Forum: Karriere
Firmenlenker auf Droge: "Ein süchtiger Topmanager wird erpressbar"
Corbis

Alkohol, Kokain, Speed: Nimmt der Chef Drogen, bleibt das oft lange unbemerkt - die Folgen für die Firma können dramatisch sein. Hartmut Stepputtis hilft Managern mit Suchtproblemen. Im Interview erklärt der erfahrene Coach, warum gerade Bosse überraschend hilflos sind.

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turbi 12.11.2012, 16:42
10. Tugenden

Zitat von zynik
Soweit richtig. Wenn jedoch in diesen sozialen Biotopen (sog. "Topmanagement") heute eines völlig abwesend ist, so ist das Demut.
Es scheint, dass das Vorhandensein gewisser Tugenden, wie DEMUT, DANKBARKEIT, GENÜGSAMKEIT, NÄCHSTENLIEBE, ... (kurz: MENSCHLICHKEIT) eher hinderlich bei einer moderen "Karriere" sind!?

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vincent1958 12.11.2012, 16:46
11. Schon..

Zitat von Peter_Lublewski
Gerade Alkohol bleibt oft und lange unbemerkt? Sind da die jeweiligen Angestellten blind und haben ihren Geruchssinn verloren?
...mal eine "Wodkafahne"gerochen?Die gibts nämlich nicht:-)

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unaufgeregter 12.11.2012, 16:57
12. Süchte

Zitat von sysop
Alkohol, Kokain, Speed: Nimmt der Chef Drogen, bleibt das oft lange unbemerkt - die Folgen für die Firma können dramatisch sein. Hartmut Stepputtis hilft Managern mit Suchtproblemen. Im Interview erklärt der erfahrene Coach, warum gerade Bosse überraschend hilflos sind.
Nicht zu vergessen die Sexsucht. Mein Chef zeigt eindeutiges Suchtverhalten, indem er den Damen hinhersteigt und wehe, die Betreffende ist nicht rechtzeitig auf einem Baum.

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Peter_Lublewski 12.11.2012, 17:37
13. Wodka-Fahne

Zitat von vincent1958
Schon mal eine "Wodkafahne"gerochen?Die gibts nämlich nicht:-)
Macht nichts, wenn man die nicht riecht, was ich übrigens wusste. Ein Blick in die Augen genügt.

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donnerfalke 12.11.2012, 17:49
14. Die armen Chefs

Sie haben so ein schwieriges Leben.
Wie findet man nur jemanden für seinen Posten?

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federkiel 12.11.2012, 18:46
15. Die Betroffenen, ihre Coaches und toujours les alpins

Glitzerwelt, mit Macht, Reisen um den Erdball, ausgestattet mit allen Insignien des Despoten - einerseits. Ein hilfloses und armes Bündel Mensch, andererseits. Ich rede nicht für oder wider, sage nur, ich verstehe die.

Petraeus. Was moralisch überirdische Kommentare habe ich dazu gelesen, was an Häme, Verständnis angesichts der grauen Ehefrau bezeugend, auch hier auf SPON, die ganze Palette.

Was bleibt? Der eine kokst, der andere säuft, noch einer geht fremd und all das ist für mich auf einer Schiene, die den Leuten zum Kuckuck nochmal zusteht.

Der Interviewpartner da ganz oben wäre kein Mensch, bei dem ich Hilfe suchen wollte. Mein Eindruck ist, der kennt alles aber weiß nichts. Ich dachte, Psychologen, Coaches, Therapeuten hätten es sich inzwischen abgewöhnt, "Erfolg" deshalb zu haben, weil sie es besser wissen und ihre Kundschaft von oben herab zu beglucken?

"Erpressbar", lach, dieser Stepputis streift das Wort, nicht aber dessen Inhalt, und Kaufmann schnappt nach dem Keyword und steckt es in die Überschrift - geradezu wie süchtig.

Die Droge der angesprochenen Manager ist nicht Koks & Co sondern die fiktiive Allmacht, an der sie zerbrechen ohne von ihr lassen zu können. Das weiße Pulver oder die bernsteinfarbene Flüssigkeit ist da nichts als eine sich verselbständigt habende Ausrede für das selbstredend stattfindende Versagen. Welches ich ganz und gar nicht vorwurfsvoll erwähne.

Sich mit der Ausrede, dem Metaproblem, klug und klügst zu beschäftigen ist mehr als wohlfeil, nämlich gewinnträchtig. Dabei - staunen wir ein bisschen - selbstverständlich ja nicht einmal falsch. Doch unnütz: Das angesprochene Problem ist nur radikal behandelbar. Das verkaufe aber mal einer unseren Volkswirten und den toujour-les-alpins tourenden Ehefrauen der Betroffenen und den Betroffenen selbst.

