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Experte für Exotensprache: Vor 1300 Jahren hätten mich alle verstanden
privat

Niedersorbisch, Yukatekisch oder Altgriechisch helfen im Alltag wenig weiter. Trotzdem lernen Tausende Schüler und Studenten Sprachen, die kaum einer spricht. Ein Erklärungsversuch.

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saywer,tom 08.10.2015, 11:12
1. Wäre nicht schlecht,

wenn Kenntnisse der alten Sprachen etwas mehr verbreitet wären.

Dann kämen nicht so viele Menschen in Versuchung, Ajektive, die bereiits den Superlativ bilden, nochmals zu steigern (optimaler, extremer usw.), und Klaustrophobie würde nicht ständig mit Platzangst verwechselt.

Vor allen Dingen wäre nicht der Irrtum flächendeckend verbreitet, der Kontrahent sei ein Gegner. Kontrahent hat nämlich nichts mit "contra" (gegen) zu tun, sondern mit con-trahere (zusammen ziehen), siehe auch die Wörter
Kontrakt (Vertrag)
Kontraktion
kontrahieren
usw.

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Friedrich Hattendorf 08.10.2015, 11:39
2. Eine andere Frage

stellt sich mir:

Gibt es eigentlich - ausser Deutschland/Österreich - einen grösseren Sprachraum in dem fast alle zwei Fremdsprachen lernen müssen, wenn sie studieren möchten?

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rational_bleiben 08.10.2015, 11:49
3.

Kein Forschungsgebiet (welches kein Leid erzeugt) braucht eine Daseinsberechtigung, der Mensch will wissen, auch wenn sich dieses Wissen nicht monetarisieren lässt. Wissenschaft ist per se daseinsberechtigt, weil unser Neocortex das so will. Letztlich kann Herr Grube ein Buch verkaufen, jemanden wird es interessieren, und so kann man selbst damit Geld machen.

Ob es nur unsere Galaxie gibt oder 100 Milliarden, das macht für mein Leben keinen Unterschied. Trotzdem möchte ich nicht in dem Glauben sterben, unsere Galaxie sei das gesamte Universum. Ich will es halt wissen.

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muellerthomas 08.10.2015, 11:57
4. @Hattendorf

Von Briten und Amerikanern hab ich im Urlaub schon oft gehört, dasssie es bedauern, überall mit Englisch gut klar zu kommen, so dass überhaupt kein Druck besteht, eine Fremdsprache zu lernen. Auf der anderen Seite gibt es m.W. in den Niederlanden oder Dänemark kein Pflichtfach Deutsch und dennoch sprechen sehr viele Dänen und Niederländer Deutsch. Aber interesante Frage von Ihnen. Muss man denn in Deutschland zwei Sprachen lernen oder gibt es nicht auch Gymnasien, an denen Schüler nur eine Fremdsprache als Pflichtfach belegen müssen?

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fabojo 08.10.2015, 11:58
5. Duden

Zitat von saywer,tom
Vor allen Dingen wäre nicht der Irrtum flächendeckend verbreitet, der Kontrahent sei ein Gegner. Kontrahent hat nämlich nichts mit "contra" (gegen) zu tun, sondern mit con-trahere (zusammen ziehen), siehe auch die Wörter Kontrakt (Vertrag) Kontraktion kontrahieren usw.
Haben Sie mal im Duden unter dem Stichwort "Kontrahent" nachgeschlagen? Sehr lehrreich, Sie werden staunen.... :-)

Mag ja sein, dass das vom Wortstamm her irgendwann mal eine andere Bedeutung hatte, aber der Duden beschreibt einfach die derzeit gängige Bedeutung - damit muss man leben.

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termin8r 08.10.2015, 12:05
6.

Zitat von fabojo
Haben Sie mal im Duden unter dem Stichwort "Kontrahent" nachgeschlagen? Sehr lehrreich, Sie werden staunen.... :-) Mag ja sein, dass das vom Wortstamm her irgendwann mal eine andere Bedeutung hatte, aber der Duden beschreibt einfach die derzeit gängige Bedeutung - damit muss man leben.
Genau.
Und zu Klaustrophobier schreibt Wikipedia:
"... Angst vor dem tatsächlichen oder gefühlten Eingesperrtsein oder vor der bloßen Präsenz enger oder abgeschlossener Räume."

Beide Beispiele, werden also völlig korrekt in ihrer angeblich falschen Form verwendet.

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postit2012 08.10.2015, 12:15
7. Das wird von Land zu Land verschieden sein;

Zitat von muellerthomas
Von Briten und Amerikanern hab ich im Urlaub schon oft gehört, dasssie es bedauern, überall mit Englisch gut klar zu kommen, so dass überhaupt kein Druck besteht, eine Fremdsprache zu lernen. Auf der anderen Seite gibt es m.W. in den Niederlanden oder Dänemark kein Pflichtfach Deutsch und dennoch sprechen sehr viele Dänen und Niederländer Deutsch. Aber interesante Frage von Ihnen. Muss man denn in Deutschland zwei Sprachen lernen oder gibt es nicht auch Gymnasien, an denen Schüler nur eine Fremdsprache als Pflichtfach belegen müssen?
ich persönlich wäre schon richtig froh gewesen, wenn meine "akademisch gebildeten" Angestellten alle mit ihrer Muttersprache klar gekommen wären ;-)

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skiski-bowski 08.10.2015, 12:18
8.

Ich bin froh, sowohl Latein als auch Altgriechisch gelernt zu haben. Die Beschäftigung mit klassischer Literatur führte zumindest bei mir zu der Erkenntnis, daß unsere heutigen Probleme wie Fremdenhaß damals bereits akut waren, wir also seit rund 3.000 Jahren nichts, aber auch garnichts dazugelernt haben. Einerseits. Andererseits gab es seinerzeit schon Denkansätze, von denen wir heute noch zehren und von denen ich hoffe, daß sie langsam auch in den letzten Köpfen ankommen mag. Wie wir gerade eben wieder erleben, ist Demokratie noch nicht für jeden eine Selbstverständlichkeit. Wirr ist das Volk! Oder habe ich mich da nur verhört?

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bronck 08.10.2015, 12:20
9. Zeitverschwendung

Kinder in der Schule mit Altgriechisch oder Latein zu belästigen ist reine Verschwendung von Lebenszeit. 99,999% der Schüler werden das nie wieder in ihrem Leben benötigen. Das sind sogar noch weniger als die, die Mathe jemals wieder benötigen (nicht Rechnen!).
Die Schulfächer leben doch nur wegen des ehernen Beamtendreisatzes: "Das haben wir schon immer so gemacht. Da könnte ja jeder kommen. Denn wir haben das schon immer so gemacht."

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