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Geburtshilfe: Jens Spahn will Studium für Hebammen
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Statt wie bisher an Hebammenschulen, sollen Hebammen und Entbindungspfleger zukünftig in einem dualen Studium auf den Beruf vorbereitet werden - das fordert Gesundheitsminister Spahn. Sie bräuchten die bestmögliche Ausbildung.

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cobaea 18.10.2018, 09:45
80. Unterschied

Zitat von Crom
Warum? Gilt das auch für andere Freiberufler und Selbstständige?
Die Lage der freiberuflichen Hebammen und anderer Freiberufler unterscheidet sich dadurch, dass Hebammen die Beträge, die sie für die Betreuung Schwangerer, Gebärender und Neugeborener (samt Müttern) abrechnen können, nicht selbst festlegen können. Auch ihr Berufsverband darf das nicht selbständig regeln - im Gegensatz z.B. zu Architektenkammern etc. Hebammentarife werden vor allem durch die Krankenkassen (in Einzelfällen unter gütiger Mithilfe des Staates) festgelegt. Der Hebammenverband verhandelt natürlich mit - sein Gewicht gegenüber den Krankenkassen ist aber relativ schwach. Deshalb konnte/kann die massive Erhöhung der Haftpflichtversicherungen auch nicht einfach durch eine Erhöhung der Preise für die Dienstleistungen kompensiert werden. Ohne Eingriff des Bundes gäbe es nicht einmal mehr eine Versicherung, die diese Haftpflicht anböte - zu wenig gewinnträchtig (zu kleine Zahl potentieller Kundinnen, die gleichzeitig auch noch Probleme haben, die Kosten zu erwairtschaften).

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inkeri 18.10.2018, 10:50
81. Kann ich nur zustimmen

Zitat von kika2012
Ich hatte weder in der SS, noch nach der Geburt eine Hebamme. Und während der Geburt (KS) haben das Ärzte übernommen. Für mich sind Hebammen so überflüssig wie ein Kropf.
Ging mir genau so. Auf die Hebammenbetreuung während und nach der Schwangerschaft habe ich beim zweiten Kind gleich verzichtet, kreuzüberflüssig. Wenn Frau es wagt, den Zuckerkügelchen- und sonstigen Esounfug zu hinterfragen und das auch noch...wie UNGEHÖRIG!... wissenschaftlich fundiert, dann ist es nämlich ganz schnell vorbei mit dem "Die Frau soll auf ihr Gefühl und ihren Köprer hören!" Gerede vieler Hebammen. Das gilt nur, wenn man der gleichen Meinung ist wie die Hebamme.

Dafür durfte ich erleben, wie beim Besprechungstermin für den geplanten Kaiserschnitt beim zweiten Kind die Kreissaalhebamme es nicht für nötig gehalten hatte, meine vor ihr liegende Akte auch nur einmal aufzuschlagen. Um jeden Preis sollte es eine vaginale Geburt sein, egal wie oft ich sie aufforderte, diese Akte zu lesen.. Daß da ein Knochen in meinen Geburtskanal hineinragt - was erst beim Notkaiserschnitt des ersten Kindes entdeckt wurde - hat sie nicht interessiert. Erst die von mir herbeigerufene Ärztin schlug die Akte auf, warf einen Blick rein und zückte den Terminkalender.

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Crom 18.10.2018, 10:53
82.

Zitat von markus_wienken
Andere Freiberufler und Selbstständige können Ihre Stundensätze selbst und frei bestimmen und damit hohe Versicherungsbeiträge kompensieren. Gilt das auch für.....
Bei Hebammen gilt das gleiche wie bei Ärzten. Warum hier also ein Unterschied machen?

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Crom 18.10.2018, 10:55
83.

Zitat von nordschaf
Vom Grundsatz her würde ein Studium eine Mehrqualifikation im medizinischen Teil der Ausbildung ermöglichen. Dagegen ist ja erstmal nichts einzuwenden. Was die volkswirtschaftliche Betrachtung anbelangt, will mir nicht einleuchten, warum der Ausbildungsnachwuchs in ....
Hebammen bekommen auch eine Ausbildungsvergütung.

