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Familie und Karriere: Warum Väter die Elternzeit fürchten

Erst nahm der Bankkaufmann Elternzeit, dann wurde er aus dem Job gedrängt. Führt das Elterngeld aufs Abstellgleis? Drei Viertel der Väter verzichten auf die Familienpause, weil sie um ihre Karrierechancen bangen. Dabei*würde schon etwas Courage helfen.

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Dampflok 18.11.2011, 13:04
100. Soviel dazu:

Vor der sog. "Elternzeit" für Männer kann nur gewarnt werden:
Erstens haben Männer nicht den selben Kündigungschutz wie Frauen. Frau kann drei Jahre lang wegbleiben - Mann nicht.
Zweitens werden die Rentenanwartschaften weiter der Frau zugeschrieben. Nur wenn sie unterschreibt, werden sie ihm zugeteilt - aber diese Unterschrift kann sie heimlich Jahre später wieder zurückziehen. Der Mann ist also auf das Wohlwollen der Frau angewiesen.

Drittens kann sich der deutsche Mann so rührend um das Kind kümmern wie er will - 90% der Sorgerechte gehen an Frauen. Schon eine erfundene Mißbrauchsbehauptung reicht in Deutschland um dem Vater das Sorgerecht und sogar das Besuchsrecht für alle Zeiten zu entziehen.

Die Elternzeit ist nicht dazu da um Väter ihren Kindern näherzubringen, sondern sie in der Karriere zu behindern um karrierewillige Frauen zu fördern. Ginge es um die Vater-Kind-Beziehung und um Gleichberechtigung, müßten die von mir genannten Punkte anders, nämlich geschlechtsneutral, geregelt sein.

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Diskutant_EF 18.11.2011, 13:07
101. .

Zitat von kfp
Als sich die Supermarktkassiererin, ursprünglich Dipl. Ing., auf die Stelle als Entwicklungsingenieurin beworben hat, wurde ihr gesagt, dass so ein Job Überstunden, ständige Erreichbarkeit .....
Mit Verlaub: Wer heute als Entwicklungsingenieurin mit sehr gutem Abschluss in einem gesuchten Berufsfeld trotz Nachwuchskräftemangel keinen Job findet, lässt ein paar andere Gründe für die Ablehnung in der eigenen Biographie vermuten als ausgerechnet das Geschlecht.

Dazu ist der Arbeitsmarkt für Fach- und Spitzenkräfte heute zu sehr ein Bewerbermarkt. Vielleicht hat Ihnen Ihre Bekannte ja nicht die ganze Geschichte erzählt.

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jimknopf107 18.11.2011, 13:14
102. ...

Zitat von kfp
.. bis sie schließlich mit Mühe und Not auf einem unterbesetzten Uniprojekt befristet für ein Doktorandengehalt untergekommen ist. (Das ist jetzt nicht frei erfunden, sondern im persönlichen Umfeld vorgekommen.) Beruflich entsprechend demotiviert wurde sie dann lieber schwanger und hat sich dankend aus der erwerblichen Berufstätigkeit verabschiedet...
Das ist ja schon mal eine tolle Ausgangslage für eine glückliche Familie, ich stell mir das gerade vor, wie das Kind die Mama zu den Hintergründen seiner Entstehung befragt, ein Dialog wäre dann also in etwa so: Mama, warum hast Du mich eigentlcih bekommen? / Ach weisst Du Kind, ich hatte mich damals wo beworben und die ganzen hochqualifizierten Männer in meinem beruflichen Umfeld waren das Reisen, den permanenten Stress, das Leben aus dem Koffer und die ständige Bereitschaft auf Abruf gewohnt, während das für mich etwas völlig neues gewesen wäre, deswegen hab ich den einen Job nicht bekommen. Das hat mich dann sooo frustriert, dass ich Dich bekommen habe.. *lol

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quadraginti 18.11.2011, 13:16
103. Nur

Zitat von Joinme66
..mehr Courage zeigen gegenüber den Vorgesetzten. ich finde die Möglichkeit einer Elternzeit auch für Väter eine wunderbare Lösung.
So kann nur jemand schreiben, der im öffentlichen Dienst ist.
Dort gibt es beamtengleiche Kündigungsschutz.
In Kleinbetrieben = weniger als 10 Arbeitnehmer gibt es garkeinen Kündigungsschutz.
Und unabhängig von der Betriebsgröße:Wer nach zB einem halben Jahr wiederkommt, hat die neusten techn. Entwicklungen nicht mitgekriegt. war nicht zu notwendigen Lehrgängen usw.

