Forum: Karriere
Fünf Jahre im "Praktikum": Gericht spricht Arbeitnehmerin 50.000 Euro zu
Corbis

Vollzeit, unbezahlte Überstunden, monatlich 300 Euro: Zu diesen Bedingungen arbeitete eine Münchnerin fünf Jahre bei einem Finanzvermittler, offiziell im Praktikum. Damit kam ihr Chef vor Gericht nicht durch.

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sushiboi 14.06.2016, 10:43
1. So wird als nichts.

So hat sich das ja noch gelohnt für den Finanzvwrmitller. Die Frau solllte den errechneten Lohn von 77000 Euro plus die gleiche Summe als Entschädigung bekommen. Darüber hinaus müsste eine saftige Strafe in ca.der gleichen Höhe fällig werden, die vom Staat gerne auch für soziale Zwecke eingesetzt werden darf. Die Kosten des Verfahrens trägt natürlich der Beklagte. Kosten müssen weh tun, und das ist eben erst ab einer bestimmten Höhe, die wenigstens das vier- bis fünffache der üblichen Vergütung beträgt, der Fall.

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kjartan75 14.06.2016, 10:54
2. Steuerabgaben

Ich glaube, das meiste Geld wird sie eh nicht sehen. Ich meine, die Steuern werden dann voll auf dieses eine Jahr angerechnet, so dass die Steuerlast sehr hoch ausfallen wird.

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DirkSt 14.06.2016, 10:56
3. Warum?

Das Verhalten des Arbeitgebers ist das Eine - aber warum bitte hat die junge Frau das überhaupt gemacht? Klar, mit 16 Jahren steigt man da noch ein - sich aber FÜNF der besten Jahre des Lebens in einer teuren Stadt wie München quasi zu verschenken ... das klingt fast schon unglaubwürdig. Vielleicht hat sie ja reiche Eltern, so dass das "Einkommen" keine Rolle spielte? Sonst hätte sie ja früh gemerkt, dass 300 Euro fernab von einem angemessenen Einkommen sind. Mir ist der Fall jedenfalls sehr rätselhaft.

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h.hass 14.06.2016, 11:02
4.

Wieso gibt es keine Gesetze, die solche Praktiken definitiv unmöglich machen? Sollte doch z.B. möglich sein, eindeutig festzulegen, dass eine Firma einen Mitarbeiter maximal sechs Monate als Praktikanten beschäftigen darf. Natürlich müssen die Gesetze so formuliert werden, dass es keine Hintertürchen gibt. Und natürlich müsste gleich noch ein Mindestlohn von mindestens 10 EUR eingeführt werden, besser 12.

Solche sittenwidrigen Arbeitsverhältnisse sind auf jeden Fall ein Unding, zumal der Staat wegen nicht eingenommener Steuern dabei ja auch unmittelbar der Dumme ist. Aber zweifellos hat der Arbeitgeberpräsdent Angelas Handynummer und wird sofort intervenieren, wenn die ungezogenen Angeordneten einen Gesetzesentwurf einbringen wollen, der sowas verhindert.

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observerlbg 14.06.2016, 11:02
5. Und genau so sehen viele Jobs in Deutschland aus.

DAS ist die Realität in diesem unseren Land. Und wer glaubt, da wurde nur eine unerfahrene junge Berufsanfängerin ausgebeutet, der irrt. Auch die Sozialkassen und der Fiskus (und damit wir alle) wurden betrogen. Und der betroffene Finanzvermittler heult jetzt sicherlich, dass diese undankbare Göre, die er vorm verhungern gerettet hat, ihn angezeigt hat. Und nun gibt's dies Jahr keinen Dritt-S-Klasse-Benz. Nein, nicht der Arbeitsmarkt ist kaputt, es sind die gierigen Menschen ohne Anstand und ohne sozialem Gewissen.

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hman2 14.06.2016, 11:08
6.

"das klingt fast schon unglaubwürdig"

Wieso? Seit Jahren redet man von der "Generation Praktikum". Es ist - allen Ernstes - völlig NORMAL geworden. Hunderttausende tun das.

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haresu 14.06.2016, 11:13
7. Die Nachzahlung ist viel zu gering

Indem das Gericht den Mindestlohn zugrunde legt begünstigt es den Arbeitgeber noch im Nachhinein. Das ist skandalös!

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maxmarius 14.06.2016, 11:17
8. Gegenseite hören

Könnte man jetzt nicht mal ein Interview mit dem (Ex)Arbeitgeber führen? Das könnte durchaus auch mit einem Foto des Firmensitzes in der Münchener Innenstadt illustriert werden. Aber eines wurde wieder bestätigt: Es ist unmöglich, über Versicherungs- und Finanzvermittler Vorurteile zu haben.

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manicmecanic 14.06.2016, 11:17
9. @observerlbg Das ist der deutsche kaputte Arbeitsmarkt

Der wird doch von allen Beteiligten gemacht und besonders von denen die das sagen haben.Das sind nun mal die Arbeitgeber und die konnten den nur so kaputt installieren mit großzügiger Hilfe der willfährigen Politker.Soziale Marktwirtschaft war einmal.

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