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Favoriten der Firmen: Online-Bewerbung holt stark auf

Noch bevorzugt eine knappe Mehrheit der Unternehmen Bewerbungsmappen mit der guten alten Schneckenpost. Aber die papierlose Variante liegt fast gleichauf: Inzwischen wollen 39 Prozent der Personalchefs Bewerbungen per E-Mail oder Online-Formular, wie eine neue Studie zeigt.

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justaguy85 02.05.2011, 21:36
1. Ehrlichkeit an erster Stelle

Zitat von emschneider
Sind da unsere, des Lesens ohnmächtige BWL Generationen am wirken ? Eine Bewerbungsmappe, handschriftlich und ohne Fettflecke wie auch Eselsohren eingereicht sagt mehr als eine gefakte, in feinstem Garamont gesetzte Bewerbung. Die neudeutschen Technokraten, geadelt durch Edelhandys und IPads meinen im Zug der Zeit zu leben, oder zumindest verstanden zu haben. Denkste lieber Bewerber. Personaler werden auch in hundert Jahren nach traditionellen Kriterien urteilen. Ehrlichkeit ist angesagt. Habe ich, in nicht verantwortlicher, aber beratender und mit auswählender Funktion erlebt. Mensch, was haben wir gelacht... wenn schon die Adresse, schlimmer noch der eigene Name fehlerbehaftet war. Tröstlich waren immer die Bewerber, die ehrlich Ihren Lebensumstände geschildert haben. Die dann auch den Job erhalten haben und auf der Leiter auf der vorletzten Sprosse stehen. Blender und aufgeblasene Lügner hatten nie eine Chance. So ihr abgewiesenen und frustierten Bewerber... so sieht die berufliche Wirklichkeit aus. Gong zum ersten Niederschlag ist erklungen.
Ich bin mir nicht ganz sicher ob ich es richtig auffasse, aber wollen sie damit sagen dass online Bewerbungen prinzipiell "unehrlich" wirken?
Und wenn ja, wieso das?

Ich nämlich (und viele meiner Kollegen) bevorzuge eine Online Bewerbung. Kostet weniger, spart Zeit und ist effizient. Ehrlichkeit steht in der Online Bewerbung genauso an erster Stelle

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ElizIza 03.05.2011, 07:10
2. ....

Zitat von emschneider
Eine Bewerbungsmappe, handschriftlich und ohne Fettflecke wie auch Eselsohren eingereicht sagt mehr als eine gefakte, in feinstem Garamont gesetzte Bewerbung.
Könnte den Eindruck erwecken, dass der Bewerber von Computern noch nie was gehört hat, zumindest ungeübt ist. Schlecht.
Zitat von
Ehrlichkeit ist angesagt. (...) wenn schon die Adresse, schlimmer noch der eigene Name fehlerbehaftet war.
Ist ds ein KO-Kriterium, hat aber nichts mit handschriftlich, gedruckt oder online zu tun. Lügen kann man auch in allen drei Fällen.

Zitat von
Tröstlich waren immer die Bewerber, die ehrlich Ihren Lebensumstände geschildert haben. Die dann auch den Job erhalten haben
"Hatte keinen Bock auf Schule und hab' sie geschmissen, anschließend bischen gejobbt"
ist ggf auch ehrlich. Der Bewerber bekommt bei Ihnen eine Stelle?

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Hamberliner 03.05.2011, 08:22
3. Optimierung geht nur rechnergestützt

Zitat von emschneider
Sind da unsere, des Lesens ohnmächtige BWL Generationen am wirken ? Eine Bewerbungsmappe, handschriftlich und ohne Fettflecke wie auch Eselsohren eingereicht sagt mehr als eine gefakte, in feinstem Garamont gesetzte Bewerbung.
Nur wenn man maximal viele Bewerber bewältigen kann, hunderte, tausende, mehr als ein Mensch an Bewerbungen durchlesen kann, und die Vorauswahl im Sinne einer Optimierung automatisiert, wird man den wirklich besten Kandidaten finden. Die finale Durchsicht klassischer CVs kommt erst ganz zum Schluss. Die automatisierte Vorauswahl, die Optimierung, erfordert natürlich einen ganz anderen Informationseingang als eine elekronische Version der traditionellen Bewerbung, denn welche Merkmale auf den Bewerber zutreffen und welche nicht wird man ihn natürlich direkt an einem Online-Formular anklicken lassen anstatt mühsam den Bewerbungtext von entsprechender Software analysisren lassen zu wollen. Mir wird immer ganz anders, wenn ich erlebe, dass Arbeitgeber sich mit Händen und Füßen dagegen wehren, dass ihre Stellenausschreibung auch wirklich öffentlich wird, weil sie Angst vor einem Berg aus zehntausend Bewerbungsmappen haben. Hinzu kommt die Angst vor Spammails und die Unfähigkeit, sich vor diesen zu schützen. Das sehe ich als Ursache für die Dummheit, z.B. die älteste deutschsprachige Online-Stellenbörse nicht mehr zu benutzen, die Newsgroups de.markt.arbeit.*

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rosenvater 03.05.2011, 12:29
4. Hä?

