Forum: Karriere
Frauenquote in Aufsichtsräten: "Ich habe schon eine Handvoll Damen in petto"
Amrop Delta

Die Frauenquote in Aufsichtsräten kommt, aber woher kommen die Frauen? Eine Herausforderung für Headhunter wie Sabine Hansen. Sie erklärt, warum Arbeitgeber aufschreien, die Quote trotzdem Strahlkraft entwickeln wird und gute Schminke auch in der Autobranche hilft.

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nagevog 21.11.2013, 15:43
60. Die guten Frauen

Menschen, welche Anderen bestimmte Fähigkeiten, Eigenschaften und Wesenszüge anhand ihrer Biologie zuschreiben, stehen bei mir in gleicher Tradition mit den Nazis damals(Arier=Gut, Juden=Böse). Wer ernsthaft behauptet, daß die Wirtschaft "menschlicher" wird, sobald mehr Frauen in den Führungsetagen vertreten sind, hat für mich jegliches Recht auf Respekt verspielt. Bei mir heißt es inzwischen nicht mehr nur: "Nazis Raus!", sondern auch "Feministinnen Raus!"

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rle 21.11.2013, 15:43
61. Sie haben Recht.

Zitat von ColonelCurt
Der Artikel krankt daran, dass offenbar beiden Damen die Kenntnis über Funktion und Struktur von Aufsichtsräten fehlt. Es sind dies von AG-Hauptversammlungen gewählte Kontrollorgane. Dies sind keine Führungspositionen im operativen ......
Aber Sachfragen stehen bei der Quotendiskussion nicht im Vordergrund.

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Tamarind 21.11.2013, 15:51
62.

Zitat von ColonelCurt
Sie meinten in Ihren ersten Sätzen vermutlich "Aufsichtsrat". Diese ganze Fehlwahrnehmung der Aufsichtsratsfunktion wurde hierzulande insbesondere durch das Thema BER befeuert, wo die Medien den Unbedarften im Lande suggeriert haben, Wowereit hätte als AR-Vorsitzender quasi eigenhändig die Elektroleitungen prüfen müssen.
Ja, Danke, hatte den sysop eben gerade um Korrektur gebeten. ;-)
Ja, so wie das Thema im Zusammenhang mit Karriereförderung von Frauen besprochen wird, ist es eine gezielte Irreführung. Wenn die SPD versucht, damit ihre Mitglieder zu täuschen, müsste das der letzte Tropfen sein... Aber wie wir von der SPD nahen Kreisen hören, so gibt es dort in den letzten Wochen eine Schwemme von vielen Tausenden Neuanmeldungen zur Mitgliedschaft, offenbar aus Interesse an der Abstimmung. Das könnten natürlich Fakes sein, ich jedenfalls ahne da nichts Gutes..

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lotoseater 21.11.2013, 15:51
63. Fragen über Fragen...

Zitat von petrapanther
Mit der Tatsache, dass nur 17% der deutschen Aufsichtsräte weiblich sind. Da wir wissen, dass Männer nicht von Natur aus bessere Arbeit leisten, muss es irgendwo im System Mechanismen geben, die Männer einseitig gegenüber Frauen bevorzugen.
Könnte es an der Berufswahl von Frauen und Männern liegen? Oder an der Bereitschaft, sich hochzukämpfen? Oder der biologischen Notwendigkeit, dass nur Frauen Kinder gebären können und diese Zeit entsprechend für Karriereanstrengungen ausfällt? Da wären diverse Gründe (oder Kombinationen daraus) denkbar, die neben einer Diskriminierung möglich wären. Schon mal darüber nachgedacht, oder wollen Sie über so etwas nicht nachdenken?

Zitat von petrapanther
Da wie gesagt 83% aller Aufsichtsräte männlich sind, gibt es offensichtlich keine signifikante geschlechtsspezifische Bevorzugung von Frauen.
Nein, geschlechtsspezifische Bevorzugung von Frauen gibt es nicht. Keinesfalls. Die Damen, die mir schöne Augen gemacht haben, um einen Vorteil zu erhalten, gibts auch gar nicht. Darum waren die auch gar nicht beleidigt, nachdem ich über deren eindeutige Angebote nur gelacht habe. Zugegeben: Es ging nicht um Aufsichtsratsposten, nur um Vorteile bei der Leistungsbewertung.

Zitat von petrapanther
Falsch. Die Symmetrie, die Ihnen vorschwebt, existiert nur in Ihrem Kopf. Die Realität sieht anders aus.
Können Sie Ihre Behauptungen auch mit Argumenten untermauern?

Zitat von petrapanther
Sie kennen mich nicht, und da ich (wie bereits gesagt) nicht mit meinen persönlichen Erfahrungen argumentiere, ist mir schleierhaft, wie Sie zu dieser Aussage kommen.
Ich komme aufgrund Ihrer Beiträge hier zu dieser Ansicht. Ich würde mich aber sehr freuen, wenn Sie mich vom Gegenteil überzeugen.