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Christian Krippenstapel 18.11.2011, 13:18
104. Männer an den Herd!

Zitat von tomberger_99@yahoo.com
Ich mache Elternzeit, als Mann, als Ingenieur gar - und nehme gleich fast 2 Jahre. Was muss man sich alles für dumme Sprüche anhören, im Betrieb sowieso, aber auch im wirklichen ......
Ihren Appell in Ehren, aber mit "Courage" und "einfach machen" ist es leider nicht getan. Dafür wird viel zu vielen Männern, die das sogar sehr gerne machen wollen per Gerichtsbescheid mitgeteilt, wo sie wirklich hingehören: auf Arbeit nämlich, um den Unterhalt dafür zu verdienen, was schon immer so war und anscheinend immer so bleiben soll - für die Mutter, die bei den Kindern zuhause ist. Frauenquote? Gerne! Wie wär´s mit 50% beim Sorgerecht? Dann würden sich ganz viele Probleme im Berufsleben ganz von selber lösen.

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tachoseal 18.11.2011, 13:20
105. Elternzeit in der Medizin: Nur für Mitarbeiter mit dickem Fell

Zwei Fallbeispiele aus einer süddeutschen Universitätsklinik.

1. Ein Assistenzarzt machte seinem Chef gegenüber (als erster männlicher Mitarbeiter seiner Abteilung: Hut ab) seinen Anspruch auf Elternzeit geltend. Er wurde als Weichei tituliert und ihm wegen der zu erwartenden Fehlzeit Schwierigkeiten mit der weiteren Ausbildung zum Facharzt in Aussicht gestellt. Die Elternzeit hat er trotzdem in Anspruch genommen.

2. Einem jungem Facharzt einer anderen Abteilung wurde nach seinem Antrag auf Elternzeit hin vom ärztl. Direktor mitgeteilt, dass er bloß nicht damit rechnen solle, in Zukunft eine Oberarztstelle an dieser Klinik zu bekleiden.

So sieht's leider aus.

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Parzival v. d. Dräuen 18.11.2011, 13:51
106. .

Zitat von rorrim
Warum werden denn hier keine Quoten eingeführt? Ein Arbeitgeber muss eine Quote von 30% Männern bei der Elternzeit erfüllen, wenn nicht, dann drohen empfindliche Strafen!
Warum führen wir nicht einfach die Planwirtschaft ein und geben auch die Geburtenquote vor? Laufen Sie sich schon mal warm.

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hfftl 18.11.2011, 13:59
107. .

Zitat von iLady
Klar, die böse emanzipierte Frau die euch Männer wieder nur schaden will zum egoistischen eigene Vorteil *augenroll* rede dir das nur ein das alle Frauen euch nur böses wollen den dann jammern…
Wie albern ist das denn! Erst den Foristen zu zitieren, so dass jeder lesen kann, was er geschrieben hat - um ihm dann Dinge um die Ohren zu hauen, die er NICHT geschrieben hat?
Es geht nicht darum, dass Frauen Männern "Böses" wollen (von Ausnahmen abgesehen), sondern dass sie egoistisch für sich selbst alles Gute wollen und ihnen dabei schnurzpiepegal ist, welche Konsequenzen das für Manner hat.

Zitat von iLady
Schon mal in den Sinn gekommen, dass eine Verbesserung für Frauen auch gleichzeitig eine Verbesserung für Männer sein könnte?
Manchem blauäugigen Naivling ist das vor 30 Jahren sicherlich in den Sinn gekommen. Da in der Zwischenzeit sämtliche Verbesserungen für Frauen einseitig auf Kosten der Männer gingen, hat sich diese Naivität zum Glück weitestgehend erledigt.

Zitat von iLady
Die Arbeitswelt muss moderner werden und die verschiedenen Lebensformen ermöglichen… [Sie wird davon profitieren!]
Und wann gründen Sie anstelle Ihres Wolkenkuckucksheims ein reales Unternehmen, um Ihre abgehobene Theorie in der Praxis zu beweisen? Wahrscheinlich nie - zuviel Stress, oder?

