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Erzieherstreik: So hart ist die Arbeit in der Kita
DPA

Streik in der Kita: Erzieherinnen sollten mehr verdienen, sagen die Gewerkschaften, auch weil sie einen belastenden Job haben. Stimmt das? Die wichtigsten Fakten.

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Pflegeengel 09.05.2015, 19:36
90. ein Streiktecht...

.... hätte ich auch gerne. Vielleicht ändern sich dann endlich auch die Bedingungen, unter denen wir ambulant beschäftigten Altenofleger quer durch die Lande eilen. Jeder Tag ein Eilen mit der Ugr im Nacken. Und dabei KEINEN FEHLER begehen. Ob es Sonnrag ist oder Weihnachtsfeiertag? Egal. Waaas? Sie möchten keinesfalls Arbeitstage von mehr als 12 Stunden haben? Oder 150 Überstunden vor sich her schieben? Sterben, Weinen, Geruch oder Armut im Alter nicht sehen müssen? Du lieber Himmel! Da gibt es soooo viele Kollegen/ innen, die schon lange von der Bezahlung nicht mehr ordentlich leben können! Ein Nebenjib in der schichtfreien FREIZEIT muss da herhalten. So siehts aus! In Gedanken werde ich STREIKEN ! Auch huer für bessere Bedingungen. Schönen Abend noch. Gruß an alle die noch NIE an ihr eigenes Altern gedacht haben.

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daveshine 09.05.2015, 20:29
91. Wer sind denn nun die Fachleute?

Im Beitrag heißt es: "[...] und sie sind Fachleute für die Früherziehung von Kindern"

Sicher nicht, denn das sind immer noch die Eltern der Kinder!
Erzieher in Einrichtungen - und sollte der Personalschlüssel, Ausbildung, Lohn etc. noch so hoch sein - kann niemals die Erziehungsarbeit der Eltern ersetzen!

Bei allem Respekt (!) vor der Arbeit der Angestellten in Einrichtungen: ich finde die Darstellung hier einseitig. Es wird unterschwellig etwas der Eindruck erweckt, dass ohne alle die Einrichtungen und das Personal unsere Gesellschaft "zusammenbrechen" würde?!?

Die aktuellen Verdienste - Zahlen vom Artikel oben - sind meiner Meinung nach nicht zu niedrig. Es gibt viele Leute, die weit weniger bekommen und davon ihre Familien ernähren müssen... Ist das wieder einmal - wie bei den Lehrern vor kurzem - Jammern auf hohem Niveau?

Die überbezahlten Gewerkschaftsbosse wie Bsirske - Aufsichtsratsgehälter zum "Chef"gehalt obendrauf - sollten einfach mal Stille halten! Aus der Praxis spricht der Mann nicht.

Was wir in Deutschland wirklich brauchen, ist ECHTE Wahlfreiheit für Familien bzw. Eltern, nicht das einseitige hochjubeln der Einrichtungen, damit die Wirtschaft "den Rücken freihat". Solche Lohnforderungen wie jetzt sind das falsche Signal - auch wenn es eine Selbstverständlichkeit sein sollte, das gute Arbeit vernünftig bezahlt wird (d.h. dass man gut davon leben kann!).

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LouisWu 09.05.2015, 20:43
92.

Zitat von Pflegeengel
[Ein Streikrecht].... hätte ich auch gerne.
Vielleicht sollten Sie und andere Altenpflegerinnen dann erst mal in eine Gewerkschaft eintreten? Nein? Nun, dann wird das auch nichts mit streiken für mehr Geld oder bessere Arbeitsbedingungen...

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spon-3zb-gl00 09.05.2015, 20:53
93. und die anderen Berufe?

die Belastungen sind in den letzten Jahren wohl in so gut wie allen Berufen / an allen Arbeitsplätzen stark gestiegen. Trotzdem hat keine Berufsgruppe auf einen Schlag so viel mehr gefordert. Hier wird die Gunst der Stunde genutzt, denn zur Zeit ist die Nachfrage nach Erziehern groß. Das wird in 10 Jahren schon wieder anders aussehen.
Hinzu kommt, daß bislang die Ausbildung der Erzieher im Vergleich zu anderen Ländern nicht sonderlich hochwertig ist. Hier kommen sogar Hauptschüler zum Zug.Es ist zwar schön, daß diese so eine Berufsausbildung erhalten. Es rechtfertigt jedoch nicht insbesondere im Vergleich der städtischen Erzieher zu anderen kommunalen Beschäftigten eine dermaßen hohe Anhebung. Denn jene müssen für das gleiche Einkommen, was die Erzieher sich momentan erstreiten wollen, eine höhere Qualifikation und mehr Leistungsorientierung mitbringen. Ich verstehe Verdi nicht, wie sie eine Beschäftigtengruppe, die zugegebenermaßen zahlenmäßig stark ist, so begünstigen wollen. Bei einem für die Streikenden positiven Ausgang bleibt abzuwarten, in welchem Ausmaß städtische Abgaben zur Gegenfinanzierung erhöht werden. Das würde dann alle Bürger treffen..

