Forum: Karriere
Gehalt von ZDF-Reporterin: Es ist Diskriminierung - aber nicht von Frauen
ZDF/ Svea Pietschmann

Eine Reporterin klagt auf gleiche Bezahlung wie ihre männlichen Kollegen - und verliert vor Gericht. Ein Skandal? Ganz so einfach ist es nicht.

Seite 9 von 20
derbelgarath 01.02.2017, 18:01
80. Gleichheitsterror?

Wer kommt eigentlich auf die absurde Idee, daß nur Gleichheit angeblich "gerecht" sei?

Gleichheit kann absolute Ungerechtigkeit sein - neben vielen nachprüfbaren Fakten spielen auch die Erwartungen der Geschäftsführung eine große Rolle in Gehaltsverhandlungen: Die Bereitschaft auch kurzfristig zu Überstunden und Dienstreisen, auch an Wochenenden, die zu vermutende Verlässlichkeit, aber auch so Dinge wie Krankheitszeiten, bei denen Frauen per se höhere Ausfallzeiten haben. Offiziell mag es zwar politisch nicht korrekt sein - aber in einer vernünftigen Kalkulation wird solchen Aspekten immer Raum gelassen.

Wären Frauen die billigeren Arbeitskräfte bei gleicher Leistung - welche Firma könnte sich erlauben, statt dessen auch nur einen einzigen Mann einzustellen?

Also gibt es eine ganze Reihe sachliche Gründe dafür, warum die meisten Firmen lieber mehr Geld ausgeben als weniger!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
zweiter 01.02.2017, 18:02
81. Die angeblichen

"Die Fakten sind bekannt: Selbst bei gleichem Job und gleicher Qualifikation bekommen Frauen durchschnittlich sieben Prozent weniger Gehalt. Eine krachende Ungerechtigkeit."

Tatsächlich aber schränkt das stat. Bundesamt ein:"Der bereinigte Gender Pay Gap kann laut dem Statistischen Bundesamt das tatsächliche Ausmaß an Benachteiligung sowohl über- als auch unterschätzen. Im ersten Fall kann es sein, dass es lohndeterminierende Faktoren gibt, die in der Untersuchung nicht berücksichtigt wurden. Demnach wären 7 % als das maximale Ausmaß der Lohndiskriminierung zu verstehen. Anderseits kann es sein, dass die Verteilung von Männern und Frauen nach bestimmten Ausstattungsmerkmalen (z. B. Qualifikation, Wirtschaftsbranche) möglicherweise selbst bereits das Ergebnis gesellschaftlich benachteiligender Strukturen ist und somit das Ausmaß der Benachteiligung gegebenenfalls unterschätzt wird."
Fakt ist also, dass die 7 % sowohl vollkommen über- als auch unterschätzt sein können. Und damit ist der Fakt eben kein Fakt, schon gar keiner, der Gesetze wie dieses handwerklich miserabel gestrickte Ding aus dem Hause Schwesig.

Ausserdem gibt es in den Unternehmen Betriebsräte und meist Tarifvereinbarungen, die eine Mitbestimmung in Entlohnungs- und Eingruppierungsfragen vorsehen. Auch Schwesigs Ansicht müssten die flächendeckend versagen. Dann sollte man sie abschaffen, ich vermute aber den Arbeitnehmerinnen ist mehr gedient, wenn Schwesig geht und die Betriebsräte bleiben!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Pela1961 01.02.2017, 18:06
82. Es dürfte sich in der Praxis

kaum nachweisen lassen, dass das niedrigere Gehalt einzig und allein deswegen so niedrig ist, weil es sich um eine Frau handelt, die diesen Posten innehat. Wie so oft wurden Äpfel mit Birnen verglichen, als es um diese Diskussion ging. Es gibt meiner Einschätzung nach keine zwei Personen, die exakt diegleiche Qualifikation haben. Das fängt bei der Ausbildung an und geht über die Berufserfahrung weiter.
Der Fehler bei diesen unrealistischen %-Angaben als Beleg für die ungerechte Bezahlung war von Anfang an die, dass da teilweise Berufe miteinander verglichen wurden, die nicht vergleichbar sind. Wenn ich einen Piloten mit einer Bürohilfe vergleiche, ergibt sich die Gehaltsdifferenz ja nicht aus dem Geschlecht, sondern aus der Tätigkeit. Und die große Gruppe des Öffentlichen Dienstes dürfte schon komplett ausscheiden. Oder gibt es für Lehrer, Erzieher, Verwaltungsangestellte und so weiter unterschiedliche Besoldungen? Verdient die Polizeihauptkommissarin im vierten Dienstjahr weniger als der exakt gleich alte Kollege, der genau so lange dabei ist? Gibt es eine Rechtsanwaltsgebührenordnung für Frauen und eine für Männer? NEIN, das ist nicht der Fall. Nach meiner Erfahrung gibt es diese riesigen Unterschiede nicht. Es gibt mies bezahlte Berufe und gut bezahlte Berufe. Und die gut bezahlten werden (vielleicht) häufiger von Männern ausgeübt. Das ist aber ein komplett anderes Thema. Ich kenne aber auch Expertinnen, die ihr Gehalt in Steuerklasse 5 mit dem des Kollegen in Steuerklasse 3 verglichen, eine teurere Krankenkasse hatten als der Kollege und sich dann empörten, dass der ja viel mehr verdienen würde................

