Forum: Karriere
Frag die Karriereberaterin: Ich bin wer, ich kann was, wieso krieg ich keinen Job?
Corbis

Der Bewerber ist der absolute Top-Kandidat. Er hat alles richtig gemacht. Und doch stellt ihn niemand ein - 161 Bewerbungen blieben erfolglos. Karriereexpertin Svenja Hofert rät zur Verstellung: Spielen Sie Schmidtchen und nicht Schmidt.

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testtiger707070 17.06.2015, 11:53
90. Alles nur eine Frage der Wahrnehmung ?

Die Worte "Ich bin wer und ich kann was" höre ich, seit Jahren mit steigender Tendenz, oft als ersten Satz nach der Begrüßung im Bewerbungsgespräch. Danach gehts dann meistens steil bergab. Dabei ist auffällig, das gerade Berufseinsteiger besonders häufig mit einer auffallend positivern, eigenen Leistungseinschätzung wie auch zugehöriger, kreativer Gehatsvorstellung auftreten.

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Summermiller 17.06.2015, 11:53
91. Perfekter Lebenslauf!?

Meiner Meinung nach ist das ganze Einstellungsverfahren zu überdenken. Es werde aalglatte Kriterien geschaffen, diese erfüllen in der Regel langweilige und uninspirierte Fachidioten. Leute die diese Maßgaben nicht erfüllen, eine gewisse Kernkompetenz sollte vorhanden sein, sich in vielen Feldern bewegt haben und auch Niederlagen erlebten sind viel fruchtbarer für Unternehmen bzw. könnten es sein wenn man ihnen die Chance gibt. Leider trauen sich die meisten nicht an solche Bewerber heran, da das Recruiting durch Einstellungskriterien sich selber einschränkt.
Zum anderen, wenn ich 161 Bewerbungen geschrieben habe und so ein toll, ausgebildeter Mensch bin warum dann nicht selbst etwas aufbauen? Fehlt der Mut, geht es um Sicherheit, ist es bequemer nur ein Teil des ganzen zu sein?
Für mich habe ich diesen Weg gewählt, nach knapp 50 Bewerbungen, jede Absage war eine negative Belastung und hat am Selbstwert gezerrt, musste und wollte ich für mich ändern.

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FlameDance 17.06.2015, 11:54
92. Lösung Freelancer

Die Lösung dürfte sein aufzuhören, sich auf Stellen zu bewerben und statt dessen als potentieller Geschäftspartner aufzutreten. Freelancertum ist unter Projektmanagern ebenso verbreitet wie unter IT-Leuten und Ingenieuren.

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ichbinmalweg 17.06.2015, 11:55
93. So sehe ich das auch!

Zitat von thomas.schwaan
Genau so ist das, selbst und im Bekanntenkreis erlebt. Und eigentlich ist das nur die Spitze des Eisberges. Innerbetrieblich läuft das über Mobbing, dafür sorgen die 2nd und 3rd-Classler mit aller Energie. Die Deutschen lieben einfach keinen, der "Anders" oder "Besser" ist - wir sind ein passiv-aggressives Gleichmacher- und Mitläufervolk.
Ich habe mich aus diesem Grund selbständig gemacht und alles läuft rund.

Ergebnis:
Mehr Geld
Mehr Freiheit
Mehr Spaß
Mehr Verantwortung
Auch mehr Arbeit ;-))
Der Druck ist höher, aber wird kompensiert über Spaß

Schade nur, dass aufgrund verschiedenster Ausbildungsinhalte und auch Jobs dieser Weg nicht allen offen steht. Denn nur so könnte man diesen "Gleichmachern" eine lange Nase drehen

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nickleby 17.06.2015, 12:01
94. Warum beißt kein Fisch an ?

Mögliche Antworten :

1. Man ist zu sehr auf Erfolg getrimmt
2, Man hat keine übergreifende Allgemeinbildung ( Literatur/ Geschichte/Politik)
3. Man spricht keine Fremdsprache fließend ( vor allen Dingen Englisch, Level educated native Speaker : CPE
4..Man zeigt nicht genügend Souveränität / Humor
5. Man hat keine angenehme Umgangsformen
6. Man überschätzt sich.
7. man unterschätzt seine persönliche Hygiene ( Frisur, Rasur, eau de toilette, Transpirationshemmer )

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peter.bonin@yahoo.de 17.06.2015, 12:02
95. Bestätigung

Was im Artikel steht, kann ich aus meiner eigenen Erfahrung heraus als IT Berater nur bestätigen, auch wenn ich mich nie auf einen Führungsposition beworben habe. Was mich allerdings über meinen eigenen beruflichen Werdegang hinaus beschäftigt ist die Frage, ob das in Stein gemeißelt sein muss. Nicht selten kommen Beschwerden von Seiten der HR Abteilungen und des HR Managements, dass die Arbeit, die dort geleistet wird, vom gehobenen Management zu wenig Anerkennung erfährt. Ich halte dagegen: Wenn ich als Personalreferent in hohem Maße sicherheitsaffin bin, und das bei oft "hemdsärmeligen" Linienmanagern, wie ich sie kennengelernt habe, darf ich mich nicht wundern, wenn ich nicht ernst genommen werde. Dabei sollte es doch gerade die Königsdisziplin von Personalern sein, gerade die Talente herauszufischen und persönlich kennenzulernen, die normalerweise vielleicht nicht exakt in die von Unternehmen definierten - oder auch nur stillschweigend definierten - Raster passen. Mein erster Chef sagte stets: "Haben Sie Mut!" ;-)

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bernd.stromberg 17.06.2015, 12:04
96.

