Forum: Karriere
Frag den Personalchef: Verschämt verhandeln oder unverschämt pokern?
Alexandra Frank

Die Frage nach den Gehaltsvorstellungen lässt Bewerber schnell trudeln. Zu niedrig oder zu hoch ins Regal greifen - beides kann das Aus bedeuten. Wie antwortet man klug? Ein Personalchef spricht Klartext.

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Malshandir 08.09.2015, 10:57
1. Von anderen Laendern lernen

Also das Geschachere bei gehalt ist eigentlich beider Seiten unwuerdig.
In anderen laendern wird bereits bei der Ausschreibung eienr Stelle die Gehaltsbandbreite angegeben. Dies erspart viel Zeit beiden Seiten. Weil nichts ist peinlicher, wenn alles passt und dann das Unternehmen geizig ist.
Daneben gibt es immer noch den Joker zu vereinbaren. Man bekommt Summe X in der Probezeit und Summe Y danach.

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stinkfisch1000 08.09.2015, 10:59
2. Was hilft beiden?

Was Bewerber, insbesondere die nassforschen, leicht unterschätzen, ist, dass mit dem höheren Gehalt auch der Erwartungsdruck proportional steigt.

Egal ob beim Einstieg oder beim späteren Verhandeln um bereits bestehende Gehälter empfiehlt es sich, das Gehalt ins Verhältnis zu Erfolgen zu setzen. Beim Eintieg kann man auch darüber sprechen, wann sich das Gehalt erhöht, wenn bestimmte Erfolge eingetreten sind. Denn gerade bei Berufseinsteigern darf man nicht unterschätzen, dass diese das Unternehmen in der Anfangsphase Geld kosten, einfach weil sie unerfahren und nicht geschäftsfähig sind.

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darkace82 08.09.2015, 11:07
3. unglaublich...

Wieso wird bitteschön heute noch hingenommen dass Unternehmen die Bewerber so verarschen? Es sollte bei Berufsanfängern nicht erlaubt sein, dass Unternehmen die Gehälter so runter handeln. Denn eines ist ja klar, das Unternehmen weiss ja genau was es zu zahlen bereit ist. Fordert jemand weniger, freuen sir sich, super wieder Geld gespart. gespart. Fordert jemand mehr kriegt er eben ne Absage oder das Unternehmen bietet eben was es sowieso bereit war zu zahlen. In eine Stellenanzeige gehört auch was das Unternehmen zahlen will. Wenn nicht muss das spätestens im Vorstellungsgespräch kommen. Vom unternehmen, nicht vom Bewerber.

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schensu 08.09.2015, 11:13
4. So sicher wie nachts dunkel

Alle paar Wochen kommt so ein drolliger Personaler ausm Gebüsch gesprungen und darf seine verquasten Weisheiten unter die staunenden Vertreter der Generation Y schmeißen.
Leute, lasst euch von diesen Blendern nix vormachen, dreht den Spieß einfach um!

Malshandir hat es bereits gepostet. Deutsche Personaler und die sich dafür halten, sind im int. Vergleich mal richtig hinter der Fichte.

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Bob Hund 08.09.2015, 11:29
5.

Herrlich, wenn die Personaler wollen, daß man sich bei anderen Mitarbeitern über das Gehalt informiert aber andererseits in die Verträge reinschreiben, daß man über das Gehalt nicht reden darf...

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herr wal 08.09.2015, 11:39
6. Die Besten können nicht nur reden, sondern sogar rechnen

*
Der nächste geht aufs Ganze: "Ich will 30 Prozent mehr, ich bin besser als die anderen."
Wenn man wirklich zu den Besten gehört, zeigt man das auch bei der Gehaltsverhandlung. Und bereitet sich akribisch vor: Was zahlen andere Arbeitgeber? Welche besonderen Qualifikationen bringe ich mit? Wie ist das Gehaltsniveau im Unternehmen?
*

Wer wirklich zu den Besten gehört, der weiß auch, dass Prozent-Angaben stets eine Basis benötigen, auf die sie sich beziehen. Und zeigt das, indem er konkret benennt, von was er 30 % mehr haben will. Zum Beispiel von seinem bisherigen Gehalt, oder vom Branchendurchschnitt für die betreffende Tätigkeit, oder vom Gehalt seines zukünftigen Kollegen, oder vom unternehmensinternen Durchschnitt für diese Tätigkeit. Wobei sich in den beiden letzteren Fällen die Frage stellt, wie er das erforschen soll, ohne unangenehm aufzufallen. Denn in Deutschland wird ja wohl um außertarifliche Gehälter ziemlich viel Geheimnis gemacht. (Im Gegensatz zu Pakistan, wie Hasnain Kazim gerade heute recht spaßig beschreibt.)
Darüber hinaus könnte er auch die Gelegenheit nutzen und seine Fähigkeit beweisen, Prioritäten zu setzen. Und z.B. sagen, er habe Wichtigeres zu tun, als mehr oder wenige geheime Interna potentieller zukünftiger Arbeitgeber zu erforschen.