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mettwurstlolli 01.02.2017, 18:18
83.

Zitat von Pela1961
kaum nachweisen lassen, dass das niedrigere Gehalt einzig und allein deswegen so niedrig ist, weil es sich um eine Frau handelt, die diesen Posten innehat. Wie so oft wurden Äpfel mit Birnen verglichen, als es um diese Diskussion ging. Es gibt meiner Einschätzung nach keine zwei Personen, die exakt diegleiche Qualifikation haben. Das fängt bei der Ausbildung an und geht über die Berufserfahrung weiter. Der Fehler bei diesen unrealistischen %-Angaben als Beleg für die ungerechte Bezahlung war von Anfang an die, dass da teilweise Berufe miteinander verglichen wurden, die nicht vergleichbar sind. Wenn ich einen Piloten mit einer Bürohilfe vergleiche, ergibt sich die Gehaltsdifferenz ja nicht aus dem Geschlecht, sondern aus der Tätigkeit. Und die große Gruppe des Öffentlichen Dienstes dürfte schon komplett ausscheiden. Oder gibt es für Lehrer, Erzieher, Verwaltungsangestellte und so weiter unterschiedliche Besoldungen? Verdient die Polizeihauptkommissarin im vierten Dienstjahr weniger als der exakt gleich alte Kollege, der genau so lange dabei ist? Gibt es eine Rechtsanwaltsgebührenordnung für Frauen und eine für Männer? NEIN, das ist nicht der Fall. Nach meiner Erfahrung gibt es diese riesigen Unterschiede nicht. Es gibt mies bezahlte Berufe und gut bezahlte Berufe. Und die gut bezahlten werden (vielleicht) häufiger von Männern ausgeübt. Das ist aber ein komplett anderes Thema. Ich kenne aber auch Expertinnen, die ihr Gehalt in Steuerklasse 5 mit dem des Kollegen in Steuerklasse 3 verglichen, eine teurere Krankenkasse hatten als der Kollege und sich dann empörten, dass der ja viel mehr verdienen würde................
Und um sich genau an Ihrer Begründung entlangzuhangeln, werden Tausende Unternehmen jetzt mit büroktaischen Aufgaben behängt, die nur Geld kosten und nichts weiter bedienen als ein bürokratisches Feigenblatt. Sowas können sich nur Politiker ausdenken, die noch nie in der freien Wirtschaft gearbeitet, geschweige denn an verwantwortlicher Stelle ein Unternehmen geführt haben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
post_mortem 01.02.2017, 18:27
84. Selbst die 7% Differenz sind gelogen

Frauen arbeiten insgesamt 23% weniger, bekommen aber nur 21% weniger Lohn. Ist also Männerdiskriminierung.
Quelle?
Hier!
http://www.spiegel.de/karriere/gender-time-gap-frauen-arbeiten-kuerzer-als-maenner-a-1026548.html

Den Kerlen die Vollzeitstellen und Überstunden überlassen, aber gleich viel Lohn verlangen, so läufts eben nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Freifrau von Hase 01.02.2017, 18:28
85.

"daß freie Mitarbeiter Unternehmer sind. Sie können ihre Leistung auch anderen Herren anbieten und damit (prinzipiell) ihr Einkommen vergrößern. Wer nur einen Auftraggeber/Kunden hat sollte mal nachdenken."

