Forum: Karriere
Frag die Karriereberaterin: Diese Lücke im Lebenslauf - soll ich die Wahrheit sagen?
Corbis

Eine berufliche Auszeit, freiwillig oder erzwungen: Damit wissen Bewerber oft nicht umzugehen. Wie reagieren Unternehmen? Schnappt sofort die Abseitsfalle zu? Karriereexpertin Svenja Hofert empfiehlt mehr Mut zur Lücke.

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Diskutierender 18.08.2015, 08:43
20. Widerlicher Bewerbungszirkus

Wieder einmal ein Artikel mehr in der Reihe, auf was man alles beim Bewerben und dann im Vorstellungsgespräch beachten soll. Das einzige was immer wieder fehlt ist die Frage, wie der Kandidat zeigen soll, was ihn konkret für die Stelle qualifiziert.

Da wundert es nicht, dass die Unternehmen keine Fachkräfte, sondern Schaumschläger bekommen. Guten Fachkräften ist dieser Bewerbungszirkus schlicht und einfach zu blöd.

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kpdsu 18.08.2015, 08:51
21.

Wer in einer Firma arbeitet in der meetings um 18:00 Uhr nicht für Notfälle reserviert sind, sondern zur Regel gehören, sollte sich eh umsehen. Nicht nur Frauen.

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skiski-bowski 18.08.2015, 09:00
22. Tja.

Zitat von No Way, Jose
"Lücken" gehen den Arbeitgeber nichts an. Schliesslich bezahlt er nur für die Zukunft, nicht für die Vergangenheit. Das einzige das ihn zu interessieren hat, sind vorherige Tätigkeiten/Ausbildungen, die den angepeilten Job betreffen. Wie jemand sonst seine Zeit einteilt, ist Privatangelegenheit. Rechtfertigungen durch den potentiellen Arbeitnehmer sind überflüssig und, soweit gefordert, ein Grund das Vorstellungsgespräch frühzeitig zu beenden.
Du wirst das Vorstellungsgespräch nicht beenden können. Wenn Deine Lücken nicht im Vorfeld erklärt sind, wirst Du erst garnicht eingeladen. Hängt natürlich ab von Anzahl und Zeitumfang. Eine einzelne Lücke ist harmlos.

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kumi-ori 18.08.2015, 09:01
23.

Sehr nett, dieser aufmunternde Artikel. Was der Autor nicht weiß, von Berlin bis Oberbayern werden Stellenbewerbungen (zumindest solche, die nicht auf eine Zufallsbekanntschaft mit dem Arbeitgeber in der Kneipe oder in der Sauna zurückgehen) fast ausnahmslos über das computergestützte Bewerberfiltriersystem Taleo bearbeitet. Um seine Daseinsberechtigung zu beweisen, sucht Taleo gnadenlos nach schweren Verfehlungen im Lebenslauf wie etwas Lücken von mehr als sechs Monaten oder Lebensalter über fünfzig. Ansonsten ist Taleo strunzdumm, lässt sich schon durch eine Herausforderung als Selbstständiger im Direktvertrieb (Verkauf von Gurkenhobeln in der Fußgängerzone) oder im Bereich Medien (Verteilung des lokalen Anzeigenblättchens) aushebeln. Aber auch das nutzt einem wenig, denn am Ende bricht Taleo unter der Last der Daten zusammen und schmeißt alles durcheinander. Ich habe mich während einer längeren Phase der Arbeitslosigkeit über Stellen, die von Taleo bearbeitet werden, gar nicht mehr beworben.

Die Pflege von Angehörigen wird sicher niemandem als Einstellungshindernis angekreidet, nur sollte man gut aufpassen. Viel zu viel wird da gelogen, daher sollte man zumindest so etwas wie ein Dokument zur Hand haben, dass belegt, dass man tatsächlich zwei Jahre lang die demenzkranken Eltern in Vollzeit gepflegt hatte. Eine schwere Übertreibung beim Füllen der Problemzonen im Lebenslauf verzeiht man im Normalfall als Notwehr und Bauernschläue. Wenn der Bewerber aber den Herdenschutz der Gesellschaft für Menschen in persönlichen Extremsituationen ungerechtfertigt ausnutzt, macht ihn das extrem unsympathisch und so jemanden will man auch normalerweise in seinem Betrieb nicht haben. Im Übrigen hat man nach der Pflege-Auszeit einen schweren Makel beim Start in den neuen Job: man gilt als sozial, das heißt, man ist bereit, für die anderen Drecksarbeit zu machen und erwartet ein geringeres Gehalt, als jemand, der aus der aalglatten Karrierelinie kommt. Davon müssen Sie dann Ihren Verhandlungspartner erst mal wieder runterholen.

