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Europäischer Gerichtshof: Auch Tote haben Recht auf Urlaub
AFP

Wer nicht lebt, braucht keinen Urlaub mehr - diesen Grundsatz deutscher Gerichte hat der Europäische Gerichtshof gekippt. Damit kann sich eine Witwe 140,5 Tage Jahresurlaub ihres verstorbenen Gatten auszahlen lassen.

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MTBer 12.06.2014, 17:29
110. Möglicherweise ist das auch . . .

Zitat von keiler70
..warum die EU keiner ernst nimmt
. . . nur eine subjektive Wahrnehmung.

Die Unzufriedenen krakeelen in Ermangelung belastbarer Argumente möglichst lautstark und dauerhaft. Die Zufriedenen sind leise.

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brunnersohn 12.06.2014, 17:36
111. 140 Tage Urlaub ansammeln?

das geht wenn der Chef genug jammert.
Sagt der Chef " Säg mal das Brett mit der unsicheren Säge! oder sagt er " Gehöhrschutz hammwir net" oder " Schutzgerüste brauchen wir nicht" kann jeder sagen "Nein, so nicht. Wenn was passiert hast du als Chef Ärger"
Nun sagt der Chef " Kannste nicht mal deinen Urlaub verschieben? " Urlaub dient der Erholung.
Vielleicht war die Krankheit ein Folge des fehlenden Urlaubs? Was würden die dt. Arbeitsrichter dazu sagen? Da sind ihnen die 30 Cent Pfand-Bon Schwerverbrecher lieber.

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scooby11568 12.06.2014, 17:57
112. @ LinkesBazillchen ...

das erklär mir mal bitte genauer. Wenn Du kündigst oder gekündigt wirst, hast DU natürlich Anspruch auf Deinen Urlaub. Nichts Anderes ist bei Deinem Tod der Fall. Dein Gehalt wird natürlich bis zu Deinem Todestag ausbezahlt, warum nicht auch der bisher angesparte Urlaub?

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DJ Doena 12.06.2014, 19:30
113.

Zitat von spon-facebook-10000084939
man kann doch urlaub nicht ansammeln. wenn der urlaub bis ende märz den nächsten jahres nicht genommen wurde, dann verfällt der. er kann also maximal die urlaubstage eines jahres angesammelt haben.
Nicht zwingend. Bei unserer Firma gibt es andere Vereinbarungen.

Da hat mal einer jedes Jahr nur eine handvoll Tage genommen und ist dann nach einem großen Projektabschluss für 4 Monate in den Anden wandern gegangen.

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pirx64 12.06.2014, 19:47
114. 204

Aktuell habe ich aktuellen Urlaub + Urlaub für Wochenendarbeit + Urlaub auf dem Langzeitkonto 204 Tage. Zumindest die auf dem Langzeitkonto (170 Tage) sind außer Haus insolvenzsicher mit entsprechendem Gegenwert geparkt. Ob ich die auszahlen lasse, einfach nehme, das bleibt mir überlassen. Im Todesfall geht die Kohle an den/die Erben

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Rudolf_56 12.06.2014, 20:48
115. Korrekt

Zitat von sysop
Wer nicht lebt, braucht keinen Urlaub mehr - diesen Grundsatz deutscher Gerichte hat der Europäische Gerichtshof gekippt. Damit kann sich eine Witwe 140,5 Tage Jahresurlaub ihres verstorbenen Gatten auszahlen lassen.
Völlig richtig.
Es geht nicht darum, dass der Mann verstorben ist.
Entscheidend ist, dass während seiner Arbeitszeit der Urlaubsanspruch angewachsen ist und nun, da nicht ihm, der Erbin zukommt, in Form von Geld.
Man sollte glauben, eine einfache Rechtssache, aber nicht bei den Umständlern in Deutschland.
Was unsere Obersten Gerichte taugen, kann man fast täglich lesen.
Teils unglaublich!
Umso mehr freut es mich, wenn schon die EU abenteuerliche Dinge beschließt, wenigstens deren Gericht das ordentlich ausbügelt.
Hoffentlich geht das so weiter.
Paar richtige Watschen brauchen diese Obersten Richter, endlich!
So nebenbei hätten sie sich mal mit Erbrecht befassen sollen.
Gratuliere der Witwe zu ihrem Mut, das durchzuziehen.