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kandana 08.09.2015, 11:54
7. Von anderen Ländern

lernen.
Nur in Deutschland spricht man nicht über Geld. Sogar - oder vielleicht auch gerade - im Familien- und Freundeskreis ein Tabu.
Das macht es schwer, realistisch einzuschätzen, wie viel man erwarten/ verlangen darf. Diese Lohn- und Gehaltstabellen finde ich überwiegend sinnlos, weil ein zu großer von/bis Betrag auch nicht weiter hilft.
Zumal viele Unternehmen in Deutschland ohnehin nur noch Festgehälter anbieten, die für die meisten Mitarbeiter ohnehin nicht verhandelbar sind.
Daher sind trotz Personaler-Ratschläge im Spiegel Gehaltsverhandlungen für die meisten ein Stochern im Dunkeln. Wenn es denn überhaupt Gehaltsverhandlungen gibt. Da die latente Drohung der schnellen Ersetzbarkeit solche Gehaltsverhandlungswünsche meist im Keim erstickt.

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mam71 08.09.2015, 11:54
8.

Zitat von herr wal
* Der nächste geht aufs Ganze: "Ich will 30 Prozent mehr, ich bin besser als die anderen." Wenn man wirklich zu den Besten gehört, zeigt man das auch bei der Gehaltsverhandlung. Und bereitet sich akribisch vor: Was zahlen andere Arbeitgeber? Welche besonderen Qualifikationen bringe ich mit? Wie ist das Gehaltsniveau im Unternehmen? * Wer wirklich zu den Besten gehört, der weiß auch, dass Prozent-Angaben stets eine Basis benötigen, auf die sie sich beziehen. Und zeigt das, indem er konkret benennt, von was er 30 % mehr haben will. Zum Beispiel von seinem bisherigen Gehalt, oder vom Branchendurchschnitt für die betreffende Tätigkeit, oder vom Gehalt seines zukünftigen Kollegen, oder vom unternehmensinternen Durchschnitt für diese Tätigkeit. Wobei sich in den beiden letzteren Fällen die Frage stellt, wie er das erforschen soll, ohne unangenehm aufzufallen. Denn in Deutschland wird ja wohl um außertarifliche Gehälter ziemlich viel Geheimnis gemacht. (Im Gegensatz zu Pakistan, wie Hasnain Kazim gerade heute recht spaßig beschreibt.) Darüber hinaus könnte er auch die Gelegenheit nutzen und seine Fähigkeit beweisen, Prioritäten zu setzen. Und z.B. sagen, er habe Wichtigeres zu tun, als mehr oder wenige geheime Interna potentieller zukünftiger Arbeitgeber zu erforschen.
Na ja, also bitte, dass sich "30% mehr" ohne weiteren Zusatz auf das aktuelle Gehalt bezieht, dürfte ja wohl klar sein. Da braucht es schon grosse Anstrengung, dass absichtlich misszuverstehen.

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joerg109 08.09.2015, 11:58
9. Transparenz

In aller Regel besteht das Gehalt heute aus einem fixen und einem variablen Teil. Das Verhältnis liegt bei vollständiger Zielerreichung zwischen 75:25 und 60:40 fix:variabel.
Der fixe Teil muß sich in eine unternehmensweite Gehaltsstrategie einfügen können und ist weitgehend transparent. Da muß man eigentlich auch niemanden mehr zum Schweigen verpflichten. Der variable Teil ist eine individuelle Vereinbarung. Es gibt dafür sicher in jedem Unternehmen Vorlagen, aber die Individualität steht im Vordergrund. Jede Mitarbeiterin, jeder Mitarbeiter soll die Möglichkeit haben, einen Teil seines/Ihres Einkommens selbst beeinflussen zu können, und vielleicht sogar die eigenen Erwartungen übertreffen.
Dieser individuelle Teil ist vertraulich. Für beide Seiten. Er unterliegt dem Schutz der Privatsphäre.
Ich würde jedem Bewerber empfehlen, im Bewerbungsgespräch, auch schon im Erstgespräch, sich zu insbesondere für einen möglichen variablen Gehaltsteil zu interessieren.

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