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Fehlende Lkw-Fahrer: Spediteure warnen vor "Versorgungskollaps"
DPA

Sie transportieren alles, was das Land braucht - doch Arbeitsbedingungen und das Image des Berufs schrecken den Nachwuchs ab: 60.000 Lkw-Fahrer fehlen derzeit deutschlandweit. Spediteure schlagen Alarm.

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ziehenimbein 15.05.2019, 00:45
130. Das sind doch mal gute Nachrichten!

Weniger Fahrer, dürfte bessere Löhne und weniger Lkws auf den Straßen bedeuten, bei leicht steigenden Preisen. Viel Billigkram wird teurer werden beim Rest dürfte es sich im Rahmen halten. Ich denke, man kann bei dem Thema bleiben. Jeder Lkw weniger ist ein Gewinn!

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Sibylle1969 15.05.2019, 07:26
131.

Bei Personalknappheit müssten eigentlich die Löhne steigen, wenn der Arbeitsmarkt nach Angebot und Nachfrage funktionieren würde. Und dann müssten in der Konsequenz die Preise für die zugrundeliegende Dienstleistung steigen. Das gilt für Speditionen und auch für Paketdienste.

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kangootom 15.05.2019, 07:53
132. Was fehlt beim Wechsel auf die Schiene?

Der Schienentransport hat den Nachteil, dass man an fixe Strecken, wenige Ladepunkte und einen Fahrplan gebunden ist. Das gleiche Problem wie beim Personenverkehr. Von Stadt zu Stadt bin ich schnell per Bahn unterwegs. Aber von Dorf zu Dorf ist das Auto schneller. Es fehlen Übergangspunkte, also Bahnhöfe oder Verladepunkte an der Autobahn. Der aus politischen Prestigegründen durchgesetzte Bahnhof Montabaur ist ein Paradebeispiel dafür die Landbevölkerung von der Straße auf die Schiene zu bringen: Der Bahnhof ist direkt an der Autobahnabfahrt und ist somit für die Bewohner im Umland perfekt zu erreichen.

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MioMioMimi 15.05.2019, 11:00
133.

Da habe ich wenig Mitleid mit den Speditionen. Zahlt höhere Löhne, verbessert die Arbeitsbedingung und dann finden sich auch wieder Fahrer.
Ein zusätzlicher Schritt wäre natürlich noch ein separates Schienennetz für den Güterverkehr aufzubauen um so ingesamt Anzahl der benötigten LKWs zu senken.

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mr-mucki 16.05.2019, 10:14
134. Bahn und Schiffsgüterverkehr ausbauen

per EU Regulierung müssten es, mit Ausnahme von Lebensmitteln, Pflanzen und Medikamenten, verboten werden Güter auf der Strasse zu transportieren. dazu müsste der Bahn und Binnenschiffsverkehr ertüchtigt werden und grosse Umschlagbahnhöfe gebaut werden. Die letzten 10 bis 30 km dürfen jedoch wieder mit LKW absolviert werden, da nicht jeder Betrieb sich ein Bahnanschluss leisten kann (Z.B. die kleine Schlosserei die Stahlträger benötigt).
Das wird zwar die "Just in time Idee" vernichten und Betriebe müssen grössere Lagerkapazitäten aufbauen, aber die Umwelt, das Budget der Verkehrsministers und die Strassenverkehrsumfallstatisik wird davon massiv profitieren.

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mueller23 16.05.2019, 16:45
135. Mehr Güter auf die Bahn

Containerterminals bauen, vielleicht in Küstrin (oder irgendwo eine Brücke über die Oder bauen), alles was aus Polen, den baltischen Staaten, Weißrussland, Ukraine etc kommt ab auf die Bahn. Selbiges im Süden, wo die Ware vom Balkan ankommt (Passau?). Standorte lassen sich finden.
Die osteuropäischen Lkw-Fahrer können wieder nach Hause zu ihren Familien fahren.

Weitere Terminals bauen in Emmerich, Aachen, Saarbrücken, Weil am Rhein oder sonstwo.
Westeuropäische Lkw-Fahrer übernehmen die Fracht.
Es spricht auch nichts dagegen, einen Container aus Osteuropa bis Duisburg oder Köln per Bahn zu transportieren.
Oder direkt bis Rotterdam, Paris, Madrid oder sonstwohin.
Die Autobahnen sind ohnehin überbelastet (Tendenz steigend), Lkw schädigen die Fahrbahn, alle paar Jahre muss für viel Geld ausgebessert werden.
Lkw-Fahrer sind manchmal Monate in ganz Europa unterwegs ohne ihre Familie zu sehen. Kein Wunder, dass sich da kein Nachwuchs aufdrängt.
Lohndumping ist auch eine Katastrophe, der rumänische Fahrer, der für den Sub-Sub arbeitet, verdient auch nur so viel, dass es noch gerade zum Überleben reicht.
Letztens habe ich etwas Verpackungsmüll in eine Tonne auf einer Autobahnraststätte geworfen,
die war voll mit Vodkaflaschen. Hallo? Nächste Tonne aufgemacht: auch Vodkaflaschen ohne Ende.
Vor dem Tablet onanieren mit dem Gedanken im Kopf: meine Frau treibts mit jemand anderem, weil ich sowieso nie da bin.
Das ist die bittere Realität.