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ka7 09.05.2015, 20:58
94. Löhne sind Zeitgemäß

In der deutschen Industrie werden seit einiger Zeit Löhne und Gehälter nach ERA (Entgeltrahmenvertrag) gezahlt. Dort spielt die individuelle Arbeitsbelastung eine untergeordnete Rolle. Löhne werden nach Prozessverantwortung bzw. Personalverantwortung gezahlt. Ich finde, dass die Erzieher, gemessen an ihrem durchschnittlichen schulischen Hintergrund und Ausbildungsstandard durchaus eine ausreichende Entlohnung erhalten. Der ständige Vergleich mit Grundschullehrern ist anmaßend, wie ich als Elternteil eines Kindergartenkindes und eines Grundschülers empfinde. Ein Erzieher sollte einmal hinter die Kulissen einer Grundschule schauen und ehrlich zu sich sein. Grundschullehrer verdienen auch keine Reichtümer. Der Berechtigte Unterschied sollte gewährt bleiben.

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spon_2873649 09.05.2015, 21:53
95.

Einfach nur heuchlerisch... die gleichen Menschen, die jetzt für mehr Lohn für Erzieher eintreten, hetzen gleichzeitig gegen das Betreuungsgeld, wo Eltern den Bruchteil eines Erzieherlohns als Wertschätzung dafür bekommen, da sie zu Hause, wenn die Kinder nicht in den Kindergarten gehen, die gleiche Arbeit wie Erzieher haben.

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Bakturs 09.05.2015, 22:07
96. Ja. Und Sie?

Zitat von MrSpinalzo
...sicher auch bereit, deutlich höhere Gebühren zu zahlen, oder?
Ja. Und Sie? Letztendlich werden viele Kosten von der Gemeindekasse getragen. Und überhaupt: die Zukunft unserer Kinder sollte uns dies Wert sein. Trinken Sie 4 Kaffees weniger bei Starbucks, dann haben Sie die Kosten wieder drin.

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Ein Erzieher 09.05.2015, 22:23
97. Willkommen in der Realität

Zitat von tullrich
Sie wollen mir und den anderen Foristen im Ernst erzählen, dass Erzieher in Kindertagesstätten auch Erwachsene erziehen müssen? Also zuerst eine amtliche Einschätzung der Erziehungskompetenz der Eltern, gefolgt von Umerziehungsmaßnahmen gegen die Eltern? Vielleicht sollten Sie ein Zitat von Friedrich Nietzsche über dem Tor zu Ihrer Kita anbringen: "Ich, der Staat, bin das Volk."
Es gibt viele Eltern, die mit den Anforderungen ihres Lebens nicht zurecht kommen und erst recht nicht mit denen, die ihre Kinder stellen. Diese Eltern brauchen, fordern und sind dankbar für weitergehende Beratungen und Hilfsmaßnahmen. Die Bearbeitung dieser Problematiken ist Berufsalltag für die meisten Erzieher.

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kibbs 10.05.2015, 23:39
98.

Zitat von susybntp11-spiegel
woher wissen Sie dass es im Krankenhaus eine Portion härter zugeht? Ich würde Ihnen mal gönnen eine Tag in einer Kita zu verbringen und mit dem verzogenen Nachwuchs unserer Gesellschaft zu verbringen. Betreuung bei Lautstärke von teilweisen über 80 Phon, und immer lächelnd den Kinder einen angenehmen Tag zu bieten.Der Aufwand mit einem Kind von 1-6 Jahren um zu gehen, besteht nicht nur aus Hintern abwischen und Hochheben.
als ich bewundere die erzieher für ihre arbeit,denn ich könnte es sicherlich nicht,aber zu ihrer frage warum es im krankenhaus eine spur härter zu geht:es macht schon einen unterschied ob man einen menschen tragen muss der 10kg wiegt oder 100kg.dazu kommt der umgang mit schwer kranken,sterbenden menschen,angehörigen die in extrem situationen sind,unterbesetzung beim personal und was auch ein wesentlicher erschwernis faktor ist .ist die schichtarbeit.als krankenschwester arbeitet man gerne mal knapp 60stunden die woche und hat dabei dann auch in einer woche früh-spät und nachtdienst gemacht.dabei muss man dann aber auch immer 100% konzentriert sein,damit man keinen fehler macht.denn fehler können in diesem beruf schnell zum tod von einem menschen führen.also bei allem respekt vor den erziehern,ja es gibt berufe die um einiges härter sind.

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kibbs 10.05.2015, 23:53
99.

Zitat von iloveheino
Jeder kämpft für sich. Es steht den Altenpflegern und Krankenpflegern doch frei für ihre Interessen zu kämpfen. Alle sozialen Berufe sind unterbezahlt. Der Vergleich mit Müllmann und Bauarbeiter ist unseriös. Die Ausbildung zum Erzieher dauert 5 Jahre. Der pädagogische Anspruch z.B. entfällt bei Altenpflegern. Aber grundsätzlich sollten die sozialen Berufe nicht gegeneinander ausgespielt werden. Fakt ist aber auch, dass der Organisierungsgrad z.B. bei Krankenpflegepersonal bei ca 20% liegt (Quelle: Personalrat einer Klinik), damit kann man keine Interessen durchsetzen...
ja nur die meisten krankenschwestern/altenpfleger dürfen nicht streiken und wenn sie es wirklich täten würde das auch den tod von vielen menschen bedeuten.denn man kann eine kita für ein paar tage dicht machen,aber mit einem krankenhaus oder altenheim geht das nicht so einfach.

natürlich wünschen ich den erziehern für ihren streik alles gute,aber es wäre sicherlich nicht verkehrt wenn sich in allen sozialen/gesundheits berufen etwas tun würde.

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