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Erzieherstreik: So hart ist die Arbeit in der Kita
DPA

Streik in der Kita: Erzieherinnen sollten mehr verdienen, sagen die Gewerkschaften, auch weil sie einen belastenden Job haben. Stimmt das? Die wichtigsten Fakten.

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Das Pferd 09.05.2015, 12:14
60.

"Allerdings steigen viele deutlich früher aus dem Erzieherberuf aus. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), die derzeit auch für den Streik trommelt, gibt an, dass nach einer Ausbildung in der Kita rund ein Drittel das Berufsfeld wieder verlässt. Vor allem Männer suchen das Weite, jeder Vierte von ihnen; nur gut drei Prozent in dem Job sind Männer."

sorry, das mit dem Drittel und dem Viertel scheint mir doch ziemlich durcheinander zu gehen. Könnte man solche, zum Verständnis der Diskussion durchaus nützlichen, Informationen nicht in kleinen Tabellen präsentieren? Wenn man die versucht in Lyrik zu packen, ist es für den Leser verdammt schwer, den Sachverhalt daraus zu rekonstruieren. Besonders wenn der Lyriker den Sachverhalt selbst nicht recht verstanden hat.

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Psycho Dad 09.05.2015, 12:15
61. Richtig

Zitat von crazy_swayze
Auf dem Bau, bei der Müllabfuhr oder als Pflegekraft ist es auch hart. Was will uns der Autor mit diesem Artikel sagen? Jeder Mensch sollte gut bezahlt werden. 2000-3000 brutto ist mehr, als viele andere Berufe bekommen. Der Lohn ist nicht überragend, aber okay. Lohnerhöhungen sollte es regelmäßig geben; dann streikt man. Aber zu jedem Beruf der gerade streikt einen "so schwer ist Job xy"-Artikel zu machen, das ist wirklich überflüssig.
Es ist wirklich müßig über die "Wertigkeit" von Berufen zu diskutieren...bringt aber viele Empörungsmails in Foren (inkl. meiner :-)).
In der richtigen Welt fernab individuell und undefinerbar "sozial gerechter Moralvorstellungen" sind Löhne nun mal keine Gerechtigkeitsindikatoren, sondern Knappheitssignale. Die werden nicht von der "Gesellschaft" bestimmt, sondern vom Angebot vs. Nachfrage.
Und weil nun mal keiner auf der welt so kickt wie Messi (und den Millionen Leute sehen wollen) bekommt der das xtausendfache einer Erzieherin. Davon gibt es eben potenziell Millionen...
Alles nur Verteilungskämpfe um die Steuerzahlermillionen. Anders betrachtet bedeutet die geforderte Aufwertung der Erzieher eine relative Abwertung anderer Berufe (z.B. Grundschullehrer) womit eine Myriade potenzieller Anschlussdiskussionen entsteht (Grundschulehrer vs. Oberstufe vs. Uni, Krnakenschwester vs. Sanitäter vs. Arzt vs. Chefarzt)...Zeitverschwendung.

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monotrom 09.05.2015, 12:24
62.

Zitat von bertifox
Erzieher arbeiten u.a. teilweise den ganzen Tag bei Flughafen-Lärmpegeln, werden zwischen nervösen Eltern und Leitung zerrieben und sind verantwortlich, wenn sich Kinder bei Ausflügen oder Spielplatzbesuchen einfach verstecken und abhauen. (Was in der Altenpflege eher selten vorkommt?) Zusätlich sind sie einem kontinuierlichen Bombardement von Grippen, Magen-Darm und sogar exotischen Geschichten, wie Mund-Fäule ausgesetzt, können fast keine Mahlzeit ohne Stress und Lärm einnehmen, dürfen aber trotzdem nicht zu oft krank werden, da ihnen sonst die Kündigung droht, wie dies zB. bei medienwirksamen Stiftung Kindergärten Finkenau der Fall ist. Man stelle sich vor, beleidigte Erzieher würden einen ähnlichen Artikel über die Misere in der Kranken/Altenpflege so kommentieren...
Auch Alte hauen ab, wenn sie wirr sind und sind dank eines schwachen Immunsystem krankheitsanfälliger. MRSA ist da sehr "beliebt", insbesondere nach einem KH-Aufenthalt.
Was in der Kinderpflege eher selten vorkommt? Hepatits, Alkoholkranke, Gehandicapte, Krebs? Wie oft kommt es in Kindertagesstätten vor, das man Sterbende betreuen muss?

Und trotzdem werden AltenpflegerInnen -mit Einverständnis der Gewerkschaften, die jetzt einen auf dicke Hose machen- jetzt schon deutlich schlechter bezahlt.

Wenn Sie mit Vergleichen anfangen, könnte das Ergebnis nicht so ausfallen wie von Ihnen gewünscht. Also, lassen Sie es am Besten.

Und Nein, ich arbeite nicht in der Altenpflege, bin aber "im Bilde".

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Das Pferd 09.05.2015, 12:25
63.

