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Fünf wichtige Tipps: Sollte ich mich mit Foto bewerben?

Sollten Bewerber ein Foto in den Lebenslauf packen? Und wie sollte es aussehen? Lesen Sie hier, worauf Sie achten sollten.

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kumi-ori 28.02.2019, 10:33
40.

Zitat von Malshandir
...Respekt schafft es eher, wenn einer schreibt, ich find die Anzeige interessant und will mich aus Privaten Gründen örtlich verändern, aauch wenn ich eure Firma nicht kenne. So jemand ist ehrlich....
Für mich ist das eine Chiffre für "bin rausgeflogen, weil unfähig oder unerträglich" und suche jetzt eine schöne Erklärung. Da ich in meiner Stadt bekannt bin wie ein bunter Hund, muss ich meinen Suchradius vergrößern, und meine (nicht nachprüfbare) "Fernbeziehung" liefert mir die passende Legende dazu.

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kumi-ori 28.02.2019, 10:41
41.

Zitat von Hans-Dampf
...warum soll ein(e) Bewerber(in) um eine Ausbildungsstelle ihre/seine Eltern mit deren Berufen im Lebenslauf angeben?...
Jemandem, der seine Eltern (oder seine Religion) in den Lebenslauf schreibt, war ich immer sehr dankbar. Denn den oder die habe ich sofort aussortiert.

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Hans-Dampf 28.02.2019, 10:51
42.

Zitat von kumi-ori
Jemandem, der seine Eltern (oder seine Religion) in den Lebenslauf schreibt, war ich immer sehr dankbar. Denn den oder die habe ich sofort aussortiert.
Sie reden von einem Einzelfall. In der Masse ist dies jedoch bei Azubi-Bewerbungen üblich und wird auch noch heute so in der Schule gelehrt bzw. empfohlen - auch in einschlägigen Ratgebern zum Thema Bewerbung. Wenn Sie es sich leisten können, ihre eigenen Wege zu gehen...

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Little_Nemo 28.02.2019, 11:22
43. Hauptsache man kann sich fotografieren lassen

Zitat von kumi-ori
Der Textteil einer Bewerbung setzt allerdings noch weniger auf echte Fakten als das Bild. Viele Angestellte müssen ihr Zeugnis selber schreiben, der Chef unterschreibt es nur noch, und die Hobbies kann ich knicken. Superlativreiche Epitheta (mit größtem Interesse, mit hervorragendem Erfolg), Beteuerungen, unnachprüfbare und selektive Rankings (im dritten Quartal 2018 als Zweitbester der gesamten Produktlinie) und andere Füllsel geben überhaupt keinen Hinweis darauf, was einer kann. Auch beim Zeugnis wissen Sie nicht, ob einer gut Latein kann oder gut abschreiben (wobei ich den Abschreiber eher einstellen würde). Der einzige Punkt, wo ich zuverlässig sehe, ob einer etwas kann, ist das Bewerbungsfoto. Daran scheitern nämlich Viele, sei es Geiz an der falschen Stelle, sei es, dass sie auf einen Liebesantrag von mir zu hoffen scheinen.
Inwiefern sehen Sie denn am Bewerbungsfoto, ob einer was kann? Ich meine jetzt mal abgesehen von dem Fall, dass Sie ein Model oder einen Fotografen suchen. Wenn ich wissen will ob einer was kann, lasse ich ihn zur Probe arbeiten. Dann sehe ich einigermaßen zuverlässig ob er das kann, was er für mich leisten können soll. Alles andere ist eine große Arena für allerlei Blendwerk. Allenfalls Zertifikate, Zeugnisse und Referenzen könnten noch von Wert sein. Was allerdings voraussetzt, dass die Aussteller dieser Schriftwerke auch redlich und seriös arbeiten. Da wäre vielleicht der Gesetzgeber mal gefordert. Ich erwähne das, weil ich da unlängst, im Rahmen einer Fortbildung, sehr ernüchternde Erfahrungen machen musste.