Das Problem geht doch aus dem ersten Absatz des Artikels bereits hervor.

Der Mann hat ein gradliniges, optimiertes, nur auf die Karriere ausgerichtetes Leben. Wie eine seelenlose Maschine.

Die meisten Menschen haben Ecken und Kanten, diese machen einen erst zu einem Menschen.

Aus dem ersten Absatz lese ich heraus "Ich bin ein seelenloser aber selbstverliebter Typ der sein ganzes Leben auf irgendwelche Karrierestempel aufgebaut hat".

Das lustige daran ist dass er in der Theorie super qualifiziert ist für "höhere Aufgaben", aber in der Praxis braucht man für "höhere Aufgaben" so etwas wie eine Seele, einen eigenen Charakter.

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Diskutierender 17.06.2015, 12:05
97. Toll!!!

Zitat von _gimli_
Soziale Kompatibilität ist ein grundlegendes Kriterium. Wenn der Chef und das Team auf persönlicher Ebene nicht mit dem Bewerber klarkommen, macht das keinen Sinn. Und deshalb entscheidet immer auch der persönliche Eindruck. Heute sind 70+ % der Arbeit Projekt- und Teamarbeit. Eigenbrötler sind da nicht zu brauchen, sondern man sucht Leute, die in interkulturellen Teams Arbeitsergebnisse liefern.
Heisst im Klartext: Nasenfaktor.

Und so gehen den Unternehmen wieder einmal kompetente Leute durch die Lappen, und dann wird wieder über den ach so grossen Fachkräftemangel gejammert.

Übrigens sind durchaus auch introvertierte Menschen kommunikativ und können in Teams arbeiten. Was für diese Menschen allerdings ein Graus ist, stundenlang in häufig sinnlosen Palavermeetings zu sitzen, während es Sinnvolleres zu tun gäbe.

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ichdrehdurch 17.06.2015, 12:10
98.

Zitat von IB_31
..... Es handelt sich bei "meiner" Firma um Airbus. Ich weiss nicht, wie weit Sie die Geschichte unserer Firma kennen: ......
Oh ja, Airbus kenne ich besonders gut. Ein enges Familienmitglied von mir arbeitet dort.
Die Lobgesänge, die Sie hier verbreiten, kann ich daher überhaupt nicht nachvollziehen.
Die Zusammenarbeit, insbesondere zwischen Toulouse und Hamburg ist (vor allem im Management) ein Paradebeispiel für egomanische Selbstneurotiker.
Ich kenne Details, die hier besser nicht offengelegt werden.

Und der Begriff "Bürokratismus" wird bei Airbus völlig neu definiert.

Ja, Sie haben Recht. Mit dem A380 ist wahrlich ein faszinierendes Produkt entstanden.
Dennoch gab es während der Entwicklungszeit haarsträubende Kommunikationsdefizite, die die Entwicklungskosten gewaltig in die Höhe getrieben haben.
Leidtragende sind in erster Linie die staatlichen Geldgeber - die Steuerzahler haben leider keinen direkten Einfluss auf so manchen Unfug, den das Management sich erlaubt.

Offenheit und Selbstkritik gehören nachweislich nicht zu den Stärken des Airbus-Managements.
Insofern kann ich Ihre Aussage "...muss zu uns passen..." bestens verstehen.

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capote 17.06.2015, 12:10
99.

Sie sehen das verkehrt!

Der Arbeitgeber bezahlt Sie als Supporter, nicht fürs Studieren. Ihr Studium schränkt nur Ihre Verfügbarkeit ein und wenn Sie fertig sind, springen Sie sowieso ab. Damit sind Sie nicht der Traum-Mitarbeiter.

Nun sind Sie fertig mit eher mässigen Noten, fortgeschrittenem Alter und Null Berufserfahrung als objektive Kriterien. Dazu kann ich aus eigener Erfahrung noch anmerken, dass die, die ein Abend-, BA- oder sonstwie "Nebenbeistudium" gemacht haben, schlechter ausgebildet sind als die, die das Tagsüber in Vollzeit gemacht haben. Dazu kommt ein total übersättigter Arbeitsmarkt, es gibt 4-mal mehr Absolventen als eigentlich gebraucht würden. Dass nicht nur jeder vierte überhaupt eine Stelle bekommt, liegt daran, dass man viele Ältere vorzeitig "aussortiert".

Ich glaube Ihnen ja, wie schwierig und anstrengend das alles war, was Sie alles leisten mussten, nur das schafft für Arbeitgeber keinen Mehrwert. Ein Unternehmen ist kein sozeales Ausgleichsamt.

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