Zitat von s.wolf
Wenn Sie für einen Hungerlohn Kinder erziehen - dann arbeiten Sie in einer Kita...................
Genau solche Demagogie stößt die Leute vor den Kopf. 2500...3000€ für erfahrene Erzieherinnen sind sicher ausbaufähig. Einfach weil es eine sehr wichtige und verdammt schwere Arbeit ist. Und wir zu (geschlechter)gerechterer Bezahlung eben nur kommen, wenn wir eher gering bezahlte Berufsgruppen aufwerten. Das wird auch gemacht, die Erzieherinnen hatten in letzter Zeit ganz ordentliche Abschlüsse. Und wenn in einer Branche ohne zu verteilende Produktivitätsgewinne (geht einfach nicht, eher im Gegenteil siehe Inklusion usw) Abschlüsse über der Inflationsrate erzielt werden, ist das eine gesellschaftliche Umverteilung. Und zwar eine wünschenswerte, im Gegensatz z.B. zu den Lokführern.

Aber mit Hunger hat das absolut nichts zu tun, auch nicht als Allegorie. Das ist einfach schädlicher Unfug.

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kloopdog 09.05.2015, 12:28
64.

was viele hier anscheinend nicht verstehen ist, dass das Fordern nach mehr Geld ungleich der Aussage "wir haben den schlimmsten Beruf"!!! nur weil es anderen "schlechter" geht, darf man sich nicht an seiner eigenen Situation stören!
und ja es gibt viele Berufe die auch mehr annerkennung verdient hätten, aber die kita-Mitarbeiter können nur ihre Situation verbessern!

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Das Pferd 09.05.2015, 12:32
65.

Zitat von fred-vom-saturn
Wo Bitteschön hat Herr Kaufmann denn seine Zahlen zur Lohnhöhe für Berufsanfänger und nach acht Jahren her. Zahlt die Elterninitative im Hamburger Elbviertel soviel oder warum wird hier so ein Unsinn verbreitet.
http://www.dbb.de/fileadmin/pdfs/einkommenstabellen/tarifunion/entgelte_TVoeD-SuE_Kommunen_2012-2013.pdf

die Größenordnung stimmt schon. Auch, daß die Eingruppierung ziemlich wichtig ist.

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uventrix 09.05.2015, 13:10
66.

Zitat von boingdil
In diesen Berufen geht es eine gute Ecke härter zu - körperlich wie psychisch. Es macht riesige Unterschiede ob ich kleinen Kindern den Hintern putze und hochhebe oder Erwachsene- vom ständigen Umgang mit Krankheit und Tod ganz abgesehen. Trotzdem sind diese Berufe, obwohl zumindest Krankenschwestern auch oft im öffentlichen Dienst sind, mieser bezahlt. Gilt für viele andere - etwa Feuerwehrleute- auch. Die Erzieher versuchen nur, die gerade relativ kinderfreundliche Stimmung auszunutzen. Damit schaden sie aber genau dieser. Das ist schändlich.
Schändlich ist hier einzig und allein die Tatsache, dass sowohl Krankenschwestern als auch Altenpfleger, Feuerwehrleute und Erzieherinnen zu wenig verdienen.

Zum Heulen, Sie erkennen scheinbar das Problem und ziehen die völlig falschen Schlüsse daraus...

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jjkoeln 09.05.2015, 13:11
67. Unfassbare Ignoranz

Bei manchen Kommentaren fasse ich mir einach an den Kopf.
Weil es im Gesundheitswesen schlechtere Bedingungen gibt, steht den Kita-Leten keine Verbesserung zu.
Welch unfassbare Ignoranz ist das?
Nur weil esin einem Bereich elend ist, soll ein anderer Bereih auh verelenden? Dann können wir ja demnächst alle für einen Euro arbeiten,weil das Hartz-IV-Betroffenen ja auch abverlangt wird, oder?

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iloveheino 09.05.2015, 13:19
68.

Jeder kämpft für sich. Es steht den Altenpflegern und Krankenpflegern doch frei für ihre Interessen zu kämpfen.
Alle sozialen Berufe sind unterbezahlt. Der Vergleich mit Müllmann und Bauarbeiter ist unseriös. Die Ausbildung zum Erzieher dauert 5 Jahre. Der pädagogische Anspruch z.B. entfällt bei Altenpflegern. Aber grundsätzlich sollten die sozialen Berufe nicht gegeneinander ausgespielt werden. Fakt ist aber auch, dass der Organisierungsgrad z.B. bei Krankenpflegepersonal bei ca 20% liegt (Quelle: Personalrat einer Klinik), damit kann man keine Interessen durchsetzen...

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dukatenjunge 09.05.2015, 13:22
69. Ich arbeite in der Aus- und Weiterbildung

Dort muß man, im Gegensatz zur Kita, in jedem Fall ein abgeschlossenes Studium haben. Trotzdem bekommt hier jeder nur 13 Euro Mindestlohn. Von Tarifstrukturen wie die Erzieherinnen sie genießen, können wir nur träumen.

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