Zitat von petrapanther
Sind Sie nicht fähig, eine sachliche Diskussion oberhalb der persönlichen Ebene zu führen?
Ich versuche doch ständig, Argumente von Ihnen zu erhalten. Überzeugen Sie mich! Bitte!
Außer "es gibt auch mitfühlende Menschen" und "17%" ist von Ihnen noch nichts gekommen, und das überzeugt mich offensichtlich nicht.

Zeigen Sie wenigstens, dass Sie über andere Möglichkeiten als Diskriminierung nachgedacht haben und begründen Sie logisch und nachvollziehbar, warum Ihnen diese Begründungen nicht nachvollziehbar erscheinen.

Ach ja: Und warum ausgerechnet Aufsichtsratsposten (die man quasi als Nebenjob erledigen kann)? Warum nicht in der Geschäftsführung oder auf allen anderen Ebenen des Managements? Etwa weil das für ausrangierte Politikerinnen nicht so interessant ist? (Komisch, dass das erst bis 2016 umgesetzt werden soll, also passend vor der nächsten Bundestagswahl 2017.) Oder weil die "richtigen" Managementpositionen Vollzeitjobs sind, in denen man hart arbeiten muss und viel Know-How haben muss?

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petrapanther 21.11.2013, 16:05
64.

Zitat von chris4you
"Es gibt gerade einmal einen Frauenanteil von 17% in deutschen Aufsichtsräten" dürfte das falsche Argument sein, da kann auch so argumentiert werden: "Es gibt gerade einmal einen Frauenanteil von 17% bei den operativen Einheiten der Müllabfuhr, daher brauchen wir hier auch eine Quote"...
Es geht aber nicht nur um einen bestimmten Industriezweig, sondern um einen Durchschnittswert über alle deutschen Aufsichtsräte. Bemerken Sie den Unterschied?

Zitat von chris4you
Das würde zumindest der Lebenserwartung der Männer entgegenkommen ;o)...
Wirklich? Sterben Müllwerker so jung?

Zitat von chris4you
(By the way: je weiter die Differenz zwischen der Lebenserwartung der Geschlechter ist, desto weniger weit ist die Gleichberechtigung... gibts Studien drüber, einfach mal googeln). Hmm, steigt die Lebenserwartung der Frauen nicht immer weiter und steiler als die der Männer...? Aber mit genügend Streß und Rauchen wird sich das schon noch ändern...
Es gibt viele Gründe für die unterschiedliche Lebenserwartung - ein Grund ist, dass Prostatakrebs gefährlicher ist als Brustkrebs und immer noch viel zu oft zu spät erkannt wird. Auch sterben Mütter heute seltener im Kindbett, was früher eine der häufigsten Todesursachen für Frauen war. Das Thema ist komplex, und hat nichts mit dem vorliegenden Artikel zu tun.

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u30 21.11.2013, 16:05
65.

Zitat von Peter Werner
Es sollte ja wohl im Eigeninteresse eines jeden Firmeninhabers liegen, die jeweils best geeigneten Personen mit Führungspositionen zu betrauen. Wenn dies nun ein Firmeninhaber nicht macht, weil er die Besten infrage kommenden Personen aus bestimmten Gründen nicht in Betracht zieht, so ist dies zunächst einmal sein eigenes Problem.
Also darf man Frauen benachteiligen, weil das im Ermessen des Unternehmens liegt? Dem ist nicht so (siehe BGB). Es geht bei der Quote nicht um das Wohl des Unternehmens, sondern um Durchsetzen deutscher Gesetze.
Zitat von Peter Werner
Spästestens, wenn der Betrieb nicht mehr die gewohnte Rendite abwirft oder in Schieflage gerät, wird er bemerken, dass dort etwas falsch gelaufen ist. (...)
Offensichtlich geht es den Unternehmen in Deutschland auch ohne bzw. nur mit wenigen Frauen in der Führungsetage ziemlich gut. Ist die Schlußfolgerung, dass alle Frauen einfach zu doof sind und den Job nicht machen können? Oder sollte man schauen, ob sie nicht wirklich durch bestimmte Mechanismen und eine familienfeindliche Geschäftskultur daran gehindert werden (und wie man diese abstellen könnte).

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emma 21.11.2013, 16:07
66. Schlechte Zeiten für mittelmäßige Männer.

Zum nachlesen hier der Link zu einem Bericht über die Studie:

Männersache

Zitat von hman2
Die durch ebenso mässig begabte Frauen ersetzt wurden. Das kann nicht die Lösung sein. Besser wäre es, ein Quote für Qualifikation einzuführen, und die sollte bei 100% liegen.
Dass die mässig begabten Männer durch mäßig begabte Frauen ersetzt würden, ist eine naive Wunschvorstellung. Natürlich wird es anders sein - die bessere Qualifikation wird den Ausschlag geben, auch wenn das für so manchen Mann bitter wird. Lesen Sie ruhig mal den Artikel! Die Studie ist übrigens von einem Mann.