Und der nächste, der noch nie in der Medienbranche gearbeitet hat. Bei den Freien ist es eine Pyramide. Ja, ganz oben gibt es eine Spitze, der gehts extremst gut und die diktiert Bedingungen, zu denen sie arbeitet. Weiter unten sind dann die, die froh, sind, wenn sie einen (!) Auftraggeber finden. Und der sagt, was Sache ist: Bei Tageszeitungen: 10 Cent pro Zeile, 10 Euro für ein Foto in den ersten Jahren. Wers nicht macht: Hej, da ist ja schon der nächste, der es dann macht. Nicht umsonst gab es vor dem Mindestlohn auch Leute, die monate-, teilweise jahrelange "Praktika" gemacht haben. Natürlich komplett unbezahlt. Ach ja: Auto und hochwertige (!) Kamera hat der Freie übrigens selbst mitzubringen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
phoeni 01.02.2017, 18:28
86. Verhandlungssache

Was immer und immer wieder in dieser Diskussion, dass Frauen ja im Schnitt 7% bei gleicher Qualifikation etc... bekommen ausgeblendet wird ist, dass Frauen schlicht zu oft falsch verhandeln. Ich kenne etliche Frauen mit denen ich auch schon darüber diskutiert haben, die fast jedesmal mit einer Minimalforderung in das Vorstellungsgespräch gehen - nach dem Motto Hauptsache den Job bekommen - und sich hinterher ärgern, wenn der AG bei der Frage sofort zusagt und erst gar nicht verhandelt - weil er wohl nicht oft so ein billiges Angebot bekommt.
Aber hey, die Welt ist gemein und Frauen werden immer so doll unterdrückt. Man muss das Kind auch hier mal beim Namen nennen, wenn die Frauen aus Gründen wie "den Job bekommen, ich bin ne Frau, ach wegen möglicher Kinder, ..." oder was weiß ich nicht den Allerwertesten in der Hose haben und auch mal pokern, bitte, selbst schuld. Aber der Gesetzgeber soll diese Unzulänglichkeit korrigieren, welch Ironie.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
robuer 01.02.2017, 18:37
87. Eine Chimäre

Die Bezahlung der fast gesamten Berufswelt in Deutschland ist in Tarifen geregelt. Und wo Tarife gelten, verdienen die Frauen genausoviel wie die Männer. Die Ungleichbehandlung von Frauen in der Berufswelt ist zu weiten Teilen also eine Chimäre. Punkt!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
angelobonn 01.02.2017, 18:44
88. Linkspopulismus trifft Realität

Der Fall zeigt doch eines ganz deutlich. Nur weil irgendwelche Medienvertreter Skandal und ungerecht rufen, geht es noch lange nicht skandalös und ungerecht zu. Im konkreten Fall sieht das Gericht, dem anders als Journalisten alle Fakten offen gelegt werden, keine Diskriminierung, sondern sachliche Gründe für eine unterschiedliche Behandlung. Ich kann auch nicht nachvollziehen, was dagegen spricht, wenn mit zunehmender Erfahrung auch das Gehalt steigt. In meinem Job ist dies unabhängig vom Geschlecht eine Selbstverständlichkeit und begründet sich insbesondere damit, dass sich die größere Erfahrung in der Regel in einer höheren Produktivität und einem höheren erwirtschafteten Umsatz widerspiegelt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lies.das 01.02.2017, 18:45
89. Frauen dürfen nicht mehr

Zitat von supergrobi123
Selbst wenn die Frau tatsächlich weniger verdient, heißt das nämlich noch lange nicht, dass sie aufgrund ihres Geschlechts weniger verdient. Vielleicht wurde sie auch einfach nur ganz altmodisch vom Arbeitgeber über den Tisch gezogen und hat es nicht geschnallt.
Der Redaktionsleiter war ja subjektiv nicht ausdrücklich "frauenfeindlich" eingestellt. Personaleinschätzungen erfolgen immer auch "nach Gefühl".

Doch laut Gesetz (und auch laut ZDF-Selbstverpflichtung) muss er objektiv dafür sorgen, dass im Querschnitt gleiche Gehälter für gleiche Arbeit bezahlt werden.

Das ist die neue, gesetzliche Einschränkung der Vertragsfreiheit - die hier natürlich fast immer Frauen hilft. Denn nur Frauen haben hier ein Nachhol-Bedürfnis. Daher heißt es ja bei Bewerbungen auch ganz legal: "Weibliche Bewerber bevorzugt".

Absurd,, wie wenig diese - nicht mehr ganz neuen Gleichstellungsregeln - den Herren Gehaltempfängern bekannt sind. Das wird sich ändern - auch dank des mutigen ZDF-Rechtsstreits.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 9 von 20