Der Vollpfosten Mehdorn investierte lieber bei Schenker, oder in maltesische Busunternehmen.

Die Deutsche Bahn war sogar so dämlich, den Gleisanschluss eines Steinbruch-Betriebes stillzulegen, der Schotter für Bahntrassen liefert.

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matthiasbohnhausen 17.05.2019, 17:58
136. Wenn man

Joghurt nicht vom Allgäu nach Hamburg karrt, wenn man Bier nicht von Flensburg nach Berchtesgaden karrt, wenn man Mineralwasser(!) nicht von Frankreich aus über ganz Deutschland verteilt - dann könnte der Bedarf an LKW-Fahrern wohl schon etwas sinken.

Drei Sorten Joghurt im Supermarkt statt 27 Sorten werden wohl keine Hungersnot auslösen. Und mit fünf Sorten Bier kann man sich genau so effektiv abschädeln wie mit 33 Sorten.

Unser grenzenloser Hedonismus generiert diese schwachsinnigen LKW-Touren.

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stelzerdd 20.05.2019, 11:08
137. Immer dieses unsinnige Argument Schiene???

Zitat von Helge73
Was bringt es, wenn die Ware auf die Schiene soll, der nächste Güterbahnhof aber 50 oder mehr Kilometer weit entfernt liegt? Deutschland besteht eben nicht nur aus Berlin, München und Hamburg. Gerade in den Randregionen sitzt viel produzierendes Gewerbe. Die kriegen oder versenden Ihre Waren in erster Linie per LKW. Denn die Bahn gibt es schlicht nicht vor Ort. Zudem ist die Bahn noch ineffektiv und schlecht ausgerüstet. Die Menge an Gütern würde die Bahn schlicht nicht transportieren können. Das liegt auch daran, dass in Deutschland die gesamte Infrastruktur über Jahrzehnte kaputt gespart wurde. Die Fertigstellung neuer Projekte dauert meist Jahrzehnte. Änderungen ist nicht in Sicht. Der Flughafen Berlin ist kein Einzelfall. In meiner Region wird seit 30 Jahren über eine Umgehungsstraße (Bundesstraße) debattiert, geklagt und gestritten. Die Straße würde Staus und riesige Umwege minimieren helfen. Aber wir lavieren uns weiter durch wie in den letzten Jahren. Es muss und wird ja auch niemand Verantwortung dafür übernehmen.
Da bleibt mir die Spucke weg. In Ostdeutschland gab es 1990 jede Menge Güterbahnhöfe und tausende Gleisanschlüsse für Betriebe.
Da wurde quasi das letzte Erzgebirgstal erreicht.
Bereits damals war klar, daß der LKW-Güterverkehr eine Sackgasse ist.
Man hat munter weitergemacht und auch im Osten die Infrastruktur zerstört, die im Westen schon Jahre zuvor kaputtgemacht worden war.

Heute brüstet man sich, wenn man irgendwo die rechte Autobahnspur elektrifiziert und darauf LKW autonom fahren läßt. Früher nannte man sowas "Schiene", nur daß es mit Metallrädern auf Metallschienen keines Gummireifens mit großem Rollwiderstand und keines Computers zum Spurhalten bedurfte.

Meiner Meinung nach müßte der Neubau von Straßen (bis auf ein paar Umgehungen) komplett eingestellt werden. Zugunsten der Erhaltung von Straßen und vor allem zugunsten von Schienenverbindungen.

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hoeffertobias 24.05.2019, 11:01
138. War klar, ...

Zitat von syracusa
Was kann man den Spediteuren schon anderes raten als faire Löhne zu zahlen und menschenwürdige Arbeitsbedingungen zu schaffen? Die Misere ist zu 100% selbstverschuldet, Mitleid ist vollkommen unangebracht, staatliches Handeln nicht erforderlich.
... dass es im Zeitalter des Populismus keine 5 Kommentare brauchte, um mit extrem einfachen "Lösungen" um die Ecke zu kommen. Dass die Probleme deutlich vielschichtiger sind, brauche ich Innen wohl nicht einmal versuchen zu erklären, oder?

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hoeffertobias 24.05.2019, 11:07
139. Un wer bitte soll ...

Zitat von matthiasbohnhausen
Joghurt nicht vom Allgäu nach Hamburg karrt, wenn man Bier nicht von Flensburg nach Berchtesgaden karrt, wenn man Mineralwasser(!) nicht von Frankreich aus über ganz Deutschland verteilt - dann könnte der Bedarf an LKW-Fahrern wohl schon etwas sinken. Drei Sorten Joghurt im Supermarkt statt 27 Sorten werden wohl keine Hungersnot auslösen. Und mit fünf Sorten Bier kann man sich genau so effektiv abschädeln wie mit 33 Sorten. Unser grenzenloser Hedonismus generiert diese schwachsinnigen LKW-Touren.
... den Unternehmen verbieten, die 24 anderen Sorten Joghurt auf den Markt zu bringen? Der Staat? Das hatten wir schon mal. Das Resultat waren nicht nur zumindest zeitweise NULL Sorten Joghurt, sondern auch verdreckte Flüsse, verdreckte Luft und ein nie dagwesener raubbau an der Natur. Dann lieber 27 Sorten Joghurt und - wenn man es neutral betrachtet - saubere Luft und saubere Flüsse.

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