Forum: Karriere
Gehaltsvergleich: Wo Beamte am meisten Geld bekommen
DPA

Typisch Föderalismus: Ein Beamter derselben Besoldungsstufe verdient am Wannsee 5700 Euro weniger als am Chiemsee. Ein neuer Report zeigt, wie groß die Unterschiede sind.

Seite 7 von 13
MKAchter 27.02.2017, 20:20
60. Keine Vorsorge

Zitat von ericus
Sei's drum beim Gehalt. Der größte Kostentreiber sind die Pensionen: Es müssen keine RV-Beiträge gezahlt werden, es gibt aber später trotzdem eine Pension. Bezahlt aus dem großen Steuertopf.
Öffentliche Bedienstete werden immer aus Steuern bezahlt, das liegt in der Natur der Sache. Auf einmal "aus dem "großen Steuertopf" muss das aber nur bezahlt werden, weil die Arbeitgeber (Dienstherren) es - eigentlich regelwidrig - hartnäckig versäumten, für die von ihnen ersparten Rentenbeiträge beizeiten Rücklagen zu bilden, also Pensionsfonds zu füllen. Damit wurde erst in den letzten Jahren begonnen, obwohl man schon lange wusste, dass man so handeln müsste (Schuld der Beschäfigten/Beamten ist das nicht)... Stattdessen werden Krokodilstränen über die ach so überraschende Pensionslawine vergossen.

In der Diskussion um die Pensionen ist viel Unehrlichkeit drin.

Beitrag melden
spiegelleser987 27.02.2017, 21:36
61.

Zitat:"Gewerkschaften können für Beamte keine Tarifverträge abschließen."

Müssen die doch nicht. Das geht garantiert über Umwege. Wir konnten doch 2015 oder 2016 lesen, dass der Beamtenbund die Streiks der Gewerkschaften z.B. Ver.di, Lokführer usw. finanziert. Da gibt es garantiert einen vertuschten Trick, wie es dann umgekehrt funktioniert.

Aber es funktioniert auch anders. Im Bundestag sitzen vor allem Beamte, Lehrer usw., die für ihr eigenes höheres Einkommen Gesetze durchsetzen, weil sie irgendwann nicht mehr Abgeordnete sind.

Ein ehemaliger Bürgermeister von Berlin hat die Gewerkschaften vergangenes Jahr im Rundfunk kritisiert. Die Lehrer gehören schon zu den 20% Besserverdienern und Verdi fordert mehr Geld. Man nimmt es den anderen 80% der Bevölkerung weg. Damit öffnet sich die Schere zwischen arm und reich immer weiter. Es wird auch immer gesagt, dass Lehrer und andere Beamte besondere Leistungen der Gesellschaft erbringen und deshalb mehr Geld verdienen sollten. Dass die anderen 80% der Bevölkerung auch notwendige Leistungen erbringen wird ignoriert. Ein Lehrer kann sich vielleicht die Haare selbst schneiden, aber aufs Dach klettert der garantiert nicht.

Dass Lehrer danach als Pensionäre sich mehrmals jährlich für ein paar Wochen Luxusflugreisen leisten können, wird garantiert nirgends erzählt. Staat und Kommunen müssen ja für die abkassieren.

Beitrag melden
spiegelleser987 27.02.2017, 21:44
62.

Mal sehen, ob es passiert. Ich warte seit nun drei Jahren, ob das Mitglied der SPD und Gewerkschaften sich durchsetzt (den Namen lasse ich weg). Der forderte damals für Beamte und Politiker einen Mindestlohn von 230.000 Euro. Das würde funktionieren. Der Rest der Bevölkerung kriegt dann Hartz IV. Oder wie stellt der sich das vor. Ich habe damals darauf verzichtet, auf diese Forderung zu antworten.

Beitrag melden
isar56 27.02.2017, 21:57
63. Thema Ungerechtigkeit

warum widmen Sie sich lieber Spiegel den Beamtenbesoldungen?
In Ordnung, ja. Aber.....
Dieselben Differenzen bestehen bei Angestellten. Und auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole.
Beamte haben Privilegien von denen Angestellte nur träumen.
Polizisten sei es gegönnt bei ihrem harten Job.
Warum aber im ö.D. bei gleichen Voraussetzungen (Alter, Arbeitsjahre, Dienstzugehörigkeit, Tätigkeit, Qualifikation) ein Angestellter NETTO 500,-- Euro im gehobenen Dienst weniger verdient als der Beamte konnte mir noch Niemand beantworten. Oder genau genommen ist die Begründung, dass der Beamte noch Kosten für Krankenversicherung aufzubringen hat. Dafür ist er allerdings privat versichert und erhält bei längerer Krankheit volle Bezüge unabhängig von der Dauer. Der Angestellte rennt bei einer Krebserkrankung alle zwei bis vier Wochen zumArzt, um für erhebliche Abzüge Krankengeld zu erhalten - bereits nach 6 Wochen.
Wozu? Außerdem sind die Leistungen der Versicherungen erheblich breiter gefächert als beim pflichtversicherten Angestellten.von erheblich höheren Altersbezügen des Beamten im Vergleich zum Angestellten fange ich gar nicht erst an.
Zum Wahlkampfthema Herrn Schulz' startete ich eine Anfrage zu seinen konkreten Vorstellungen zur Umsetzung und erhielt fürs Erste Rückmeldung, dass sich die SPD darüber freue, dass ich sie fördern möchte. Mal sehen was noch kommt auf meine Fragen.