Zitat von emschneider
Denkste lieber Bewerber. Personaler werden auch in hundert Jahren nach traditionellen Kriterien urteilen. Ehrlichkeit ist angesagt. Blender und aufgeblasene Lügner hatten nie eine Chance.
Was hat denn bitte das Medium der Bewerbung mit den Kriterien zu tun? Blender und aufgeblasene Lügner werden auch bei einer Online-Bewerbung nicht genommen. Und Online-Bewerbungen sind nun mal für beide Seiten viel praktischer.

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rosenvater 04.05.2011, 14:05
5. Quatsch

Zitat von emschneider
Ist wie im Internet oder am Telefon. Sie werden angerufen, angemailt. Ihr Gegenüber labert sie voll. Ich bin, ich habe, ich werde, ich will... sie fragen kritisch nach. Äh, da werde ich wohl noch etwas nachreichen müssen. Realfall... vor dem Personaler. Die sind durch jahrelange Erfahrung geschult, dem Aspiranten an der Gestik, der Körpersprache gesamt (die haben alle Sami Molcho studiert), der Sitzhaltung, ja sogar an der Gesichtsfarbe nachzuweisen ob ein Talent oder ein talentierter Blender vor ihnen sitzt. Eine Firma die um elektronische Bewerbungen bittet ist im Normalfall nicht seriös. Mag ja bei Internetbuden funktionieren. Ab dem gehobenen Mittelstand will der Chef, so er keinen Personalchef hat, wissen wen er da einstellt. Und das von Angesicht zu Angesicht.
Zur Info: bnei einer Online-Bewerbung werden lediglich die Unterlagen statt mit der Post entweder per email oder Bewerber-Portal an das Unternehmen geschickt. Ein oder mehrere Gespräche finden trotzdem statt... und wenn Sie große Energiekonzerne, Versicherungen etc. als "unseriös" bezeichnen, haben Sie einfach keine Ahnung.

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rosenvater 04.05.2011, 21:04
6. Nun ja

Zitat von emschneider
Mag sein, aber ich hatte nicht unbedingt Energiekonzerne und Versicherungen im Visier. Die Leuchten unserer Wirtschaft... wie Sie vermuten. Ich dachte eher an Firmen die vernünftige, nachvollziehbare Produkte herstellen, die auch von dem "Mann auf der Straße" verstanden werden. Schreiben Sie was auch immer Sie wollen. Weit über 40 Jahre Erfahrung in meinem Job lassen mich aushalten dass Sie mir "keine Ahnung" vorwerfen. Noch was, was ist schneller gelöscht ? Die Schrott E-Mail oder das vertrauliche Schreiben eines sorgfältigen Bewerbers ?
Wenn Sie seit 40 Jahren im Beruf sind, gehe ich mal davon aus, dass Sie den alten Traditionen treu sind.EMails im Geschäftsverkehr unterliegen denselben Gepflogenheiten: auch Papierbewerbungen kann ich, wie eMails, "entsorgen".Oft werden Sie aber als Bewerber darauf hingewiesen, dass die Daten mit Ihrem Einverständnis gespeichert werden.Sollte mal wieder jemand gesucht werden, kann das Unternehmen dann einfach nach einem passenden Kandidaten suchen.Ja, die Welt verändert sich.Auch in Unternehmen, die Produkte herstellen, "die der Mann auf der Straße versteht".Was auch immer das heißen mag.Und eine EMail-Bewerbung hat, ebenso wie das was Sie kennen von der Post, als Anlage ein Bewerbungsschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse.Wie gesagt, bringt einfach nur nicht mehr der Mann von der Post...

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Michael Giertz 04.05.2011, 21:31
7. Nicht nur bei den Personalern

Zitat von sysop
Noch bevorzugt eine knappe Mehrheit der Unternehmen Bewerbungsmappen mit der guten alten Schneckenpost. Aber die papierlose Variante liegt fast gleichauf: Inzwischen wollen 39 Prozent der Personalchefs Bewerbungen per E-Mail oder Online-Formular, wie eine neue Studie zeigt.
Auch bei den Bewerbern. Ich habe die letzten 3 Jahre keine (!) einzige Papierbewerbung mehr verschickt. Wieso?

