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Freiberufler: Die Selbstständigkeitsfalle der Frauen

Immer mehr weiblichen Talente haben genug von einer Unternehmenskarriere und suchen in der Selbständigkeit ihr Glück. Eine besorgniserregende Entwicklung, findet DIW-Ökonomin Elke Holst. Und warnt: Auch für Freiberuflerinnen gibt es eine gläserne Decke.

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beyman 11.12.2014, 15:19
1. Sauber

Wieder alles drin, was "frau" braucht, um rum zu jammern. Man kommt karrieremäßig nicht weiter? Wow, das geht Männern natürlich nie so. Selbstständigkeit ist nicht einfach? Siehe letzten Punkt. Und natürlich das alte Märchen mit dem Gender Pay Gap.....so ist das halt, wenn man "was mit Medien", "was mit Kindern" oder sowas machen will. Schlimm genug, dass sich solche Leute wie Frau Holst Wissenschaftler schimpfen dürfen.

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ugt 11.12.2014, 15:42
2. ... und?

... als ich bei meinem jetzigen Arbeitgeber angefangen habe, da ist der Chef aufgestanden und hat mir sofort Platz gemacht. Ich brauchte nichts tun.

Die Sekretärin kam und wusste gleich, dass ich meinen Kaffee schwarz trinke. Um mir das Leben zu erleichtern einigten wir uns auf eine 10 Stundenwoche bei doppeltem Gehalt.

Natürlich muss ich nur kommen wenn ich Lust dazu habe, wenn ich lieber mit den Nachbarn ein Käffchen trinken möchte, ein Sonderangebot in meinem Lieblingsladen ist oder einfach nur die Sonne scheint bleibe ich zu Hause.

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ugt 11.12.2014, 15:43
3. ... und?

... als ich bei meinem jetzigen Arbeitgeber angefangen habe, da ist der Chef aufgestanden und hat mir sofort Platz gemacht. Ich brauchte nichts tun.

Die Sekretärin kam und wusste gleich, dass ich meinen Kaffee schwarz trinke. Um mir das Leben zu erleichtern einigten wir uns auf eine 10 Stundenwoche bei doppeltem Gehalt.

Natürlich muss ich nur kommen wenn ich Lust dazu habe, wenn ich lieber mit den Nachbarn ein Käffchen trinken möchte, ein Sonderangebot in meinem Lieblingsladen ist oder einfach nur die Sonne scheint bleibe ich zu Hause.

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Seitenblick_ 11.12.2014, 15:59
4. Versteh ich nicht:

Selbstständigkeitsfalle?
Gibt es denn irgendwas, was bei Medienberichten noch nicht als ganz schlimme Falle für Frauen aufgetaucht ist, ähnlich wie Nessie im Sommerloch?
Kinderfalle, Singlefalle, Altersfalle, Ehefrauenfalle, Geliebtenfall - aber was für ein Frauenbild steckt dahinter? So von Fallen umgeben - mein Gott, Bambi, flüchte!

Und was soll es eigentlich heißen
"Denn die Strukturen in Unternehmen setzen sich in der Selbständigkeit fort."

Äh - wie soll das denn gehen? Engagiert sich die Selbstständige dann Mitarbeiter, die an ihrem Stuhl sägen und sie nicht vorankommen lassen?
Oder ist das einfach nur mal so drauf los behauptet?

Ich habe so viele männliche Kollegen gehabt, die gekündigt haben, weil es auf der Arbeitsstelle nicht mehr zum Aushalten war - das gilt geschlechterübergreifend, und wer nicht auf einem Auge blind ist, bemerkt das auch.

Den entscheidenden Hinweis gibt die Autorin selber, ohne daraus was zu machen:
"Ihr berufliches Engagement und ihre Investitionen in Aus- und Weiterbildung ... stehen in keinem positiven Verhältnis zur beruflichen Anerkennung und Lebensqualität".

Eben, Lebensqualität. Darauf zu achten, ob die stimmt, ist übrigens kein Zeichen von Dummheit. Und die richtig Klugen verstehen obendrein, dass mehr Lebensqualität mit mehr Zeit für sich und seine Lieben im Gegenzug oft auch heißt, weniger auf dem Konto zu haben, wenn man das zeitliche segnet.

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Löschknecht 11.12.2014, 16:00
5.

Zitat: "Ihr berufliches Engagement und ihre Investitionen in Aus- und Weiterbildung, die häufig auch mit hohen Folgekosten für den privaten Lebenszusammenhang verbunden waren, stehen in keinem positiven Verhältnis zur beruflichen Anerkennung und Lebensqualität".
Wenn alle Arbeitskräfte, die diese Erkenntnis erlangen, es sich leisten könnten zu kündigen, dann wären die Flure bei einigen Firmen sehr leer und ein wirtschaftlicher Kollaps stünde bevor.

Und was das niedrigere Einkommen der selbständigen Frauen angeht - so sehe ich da zwei vom Artikel abweichende mögliche Begründungen:
1. Wenn jemand zugunsten einer besseren Work-Life-Balance und um dem Macht (=Geld) und Dominanz-Gezerre zu umgehen wird er nicht um jeden nervigen Auftrag kämpfen, sondern öfters mal sagen: "Ich gönne mir die Freiheit einen Auftrag nicht anzunehmen, weil es mir damit besser geht" -> weniger Geld
2. Hat man schon öfters fetgestellt, dass Frauen bei Gehaltsverhandlungen weniger risikobereit und aggressiv verhandeln. Dies wird im Angestelltendasein teilweise durch Tarifverträge / equal pay Richtlinien etc abgefangen. Als selbständiger liegt es an einem selbst, wie hart man an die Linie des maximal möglichen Ertrages heranverhandelt. Bei jedem Auftrag aufs neue. Und ich kann mir schon vorstellen, dass mehr Männer hierauf Energie verwenden, allein um sich selbst was zu beweisen. Viele Frauen hingegen sind wohl vielmehr auf den eigentlichen Auftrag und gute Arbeit dort fokussiert. Gut für den Kunden, schlecht fürs Budget.

