Forum: Karriere
Familie und Karriere: Warum Väter die Elternzeit fürchten

Erst nahm der Bankkaufmann Elternzeit, dann wurde er aus dem Job gedrängt. Führt das Elterngeld aufs Abstellgleis? Drei Viertel der Väter verzichten auf die Familienpause, weil sie um ihre Karrierechancen bangen. Dabei*würde schon etwas Courage helfen.

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Meinungsmarktbeiträger 18.11.2011, 07:31
1. Elternzeit passt nicht zu Karriere ....

.... na und?

Zitat von sysop
[...] Drei Viertel der Väter verzichten auf die Familienpause, weil sie um ihre Karrierechancen bangen. Dabei würde schon etwas Courage helfen.
Mir hat man bei den "Kurzversionen" der Elternzeit von je 2 in 2 Blocks aufgeteilten Monaten bereits mitgeteilt, dass es einer Karriere nict gut tun würde, diese Zeiten zu nehmen.
Allerdings war da beiden Seiten klar, dass ich nie eine Karriere anstrebe, sondern mein persönliches Glück auch in wertvolleren Dingen, wie z.B. meiner Familie finden kann ...
... und Courage hät's da auch nicht gebracht.

Unsere Gesellschaft ist eben oft zu 100 % am Berufsleben ausgerichtet - und daran wird sie auch irgendwann zugrunde gehen.
Warum kann es nicht ausreichen, den Job einfach nur als das anzusehen, was er ist: Man braucht ihn in unserer Gesellschaft , um sich und ggf. seine Familie zu ernähren und zu "unterhalten"??

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janne2109 18.11.2011, 07:32
2. ..

Elternzeit ist für jede Karriere eine Bremse und man sollte es sich gut überlegen, denn es warten genug andere gut ausgebildete Arbeitskräfte die auf solche freiwerdenden Jobs jumpen und meist auch dann bleiben.

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iLady 18.11.2011, 07:33
3. Emanzipation für ALLE!

Männer fang an euch zu emanzipieren ...

euch steht es genauso zu, mitzuerleben wie eure Kinder das krabbeln lernen und sich entwickeln…
(bei uns in der Firma werden Männer eher schief angeschaut wenn sie nicht Minimum(!) 3 Monate bei ihrem Baby zuhause bleiben…) auch um ihre Partnerin zu unterstützen….

Wenn mehr Männer diesen Pioniergeist entwickeln würden dann würde es auch beruflich keine Nachteile mehr gebe weil es NORMAL wäre und man deswegen keinen großen Aufstand mehr machen würde….. Solange es nur vereinzelt gemacht wird (und die Männer untereinander sich das auch nicht gönnen) wird es solche Probleme geben…

Würden mehr Männern die Elternzeit nehmen, würden sie, auch für Frauen etwas Gutes tun. Weil dann Arbeitgeber nicht mehr automatisch bei der Einstellung davon ausgehen könnte, das FRAU ausfällt sondern er müsste auch bei einem Mann damit rechnen und demensprechend würde er mehr nach Qualifikation auswählen und weniger nach Geschlecht…

So oder so ist es also nur positiv wenn Mann sich die Zeit für Kinder und Familie nimmt… (auch für die Kinder ist es Positiv Papa mal kennenzulernen)

Es liegt an jedem einzelne wie modern wir unsere Gesellschaft erleben und leben wollen.. und es liegt an jeden einzelne offen für neue Gesellschaftsformen zu sein (das bringt eine Gesellschaft auch weiter)

Alleine die Familie ist heute schon so vielfältig und es gibt keine feste "Optik" mehr .. wir müssen lernen Partnerschaftsformen und Familienformen flexible zu sehen und mitzugestalten…

Und engstirnige Arbeitgeber die diese flexible Gesellschaft nicht mittragen, müssen lernen, dass sie zu den Verlierern gehören.. weil gute Fachkräfte werden sich dann Unternehmen suchen, die diese flexiblen Lebensformen unterstützen… (dabei ist egal ob es aus Sicht der berufstätigen Frau ist oder des berufstätigen Mannes)

Man erwartet von Arbeitnehmern immer mehr Flexibilität.. was Unternehmen gerne übersehen, dass Arbeitnehmer auch immer mehr Flexibilität erwarten … und das es bei der Arbeitssuche ein großer Faktor wird, auf den Arbeitnehmer schauen…

Und Männer…. fang endlich an euch zu emanzipieren und hört auf zu jammern das die emanzipierten Frauen euch das Leben so schwer machen.. Das Leben macht ihr euch selber schwer in dem ihr in Weltbildern von vorgestern feststeckt und viele Unternehmen tun das auch noch.. aber es liegt an uns allen das zu ändern und dafür zu sorgen dass es nicht so bleibt!

Emanzipation für ALLE!

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Schwede2 18.11.2011, 07:54
4. Wir haben keine heile Welt, ....

Zitat von sysop
Erst nahm der Bankkaufmann Elternzeit, dann wurde er aus dem Job gedrängt. Führt das Elterngeld aufs Abstellgleis? Drei Viertel der Väter verzichten auf die Familienpause, weil sie um ihre Karrierechancen bangen. Dabei*würde schon etwas Courage helfen.
...da nutzt auch das Gefasele von Frau Schröder und Frau von der Leyen gar nichts.

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Solid 18.11.2011, 08:00
5. Recht haben...

