Forum: Karriere
Gender-Pay-Gap: Frauen verdienen nach wie vor ein Fünftel weniger als Männer
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Die Verdienstlücke zwischen Männern und Frauen ist unverändert groß. Viel davon lässt sich mit schlechter bezahlten Jobs erklären, in denen Frauen arbeiten. Aber nicht alles.

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vnv_muc 15.03.2018, 16:27
70. Meine Erfahrung

Wenn Hetero-Eltern Kinder kriegen und beide berufstätig sind, dann ist immer die Frau krank gemeldet, wenn eines der Kinder krank ist. Es ist immer die Frau, die länger in Elternzeit geht als der Mann. Liebe Frauen, ändert das in 50/50 und man wird euch behandeln und bezahlen wie Männer.

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rstevens 15.03.2018, 16:31
71.

Zitat von Sibylle1969
...Frauenberufe, die tendenziell deutlich schlechter bezahlt sind als typische Männerberufe, die aber als familienkompatibler angesehen werden, und... (Für das Recruiting in Unternehmen verantwortliche Personen berichten, dass unverschämte oder unrealistische Gehaltsforderungen so gut wie immer von Männern kommen und dass Frauen sich oft unter Wert verkaufen). Warum nur schreiben immer so viele Foristen, dass doch alles nicht so schlimm sei, denn die Frauen seien doch alle selbst schuld, wenn sie weniger verdienen, oder der Paygap sei doch statistisch vernachlässigbar? Nur Frauen können Kinder kriegen und diese stillen, aber was spricht eigentlich dagegen, dass nach der Stillzeit beide Elternteile mit einer reduzierten Arbeitszeit von ca. 30 Stunden arbeiten? Viele Väter würden gerne kürzer treten im Job, um Zeit mit ihren Kindern verbringen zu können, trauen sich aber nicht, das in der Firma einzufordern, oder es wird abgelehnt. Wenn nun alle Väter geschlossen ihre Arbeitszeit auf 30 Stunden reduzieren wollen, dann können Firmen das schlecht verweigern.
Da sind aber einige Fehleinschätzungen in Ihrer Argumentation.

Viele der "Frauenberufe" sind alles andere als Familienfreundlich. Nehmen Sie nur als Beispiel die Pflege.

Die HR-Abteilungen vieler Unternehmen sind Frauendomänen. HR, was mit Menschen, wird halt in der Ausbildung von Frauen lieber gewählt, als das trockene Controlling. Völlig ok, aber wenn dort doch ein hoher Frauenanteil ist, dann sollten die Heißgebläse-Bewerber doch gut als solche erkannt werden können, oder? Sonst würde die Quote auch nichts bringen, es wird ja immer erklärt, dass dadurch langfristig Veränderungen möglich sind.

Niemand schreibt, es sei nicht so schlimm. Die Frage ist, muss es überall Gleichverteilung zwischen den Geschlechtern geben? Und falls ja, dann wäre ein wirklich guter erster Schritt, dass sich die Frauen Berufe auswählen, die gut bezahlt werden. In den technischen Branchen werden Leute gesucht ohne Ende, Geschlecht egal, Frauen werden allerdings besonders gefördert und umworben. So lange das nicht erfolgt, sind kann man sich aber nicht ernsthaft über die Folgen beschweren. Die 6% Unterschied bei gleichen Jobs und bei gleicher Qualifikation kann und sollte man angehen.

Was spricht gegen zwei mal Teilzeit? Oft das Geld. Wir haben das ausgerechnet. Wenn wir beide in Teilzeit gegangen wären, hätten wir ca. 15% weniger nutzbares Familieneinkommen, wenn statt meiner Frau ich in Teilzeit arbeiten würde, wären es 35% weniger. Das liegt allerdings nicht an der Qualifikation, sondern schlicht daran, dass in der Branche meiner Frau nach Tarif bezahlt wird, bei mir nicht. Außerdem wollte meine Frau die Zeit mit den Kindern verbringen.

Wichtig ist, dass man sich abstimmt und gemeinsam Entscheidungen trifft. Es hilft nicht, wenn immer wieder Fake News produziert werden.