Mangelnde Qualität eines Fotos auf Geiz zurückzuführen erscheint mir übrigens auch nicht eben weitblickend. Qualitativ brauchbare Bewerbungsfotos, so heißt es immer wieder, von vermeintlich berufener Stelle, kosten ab 50 Euro aufwärts. Das kann sich mancher in diesen Zeiten schlicht nicht leisten. Zumal auch diese 50 Euro noch keine Garantie für gute Qualität darstellen.

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Celegorm 28.02.2019, 13:07
44.

Zitat von Hans-Dampf
Fragen Sie mal einen Personaler mit Berufserfahrung, was sie/er alles aus einem Foto "lesen" kann. Von mir aus können Sie auch eine/e Psychologin/Psychologen fragen.
Sie meinten wohl eher "hinein lesen". Denn genau das ist es. Natürlich kann man sich einbilden, dass man anhand des Aussehens bzw. des Fotos irgendwelche grossartigen Erkenntnisse über die Person gewonnen hätte und die daraus folgende Entscheidung dann extrem gut war (gerade bei Ablehnung mangels Falsifizierbarkeit eine sehr einfache Illusion). Allerdings ist das dann halt reine Selbstsuggestion und Aberglaube. Ich denke, jede empirisch saubere Studie würde zeigen, dass der Informationswert eines Fotos bezüglich den relevanten Einstellungskriterien ziemlich genau null ist.

Das Ganze ist im übrigen eh eine sehr deutsche Diskussion. Im Rest der Welt stellt sich die Frage selten bis nie, ganz einfach weil ein Foto im Lebenslauf maximal als befremdlich betrachtet würde.

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MartinS. 28.02.2019, 13:10
45. ....

Zitat von Hans-Dampf
Fragen Sie mal einen Personaler mit Berufserfahrung, was sie/er alles aus einem Foto "lesen" kann. Von mir aus können Sie auch eine/e Psychologin/Psychologen fragen. Wenn man tatsächlich diskriminierungsfrei eine Vorauswahl treffen will, muss man den kompletten Bewerbungsprozess anonymisieren, d. h. ohne Angabe von Geschlecht, Geburtsdatum, Foto, Absenderadresse usw. Und am Ende wird dann doch die Person genommen, die das beste Gesamtpaket liefert. Je nach Stelle und Vorlieben der Vorgesetzten und/oder Personaler kann die Gewichtung unterschiedlich erfolgen. Man müsste also am Ende jemand unabhängiges beauftragen, eine Personenauswahl zu treffen. Kann man ja mal ausprobieren...
Ach - das ist doch auch Unfug....
Was glauben sie denn, was mit so Bildern passiert?
5 Psychologen eingebestellt, die sich genau ansehen, ob der Bewerber anhand seines Bildes ne schwere Kindheit gehabt haben könnte, weshalb nicht auszuschließen ist, dass er Crack raucht, Termine nicht einhält und den Kaffee immer mit doppelt Zucker nimmt.

Warum sollte ne Firma sich da ne Mühe machen, groß irgendwas in ein Foto reinzuinterpretieren. Man bekommt halt üblicherweise irgendwas so um die 5 bis 50 Bewerbungen.... manche stechen da positiv daraus hervor, manchen negativ. Und im Großen und Ganzen ist das schon alles.
Wenn 43 Leute ein Foto in der Bewerbung haben und einer hat keines... dann bleibt die Frage, ob das wirklich so wahrgenommen werden würde, dass man als positiv aus dem ganzen Haufen hervorsticht.... oder ob eher davon auszugehen ist, dass Personaler da ohne großes Nachdenken gleich auf die "NO-Ablage" weiterleiten.

