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Frauen in Führungspositionen: Deutschland ist bei weiblichen Vorständen Schlusslicht
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Eine neue Studie vergleicht, wie viele Frauen es in verschiedenen Ländern in den Vorstand großer Unternehmen schaffen. Nach SPIEGEL-Informationen blamiert sich Deutschland auf ganzer Linie.

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Marc Rosenberg 11.05.2018, 18:56
1. Gute Idee der Schweden

Ich sehe es an meiner Karriere. Viele Frauen, die in der Hierarchie vor mir standen, fokussieren sich nach der Babypause mehr auf die Familie und verlieren das Hauptinteresse am Job. Dann zieht Mann vorbei.

Das gilt jedoch nicht für alle Frauen. Angesichts unserer dermaßen miesen Zahlen gibt es bestimmt auch Gründe, die man beheben könnte. Die Idee der Schweden, die Differenz beim Elterngeld auszugleichen, finde ich ziemlich clever. Eine Hürde weniger.

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larseman 11.05.2018, 19:13
2. Immer wieder dieselbe Leier... ich kann es nicht mehr hören

Warum muss alle paar Wochen wieder ein neuer Beitrag über die ach so schlechte Situation über fehlende Vorstände oder Managerinnen erscheinen. Ich verstehe es auch nicht, warum immer wieder mit dieser dämlichen Quote angekommen wird - o.k. in diesem Beitrag nur indirekt.

Es ist doch logisch, dass es weniger weibliche Vorstände gibt, nicht weil sie schlechter sind, sondern weil sie einfach weniger im Vergleich zu den Männlichen Kollegen sind. Natürlich hat sich der Berufswunsch moderner Frauen angepasst und ist nicht mit dem "alten" Modell vergleichbar, dennoch sind bei vielen Berufen immer noch Quoten von 1:10 keine Seltenheit, oft sogar deutlich höher. Somit würde es auch für die Frau nicht von Vorteil sein, wenn eine Frau Vorstand wird, um eine Quote zu erfüllen. Dass Frauen Karrieren machen, sieht man an mehr als genug Beispielen. Wir haben eine Bundeskanzlerin, das sagt doch alles. Dementsprechend muss auch mal langsam gut sein, mit dieser ewigen Leier :"wir brauchen weibliche Vorstände". Die brauchen wir eben nicht, nur weil es Frauen sind! Ich würde mir auch nicht vorschreiben lassen, wen ich als Vorstand ernenne und wen nicht und das wird auch kein DAX Konzern tun. Wenn die Frau eben die klar bessere Kandidatin ist, dann wird sie auch vorgeschlagen, wenn nicht dann eben nicht. So einfach ist das.

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Muttersprachler 11.05.2018, 19:17
3. Rückwärtsgewand

Ich sehe Parallelen zur Führungsspitze der CSU, in der auch nur Männer vertreten sind. Fortschritt sieht anders aus. Stattdessen gibt es ein Heimatministerium, um alte Traditionen zu bewahren.

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ProfPedro 11.05.2018, 19:27
4. Das liegt z.T. auch an den Industrien,

viel Auto, viel Maschinenbau und Mint-Berufe. Und man kann nicht gerade sagen, dass die deutsche Industrie erfolglos ist. Gerade Deutschlands Wirtschaft ist wesentlich moderner und flexibler, als z.B. Frankreich. Interessant ist auch, dass viele mittelständische Unternehmen und Handwerksbetriebe oft von Frauen geführt werden. Der Mittelstand ist auch mehr die Achse des Erfolgs, als die Großindustrie.

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Max Mustermannnnnnn 11.05.2018, 19:41
5. Frauen müssen auch wollen...

Was ist denn die richtige Quote?
Es ist eindeutig, dass der Anteil an Frauen die eine Top-Führungsposition anstreben deutlich geringer ist als bei Männern.

Wenn man dies völlig unberücksichtigt lässt ist dies auch wieder diskriminierend...

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KingTut 11.05.2018, 19:50
6. Übertreibung

Glauben Sie nicht, Sie übertreiben hier ein wenig? Schauen Sie sich mal die Bundesregierung, einschließlich Staatssekretärinnen an. Da sind Männer in der Minderheit und niemand beschwert sich.
Es kann nicht sein, dass man nur der Quote wegen jemandem eine bestimmte Position anvertraut. Ich glaube nicht, dass man sich blamiert, wenn man derart vorgeht. Im Übrigen wie wirkt sich das Blamieren aus? Zeigt jetzt die ganze Welt mit dem Finger auf uns und haben wir dadurch irgendwelche handfesten Nachteile?
Meine Meinung jedenfalls.

