Forum: Karriere
Gehalts-Flop: Die zehn schlecht bezahltesten Berufe nach der Uni
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Ein Studienabschluss ist kein Garant für einen guten Verdienst. Oft arbeiten Akademiker für geringe Gehälter.

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Hamberliner 06.08.2016, 20:36
20. Rezeptionisten und Architekten

Rezeptionisten als Uni-Absolventen, ich lach mich schlapp. Den Job hab ich als 15jähriger Schüler in den Ferien gemacht. Meine Geschwister ebenso. Ich schreib das auch wenn es im kleingedruckten relativiert wird.

Die Architekten können einem leid tun. Die fachliche Gliederung des Bauwesens ist hier in Deutschland etwas verunglückt, weil die Bauingenieure den Architekten die Butter vom Brot nehmen. In Spanien bedeutet Architektur in Wirklichkeit: Bauingenieurwesen (Hochbau) inkl. Architektur, und für den Tiefbau bleibt das "Wegeingenieurwesen" (ingenieria de caminos) übrig. Eine Ex-Mitschülerin von mir lehrt als Architekturprofessorin an der Universitat Politecnica de Catalunya und hat ähnliche Kenntnisse der Konstruktionsberechnung wie ich als Schiffbau-Ing. sie hatte, als ich sie noch nutzte.

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f_eu 06.08.2016, 20:43
21.

Zitat von lemmy01
Genau das habe ich auch gedacht... Mit welchem Studium qualifiziert man sich eigentlich als "Rezeptionist"? Es gibt übrigens auch Studiengänge, die qualifizieren faktisch im Normalfall zu überhaupt keinem (nachgefragten) Beruf.
Oder als Architekt.

Diese Berufsbezeichung ist geschützt und nur abhängig von der Kammermitgliedschaft die man auch schon ohne Studium erhalten kann.

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Thomas Mank 06.08.2016, 20:52
22. Rentenkürzung

Und trotzdem hat die Rot-Grüne Regierung 2004 mit dem Argument, Akademiker würden ja später besser verdienen, die Rentenpauschale für Studierende rückwirkend (!) von 36 Monate auf drei Monate gekürzt. Damals war ich bereits Anfang 40, und als bildender Künstler auch mit gerade auf Rosen gebettet. Den so entstandenen Rückstand der Rente werde ich nicht wieder einholen können. Und das von einer Regierung, der ich mich ideologisch nahe gefühlt hatte. Das Argument mit den besseren Einkommen war daran fast das Schlimmste, weil so selten dämlich.

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Hamberliner 06.08.2016, 20:55
23. Rezeptionologie gibt's nicht. Nehmen wir Psychologie.

Zitat von lemmy01
Genau das habe ich auch gedacht... Mit welchem Studium qualifiziert man sich eigentlich als "Rezeptionist"?
Nachdem das damals mein Schulferienjob war würde ich aus heutiger Sicht empfehlen: Psychologie. Am Empfangstresen jenes Strandhotels in Spanien musste ich oft seelsorgerisch tätig sein und mir aber auch alles anhören. Und zwischen völlig inkompatibler Kundschaft vermitteln. Der eine Geschäftszweig war ein Gourmet-Restaurant für die Katalanen vor Ort, und der andere das Hotel für Touristen, u.a. Deutsche. Ein Berliner Hotelgast (Bierbauch, Strohohut) ließ sich von meinem Chef katalanische Sprüche beibringen (quins cullons mes grossos tes) und gab sie wie ein Papagai von sich, wenn die einheimischen Gourmet-Kunden gerade die strategische Planung für das Sonntagsessen mit 50 Gästen durchzogen. Da klappte so manche Brille runter, wer denn diesen Berliner rausgelassen habe. Sein Sohn kam ein andersemal frisch verheiratet und klagte mir sein Leid, er sei auf Hochzeitsreise, und unterwegs in Südfrankreich habe ihn im Hotelzimmer eine Mücke in das Körperteil gestochen, das man auf einer Hochzeitsreise am dringendsten braucht.

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Aguirre, der Zorn Gottes 06.08.2016, 20:55
24.

"Vor ein paar Jahren fragte die "Zeit" eine arbeitslose Akademikerin, was sie studiert habe. Ihr Antwort lautete: "Irgendwas mit Medien und was mit sozial." Mit dieser Grammatik wird sie kaum weit kommen."