1. Weil ich nur begrenzte finanzielle Mittel für Bewerbungsmappen habe.
Ich kann also nie mehr als zwischen 5 bis 10 Bewerbungen gleichzeitig laufen haben. Bei Online-Bewerbungen kann ich dagegen 50 und mehr gleichzeitig laufen lassen - und muss nichtmal drauf hoffen, dass irgendein Unternehmen die auch zurückschickt.
Klar, das Arbeitsamt zahlt pro Bewerbung - aber das deckt halt nicht die Kosten ...

2. Weil nicht jedes Unternehmen gedruckte Bewerbungen auch zurückschickt oder sich auch nur genötigt fühlt, in absehbarer Zeit zu antworten, muss ich beständig neue Bewerbungsphotos, Mappen und Papier beschaffen, dazu kommen noch die Druckkosten.
Online-Bewerbungen kosten mich höchstens einmal etwas: nämlich ein halbwegs ordentliches Photo schießen. Der Rest ist schnell gemacht; wer eine Online-Bewerbung mal gemacht hat, hat alle Unterlagen eingescannt und fügt die nur noch zusammen - fertig.
Es entfällt das Ausgedrucke, die Sortiererei ... wo ich vorher 'ne Stunde gebraucht habe, sind es jetzt nichtmal mehr 10 Minuten.

3. Auch die Post versendet nicht kostenlos; ich brauche Briefmarken und natürlich Versandtaschen.
Was brauch' ich für meine Online-Bewerbung? Internet (Flat) und sonst nix - und die habe ich bereits, ist also keine spezielle Anschaffung. Kein Gang zur Post, kein Beschaffen von Briefmarken ...

Also sagen wir mal so: die gedruckte Bewerbung ist für mich Auslaufmodell. Mit Online-Bewerbungen kommt man, insbesondere in technischen Berufen, wesentlich schneller und kostengünstiger ans Ziel. Und wer mehr Zeit hat und weniger investieren muss, kann mehr Bewerbungen verfassen und damit seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen.

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Michael Giertz 04.05.2011, 21:43
8. Teil 2

Zitat von Michael Giertz
Auch bei den Bewerbern. Ich habe die letzten 3 Jahre keine (!) einzige Papierbewerbung mehr verschickt. Wieso? [...]
Bevor übrigens der falsche Eindruck entsteht: ja, ich fahre damit sehr gut. Hier in Süddeutschland bekommt man recht schnell eine gute Stelle - gesetzt dem Fall, die fachliche Qualifikation stimmt. Meine aktuelle Stelle jedenfalls hab' ich einer unkomplizierten Onlinebewerbung zu verdanken - überzeugen kann man die Personaler dann vor Ort mit einem guten Vorstellungsgespräch und einem Ansichtsexemplar der Unterlagen (in meinem Fall ist das fast eine Broschüre - gebunden & auf Hochglanzpapier mit über 20 Seiten).

Spart wirklich eine MENGE Geld, wenn man wirklich VIELE Bewerbungen rausschickt. Und leider ist es nunmal so, dass man im Schnitt inzwischen 20 - 50 Bewerbungen versendet, bevor EIN Vorstellungsgespräch abfällt.

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rosenvater 04.05.2011, 22:19
9. Ja

Zitat von Michael Giertz
Bevor übrigens der falsche Eindruck entsteht: ja, ich fahre damit sehr gut. Hier in Süddeutschland bekommt man recht schnell eine gute Stelle - gesetzt dem Fall, die fachliche Qualifikation stimmt. Meine aktuelle Stelle jedenfalls hab' ich einer unkomplizierten Onlinebewerbung zu verdanken - überzeugen kann man die Personaler dann vor Ort mit einem guten Vorstellungsgespräch und einem Ansichtsexemplar der Unterlagen (in meinem Fall ist das fast eine Broschüre - gebunden & auf Hochglanzpapier mit über 20 Seiten). Spart wirklich eine MENGE Geld, wenn man wirklich VIELE Bewerbungen rausschickt. Und leider ist es nunmal so, dass man im Schnitt inzwischen 20 - 50 Bewerbungen versendet, bevor EIN Vorstellungsgespräch abfällt.
Dem kann ich nur zustimmen, ging mir genauso und ich hatte noch nichtmal ein " Ansichtsexemplar" meiner Unterlagen...aber offensichtlich wird schon manchmal gefaked, denn ab und zu wurde ich gebeten, meine Original-Zeugnisse mitzubringen. ich finde das auch für beide Seiten einen super entspannten Weg (allerdings musste ich bisher auch nie 100 e von Bewerbungen verschicken wie so manch anderer).Toi,toi,toi.

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