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weltgedanke 11.05.2018, 19:56
7.

Wenn Frauen sich erfolgreiche Unternehmensführung zutrauen, warum gründen sie dann nicht mehr Unternehmen, wo sie dann auch die Einstellungspolitik so handhaben können, wie sie es wollen und richtig finden? Wenn die Personalpolitik männlich dominierter Unternehmen wirklich so schlecht ist wie behauptet (ja sogar "blamabel für Deutschland", wie hier im Artikel großspurig unterstellt wird) und der Vorteil weiblicher Vorstände für die Unternehmen so bedeutend, müssten sich weiblich dominierte Unternehmen ja von selbst sehr schnell durchsetzen.

Wir haben seit 12 Jahren eine Bundeskanzlerin, die hoch angesehen ist, und selbst sie hält anscheinend wenig davon, Frauen über Quoten und publikumswirksame PR zu päppeln. Warum wohl? Hat sie vielleicht auch so wenig Ahnung von der Materie wie all die Männer in den Vorständen der DAX-Konzerne?


Wenn ich die bisherige Art der Kampagnenführung der Feministinnen für ihr Anliegen als Blaupause hernehme, würde ich von folgendem ausgehen, falls sie eines Tages tatsächlich in irgendwelchen Vorständen sitzen und ihr Unternehmen in Schwierigkeiten steckt:
Es wird lamentiert, dass die Kunden falsch liegen und dass sie sich damit blamieren, Konkurrenzprodukte zu kaufen. Wissenschaftliche Studien sagen jedenfalls, dass sie die nicht kaufen sollten.
Oder wird vielleicht gleich bei Gericht geklagt wegen angeblicher Diskriminierung des eigenen Unternehmens gegenüber der Konkurrenz?


Ja, Frauen haben es schwerer in anspruchsvollen Berufen, wenn sie in ihrem Leben irgenwann auch Mutter werden wollen. Das lässt sich schlecht bestreiten. Das entbindet sie aber nicht von der Verantwortung, sich eigenverantwortlich die Räume zu schaffen, die sie wollen. Mit Lamentieren, wie schwer man es hat, kann man sich vielleicht noch in Sachbearbeiterjobs reindrängeln, aber sich doch nicht für die Arbeit im Vorstand eines großen Konzerns empfehlen.

Meine Prognose ist, dass diese Art des Aktivismus auch in Zukunft kontraproduktiv für das in manchen Zügen durchaus nachvollziehbare Anliegen der Frauen sein wird.

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kilrathy 11.05.2018, 20:18
8. Ideologisch und unsachlich

"blamiert sich Deutschland auf ganzer Linie"... ein Kommentar sollte auch als Kommentar gekennzeichnet werden, nicht als Nachricht. Die AllBright Stiftung verfolgt ideologische, nicht wissenschaftliche Ziele, dementsprechend auch die Auswahl der Vergleichsländer. Mit dieser Methodik kann man nahezu alles beweisen.
Man könnte genauso Länder auswählen, bei denen Deutschland eine Spitzenposition in Frauenförderung einnimmt und als Vorbild für alle dient.

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Marlo 11.05.2018, 20:32
9.

Das Problem sind nicht nur zu wenige Frauen im Vorstand. Das ist ein sehr elitäres Problem, da nur sehr wenige Menschen es überhaupt in einen Dax Vorstand schaffen. Korrekt ist aber, dass die Veränderungskultur hierzulande sehr eingeschränkt ist. Einordnungen und Tarifierungen sind Jahrzehnte alt. An der Unternehmenskultur sollte sich also generell etwas ändern, um mehr Menschen und gleichzeitig auch mehr Frauen in bestimmte Positionen zu bringen. Es kommt immer das Argument, dass Frauen das falsche studieren, um es überhaupt in eine bestimmte Stelle zu schaffen. Das kann sein, aber bestimmte Fähigkeiten bilden sich erst später, also sollte das gewählte Studium nicht so entscheidend sein bei der Wahl. Andere Skills sind viel wichtiger und damit fängt es oft an.

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