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Fehlende Lkw-Fahrer: Spediteure warnen vor "Versorgungskollaps"
DPA

Sie transportieren alles, was das Land braucht - doch Arbeitsbedingungen und das Image des Berufs schrecken den Nachwuchs ab: 60.000 Lkw-Fahrer fehlen derzeit deutschlandweit. Spediteure schlagen Alarm.

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g_bec 14.05.2019, 15:52
30. Nichts

Zitat von nopsi
Da sieht man mal was für Auswirkungen das fehlen der Wehrpflicht UND der neue tolle EU Führerschein (seit 1999) hat. Was das damit zu tun hat?
Nichts hat das damit zu tun. Bitte informieren Sie sich, welche Voraussetzungen jemand erfüllen muss, um gewerblich Güter transportieren zu dürfen. Tipp: Ein BCE-Schein reicht dafür nicht aus.

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person10 14.05.2019, 15:57
31. Werden eh alle durch automatisiertes Fahren ersetzt

Gute Entwicklung, weil das dauert zwar noch ein paar Jahre, aber in spätestens 10 Jahren ist das alles tempi passati und macht man sich ganz andere Sorgen. Die Spediteure sollten sich darauf vorbereiten.

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hup 14.05.2019, 15:57
32. Von armen Speditionen und ärmeren Fahrern und schuldigen Endkunden

Zitat von phthalo
Das man einfach nur faire Löhne Zahlen soll, ist wohl ein wenig kurzsichtig gedacht. Ich bin mir mal ziemlich sicher, dass die ganzen Speditionen zum großen Teil jeden Cent umdrehen, um nicht pleite zu gehen. Letztlich sind die Verbraucher gefragt, mehr für die transportierten Produkte zahlen zu wollen. Dann könnten dieses Geld auf die Fahrer zum Teil umgelegt werden. Aber wir Verbraucher sind v.a. an einem interessiert: Billig, billig, billig.
Komisch, der einzige der in der wirtschaft nicht rational sondern sozial handeln soll ist der Endkunde.

Wenn Logistik so ein mieses Business wäre, dann würden sich nicht so viele Markteilnehmer finden - den größeren Speditionen geht es durchaus gut.

Es ist totaler quatsch immer zu fordern "dass der Verbraucher bereit sein soll mnehr zu zahlen" - wo soll ich denn meinen Obulus für den Fahrer hin überweisen? Ich werde schlicht das zahlen was verlangt wird - und der Preis entsteht in Konkurrenz, Logistik und Transport wird praktisch nirgends extra ausgewiesen im Gesamtpreis.

Wenn das zu ruinös wird, dann muss der Staat gleiche Rahmenbedingungen für alle Anbieter schaffen, also Mindestlöhne und Arbeitsbedingungen festlegen. Dann kann der Wettbewerb unter diesen Vorzeichen neu stattfinden.

Vor allem aber kann der Staat bei seinen eigenen Aufträgen mit gutem Beispiel vorangehen: Nicht per Ausschreibung den billigsten suchen, sondern auch hier soziale Kriterien mit einbeziehen. Warum passiert denn das nicht?

Der Verbraucher will es weder billig noch teuer, er kann nur unter dem auswählen was ihm angeboten wird - und den Anbietern wird keine Pistole an den Kopf gehalten anzubieten. Wenn ein Anbieter dumpt, dann ist das nicht die Schuld des Kunden, sondern seine. Wenn ein Markt sich nicht selbst reguleiren kann, dann muss das der Staat machen. Genau das ist soziale Marktwirtschaft.

In der Bringschuld ist hier nur einer: Der Gesetzgeber, und zwar ohne sich von der Speditionslobby beeinflussen zu lassen. Der Verbraucher hat keine Ahnung - kann keine Ahnung haben - wieviel Ausbeutung in den einzelnen Teilen eines komplexen Gutes steckt, egal ob es Rohstoffe, Energie, Arbeit oder Transport ist. Wie soll er auch? Und es ist nicht sein Job. Das haben wir aus guten Gründen outgesourct an den Gesetzgeber und Behoerden, die aufgrund gesetzlicher Grundlagen diese Dinge kontrollieren sollen. Nur so kann das was werden.

