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Gehaltsgespräche: Chefs lassen Frauen öfter abblitzen
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Frauen sind in Gehaltsgesprächen schüchterner als Männer, dachten Forscher bisher. Nun stellt sich heraus: Weibliche Angestellte fragen durchaus nach mehr Geld - nur bringt es ihnen nichts.

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crazy_swayze 07.09.2016, 11:40
1.

Warum ist es Diskriminierung, wenn man seine Position nicht durchsetzen kann?

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hinschauen 07.09.2016, 11:42
2.

Im Artikel steht: "Aber nur 16 Prozent der Frauen konnten sich mit ihrem Wunsch durchsetzen - bei Männern lag die Erfolgsquote dagegen um ein Viertel höher."
Anders formuliert also: Bei den Frauen konnten 16 Prozent ihren Wunsch durchsetzen, bei den Männern waren es 20 Prozent.
Es gibt Statistiker, die würden so etwas eine nicht-signifikante Abweichung nennen.

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volker_morales 07.09.2016, 11:44
3. Generationsfrage

In der jüngeren Generation ist der Equal-pay-Gedanke eine Selbstverständlichkeit. Bei den Älteren ist das traditionelle Rollenverständnis noch ausgeprägter. Und nicht zuletzt fördern die mehrheitlich älteren männlichen Chefs auch lieber junge Frauen, um sich als "sugar daddy" zu profilieren.

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heraklex 07.09.2016, 11:44
4. Fragen ist eben nicht verhandeln

Es macht schon einen Unterschied, ob man einfach nur mal nett fragt und bei einem "och nö" sofort mit "okay, kein Problem" den Raum wieder verlässt, oder ob man dieses "och nö" als Einstieg in das Gehaltsgespräch begreift. Die Anzahl der Kontakte zum Chef wegen des Themas Gehalt sind vollkommen unerheblich, die Intensität der Verhandlung ist entscheidend, und die Bereitschaft, Konsequenzen zu ziehen. Hierbei sehe ich bei der Damenwelt gelegentlich Handlungsbedarf. Aber wie die Studie ja selber sagt, die Damen sind auf einem guten Weg.

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stefan.martens.75 07.09.2016, 12:16
5. Diskriminierung!?

Wir brauchen dringend eine neue Definition für dieses Wort.
Frau: Chef, ist das für Sie OK mir nächsten Monat 500€ mehr zu bezahlen? Chef:Nein?
Frau: Ok, wollte ja auch nicht stören. :-)
Immer wieder schlimm, diese patriarchalische Frauendiskriminierung!
Aber Frauen bekommen ja auch immer wieder eingeredet: Nein, heißt Nein!

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Amadís 07.09.2016, 12:19
6.

Es gibt auch Studien, die das genaue Gegenteil besagt: Nur 28% der Frauen in der Studie initiierten Gehaltverhandlungen, im Vergleich zu 42% der Männer.
http://www.ne.su.se/polopoly_fs/1.99257.1346412310!/menu/standard/file/anna_sandberg.pdf

Oder hier: 83% der Männer, aber nur 58% der Frauen forderten eine Gehaltserhöhung.

"About 10 years ago, a group of graduate students lodged a complaint with Linda C. Babcock, a professor of economics at Carnegie Mellon University: All their male counterparts in the university's PhD program were teaching courses on their own, whereas the women were working only as teaching assistants.
When Babcock took the complaint to her boss, she learned there was a very simple explanation: "The dean said each of the guys had come to him and said, 'I want to teach a course,' and none of the women had done that," she said. "The female students had expected someone to send around an e-mail saying, 'Who wants to teach?' "

http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2007/07/29/AR2007072900827.html

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dianaberlin 07.09.2016, 12:25
7. schon die kommentare

geben eine Übersicht über die Einstellung der Männer. "tjaaaa- da war Frau mal wieder zu doof" schreiben sie, während sie mit der freien Hand den Angstschweiß von der Stirn wischen. Gruppen versuchen zu schützen, was von Rechts wegen nicht ihnen gehört: Männer, Chefs, Reiche, Vaterlandsliebhaber... Unsere Chance: do as they do and not do as they say. Frau als Chef: mehr Geld für Frauen, Stinkefinger für Männer. Mit den kläglichen Resten, die dann von den Männern übrig blieben, möchte ich aber nicht ausgehen müssen....

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santoku03 07.09.2016, 12:25
8.

Der Schluss, dass es sich um Diskriminierung handele, ist vorsichtig gesprochen gewagt und durch die Daten nicht gedeckt. Ebenso gut könnte die Ursache sein, dass Männer die eine Gehaltserhöhung fordern, dies besser begründen können und/oder die Gehaltserhöhung eher gerechtfertigt ist. Dafür spräche auch, dass jüngere Frauen ihre Forderungen ebenso gut wie Männer durchsetzen. Womöglich sind sie einfach besser qualifiziert als die älteren.

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cal448 07.09.2016, 12:29
9. @hinschauen

Und es gibt Kommentatoren, die keine Ahnung davon haben, was "signifikant" eigentlich heißt. Das heißt nämlich nichts anderes, als dass ein gemessener Unterschied mit einer bestimmten Irrtumswahrscheinlichkeit nicht auf den Zufall zurückzuführen ist. Ohne das extra nachzumessen: Bei einem Unterschied von 25% und 4600 Befragten (das ist übrigens eine ziemlich hohe Befragtenzahl), fresse ich einen Besen, wenn das Ergebnis nicht höchstsignifikant ist.
Was Sie meinen, ist wahrscheinlich: "4 Prozentpunkte, drauf geschissen". (Aber es geht ja auch nicht um Ihr Gehalt).

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