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quader 11.12.2014, 16:04
6. Karriere kostet Mühe

Männer sind gewöhnt mehr zu kämpfen, um die Position, um Geld. Frauen erwarten mehr, eine gute Position aufgrund der Quote zu bekommen und dass dann alles einfach ohne Ärger weitergeht.
Aber ein Chef steht quasi immer unter Feuer. Welche Mitarbeiter sind denn nur damit beschäftigt dem Chef Anerkennung zu zollen. Probleme sollen die Chefs lösen und nicht um Anerkennung betteln.
Man sieht an Frau Merkel, dass Frauen dieses durchaus können.
Anderes Beispiel: welche Frau wählt denn schon den Beruf nach dem zu erwartenden Einkommen? Welcher Mann wählt denn seinen Beruf nach dem zu erwartenden Lob?

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Esib 11.12.2014, 16:13
7. Willkommen in der Realität

Zitat von
"Ihr berufliches Engagement und ihre Investitionen in Aus- und Weiterbildung, die häufig auch mit hohen Folgekosten für den privaten Lebenszusammenhang verbunden waren, stehen in keinem positiven Verhältnis zur beruflichen Anerkennung und Lebensqualität".
Ja, das geht den meisten Männern auch so, denn nur wenige schaffen es nach ganz oben. Willkommen in der Realität. Da brauchen wir natürlich Frauenquoten, um den Frauen das Mühsal und das Risiko zu ersparen...

Zitat von
Jene Frauen, denen ich in zunehmender Zahl auf Veranstaltungen begegne, sehen ihre Perspektive in der Selbständigkeit und verbinden damit die Hoffnung, so die gläserne Decke und nervenzerreißende Widerstände zu überwinden.
Super! Da sind sie ja ihr eigener Chef, es gibt eine Frau mehr in Führungspositionen, sie können zeigen, dass sie besser als Männer sind, eine völlig neue Firmenkultur schaffen und bald haben wir von Frauen gegründete Großunternehmen, die viele Arbeitsplätze schaffen und ihre Gründerinnen reich machen, aber leider...

Zitat von
Die Verdienstunterschiede zwischen Frauen und Männern sind hier deutlich höher als bei den abhängig Beschäftigten. Nach einer Studie von Gather/ Schmidt/ Ulbricht aus dem Jahr 2010 lag das Einkommen bei männlichen Selbständigen mit Arbeitszeit von mehr als 35 Wochenstunden in der ersten Selbständigkeit bei durchschnittlich rund 3200 Euro, das der selbständigen Frauen bei rund 1600 Euro - also bei der Hälfte des Verdienstes der männlichen Kollegen.
Sie verdienen als Selbständige nicht weniger als „ihre Kollegen“, sondern weniger als andere Selbständige, denn Selbständige sind erstens keine Kollegen und zweitens nicht von der Pseudo-Lohndiskriminierung betroffen, sondern selbst und ganz alleine für ihr Einkommen zuständig. Und dummerweise kann man es auch nicht der Mutterschaft in die Schuhe schieben, wie es die von Frau Holst selbst zitierte Studie belegt. Tja, wer ist denn da jetzt schuld an dem geringeren Verdienst? Alle feministischen Ausreden greifen da ja nicht. Vielleicht sind diese Frauen dann doch nicht so gut und/oder leistungsfähig, wie sie es sich selbst glauben machen.

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b.ernst 11.12.2014, 16:14
8. Als Frau...

kann man bei so einem Artikel wirklich das kalte Grausen bekommen. Können diese ganzen selbsternannten Genderexperten bitte zur Kenntnis nehmen, dass Frauen in Mitteleuropa ein weitgehend selbstbestimmtes Leben führen. Ich brauche keine Wissenschaftlerinnen, die mir sagen, wo überall in meinem Leben etwas schief läuft, weil es nicht in die Genderwelt einiger weniger passt. Wenn ich nicht zufrieden bin mit meinem Einkommen, dann muss ich eben den Job wechseln, besser verhandeln oder mehr ranticken. Genau wie die Männer auch. Vielleicht gehöre ich aber auch zu den priviligierten Menschen, die ihre Wahlfreiheit nutzen und Beruf und Leben auf Kosten der letzen 10 k Jahresgehalt für sich persönlich optimal gestalten. Sagt eine selbst. Freiberuflerin mit Angestelltennebenjob und drei Kindern!

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olewahr 11.12.2014, 16:18
9. Frauenquote

Parallel zu dieser Entwicklung hallt es gleichzeitig aus den Chefetagen: "Wir suchen händeringend nach Führungsfrauen, es gibt aber leider keine", wahlweise "die Frauen wollen nicht, die springen nicht".
Diese Frauen werden nur "händeringend" gesucht, weil die Politik sich mit der 30% Frauenquote in die private Wirtschaft einmischt und es Sanktionen hagelt, erfüllt ein Unternehmen diese Quote nicht. Deutsche Unternehmen haben sich soweit ich weiß auch ohne Frauenquote hervorragend am Markt behaupten können.

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