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Timbuk3 14.05.2019, 15:57
33. Ergebnis

Die Bahn abgewirtschaftet, weil einige Herren beschlossen, die Bahn an die Börse zu bringen und mit dem Flugzeug konkurrieren zu wollen, Lagerwirtschaft findet auf der Strasse statt, Transportkosten vielfach subventioniert, Kundenmentalität pervertiert zur absoluten Bequemlichkeit (ich lass mir 10 Klamotten schicken und sende 9 davon kostenfrei zurück), etc.! Als Pendler erlebe ich es jeden Tag: bei Baustellen oder Unfällen gibt es kilometerweite Kolonnen von LKW rechts und auf dem mittleren Fahrstreifen, Rettungsgasse Fehlanzeige. Steil bergauf bei LKW-Überholverbot wird ohne zu blinken ausgeschert als gäbe es kein morgen mehr. Wenn wir nicht das gesamte Land mit 16-spurigen Bahnen zubetonieren wollen, ist der absolute Stillstand sowieso bald erreicht.

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viceman 14.05.2019, 15:57
34. solange die industrie

keine lagerkapazitäten auf-und ausbaut ändert sich nichts. es ist bald vorbei mit ' just min time' bzw. werden die laufzeiten sich vervielfachen -...müssen. ist ja auch irre, heute mittag produziert in greifswald z.b. und morgen um 8 uhr steht es in freiburg zur verfügung. das muß nicht sein,w enn man die takte verlängert, einiges entzerrt und endlich die bahn mal mitspielen würde...

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hpampel 14.05.2019, 15:58
35. @10 phthalo

Genau richtig! Die Speditionen sind völlig schuldlos. Ich Verbraucher habe schuld. Ich will billig. Es ist mir egal ob LKW Fahrer Pausen machen oder ihre Miete vom Lohn nicht bezahlen können. Ob sie 14 Stunden arbeiten und ihre Familien kaum sehen. Das alles ist mir als Verbraucher völlig schnuppe. Ist phthalo eigentlich ein Kürzel für pathologisch?

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Sinderion 14.05.2019, 15:58
36.

Zitat von toledo
als heils bringende Universallösung.. Eine Frage bitte... wie kommt mein neuer Kühlschrank denn vom Güterbahnhof zu mir Hause...?!? Oder die ökologisch korrekt erzeugte Bio Milch vom Ökobauern zu mir? Eines weiss ich jetzt schon: Das Lastenfahrrad als weitere heilsbringende Universallösung lehne ich ab
Ziel muss trotzdem sein, dass LKWs nur die letzten Meilen machen. Das kostet eingangs eine Menge Geld, da man das Schienennetz dafür fit machen muss und mehr Züge braucht. Rentiert sich aber meiner Meinung nach recht schnell, weil die Straßen und Autobahnen von LKWs befreit werden, was viel weniger Verschleiß und Stau bedeutet.

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K. Larname 14.05.2019, 16:01
37.

Zitat von syracusa
Was kann man den Spediteuren schon anderes raten als faire Löhne zu zahlen und menschenwürdige Arbeitsbedingungen zu schaffen? Die Misere ist zu 100% selbstverschuldet, Mitleid ist vollkommen unangebracht, staatliches Handeln nicht erforderlich.
Ausnahmen bestätigen die Regel:
Industrie und Ethik / Moral passen nur in den allerseltensten Fällen zusammen.

Industrie reizt immer die Möglichkeiten des (arbeits-)rechtlich Machbaren aus.

Solange *legal* ist, was das Gewerbe mit seinen Fahrern veranstaltet, ist durchaus die Politik gefragt, bessere Arbeitsbedingungen und Entlohnung vorzuschreiben.

Und wenn es *nicht* legal ist, kommt auch die Politik ins Spiel, nämlich wenn es um Resourcen geht, die erforderlich sind, um schwarze Schafe aufzuspüren und abzustrafen, z.B. aufgrund von Sparmaßnahmen zugunsten einer schwarzen Null unterbesetzte Behörden.

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donjunta 14.05.2019, 16:02
38. Für die meisten Transporte

Ist die Bahn keine Alternative oder hat schon mal jemand einen Supermarkt mit Gleisanschluss gesehen? Verteilzentren bringen auch nichts denn jeder Verkehrsträgerwechsel jedes handling kosten geld. In 10 Jahren fahren sowieso autonome LKWS dann braucht kein Mensch mehr Fahrer

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nopsi 14.05.2019, 16:02
39. ....

Zitat von g_bec
Nichts hat das damit zu tun. Bitte informieren Sie sich, welche Voraussetzungen jemand erfüllen muss, um gewerblich Güter transportieren zu dürfen. Tipp: Ein BCE-Schein reicht dafür nicht aus.
Natürlich reicht ein BCE Schein dafür nicht aus. Aber ohne diesen Führerschein ist die Hürde als Berufskraftfahrer überhaupt anzufangen oder den Job in Betracht zu ziehen deutlich höher.

Wer gibt den mehrere tausend Euro aus für einen Füherschein den er / sie / divers. wohlmöglich niemals benötigt? Ich kenne niemanden.

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