Zitat von iLady
Alles was ich mir wünsche: Das alle Wege allen offen stehen die Karriere für die Frau/Mann (sofern sie/er den will) und auch Hausfrau/Hausmann zu sein sofern sie/er das den will … Kinder bekommen, oder auch nicht… (ok das kann nur Frau.. aber ab der Geburt könnte ihr 100% beteiligt sein)
Das wird einer der Hauptgründe sein, warum verantwortungsvolle Jobs eher mit Männern besetzt werden - die mögen zwar auch ihre realitätsfernen Wünsche hegen, aber sie tragen dieses Wunschdenken nicht als Anspruch in den Job hinein.

Zitat von iLady
Frauen sind NICHT grundsätzlich eure Feinde!!!!
Nein, sind sie nicht. Genauso wenig, wie sie grundsätzlich vertrauenswürdige, loyale Partnerinnen sind.

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takeo_ischi 18.11.2011, 14:05
108. .

Zitat von iLady
Männer fang an euch zu emanzipieren ... euch steht es genauso zu, mitzuerleben wie eure Kinder das krabbeln lernen und sich entwickeln… (bei uns in der Firma werden Männer eher schief angeschaut wenn sie nicht Minimum(!) 3 Monate bei ihrem Baby zuhause bleiben…) auch um ihre Partnerin zu unterstützen….... Emanzipation für ALLE!
Prinzipiell ein guter Beitrag.
Nur der Schlusssatz stösst einem übel auf.
Das hört sich dann schon sehr nach linksautoritärer Zwangsbeglückung an. 'Emanzipation/Gesundheit etc. für ALLE' ist eine totalitäre Forderung, die dem Individuum und dessen individuellen Bedürfnissen entgegensteht.
Die Frau hat z.B. auch das Recht sich einen Mann zu suchen der sie schlecht behandelt, wenn Sie das will. Sie muss sich nicht emanzipieren müssen.
In einer freien und liberalen Gesellschaft hat der Mensch auch das Recht unglücklich zu sein. Die funktionierende Gesellschaft muss nur die Rahmenbedingungen schaffen, dass der, der glücklich sein will dies auch erreichen kann.

Diese Rahmenbedingungen sind m.E. in D bei der Kindererziehung (bis auf den flächendeckenden Ausbau der Kitas) schon gegeben. Es gibt genug Branchen, wo es keinerlei Hindernis darstellt, ob man Frau ist oder Mann Frau ist, und es auch keine Probleme gibt, wer die Elternzeit nimmt. Bei Ihnen in der Firma scheint es ja auch so zu sein.
Vor allem in Mittelstand, Handwerk, bei Kreativen und Freiberuflern ist man schon lange auf dem Trichter, dass nur glückliche Arbeitnehmer wirklich gute und opferbereite Arbeitnehmer sind. Bei uns ist es z.B. daher auch selbverständlich, dass die Elternzeit respektiert wird. Wer vorher die Qualifikation als z.B. Projektleiter hatte, hat sie auch nach einem Sabbatjahr (es muss also nichtmal ein Erziehungsauftrag sein) noch egal ob Männlein oder Weiblein.

Vor allen große Firmen, die immer noch glauben, der Erfolg käme durch Wegbeissen, scheinen sich mit einer Combo aus Karriere und Familie prinzipiell noch schwer zu tun. Das ist aber keine Frage des Geschlechts und auch deren Sache.
Dort muss man sich entscheiden für Job oder Kind. Und diese Entscheidung gilt auch für Männer.

Das etwas paradoxe, mit dem sich vor allem wir Männer oft schwer tun, ist, dass wir erst erfolgreiche Player sein müssen um euch zu becircen und begatten zu dürfen, aber andererseits sollen wir dann gleichzeitig auf die Kinder aufpassen, während ihr selbst erfolgreiche Playerinnen und erfolgreiche Mütter werden wollt. Das bringt unsere Männerhirne oft zur logischen und logistischen Implosion.

Man muss sich also nur einen Lebensentwurf zimmern, der den eigenen Bedürfnissen gerecht wird, der aber auch den allgemein gültigen Grundsatz:
'Man kann nicht immer alles haben, und vor allem nicht gleichzeitig.' verinnerlicht.

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Benefit 18.11.2011, 14:11
109. .

Zitat von brunokoch
Die Inanspruchnahme von Elternzeit ist also eine Verbesserung. OK, nur warum ist sie es für Frauen denn dann nicht?
Ja, Verbesserung, weil Mann wie Frau diese Möglichkeit offensteht.
Zitat von brunokoch
Eben nicht. Ein Mann hat in der Praxis, im Gegensatz zur Frau, nicht die Möglichkeit zu Hause zu bleiben, aus einer Vielzahl von Gründen.
Und der Grund dafür ist welcher?

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