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flöter_c. 12.11.2012, 21:02
16.

Während meiner Lehre kam ich seinerzeit auch an einen Chef mit einem massiven Alkoholproblem. Wir arbeiteten nur zu 2. in einer kleinen Filiale des Konzerns.

Natürlich habe ich bemerkt dass er trinkt. Habe aber nie etwas gesagt.
Teilweise habe ich stillschweigend seine Arbeit miterledigt oder ihn ggü. Vorgesetzten am Telefon verleugnet, wenn er zu voll war um noch vernünftig zu sprechen.

Nach der Arbeit ist er oft besoffen nach Hause gefahren - auch das habe ich nicht verhindert.

Als Gegenleistung für mein Schweigen hatte ich dort meine Ruhe und der Chef hat mir öfter auch mal Überstunden aufgeschrieben - die ich dann abfeiern konnte - ohne sie je geleistet zu haben.

Es war für mich also durchaus ein "schönes Leben" in der Ausbildung.

Nach der Ausbildung habe ich den Konzern verlassen um ins Ausland zu gehen. Unser "Top-Manager" hatte mich wenige Tage vor meinem Ausscheiden dann nochmal vorgeladen um mir viel Glück für die Zukunft zu wünschen usw. Dabei hat er mich sehr subtil auch nach über meinen Chef ausgefragt. Auch hier habe ich im Bezug auf seine Sucht geschwiegen.

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spmc-123574983927293 12.11.2012, 21:52
17. @TS_Alien

Bevor Sie geschätzten 4,5 Millionen Suchterkrankten eine "Charakterschwäche" attestieren sollten Sie sich mit dem Thema Suchterkrankungen erst einmal näher befassen. Das haben Sie augenscheinlich nicht getan.

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albert schulz 12.11.2012, 22:10
18. 4,5 Millionen erscheinen wenig, Usus trifft die Sache besser

Zitat von spmc-123574983927293
Bevor Sie geschätzten 4,5 Millionen Suchterkrankten eine "Charakterschwäche" attestieren sollten Sie sich mit dem Thema Suchterkrankungen erst einmal näher befassen. Das haben Sie augenscheinlich nicht getan.
Bosse und Manager sind immer teilweise hilflos. Sie schwimmen in einem über weithin unbekannten Meer von Unwägbarkeiten. Darin ähneln sie Malochern, aber sie können sich teurere Drogen leisten. Dazu kommt das Alter oder besser die unliebsamen Erfahrungen über die Zeit. Ich hatte eine Reihe älterer Chefs, die dem Alkohol in Massen zugesprochen haben, und war als junger Mann ganz schön irritiert, als ich ihre Entscheidungen zu treffen hatte, was mir gar nicht zustand. Es war absolut unwichtig, weil die Jungs die Beziehungen hatten, die zu Aufträgen führten.

Daß denen so ein Psychokasper hätte helfen können, wage ich schwer zu bezweifeln. Zumal sie sich gesichert nicht hätten helfen lassen. Wenn überhaupt sind sie zum Arzt, um sich eine härtere Droge verschreiben zu lassen.

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spon-facebook-10000031165 12.11.2012, 22:22
19. Angehörige von Alkoholikern

Angehörige von Alkoholikern sind zahlenmäßig ungleich höher betroffen. Auf einen alkoholkranken Menschen kommen etliche Angehörige, Kinder, Partner, Kollegen und Freunde. Diese sind von den Auswirkungen der Krankheit ebenso betroffen, wie der Suchtkranke selbst. Sie entwickeln ein eigenes Krankheitsbild wie Depressionen, Angstzustände, körperliche und psychosomatische Symptome. Es wird jedoch nicht als eigenes Krankheitsbild erkannt und bringt unbehandelt große Belastungen mit sich. Ehefrauen drehen durch, Kinder versagen spätestens als junge Erwachsene und Kollegen stehen psychisch unter Dauerstrom. Fachleute verkennen häufig die Suchtkrankheit als Auslöser bei den Angehörigen. Ein gesellschaftliches Bewusstsein für die Problematik fehlt in Deutschland, im Gegensatz zu den USA, wo sich Politiker und Prominente schon seit Jahrzehnten outen. Fachleute in den USA empfehlen die Al-Anon Familiengruppen, die als weltweite Selbsthilfeorganisation Hilfe und Unterstützung für Angehörige von Alkoholikern bieten www.al-anon.de www.al-anon.alateen.org

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