Zitat von mm71
Wer einen Aufsichtsratsposten für ein "Privileg" hält, ist m.E. schonmal per se unqualifiziert. ...
Ich fürchte, Sie haben gar nicht verstanden, worum es geht. Aber dieses Problem kann sicher noch gelöst werden.

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Peter Werner 21.11.2013, 16:16
67.

Zitat von u30
Also darf man Frauen benachteiligen, weil das im Ermessen des Unternehmens liegt? Dem ist nicht so (siehe BGB). Es geht bei der Quote nicht um das Wohl des Unternehmens, sondern um Durchsetzen deutscher Gesetze.
Frauen sollen weder bevorzugt noch benachteiligt werden. Bevorzugung von Frauen = Benachteiligung von Männern. Leider sind Sie auf den 2. Teil meines Beitrages nicht eingegangen, dort wird dies recht anschaulich erläutert.

Zitat von u30
Offensichtlich geht es den Unternehmen in Deutschland auch ohne bzw. nur mit wenigen Frauen in der Führungsetage ziemlich gut. Ist die Schlußfolgerung, dass alle Frauen einfach zu doof sind und den Job nicht machen können?
Zumindest einmal legt dies nahe, dass die dt. Unternehmen derzeit i.d.R. recht gut geführt sind.
Sonstige Schlussfolgerungen lassen sich hieraus nicht ziehen.

Zitat von u30
Oder sollte man schauen, ob sie nicht wirklich durch bestimmte Mechanismen und eine familienfeindliche Geschäftskultur daran gehindert werden (und wie man diese abstellen könnte).
Was verstehen Sie unter "familienfeindliche Geschäftskultur"?
Eine Führungsposition setzt nun einmal ein hohes zeitliches Engagement voraus - von Mann und Frau gleichermaßen. Ein Vorstandsmitglied oder Abteilungsleiter eines Konzerns hat keine 40Stunden Woche. Ebensowenig die große Mehrzahl der Selbständigen.
Ebenso wenig, wie Frau Merkel diese hat. Ich sehe auch nicht, wie sich hieran etwas ändern ließe. Es wird immer Menschen geben welche bereit sind, diesen Preis zu bezahlen.
Es ist jedem (Frau und Mann) frei gestellt, sich für ein solches Leben zu entscheiden. Mir persönlich ist mein Feierabend lieber.

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Peter Werner 21.11.2013, 16:22
68.

Zitat von emma
Dass die mässig begabten Männer durch mäßig begabte Frauen ersetzt würden, ist eine naive Wunschvorstellung. Natürlich wird es anders sein - die bessere Qualifikation wird den Ausschlag geben, auch wenn das für so manchen Mann bitter wird.
Schön.
Wenn dies so sein wird, wird ja keine Quote benötigt, dann werden die entsprechenden Damen ja auch so die entsprechenden Posten erhalten.

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lotoseater 21.11.2013, 17:00
69.

Zitat von emma
Zum nachlesen hier der Link zu einem Bericht über die Studie: Dass die mässig begabten Männer durch mäßig begabte Frauen ersetzt würden, ist eine naive Wunschvorstellung. Natürlich wird es anders sein - die bessere Qualifikation wird den Ausschlag geben, auch wenn das für so manchen Mann bitter wird. Lesen Sie ruhig mal den Artikel! Die Studie ist übrigens von einem Mann.
Fairerweise muss man übrigens sagen, dass die Studie nicht von einem Mann, sondern von drei Männern und einer Frau zusammengestellt wurde.

Der Artikel ist leider sachlich etwas kurz. Interessant finde ich dabei, was im Artikel steht,
Zitat von
„Kompetenz“ machte Persson dabei an verschiedenen Kriterien fest: Neben der Ausbildung wurde etwa das Gehalt der Kandidaten im Vergleich zum Landesdurchschnitt in ihrem jeweiligen Beruf gemessen.
und was tatsächlich in der verlinkten Studie steht:
http://people.su.se/~tpers/papers/Paper_121126.pdf

Anders als im Artikel beschrieben wird in der Studie Kompetenz daran gemessen, was Politiker theoretisch außerhalb der Politik verdienen könnten:

Zitat von Studie, S. 35
Using individual time-series socioeconomic data, we measure competence by the earnings potential of politicians in the market outside politics, conditional on education and occupation.
Interessanter Ansatz, ich muss mir in den nächsten Tagen mal noch den Vortrag im Detail anhören, vielleicht werden da ja noch Aussagen über Tätigkeiten außerhalb der Politik gemacht. Im verlinkten pdf fehlen leider die Tabellen und sonstigen Daten.

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