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m82arcel 15.03.2018, 16:33
72. @Sibylle1969

"Desweiteren müssten etliche der typischen Frauenberufe finanziell aufgewertet werden, vor allem im sozialen, pflegerischen und pädagogischen Bereich. Dann entfällt für Frauen die Notwendigkeit, sich bei der Partnerwahl unbedingt nach oben orientieren zu müssen. Und für Männer entfällt der Druck, dass sie alleine oder überwiegend den Ernährer stellen müssen (unter diesen Druck leiden auch viele Männer, weil es sie teils in ungeliebte Jobs zwingt). Als ich finde, das ist eine Win-Win-Situation für alle."
- Ja, das soziale, pflegerische und pädagogische Arbeit besser bezahlt wird, ist wünschenswert. Irgendwer muss das aber auch bezahlen und das bedeutet Steuererhöhungen. Und um die Gehälter an jene in der freien Wirtschaft anzupassen, müsste hier schon enorm viel Geld umverteilt werden. Ob das die Reinigungskraft, Friseurin oder Kassiererin dann wirklich als Gewinn sieht?

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747-LR 15.03.2018, 16:52
73.

Zitat von Sibylle1969
Frauen leisten nach wie vor einen Großteil der unbezahlten Arbeit im Haushalt und in der Familie. Deswegen arbeiten sie häufiger in Teilzeit, machen seltener Karriere, entscheiden sich häufiger für typische Frauenberufe, die tendenziell deutlich schlechter bezahlt sind als typische Männerberufe, die aber als familienkompatibler angesehen werden, und erwerben einen deutlich geringeren Rentenanspruch. Das sind die Hauptgründe dafür, dass Frauen weniger verdienen. Zugleich stellt es eine hohes Armutsrisiko dar im Fall einer Scheidung und im Alter). Hinzu kommen noch Faktoren, dass Frauen bei Gehaltsverhandlungen bescheidener auftreten als Männer (Für das Recruiting in Unternehmen verantwortliche Personen berichten, dass unverschämte oder unrealistische Gehaltsforderungen so gut wie immer von Männern kommen und dass Frauen sich oft unter Wert verkaufen). Warum nur schreiben immer so viele Foristen, dass doch alles nicht so schlimm sei, denn die Frauen seien doch alle selbst schuld, wenn sie weniger verdienen, oder der Paygap sei doch statistisch vernachlässigbar? Nein, ist er nicht. Der Gender Paygap ist real, und die Faktoren dafür sind vielfältig, beileibe nicht an allen sind die Frauen selbst schuld. Nur Frauen können Kinder kriegen und diese stillen, aber was spricht eigentlich dagegen, dass nach der Stillzeit beide Elternteile mit einer reduzierten Arbeitszeit von ca. 30 Stunden arbeiten? Viele Väter würden gerne kürzer treten im Job, um Zeit mit ihren Kindern verbringen zu können, trauen sich aber nicht, das in der Firma einzufordern, oder es wird abgelehnt. Wenn nun alle Väter geschlossen ihre Arbeitszeit auf 30 Stunden reduzieren wollen, dann können Firmen das schlecht verweigern. Desweiteren müssten etliche der typischen Frauenberufe finanziell aufgewertet werden, vor allem im sozialen, pflegerischen und pädagogischen Bereich. Dann entfällt für Frauen die Notwendigkeit, sich bei der Partnerwahl unbedingt nach oben orientieren zu müssen. Und für Männer entfällt der Druck, dass sie alleine oder überwiegend den Ernährer stellen müssen (unter diesen Druck leiden auch viele Männer, weil es sie teils in ungeliebte Jobs zwingt). Als ich finde, das ist eine Win-Win-Situation für alle. Bitte denken Sie mal drüber nach. Wenn man die Forumsdiskussionen zum Gender Paygap liest, hat man immer den Eindruck, dass viele männlichen Foristen Angst haben, dass man ihnen etwas wegnehmen wolle, so vehement wird dafür plädiert, dass bitte schön alles beim Alten bleiben müsse. In Ländern, in denen man schon viel mehr das von mir skizzierte Modell lebt (Skandinavien), ist der Gender Paygap im Übrigen schon um einiges gesunken und im Übrigen auch niedriger als in Deutschland.
Lesen sie hier eigtl. mit, oder plappern sie nur?
Dann seid doch keine Frauen mehr! Sorry, ihr seid ja grad dabei ..., jedenfalls die, welche eh nie eine waren.

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FocusTurnier 15.03.2018, 16:59
74. Das eigentliche Problem....