Aus meiner Erfahrung mit langzeitarbeitslosen Kollegen (ich darf das sagen, ich war selbst einer) gibt es vor allem ein Problem am Arbeitsplatz: viele (nicht alle) jammern gern den ganzen Tag über die Ungerechtigkeit des Lebens und wie schwer sie vom Rest der Welt verkannt worden sind, und das ist nun weiß Gott für die Kollegen am Arbeitsplatz unerträglich. Einem langzeitarbeitslosen Kollegen beim Vorstellungsgespräch würde ich dringend abraten, jegliche Larmoyanz an den Tag zu legen. Geben Sie lieber den krisenerfahrenen, von den Stürmen des Schicksals gegerbten und durch keine Katastrophe mehr zu erschütternden welterfahrenen Problemlöser (gern mit liebenswertem Psycho-Knacks), der durch nichts mehr zu erschüttern ist und der auch auf der Titanic noch ungerührt das Saxophon spielt. So ungefähr wie den kaputten Fernseh-Kommissar.

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Plasmabruzzler 18.08.2015, 09:13
24.

Zitat von Diskutierender
Wieder einmal ein Artikel mehr in der Reihe, auf was man alles beim Bewerben und dann im Vorstellungsgespräch beachten soll. [...] Da wundert es nicht, dass die Unternehmen keine Fachkräfte, sondern Schaumschläger bekommen.
Soweit d'accord. Dieser Artikel richtet sich aber an die Zielgruppe potentielle Arbeitnehmer, nicht an Personalgewinnungs-Abteilungen. Wer sich gut verkaufen kann (ob nun fachlich ausgewiesen oder nicht), hat eben die besseren Karten.

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No Way, Jose 18.08.2015, 09:14
25. Machtkonstellationen

Zitat von mam71
Das hängt wohl davon ab, ob man die Stelle gerne haben möchte bzw. dringend braucht oder nicht, sprich der Machtkonstellation im Gespräch.
Wenn ein Vorstellungsgespräch für Sie in "Machtkonstellationen" charakterisiert wird, bin ich froh, bisher noch keinem Gesprächspartner mit solchen Flausen gegenüber gesessen zu haben (oder zumindest habe ich es nicht bemerkt). Für meinen Teil betrachte ich Vorstellungsgespräche als interessante Gelegenheit um herauszufinden, ob Firma und potentieller Mitarbeiter zusammen passen könnten und nicht, wer es schafft, den anderen während des Gesprächs unterzubuttern. Sobald solche Attitüden sichtbar würden, wäre das Gespräch von mir aus beendet.

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bambule67 18.08.2015, 09:31
26. Eigentlich nichts Neues

Selbstverständlich ist es angebracht zu lügen, wenn man einem selbsternannten Großinquisitor gegenübersitzt. Wie weit man dabei geht, ist wieder eine ganz andere Sache.

Wenn es um tätigkeitsrelevante Aspekte geht, bleibe ich selbst absolut bei der Wahrheit, denn der Job und ich sollten ja doch irgendwie zusammenpassen.

Mein Privatleben geht aber keinen Arbeitgeber etwas an. Auch "private" Lücken, dafür findet sich dann immer eine schöne Geschichte...

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Hjor 18.08.2015, 09:32
27. jeder ist seines glückes schmied

da kann ich Kommentar Nr 15 nur zustimmen.

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jupp78 18.08.2015, 09:32
28.

Zitat von No Way, Jose
Wenn ein Vorstellungsgespräch für Sie in "Machtkonstellationen" charakterisiert wird, bin ich froh, bisher noch keinem Gesprächspartner mit solchen Flausen gegenüber gesessen zu haben (oder zumindest habe ich es nicht bemerkt). Für meinen Teil betrachte ich Vorstellungsgespräche als interessante Gelegenheit um herauszufinden, ob Firma und potentieller Mitarbeiter zusammen passen könnten und nicht, wer es schafft, den anderen während des Gesprächs unterzubuttern. Sobald solche Attitüden sichtbar würden, wäre das Gespräch von mir aus beendet.
Es geht nicht um unterbuttern.
Trotzdem hat der Mitforist durchaus recht mit seiner "Machtkonstellation". Die beschreibt einfach, wer hat die besseren Karten, wer kann es sich aussuchen?
Und ja, dieser Fakt existiert.
Das hat natürlich auch immer etwas mit Grenzen zu tun. Wenn Sie es sich bislang im Leben immer aussuchen konnten, dann haben Sie sich vermutlich auch immer zu billig verkauft.

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fatherted98 18.08.2015, 09:39
29. und...

Zitat von beaker24
Unermüdlich wird dem Medienkonsumenten eingehämmert, wie sehr Deutschland unter Fachkräftemangel leidet. Demnach kann es kein Arbeitgeber erlauben Bewerber auszusortieren, nur weil die Arbeitsbiographie Lücken aufweist. Erst gestern hat ein Arbeigeber auf einen ehem. Mitarbeiter geschossen, weil der gekündigt hatte. Motiv: Verzweiflung wegen Fachkräftemangels, laut Bild Online am 17.08.15. "Osnabrück/Hamburg – Der Fachkräftemangel im Handwerk treibt viele Chefs zur Verzweiflung."
....Sie glauben sicher auch noch an den Weihnachtsmann...?

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