniger Urlaub im Jahr.

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Meconopsis 09.05.2015, 08:24
6. Besser mehr Personal statt immer mehr Geld

Wenn man das hier so liest, dann wird auch deutlich, dass mehr Geld die Situation nicht verbessern wird. Das einzige, was wir dann haben, wäre eine weitere Berufsgruppe mit übermäßigen Privilegien. Wie wärs, bei moderat höheren Abschlüssen, mehr Personal in den Kitas einzustellen und damit die Arbeit attraktiver zu machen ? Wenn man wirklich an die Kinder denken würde, müsste das ein wesentliches Ziel sein.

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Bakturs 09.05.2015, 08:25
7. Nur wer selber Kinder hat

Nur wer selber Kinder hat kann einschätzen, welch anstrengenden und verantwortungsvollen Job die Kita-Mitarbeiter jeden Tag haben. Ich liebe meine Rasselbande, bin aber auch froh, wenn ich diese in die führsorgliche Obhut der KiTa und KiGa abgeben kann und meinen zweiten Kaffee in Ruhe im Büro trinken kann. Danke! Ihr verdient deutlich mehr Geld und gesellschaftliche Anerkennung.

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majorasmask 09.05.2015, 08:32
8. Falscher Ansatz

Ich arbeite in einer KITA in Hamburg in einem sozialen Brennpunkt und ja, die Arbeit ist hart. Über ein bisschen mehr Geld würde ich mich freuen, wer würde das nicht. Aber würde ich für mehr Geld eine bessere Arbeit machen? Nein. Ich gebe jeden Tag mein bestes, da ändert mehr Geld auch nichts. Das Geld sollte lieber zum Teil in einen besseren Personalschlüssel investiert werden, nur dann ist es möglich die Arbeit am Kind zu verbessern. Leider konnte ich nicht entscheiden ob ich streiken möchte, bei uns hat das der Träger entschieden.

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BRVOX 09.05.2015, 08:33
9. Es fehlt:

neben der Veröffentlichung der Tabellen-Gehälter der Hinweis, dass die überwiegende Anzahl der ErzieherInnen teilzeitbeschäftigt, nicht selten mit 20 Wochenstünden, jedoch meistens mit 30 Wochenstunden Knebelveträgen. Da fallen schon mal 10 % des Einkommens weg.
Natürlich arbeiten diese ErzieherInnen auch weniger, aber wenn zwei ErzieherInnen in einer Familie sind, fehlen darurch gleich mal 20 % eines "normalen" Einkommens nach der Tabelle.

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