Forum: Karriere
Festes Einstiegsgehalt: Du willst mehr Geld? Dann geh woanders hin!
Norman Konrad/ SPIEGEL JOB

Wer am lautesten krakeelt, bekommt das meiste Geld? Das muss anders laufen, meint Reddit-Chefin Ellen Pao. Ihre Firma und andere US-Unternehmen zahlen jetzt allen Neueinsteigern das Gleiche - Schluss mit dem Gehaltspoker.

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giorgio2012 05.06.2015, 10:34
50. zu 40

hat mit dem Artikel nichts zu tun. Nur mit schlechter Laune.

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lupidus 05.06.2015, 10:36
51.

Zitat von antelatis
Nein, so was sollte gerade nicht zum Job dazugehören! In den allermeisten Fällen ist das Verhandeln über das Gehalt eine Fähigkeit, die nichts mit dem eigentlichen Job zu tun hat. Wer in so einer Verhandlung besonder gut ist und deswegen ein besseres Gehalt erzielen kann, muss in anderen bereichen Defizite haben (weil halt niemad alles gut kann). Wenn also der eigentliche Job nicht auch was mit Verhandeln zu tun hat, ist ein guter Verhandler eigentlich nicht so gut für den Job geeignet, bekommt am Ende aber trotzdem das meiste Geld... Und jemand, der perfekt für den Job ist, weil all seine Fähigkeiten genau für den Job gemacht sind, hat defizite im Verhandeln und bekommt am Ende weniger Geld... Am Ende haben wir überall gut bezahlte Verhandler, die ihren eigentlichen Job nicht mehr gut können...
seinen eigenen wert kennen und auch gegenüber anderen vertreten zu können, sollte m.e. auf jeden fall dazugehören.

aber wie gesagt, hier gehts um absolventen, da kann man so eine strategie schon mal anwenden.

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TomRohwer 05.06.2015, 10:39
52.

Zitat von
"Menschen, die dasselbe leisten, sollten auch gleich bezahlt werden", begründet Pao im "Wall Street Journal" die Entscheidung für das neue Bezahlungsmodell bei Reddit. Schlechte Verhandler dürften nicht mit einem geringeren Gehalt bestraft werden
Da liegt der erste Denkfehler auf der Hand: gute Verhandler leisten nämlich mehr als schlechte Verhandler...

"Gleiche Leistung" ist außer vielleicht beim Akkord-Arbeiter am Fließband gar nicht ermittelbar. In anspruchsvolleren Tätigkeiten ist die "Leistung" ein äußerst komplexes Kriterium - und die Gehaltshöhe kann sich ohnehin nicht danach richten, was jemand in der Vergangenheit geleistet hat, sondern nur danach, welche Leistungen man ihm für die Zukunft zutraut.

(So wie der aktuelle Aktienkurs eines Unternehmens ja auch die Einschätzung seiner zukünftigen Entwicklung ist, und keine Belohnung für die bisherige...)

Letztlich aber zählt so oder so nur die Gesamtbilanz - "Management-Lehren" haben regelmäßig mehr von Voodoo als denen lieb sein kann, die sie vertreten.

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dukatenjunge 05.06.2015, 10:42
53. Alle bekommen das gleiche Gehalt?

Dann ist die Leistung oder die Ausbildung also egal? Willkommen im Sozialismus.

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Wirbelwind 05.06.2015, 10:42
54. Es geht doch nur um Neueinstellungen

Zitat von dlmb
Die gute Nachricht an alle Arbeitnehmer lautet: Dienst nach Vorschrift ist mehr als ausreichend. Überdurchschnittliche Leistung und Einsatz werden nicht honoriert - kann man sich also sparen. Ist ja alles "die gleiche Arbeit".
Warum das denn? Es geht doch nur um Neueinstellungen. Gehaltsrunden bei bestehenden Mitarbeitern wurden hier doch gar nicht thematisiert.

Das Problem bei Neueinstellungen ist halt, dass sich der AG auf die Selbstdarstellung der Bewerber verlassen muss. Und die korreliert leider längst nicht immer mit deren tatsächlicher Leistung. Manche lügen, dass sich die Balken biegen, andere tendieren eher zum Understatement. Ist halt ärgerlich, wenn man als AG einem Selbstdarsteller auf den Leim gegangen ist. Dann lieber erstmal allen gleich viel zahlen und später diejenigen belohnen, von denen man aus eigener Erfahrung weiß, dass sie überdurchschnittlich viel leisten.

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dickebank 05.06.2015, 10:49
55. eben nicht

Zitat von infonetz
"Menschen, die dasselbe leisten, sollten auch gleich bezahlt werden" Bei uns geht die Entwicklung ja genau in die andere Richtung! Wer am lautesten krakeelt, bekommt das meiste Geld! So ist es siehe Erzieher und Lokführer.
Die einordnungsmerkmale in den tariftabellen stimmen nicht mehr mit der Wirklichkeit überein.