Zitat von Sibylle1969
Frauen leisten nach wie vor einen Großteil der unbezahlten Arbeit im Haushalt und in der Familie. .........
....sind Leute, die Unterschiede im Leben von Männern und Frauen unhinterfragt und unbewiesen als Diskriminierung auslegen, um das Dogma der Gleichheit/Gleichstellung zu erfüllen.
Die Aufteilung der Familienarbeitszeit überlassen Sie doch bitte den entsprechenden Paaren selbst. Ob nun 50/50 oder 70/30 oder 0/100 - Paare sollten sich nicht durch idelogisierte Feministinnen in ein Modell zwingen lassen. Bei alleinlebenden Frauen und Männern hat ihr Modell nämlich gravierende Schwächen. Zumal man auch deutlich dazu sagen muss, daß die Integration von Männern und Vätern in die Familienpolitik bisher immer von Feministinnen aktiv behindert wurde und wird (ledige Väter haben noch immer nicht die selben Umgangsrechte wie zB Frauen oder verheiratete Männer).
Die Hypergamie, also die Orientierung von Frauen "nach oben" bei der Partnerwahl, würde auch bestehen bleiben, wenn die Gehälter in "Frauenberufen" drastisch angehoben werden würden. Männer würden in ihrem Druck nicht entlastet werden, die Situation, die heute bereits vorherrscht, nämlich daß sich Männer zunehmend Beziehungen und Familie verweigern, würde bestehen bleiben bzw. weiter zunehmen.
Wenn der unbereinigte GPG in Skandinavien niedriger ist (was ich jetzt nicht überprüft habe), kann das auch bedeuten, daß dort die hauptsächlich von Männern ausgegührten Jobs schlechter bezahlt werden, als in Deutschland.
Es ist nicht immer alles so einfach aus dem Elfenbeinturm erklärbar.....

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markus_wienken 15.03.2018, 17:13
75.

Es spricht nichts dagegen als Mann die Arbeitszeit zu reduzieren und als Frau entsprechend aufzustocken, zumindest in meinem Umfeld will das aber weder Mann noch Frau.
Das finanzielle "Mehr" im sozialen Bereich muss aber auch bezahlt werden, sagt sich alles so einfach, nicht so einfach in der Umsetzung.
Ich habe hier bereits viele Foren zu diesem Thema verfolgt, aber das Männer dafür plädieren, dass bitte schön alles beim Alten bleiben müsse ist mir (von wenigen Ausnahmen abgesehen) nicht aufgefallen.
Und: Wenn Frauen etwas ändern wollen, dann sollen sie aktiv werden, mal sebst beruflichen Ehrgeiz und Biss zeigen, sich an die technischen Bereiche rantrauen, sich vor der Familiengründung mit dem Partner absprechen, wie es laufen soll und dergleichen mehr.

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markus_wienken 15.03.2018, 17:13
76.

Es spricht nichts dagegen als Mann die Arbeitszeit zu reduzieren und als Frau entsprechend aufzustocken, zumindest in meinem Umfeld will das aber weder Mann noch Frau.
Das finanzielle "Mehr" im sozialen Bereich muss aber auch bezahlt werden, sagt sich alles so einfach, nicht so einfach in der Umsetzung.
Ich habe hier bereits viele Foren zu diesem Thema verfolgt, aber das Männer dafür plädieren, dass bitte schön alles beim Alten bleiben müsse ist mir (von wenigen Ausnahmen abgesehen) nicht aufgefallen.
Und: Wenn Frauen etwas ändern wollen, dann sollen sie aktiv werden, mal sebst beruflichen Ehrgeiz und Biss zeigen, sich an die technischen Bereiche rantrauen, sich vor der Familiengründung mit dem Partner absprechen, wie es laufen soll und dergleichen mehr.

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Sibylle1969 15.03.2018, 17:22
77.