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Rudolf_56 12.06.2014, 20:55
116. Gute Frage....

Zitat von DMenakker
Mal wieder ein Beispiel dafür, dass man Berichte auch wirklich lesen muss. Im ersten Moment habe ich gedacht, die spinnen die Europäer. Da es sich aber um einen Anspruch handelte, welcher bereits zu Lebzeiten erworben wurde, ist dieser selbstverständlich vererbbar. Warum braucht man dafür den EUGH?
...leicht zu beantworten.
Weil offensichtlich deutsche Richter mit simplen Rechtsständen einfach überfordert sind.
Abgehoben und weltfremd.
Wahrscheinlich passieren solche Dinge fast täglich.
An die große Glocke kommt es erst, wenn mal jemand wie diese Frau den Mut hat, einen Rechtsstreit mutig durchzuziehen.
Wahrscheinlich ist dieser Europäische Gerichtshof das einzge, was dem Juristenmief in Deutschland mal so richtig ans Schienbein tritt, endlich!

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Spantax 13.06.2014, 23:06
117. Zu sagen, dass das schlichter Unsinn wäre,

ist schlichter Unsinn!
Zitat von mir-san-mir
@ hobbyleser: die unsensible Bevorteilung der Arbeitgeber gegenüber den Hinterbliebenen ist schlichter Unsinn. Denn der Urlaubsanspruch ist ein höchstpersönlicher und daher auch nicht vererbbar. Warum aber bei nicht genommenenm Urlaub dies anders gesehen wird, ist ein Produkt der Rechtsprechung und nicht der Gerechtigkeit. Von Bevorzugung kann daher nicht die Rede sein. Aber klar, wenn es um's Erben geht, können manche den Hals eben nicht voll genug bekommen.
Es ist leider überhaupt nicht möglich, dass niemand den aufgelaufenen Urlaubsanspruch erbt. Erben ihn nämlich nicht die Erben, "erbt" ihn automatisch der Arbeitgeber, der ja den Gegenwert des Urlaubs schon im Vorfeld in Form von geleisteter Arbeitsleistung erhalten hatte und ich frage mich daher, wie jemand überhaupt auf die Idee kommen kann, dass diese dem Arbeitgeber kostenlos überlassen werden sollte, und das obendrein noch unversteuert, denn die offiziellen Erben müssen den Gegenwert der geleisteten Arbeit ja wohl noch versteuern. Und außerdem mussten sie in der Zeit, in der der Anspruch durch den Verstorbenen erworben wurde, auch auf ihren lieben Verwandten verzichten und konnten nicht mit ihm im Garten sitzen oder whatever..
Es handelt sich hier sehr wohl um Gerechtigkeit, die den Hinterbliebenen nun zuteil wird - ein Trauerspiel, dass man wegen so etwas erst vor Gericht ziehen muss, um es zu erhalten.

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HerrStahl 13.06.2014, 07:33
118. Das ja mal interessant

Kann man das auch noch ausweiten? Wie sieht's mit betrieblichen Weiterbildungsmaßnahmen aus? Oder Trinkgeldern? Oder Küchendienst? Und wer zahlt nachträglich in die Kaffeekasse ein? Hat der sich ja zwei Jahre lang drum gedrückt.

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ingnazwobel 13.06.2014, 07:36
119. optional

Das Urteil ist konzequent und richtig. Warum sollen den positive Ansprüche von Erben wie z.B. angesammelter Urlaub, Überstunden des Verstorbenen etc. - alles Dinge die mit einem Verzicht zu Lebzeiten einhergegangen sind verfallen und negative Ansprüche wie z.B. Schulden mit denen man sich zu Lebzeiten etwas gegönnt hatte auf die Erben übergehen. (Wenn man nicht das komplette Erbe ausschlägt)

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