Naja, dass an der Uni auch ein paar geistige Tiefflieger und Nullnummern rumlaufen, ist ja nun wenig überraschend.

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MartinBeck 06.08.2016, 21:00
25. Kopf und Hand

Wieso müssen eigentlich Akademiker mehr verdienen als Handwerker? Haben sie ihren langen Schulbesuch und das Studium denn selber bezahlt? Oder lagen sie nicht Vater Staat und den Eltern auf der Tasche? Hier wird eine merkwürdige Klassengesellschaft propagiert. Mancher Lehrberuf verlangt heute mehr (und bringt der Gesellschaft mehr) als der durchschnittliche Akademiker, der noch nie selber eine Aufgabe verantwortlich lösen musste.

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juanth 06.08.2016, 21:02
26. Man wird nicht gleich Hoteldirektor,

Zitat von Hamberliner
Rezeptionisten als Uni-Absolventen, ich lach mich schlapp. Den Job hab ich als 15jähriger Schüler in den Ferien gemacht. Meine Geschwister ebenso. Ich schreib das auch wenn es im kleingedruckten relativiert wird.
wenn man z.B. Touristik an der FH studiert hat. Zuerst muss man lernen, wie die Kunden ticken (Rezeptionist ist da eine gute Idee) und dann arbeitet man sich hoch.
Bei einem Veranstalter fängt man als Assistent eines Einkäufers an etc.
Viele andere Akademiker z.B. Ing müssen vor dem Studium 6 Monate Praktikum haben und bis zu 12 Monaten während des Studiums (war bei mir so in den 70ern), denn der zukünftige Chef sollte schon die "echte" Arbeit kennen.

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maik21 06.08.2016, 21:24
27. billige Arbeitskräfte

Ich wundere mich schon seit Jahren das überhaupt jemand für dieses Geld arbeiten geht. Daß Gehalt für welchen Job auch immer geht aus meiner Sicht mittlerweile Richtung Ausbeutung. Ein Sozialarbeiter mit sehr grosser und weitreichender Verantwortung verdient im Jahr deutlich weNiger als ein Banker der mit Zahlen jongliert? Wie lächerlich ist unser System? Kein Wunder will niemand mehr im sozialen arbeiten, statt dessen holt man sich billige nicht deutschsprachige Arbeitskräfte aus Osteuropa die dann vor wiederum fehlen.

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Ein_denkender_Querulant 06.08.2016, 21:34
28. Marktwirtschaft

Zitat von MartinBeck
Wieso müssen eigentlich Akademiker mehr verdienen als Handwerker?
Die Gehälter werden frei ausgehandelt, niemand "muss" mehr verdienen als andere, es ist ein Prinzip von Angebot und Nachfrage. Bewerben Sie sich als Geselle in welchem Handwerk auch immer und verlangen sie ein mittleres Ingenieursgehalt von 80.000,-€. Versuchen Sie als Arbeitgeber anders herum qualifizierte Ingenieure für 40.000,-€ im Jahr anzustellen. Beide Strategien werden nicht aufgehen.

Fragen Sie bei Ihrer Gewerkschaft nach, warum es weiterhin Tarife nach Bildungsstand gibt.

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severus1985 06.08.2016, 21:47
29. #26

Zitat von MartinBeck
Wieso müssen eigentlich Akademiker mehr verdienen als Handwerker?
"Müssen" tut er das nicht. Es ist aber nunmal so, dass der "durchschnittliche" Akademiker in seinem Berufsleben mehr Verantwortung trägt als der durchschnittliche Handwerker.
Ich mache als promovierter z.B. zu 80% die gleiche Arbeit wie meine nicht promovierten Kollegen, trage aber deutlich mehr Verantwortung - und diese hält mich des öfteren nachts wach. Diesen Verlust an Lebensqualität lass ich mir natürlich bezahlen.

Es gibt immer auch Studiengänge, die mit einem Kopfschütteln belächelt werden, häufig aus dem Bereich Kultur und Soziales. Dennoch sind diese Berufe wichtig für eine Gesellschaft, denn sonst wären wir nur ein Volk von pragmatischen Roboter-Dronen.

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