Recht haben und Recht bekommen sind zweierlei.
Zitat von
Das Gesetz steht schließlich eindeutig auf der Seite der Väter.
Kann schon sein, dass das Gesetz auf Seiten der Väter steht. Nur hilft das wenig, wenn es ernst wird. Denn dann muss man vor Gericht ziehen. Und vor Gericht und auf hoher See sind alle in Gottes Hand. Entscheidungen der Gerichte sind unvorhersehbar.

Dazu kommt, dass sich immer eine Kleinigkeit (aufgeladenes Handy) oder eine nette Begründung findet,warum derjenige nun entlassen werden muss. Oder man mobbt die Person ganz einfach aus dem Unternehmen.
Als Opfer steht man in unserem Staat nicht nur bei Gewalttaten sehr schnell ganz alleine auf weiter Flur.
Also sollte man sich sehr genau überlegen, ob man einem Gesetzgeber und Staat vertrauen will, der einem bei jeder sich bietenden Gelegenheit im Regen stehen lassen wird.

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abby_thur 18.11.2011, 08:04
6. So gesehen

Ich sehe das mal aus dem Blickwinkel nicht akademischer Männer in "gewöhnlichen" Berufen ohne Führungsverantwortung:

Man(n) nimmt keine Elternzeit, weil die Männlichkeit in Frage gestellt wird. Kann ich irgendwo verstehen, wenn auch nicht nachvollziehen. Männer sind da aber empfindlich.

Habe es aber auch schon gehört, dass der Chef einfach keine Elternzeit einwilligt wegen Projekte, die fertig gestellt werden müssen.
Ich denke, es wird kaum Männer geben die die Elternezit einklagen.

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F.X.Fischer 18.11.2011, 08:08
7. Umerziehung

Zitat von sysop
Erst nahm der Bankkaufmann Elternzeit, dann wurde er aus dem Job gedrängt. Führt das Elterngeld aufs Abstellgleis? Drei Viertel der Väter verzichten auf die Familienpause, weil sie um ihre Karrierechancen bangen. Dabei*würde schon etwas Courage helfen.
Will man die Geschlechter umerziehen? Ist es Aufgabe des Staates, den Menschen zu formen oder sollte in einer Demokratie nicht das Volk den Staat/Regierung/Gesetze bestimmen?

Wenn man Geschlechterrollen ändern will, so könnte man beim Trennungen das Sorgerecht bevorzugt den Vätern zusprechen!

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Matzeneun 18.11.2011, 08:08
8. Schöner Schein

Leider ist es so, dass das was offiziell von einer Firma kommuniziert wird, sich mit dem was tatsächlich praktiziert wird oft sehr unterscheidet. In unserer Firma wird die Elternzeit natürlich befürwortet, aber im Einzelgespräch mit Chef oder Abteilungsleiter erfährt man dann, dass man sich jetzt nach seinen 4 Monaten Elternzeit erst mal wieder hinten anstellen könne und kleinere Brötchen backen kann. Der positive Schwung, den man aus der Elternzeit mitbringt, nach 5 Minuten wieder verpufft. Auch im Intranet werden Elternzeiten als "Abwesend" gekennzeichnet. Soll wohl keiner auf die Idee kommen, dass wenn die Kollegen Schmidt und Krause Elternzeit nehmen, Kollege Müller auch noch auf die Idee kommt.

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Joinme66 18.11.2011, 08:09
9. liebe Frau Hucht

Esrt einmal: ich finde Sie haben vollkommen Recht mit mehr Courage zeigen gegenüber den Vorgesetzten. ich finde die Möglichkeit einer Elternzeit auch für Väter eine wunderbare Lösung.
Es ist aber wie so vieles was Politik und auch Sie nun hier nicht verstehen, oft fernab jeder Realität in Deutschland.

Sagen Sie mir bitte wie ich (ich gehe jetzt von der maximalen Elternzeit des Vaters aus) in dieser Zeit in einer Stadt wie München mit ~ 65% meines Einkommens auskommen soll, wenn die Mutter des Kindes selbst noch nicht Vollzeit arbeitet?
Wenn vielleicht schon Geschwister da sind und: Krippen, Kindergärten noch zusätzlich zu den immens hohen laufenden Kosten getragen werden müssen.
Sagen Sie mir wie ein Arbeitnehmer der für seine Familie soregn will udn muss egal ob Frau oder Mann, in unterbesetzten Abteilungen eine "Auszeit" von mehreren Monaten nehmen soll. Es mag ja sein das der Arbeitgeber sogar dafür ist. Der Solidariät der engsten Mitarbeiter kann man nicht immer sicher sein.

ich halte das Ganze für eine ganz große Augenwischerei. Ich will auch für meine Kinder da sein und bin das sogar überdimensional wie ich meine.
Es gibt aber noch ganz andere Fälle von Vätern die nicht einmal das können. Und diese müssen wie vor 100 oder 1000 Jahren trotzdem da sein um ihre Familie zu ernähren.

Klar da höre ich gleich wieder das ist ein: "Frau gehört hinter den Herd Typ"...nein bin ich überhaupt nicht.
Wegen mir können alle Frauen 50 Stunden arbeiten, ich würde gerne zu Hause bei den Kindern bleiben.

Hier muss ich das ganze System ändern und nicht die Männer die die Elternzeit nicht in Anspruch nehmen.

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