In den dienstleistungsberufen werden die formalen Anforderungen immer höher, nur die Entlohnung wird nicht angepasst. Grundsätzlich wird in den produzierenden Sektoren überdurchschnittlich mehr gezahlt als im Dienstleistungsektor.

Es kommt etwas weiteres hinzu, in den handwerklich/gewerblichen Berufen gibt es mehr formale Kompetenzstufen. Über dem Gesellen steht der Meister, darüber der Techniker darüber der Ing.
Und bei den kaufmännischen Berufen? Facharbeiterbrief (Geselle), Fachwirt, BWL-Studienabschluss.

In Erziehungs- und Pflegeberufen ist die Hierarchie noch flacher.

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viciousVelo 05.06.2015, 10:58
56. Der eigentliche Offenbarungseid...

Zitat von Criticz
Es geht schon los mit "Menschen, die dasselbe leisten, sollten auch gleich bezahlt werden". Das stimmt - nur: leisten alle Menschen das gleiche? Eben nicht. Und das muss sich auch im Gehalt widerspiegeln dürfen. Gehaltsverhandlungen gehören eben zum Job dazu, und wer das nicht kann oder will kann das nicht einfach auf das böse Patriarchat schieben. Es ist ein Abwägungsprozess ob man zum Chef geht oder nicht, denn der Schuss - wenn der Chef nein sagt - kann auch nach hinten los gehen. Deshalb scheuen viele diesen Gang. Warum aber sollen die belohnt werden, die nicht mal den Mum haben es zu versuchen? Der Offenbarungseid dam Ende: sollten Talente diese Bezahlungsmethode ablehnen, kippt Frau Pao wieder um. Mehr muss man eigentlich nicht wissen. Aber gut, um in die Presse zu kommen hats gereicht.
...ist dieser Kommentar. Hier zeigt sich, was "Leistung" bedeutet: gut Verhandeln können und pokern. Da aber nahezu alle Jobs nicht die Fähigkeit des Pokerspielens benötigen, ist klar, dass bei es solchen Ansichten nicht um Leistung im Job geht. Wie soll man auch vor Einstellung beurteilen können, wer später mehr leistet? Es zeigt sich schon heute, wer die Leistungsträger sind. Leute mit großer Klappe und Vitamin B kommen am Weitesten. Damit das nicht so offensichtlich ist, hat man noch zwischendrin einen Zuckerberg, der vom Tellerwäscher zum Milliardär wird.
Fleiß, Einsatz und Talent zählen heute deutlich weniger als große Klappe. Das zeigt die Argumentation des Kommentars deutlich.

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Celegorm 05.06.2015, 11:07
57.

Zitat von dukatenjunge
Dann ist die Leistung oder die Ausbildung also egal? Willkommen im Sozialismus.
Es geht um das Einstiegsgehalt für eine spezifische Stelle, d.h. dass jeder neu eingestellte X-Programierer in der Abteilung Y von Firma Z mit dem gleichen Gehalt beginnt. Ein in vielen Ländern und Branchen völlig normaler Vorgang, der absolut nichts mit "Sozialismus" zu tun hat.

Das besagt natürlich keineswegs, dass die Putzkraft und der Direktor bei der Neueinstellung das gleiche Gehalt erhalten. Denn das stellenspezifische Gehalt richtet sich natürlich immer noch nach der Qualifikation, Branchenstandards und dem Arbeitsmarkt. Was auch völlig klar wäre, wenn man den Artikel gelesen hätte..

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infonetz 05.06.2015, 11:10
58.

Zitat von dernurbs
Leistungsträger können bis zu 4 Mal mehr wert sein als andere Mitarbeiter und die werden dann wohl zur Konkurrenz gehen.. Mit dem Konzept hält man exakt die Mitarbeiter die Ihre Arbeit bis zum Tischende denken und dann aufhören. Die Dienst nach Vorschrift Typen..
Und ohne die Anderen könnte auch der Leistungsträger nichts leisten!

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mam71 05.06.2015, 11:13
59.

Zitat von bembel71
Ich kann aus langjähriger Erfahrung sagen: Die so genannte "leistungsorientierte Bezahlung" führt *nicht* dazu, dass Mitarbeiter mehr leisten, sondern dazu, dass sie ihre ganze Energie in Selbstdarstellung und Intrigen stecken.
Stand der Forschung ist: Bezahlung ist ein Hygienefaktor. Als ungerecht empfundene Bezahlung sorgt immer für Demotivation. Motivation durch Bezahlung ist aber nur sehr begrenzt möglich.

Es kann sich ja mal jeder selbst hinterfragen: Würde man bei Verdoppelung des Gehalts doppelt so gut arbeiten?

Aus diesem Grund ist bspw. auch das Schimpfen auf Fussballer ("Für das Gehalt soll der gefälligst mal ordentlich spielen") sinnlos.

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