Ein Foto ist wohl nur seltenst entscheidend, aber ist halt schon einer der Faktoren, bei denen man ohne großen Aufwand ein mögliches Kriterium abhaken kann.
Wer da schlampt und sich nicht an gängigem common sense orientieren kann, der macht halt nen weniger guten Eindruck. Jemand der ein angemessenes Foto hat, ist selbst im schlechtesten Fall höchstens unauffällig.
(oder um es ganz deutlich sagen - obs was nutzt bleibt fraglich, aber auch wenn nicht, dann tut man sich damit nicht weh)

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Domainator 28.02.2019, 13:12
46. Ein Foto...

...ist Diskriminierung per se. Denn "ein Bild sagt mehr als 1000 Worte" - aber eben überhaupt nichts über die fachliche Eignung.
In vielen Ländern ist ein Foto auf Bewerbungen schon verboten. Nur im verschlafenen Deutschland noch Standard. Über kurz oder lang wird dieser Umstand den gleichen Weg gehen, wie andere Diskriminierungen, wie z.B. Ungleichheit bei Lohnzahlungen. Die Personaler-Branche sollte hier rechtzeitig umsteuern.

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MartinS. 28.02.2019, 13:24
47. ...

Zitat von Hans-Dampf
Sie reden von einem Einzelfall. In der Masse ist dies jedoch bei Azubi-Bewerbungen üblich und wird auch noch heute so in der Schule gelehrt bzw. empfohlen - auch in einschlägigen Ratgebern zum Thema Bewerbung. Wenn Sie es sich leisten können, ihre eigenen Wege zu gehen...
Bei Auszubildenenden ist die Situation ohnehin nochmal grundlegend anders. Da herrschen viel größere Freiheiten, und man sieht eigentlich auch über grobe Schnitzer ziemlich entspannt hinweg.
Wofür auch - die kommen aus der Schule und haben nunmal keine Berufserfahrung. Nur die wenigsten wissen wirklich, was sie wollen, und auch das ist kein Problem (in dem Alter wäre das doch auch reichlich traurig)
Wenn von den Zeugnissen her die Leistungen so ungefähr in die Richtung passen, dann reicht das normalerweise aus, um zu nem Test eingeladen zu werden. Dann bietet man sogar gerne mal eine Ausbildung für einen anderen Beruf an, als der auf den der Bewerber sich eigentlich beworben hat... kreative Rechtschreibung wird durchaus zur Kenntnis genommen, ist aber nur für einige Berufsgruppen wirklich ein entscheidendes Kriterium.

Selbst bei größeren Mittelstandsfirmen ist es schwerer gewroden, die Ausbildungsplätze überhaupt noch zu besetzen. Im Grunde müsste man hier die dualen Studienprogramme wieder zurückfahren - irgendwelche studierten Berufseinsteiger findet man in Hülle und Fülle, aber bei den Ausbildungsberufen ist es deutlich enger geworden. Selbst für Berufe wie den Bürokaufmann und den Industriemechaniker, die eigentlich immer Selbstläufer waren, muss man mittlerweile zusehen, dass man die Ausbildungsplätze überhaupt noch besetzt bekommt.

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blue_surfer77 28.02.2019, 14:46
48. kaum zu fassen ...

Kaum zu begreifen, wie weltfremd leute sind, die meinen, ein foto sei nicht nötig, oder sogar, ohne foto laufe es besser. omg.
Du kannst sehr sehr viel aus einem foto herauslesen, oft mehr als aus einem ellenlangen tabellarischen lebenslauf. Ich habe genügend leute eingestellt und dabei natürlich auf foto UND textinhalt geachtet. Die eingestellten wurden allesamt erstklassige mitarbeiter. So schlecht kann ich mit meinen kriterien also nicht gelegen haben. Wer krampfhaft die ohne-bild-variante propagiert, den kann ich nur als politisch-korrekt-gehirngewaschen bedauern.

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ctreber 28.02.2019, 15:13
49. "Kein Foto" sollte auch in Deutschland mal langsam Standard werden

Was soll eine Vorauswahl nach Gesicht? In Ländern wie den USA ist ein Foto in der Bewerbung ein Grund für den Ausschluss; "bloß keine Vorlage für eine Diskriminierungs-Klage liefern".

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