Forum: Karriere
Geheimberuf Doktormacher: "Ich verhelfe Nieten zum Karriereschub"
Fabienne Hurst

Christian Arnig könnte Dutzende Doktortitel vor seinen Namen stellen - er ist Doktor-Ghostwriter, vier Dissertationen schreibt er im Jahr für fremde Auftraggeber. BWL, Jura, Kunstgeschichte? Kein Problem. Seine Jobwahl, sagt er, hat zwei Gründe: Er ist einfach zu schlau und die Uni zu unfähig.

Seite 18 von 33
P wie Paul 14.02.2013, 08:15
170. Schlechtes System beklagen

Respekt, das schlechte System beklagen, aber kraeftig davon profitieren. Das muss einen maechtig stolz machen. Warum werden Ghostwriter nicht gesetzlich dazu verplfichtet eine gesetzeswidrigrige Verwertung ihrer Arbeiten zu melden?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spiegel-kommentar 14.02.2013, 08:19
171. Ghostwriting

Zitat von akademischerghostwriter
Als akademischer Ghostwriter hier einmal ein paar Klarstellungen. ...Akademisches Ghostwriting ist eben doch etwas komplizierter als sich das so mancher Journalist vorstellt.
Akademisches Ghostwriting ist schlicht Beihilfe zum Betrug, denn die Arbeiten werden ja in dem Wissen erstellt, wozu sie dienen. Und wenn ein paar promovierte Sonderlinge, die mit ihrer "Überqualifizierung" nichts anderes zustande bringen, sich dann ein paar Fachworte aneignen und eine Doktorarbeit zusammenkopieren, hat das mit Wissenschaft nichts zu tun. Kompliziert ist dann höchstens, nicht aufzufliegen und dafür im Knast zu landen, wie es jüngst einigen "Promotionsberatern" passiert ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
siviha 14.02.2013, 08:23
172. Neu ist das nicht

Schon ca. 1993 erzählte mir ein Münsteraner Jura-Student, wie er seinen Titel erwarb- und seine Kommilitonen bestätigten das: 20000DM und die Sache war geritzt, der Herr hatte eben dringlicheres zu tun und Papa genügend Geld.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Jacky Thrilla 14.02.2013, 08:24
173. Titel

Zitat von rainer_daeschler
Ich befürchte, dass aber manch anderer Ghostwriter genau das macht (ohne es diesem hier unterstellen zu wollen) und die Kunden sind nicht schlau genug das zu merken, oder es ist ihnen einfach egal, solange es niemand merkt, da sie erwarten, dass die Schriften in den Archiven doch nur Staub ansetzen werden.
Schonmal dran gedacht, dass die Vronis und Guttis dieser Welt eben genau solch einen Service in Anspruch genommen haben, eben genau mit der von Ihnen beschriebenen Denke ("Ach, das wir eh niemand mehr hervorholen!"), und damit auf die Fresse gefallen sind?

Das geniale an diesen Ghostwriting Agenturen ist doch, dass ein Guttenberg sich nicht öffentlich hinstellen wird, um zu behaupten, dass er das Ding gar nicht verfasst hat! Alle anderen, die Unentdeckten, werden weiter hoffen, dass sich niemand ernsthaft für ihre Promotion interessiert.

Und wissen Sie was? Es ist ja auch vollkommen wurscht. Als ob Betrug und Lüge eine Erfindung des modernen Menschen wäre...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mangelaerkel 14.02.2013, 08:29
174. nicht vertrauenswürdig das ganze!

das ist wieder mal so ein Hoax oder Räuberpistole die uns glauben machen soll es sei alles käuflich...sogar Doktorarbeiten...wenn das so anonym und losgelöst ist wird bei einem persönlichen Prüfungsgespräch doch sofort klar das der Text nicht von dieser Person sein kann...und 'durchgewunken' wird der auch nicht!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gultimore 14.02.2013, 08:37
175.

Kann mir bitte jemand den Beruf nennen, indem es sich lohnt, 20.000 € in einen Doktortitel zu investieren?

Mein Titel hat mir kein Cent mehr eingebracht und den meisten meiner Mitpromoventen gehts genauso. Wo kann ich also unterschreiben?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Lexington67 14.02.2013, 08:37
176.

Zitat von rainer_daeschler
Ich befürchte, dass aber manch anderer Ghostwriter genau das macht (ohne es diesem hier unterstellen zu wollen) und die Kunden sind nicht schlau genug das zu merken, oder es ist ihnen einfach egal, solange es niemand merkt, da sie erwarten, dass die Schriften in den Archiven doch nur Staub ansetzen werden.
Was dann zur Folge hat, das die Auftrags-Doktorarbeit als Plagiat vor dem Ausschuss landet, der gescholtene sogar sehr glaubwürdig behaupten kann "Ich habe nicht abgeschrieben" und am Ende doch wegen eines Plagiats seinen Doktortitel verliert.
Guttenberg anyone? Oder gibt es wirklich noch Leute die ihm abkaufen er hätte seine Arbeit selber geschrieben und wegen Überforderung falsch zitiert?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mk84 14.02.2013, 08:41
177. Unternehmen vs. Intellekt

Zitat von eu-citizen
Er ist angeblich hochbegabt und vielseitig interessiert, und deshalb für keinen Arbeitgeber interessant? Ich denke, er hat auf Taxifahrer studiert, anschließend promoviert (und dabei kräftig plagiiert) und lebt nun von Hartz IV und reichlich Schwarzarbeit.
Ähm, irgendwie haben Sie es nicht verstanden, oder? Wer sind wohl die Kunden dieses Ghostwriters? Und warum haben auffällig viele Unternehmen kein richtiges Interesse an "denkenden" Mitarbeitern, welche evt. den Alphatierchen durch Wissen und Kompetenz gefährlich werden könnten? Intellektuelle Niveau über Durchschnitt und vielseitiges Interesse sind Auschlusskriterien in vielen Personalabteilungen - und normalweise beißt sich das auch mit schnurgeraden BWL-Lebensläufen. Und wo kann man eigentlich den Studiengang "Taxifahren" belegen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wenig_wisser 14.02.2013, 08:56
178. Kognitive Dissonanz

Der feine Herr Arnig verteidigt sein verwerfliches Handeln mit den gleichen Argumenten wie Drogendealer, Zuhälter, Waffenhändler und Banker. Mit unserem Rechtssystem liegt hier einiges im Argen...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
susuki 14.02.2013, 09:00
179. Aufschlussreicher Artikel

Ich weis jetzt das Menschen welche nichts weiter als einen ehrlichen Abschluss zustande gebracht haben, wissenschaftliche Fakes entlarfen (Plagiate-Jäger) oder eben erstellen Ghostwriter).

Ich habe mit 25 meinen Abschluss ertrogen, aber mit 45, erfolgreich ist das belanglos. Lediglich mein Diplom zurückgeben und mich entschuldigen ist überfällig.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 18 von 33