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Crom 18.10.2018, 10:56
84.

Zitat von cobaea
Die Lage der freiberuflichen Hebammen und anderer Freiberufler unterscheidet sich dadurch, dass Hebammen die Beträge, die sie für die Betreuung Schwangerer, Gebärender und Neugeborener (samt Müttern) abrechnen können, nicht selbst festlegen können.
Gilt für Ärzte und andere Freiberufler, die sich an Gebührenordnungen halten müssen genau so.

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markus_wienken 18.10.2018, 11:16
85.

Zitat von Crom
Bei Hebammen gilt das gleiche wie bei Ärzten. Warum hier also ein Unterschied machen?
Ich verlange ja keine Unterschiede sondern stelle nur Fragen und weise auf Konsequenzen hin.
Bleibt es wie es heute ist, wird der Beruf der freien Hebamme außerhalb von Kliniken vermutlich verschwinden.
Eine freie Entscheidung wieviel Geld eine Hebamme für Ihre Leistung verlangt (wie bei anderen Freiberufler z.B. in der IT-Branche auch) ist - soweit habe ich es einem anderen Post entnommen - nicht erlaubt.
Das könnte man, sofern man es wollte aber ändern, die Krankenkassen bezahlen einen Grundbetrag, was darüberhinaus verlangt wird zahlen die Eltern. Bedeutet dann aber auch, dass sich nicht mehr jeder eine Hebamme wird leisten können und öfters einen Kinderarzt oder ggf. die Notaufnahme eines Krankenhauses aufsuchen wird. Ob das dann besser/preiswerter ist kann ich nicht beurteilen.

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markus_wienken 18.10.2018, 11:20
86.

Zitat von Crom
Gilt für Ärzte und andere Freiberufler, die sich an Gebührenordnungen halten müssen genau so.
Korrekt.
Und wenn aufgrund der Gebührenordnung, bzw. Einnahmen und der Kosten die ein Beruf mit sich bringt kaum etwas zu verdienen ist, werden diese Arten von Freiberuflern (hier Hebammen) auch schnell wieder verschwinden.

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Bakturs 18.10.2018, 12:10
87. Was für skurille Gedankengänge hat denn der?

Was für skurille Gedankengänge hat denn der? Auf der einen Seite wird gefordert, dass nicht jeder studieren soll, wenn es eine andere Alternative gibt. Und jetzt will er ein Studium zur Pflicht machen. Am besten noch mit einem Ärzte-Test und niedrigen NC als zusätzliche Hürde.

Es sollte vielmehr den Beruf durch entsprechende Rahmenbedingungen attraktiver und sicherer machen. Aber was weiß ein Berufspolitiker schon vom Leben? Bis auf seine Banklehre ist er noch nie einem geregelten, "normalen" Beruf nachgegangen.

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herkurius 18.10.2018, 12:23
88. Schwemme

Endlich wird mal die leidige Hebammen-Schwemme angegangen. Die dauernden Prospekte von Entbindungsabteilungen der Kliniken hier auf dem Lande sowie die unerwünschten Werbeanrufe von Hebammen, ob bei uns im Haushalt denn bald was Kleines fällig werde, waren ja nicht mehr auszuhalten. Wenn die alle studieren müssen, statt nur mit Geburtshilfe Erfahrung zu haben, hört das hoffentlich auf.

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monro 18.10.2018, 12:51
89. Fehlentscheidung

Herr Spahn sollte mal Richtung UK schauen, die haben das gemacht und erleben gerade einen totalen Reinfall. Vor einigen Jahren wurde entschieden, dass der Beruf der Krankenschwester nur mit Studium ausgeübt werden kann. Im gleichen Zug wurde die finanzielle Unterstützung für diesen Ausbildungs/Studienzweig gestrichen. Das Resultat: ein akuter Mangel an Fachpersonal, der durch Personal rekrutiert aus dem Ausland ausgeglichen werden muss.

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