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Geburtshilfe: Jens Spahn will Studium für Hebammen
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Statt wie bisher an Hebammenschulen, sollen Hebammen und Entbindungspfleger zukünftig in einem dualen Studium auf den Beruf vorbereitet werden - das fordert Gesundheitsminister Spahn. Sie bräuchten die bestmögliche Ausbildung.

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m_s@me.com 17.10.2018, 08:54
1. Zuwenig Hebammen - legen wir also die Latte höher?

Es gibt offenbar zu wenig Hebammen. Dass es den vorhandenen an Ausbildung mangelt, habe ich bisher nicht gehört. So ein Vorstoß hört sich an wie der Schuss ins eigene Knie.

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Leser161 17.10.2018, 09:00
2. Fordern Hauptsache Fordern

Herr Spahn versucht wohl sich einen Namen als Macher zu machen in dem er allerlei Dinge fordert (Kostenfrei länger arbeitende Pfleger, online Krankenakte).

Dazu möchte ich sagen: Es ist eine feine Linie zwischen Macher und Dampfplauderer. Um ein Macher zu sein reicht es nicht kostenfrei "die beste Ausbildung" zu fordern. Ein Macher macht statt nette Sätze zu sagen, ein Macher könnte zum Beispiel erkennen das das unkoordinierte Nebeneinanderlaufen von Frauenärztin und Hebamme bei der Geburtsvorbereitung einen erheblichen Stressfaktor für die werdende Mutter darstellen kann (Ärztin sagt so, Hebamme so) und das grundlegend in Ordnung bringen, statt einfach die beste Ausbildung zu fordern.

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acitapple 17.10.2018, 09:05
3.

Das ist nun wirklich eine dumme Forderung. Die Krise bei den Hebammen ist durch deren Haftpflichtversicherung verursacht worden. Da könnte ein Gesundheitsminister mal ansetzen. Ist die bisherige Ausbildung etwa mangelhaft ? Mir ist diesbezüglich noch nichts zu Ohren gekommen. Vielleicht weniger Bürokratie ?

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bluemchensmanager 17.10.2018, 09:06
4. Erfreulich

Nun zu den Fakten. Ein duales Studium gibt es schon seit Jahren und nicht viele, sondern faktisch alle Hebammen arbeiten in Teilzeit, um der Belastung des Schichtdienstes + Nachsorgen Herr zu werden. Ansonsten ist das aber eine gute Pressemitteilung der Regierung.

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joki81 17.10.2018, 09:06
5. Gesundheitsminister: Thema verfehlt

Der Hebammenberuf in Deutschland wird aussterben, durch die horrenden Beiträge der Berufshaftpflichtversicherung, die mittlerweile einen Großteil des nicht üppigen Gehalts auffrisst. Da bringt auch eine Akademisierung nichts, denn Kunstfehler wird es immer geben. Dass sich der Gesundheitsminister um die Hebammenausbildung statt um Gesetzesänderungen bei der Haftpflicht für diesen Berufszweig kümmert, zeigt dass er keine Ahnung vom eigentlichen Problem hat.

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goldbrunnen17 17.10.2018, 09:08
6. Nett gedacht...

...aber auch nicht mehr. Schön und gut, wenn er sich Gedanken über eine Verbesserung der Ausbildung macht. Aber es hilft wenig, bei zu wenig vorhandenen Hebammen. Und das ist doch darin begründet, das selbständige Hebammen es sich einfach nicht mehr leisten können, die megateuere Haftpflichtversicherung finanzell stemmen zu können. Das wäre ein wirklich wichtiger Ansatzpunkt, um den Mangel an Hebammen zu beheben.
Etwas weniger Profilierungsgeplaudere würde dem Gesundheitswesen besser gut tun.

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wexelweler 17.10.2018, 09:11
7. Das klappt ja auch bei den Ärzten bestens...

Schliesslich gibt es nie Ärztefehler.
Ironie off.
Kinder bekommen ist keine Krankheit. Ist die Ausgangslage schlecht wird das schon bei den Voruntersuchungen sichtbar spätestens bei den ersten Wehen kann eine Hebamme feststellen ob es eine kritische Geburt wird und einen Arzt beiziehen.
Wieder ein weiteres Beispiel für Überqualifikation wo es nicht notwendig ist.
Da wollen sich die Krankenhäuser die Konkurrenz vom Hals schaffen.
Verkehrminister/Autoindustrie

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heble 17.10.2018, 09:24
8. Keine Erfindung von Spahn

Dass der Hebammenberuf akademisiert werden soll, ist nichts neues. EU weit soll dies (wie oben genannt) bis 2020 geschehen. Deutschland ist diesbezüglich einer der wenigen Nachzügler.
Ich selbst habe dieses Jahr das Examen zur Hebamme abgelegt - im Rahmen eines dualen Studiums. Nach drei Jahren Ausbildungszeit habe ich nun die Möglichkeit, als Hebamme zu arbeiten und mein Studium nächstes Jahr mit einem überall anerkannten Bachelorabschluss abzuschließen.
Die Akademisierung ist übrigens wichtig, um den Hebammenberuf am Leben zu erhalten. Jede Forschung und Erstellung von Leitlinien, die Hebammen und aber vorallem die Frauen betreffen, erfolgte bis vor wenigen Jahren durch Ärzte, welche die Geburtshilfe jedoch durch die Pathologien kennen lernen. Hebammen sind das Fachpersonal für Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett und können durch die Akademisierung selbst in der Forschung und der Entwicklung der Leitlinien mit- und dadurch der Pathologisierung in diesem Lebensabschnitt entgegen wirken.
Und der Hebammenmangel hat eindeutig nichts mit der Akademisierung zu tun, denn immer mehr Menschen machen Abitur und möchten studieren, statt in eine Ausbildung zu gehen. Dieser hat mit mangelnder Wertschätzung für die harte Arbeit und Unterbezahlung im Krankenhaus bzw ungerechtfertigt astronomisch hohe Versicherungskosten für außerklinisch getätigte Geburtshilfe zu tun.

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soulflare 17.10.2018, 09:24
9. Könnte sinnvoll sein...

Das könnte durchaus ein sinnvoller Vorschlag sein. Eins der großen Probleme der Hebammenausbildung ist, dass sie sehr stark esoterisch beeinflusst ist. Firmen wie z.B. Weleda nehmen mit pseudowissenschaftlichen Inhalten Einfluss starken Einfluss auf die Hebammen. Eine verstärkte Akademisierung könnte dem entgegen wirken. Wichtig ist natürlich, dass der praktische Teil dabei nicht zu kurz kommt.

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