Zitat von FocusTurnier
....sind Leute, die Unterschiede im Leben von Männern und Frauen unhinterfragt und unbewiesen als Diskriminierung auslegen, um das Dogma der Gleichheit/Gleichstellung zu erfüllen. Die Aufteilung der Familienarbeitszeit überlassen Sie doch bitte den entsprechenden Paaren selbst. Ob nun 50/50 oder 70/30 oder 0/100 - Paare sollten sich nicht durch idelogisierte Feministinnen in ein Modell zwingen lassen. Bei alleinlebenden Frauen und Männern hat ihr Modell nämlich gravierende Schwächen. Zumal man auch deutlich dazu sagen muss, daß die Integration von Männern und Vätern in die Familienpolitik bisher immer von Feministinnen aktiv behindert wurde und wird (ledige Väter haben noch immer nicht die selben Umgangsrechte wie zB Frauen oder verheiratete Männer). Die Hypergamie, also die Orientierung von Frauen "nach oben" bei der Partnerwahl, würde auch bestehen bleiben, wenn die Gehälter in "Frauenberufen" drastisch angehoben werden würden. Männer würden in ihrem Druck nicht entlastet werden, die Situation, die heute bereits vorherrscht, nämlich daß sich Männer zunehmend Beziehungen und Familie verweigern, würde bestehen bleiben bzw. weiter zunehmen. Wenn der unbereinigte GPG in Skandinavien niedriger ist (was ich jetzt nicht überprüft habe), kann das auch bedeuten, daß dort die hauptsächlich von Männern ausgegührten Jobs schlechter bezahlt werden, als in Deutschland. Es ist nicht immer alles so einfach aus dem Elfenbeinturm erklärbar.....
Unter den jetzigen Bedingungen ist die Entscheidung für "Er arbeitet voll und sie Teilzeit" meist dadurch dadurch bedingt, dass sie schon vor der Schwangerschaft weniger verdient hat als er. Dadurch ist die Entscheidung so gut wie immer ökonomisch motiviert, womit man nicht unbedingt von Wahlfreiheit reden kann.

Aber wie sieht die Situation aus, wenn denn beide Partner schon vorher gleich viel verdienen? Dann und nur dann kann man eine Entscheidung wirklich nach dem eigenen Wunsch und nicht nach ökonomischer Notwendigkeit treffen.

Das große Problem beim traditionellen Modell (Er Vollzeit, sie Teilzeit) ist ja das hohe Armutsrisiko im Falle einer Scheidung und im Alter. Bekanntlich gibt es bei einer Scheidung ja keinen Ehegattenunterhalt mehr, sondern nur noch Unterhalt für die Kinder.

Ich kenne übrigens mehrere Paare, wo sie und er in etwa gleich verdienen (Lehrer-, Arzt-, Manager- oder IT-Consultant-Ehepaare), die haben sich durchweg nicht für das traditionelle Modell entschieden, d.h, da arbeitet sie genau so viel oder wenig wie er.

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Sibylle1969 15.03.2018, 17:33
78.

Zitat von 747-LR
Lesen sie hier eigtl. mit, oder plappern sie nur? Dann seid doch keine Frauen mehr! Sorry, ihr seid ja grad dabei ..., jedenfalls die, welche eh nie eine waren.
Warum so aggressiv? Natürlich lese ich hier mit, aber ich schreibe auch gerne Kommentare, um mal ein Gegengewicht zu all den vermutlich männlichen Postern zu bilden, die den Gender Paygap entweder ganz leugnen ("Existiert nicht") oder die das alles nicht so schlimm finden ("Lasst die Frauen doch die sozialen Berufe ergreifen, die interessieren sich nun mal nicht für MINT") oder die finden, die Frauen seien selbst schuld ("Die haben zu schlecht verhandelt" oder "Die suchen sich freiwillig die schlecht bezahlten Berufe aus" oder "Die arbeiten halt Teilzeit")

Ich arbeite übrigens in einem Männerberuf (MINT), u.a. weil ich viel Geld verdienen wollte (interessiert hat's mich aber natürlich auch).

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caruso2 15.03.2018, 17:34
79. 6 % sind es auch bei Uber

und die haben definitiv keine Frauen diskriminierende Algorithmen zur Entlohnung der Fahrer. Hier zeigte sich, dass Frauen zu Zeiten weniger fahren, in denen besser bezahlt wird. Mit anderen Worten Frauen waren hier weiniger leistungsbereit als Männer. Ein Ergebnis das auch durch Studien erhärtet wird, die den Einfluss von Boni auf die Leistungsbereitschaft untersuchten, z. B. bei Rechtsanwälten in den USA. Das es also ungerecht ist, dass Männer mehr verdienen, ist so nicht zu halten. Es sei denn Leistung wird als Faktor bei der Lohnfindung abgeschafft.

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