Beitrag melden
Hans58 27.02.2017, 21:57
64. Bundeslehrer / Bundesprofessoren

Wie so üblich, wenn es um Angelegenheiten der Bundesbesoldung geht: Es gibt Bundeslehrer/Bundesprofessoren, man findet sie zum Beispiel an Bundeswehrfachschulen bzw. an Bundeswehruniversitäten.

Beitrag melden
geraldwinkeler 27.02.2017, 23:13
65. Förderalismusreform als Witz

Die Ungleichheit ist Resultat der letzten total unsinnigen Förderalismusreform: Statt das zu tun, was in Deutschland überfällig ist, nämlich das Bundesgebiet in 6 bis max. 8 ausreichend große und wirtschaftlich leistungsstarke Länder zu gliedern, hat man 16 Ländern im Rahmen einer Pseudoreform u.a.die Spielwiese einer unterschiedlichen Gestaltung von Besoldung und Beamtenrecht eröffnet. Daraus resultieren nicht nur unsinnige Rivalitäten zwischen den Ländern, sondern auch hohe Bürokratiekosten. Man will damit jedoch kaschieren, dass die Länder auf zentralen Politikfeldern ohne den Bund aus finanziellen Gründen weitgehend handlungsunfähig sind und deshalb wenig allein gestalten können. Zugleich will man aber auch viele schöne gutbezahlte Posten in Verwaltung und Parlamenten sichern, die überwiegend nach pateipolitischem Gusto vergeben werden. Und wie reagieren die Bürger auf diese Missstände? Die machen das Alles mehrheitlich gerne mit, weil auch Sie den landespolitischen Kirchturm so lieben. Ich erinnere nur an die per Volksentscheid gekippte Fusion der Länder Berlin und Brandenburg. Seitdem hat es niemand mehr versucht, die Länder neu zu gliedern. Wenn das in sinnvoller Weise gelänge, würde vermutlich auch der ewige Streit um den Länderfinanzausgleich zumindest weitgehend entschärft. Was die Beamtenbesoldung angeht, so wäre es sicher sinnvoll, die Rechtsgrundlagen wieder zu vereinheitlichen und nur einen gestaffelten Ortszuschlag je nach Preisniveau in der betreffenden Region zu zahlen. Aber auf solche echten Reformen werden wir wohl noch lange warten müssen.

Beitrag melden
mr-mucki 28.02.2017, 06:52
66. Schlecht bezahlt

Mir war nicht bewusst wie schlecht Beamte bezahlt werden. Mit A13 und aufwärts ist ein Studium voraussetzung. Wenn ich mir nun die Besoldungstabellen im Internet ansehe und den Brutto Netto Rechner hinzunehme dann wird ein grosser Unterschied zur Freien Wirtachaft sichtbar. Auch die Zuwendungen wie Kinderzuschlag etc wiegen den Unterschied nicht mehr auf. Dann wundert es mich nicht dass nicht ausreichend Lehrer, verwaltungsrechtler usw vorhanden sind. Hinweis ich die Einkommenstabellen für vergleichbare stellen als grundlage genommen

Beitrag melden
antonnymos 28.02.2017, 07:09
67. reißerische Grafiken

in den Grafiken werden die üblichen Tricks verwendet um den Unterschied "zu maximieren"

So ist in "Abbildung 2" etwa der Betrag "37.495" etwa 2.5 Einheiten lang, während der Betrag "44.444" gleich darunter etwa 6.5 Einheiten lang ist ... wer den Dreisatz beherrscht wird das Problem sehen ...

Beitrag melden
DenkenKannHelfen! 28.02.2017, 07:13
68. Lügen mit Statistiken

Sehr schön, lieber SPON, neues Material für meinen Statistikunterricht zum Thema "Lügen mit Statistiken".
Man kann natürlich das Balkendiagramm durch künstliche Verkürzung so aussehen lassen, als würden Beamte in Bayern fast doppelt soviel verdienen wie in Berlin.
Man könnte aber auch ehrlich sein und die Proportionen im Balkendiagramm im richtigen Verhältnis darstellen, nur dann wäre der Artikel wahrscheinlich nur halb so spannend.
Allerdings dachte ich, dass die Redaktionen solche Dinge endlich mal gelernt hätten, und auf derart billige Darstellungstricks verzichten würden. Ist wohl nicht so. Daher - vielen Dank nochmal, tolles Beispielmaterial für meine Schüler!

Beitrag melden
rad666 28.02.2017, 07:42
69.

Zitat von mr-mucki
Mir war nicht bewusst wie schlecht Beamte bezahlt werden. Mit A13 und aufwärts ist ein Studium voraussetzung. Wenn ich mir nun die Besoldungstabellen im Internet ansehe und den Brutto Netto Rechner hinzunehme dann wird ein grosser Unterschied zur Freien Wirtachaft sichtbar. Auch die Zuwendungen wie Kinderzuschlag etc wiegen den Unterschied nicht mehr auf. Dann wundert es mich nicht dass nicht ausreichend Lehrer, verwaltungsrechtler usw vorhanden sind. Hinweis ich die Einkommenstabellen für vergleichbare stellen als grundlage genommen
Nach dem Studium fängt man als A9 (nichttechnischer Dienst) bzw A10 (technischer Dienst) an.
Für A13 benötigt man je nach Stelle einen Master / Uniabschluss, i.d.R. werden hier Juristen eingestellt.

Beitrag melden
Seite 7 von 13
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!