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Gender Pay Gap: Geld her!
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Frauen verdienen 21 Prozent weniger als Männer - allerdings berücksichtigt dieser allgemeine Gender Pay Gap weder Qualifikationen noch Tätigkeiten. Trotzdem beschreibt er einen gesellschaftlichen Skandal.

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olli118 18.03.2019, 13:37
60. Ich gebe Ihnen teilweise recht...

Zitat von brunellot
In meinem Freundeskreis arbeitet die große Mehrzahl an Frauen Teilzeit (einschließlich meiner Frau). Nicht weil sie müssten, sondern weil sie es sich leisten können bzw. wollen. Die Kinder sind schon aus dem Haus, das Geld reicht auch so. Warum soll man sich dann auf einer 100% Stelle abrackern, wenn es mit 50-60% auch ganz gut passt. Lieber trifft man sich dann nachmittags mit den Freundinnen zum Latte beim Italiener oder geht zum Yoga. Klar gibt es auch Frauen bzw. Familien, wo das Geld knapp ist und die gerne mehr arbeiten und verdienen würden. Allerdings scheint es mir nicht angebracht, in dieser Sache alles über einen Kamm zu scheren und aus der Tatsache, dass Frauen statistisch gesehen weniger verdienen als Männer, einen gesellschaftlichen Skandal ableiten. Man sollte sich dann schon die Mühe machen, herauszufinden, warum jemand weniger verdient und wie sich das mit der jeweiligen Lebensplanung vereinbaren lässt. Wenn jemand sich bewusst für diesen Lebensstil entschieden hat, gibt es m.E. keinen gesellschaftlichen Handlungsbedarf. Übrigens: Ich habe mich von meiner Frau inspirieren lassen und arbeite seit ca. 1 Jahr auch nur noch 80%. Das ist die maximale Steigerung an Lebensqualität (auch wenn wir uns nun keine teuren Urlaube mehr leisten können). Vielleicht hilft ja mein Verzicht auf Arbeit auch ein wenig, diese schräge Statistik zu korrigieren...
Bei vielen Paaren ist es in der Tat ein Lebensstil, für den man sich gemeinsam entschieden hat. Wie selbstverständlich bleibt die Frau mit dem Kind zuhause, arbeitet fortan nur noch in Teilzeit. Wenn die Kinder aus dem Haus sind, ist es altersbedingt für die grosse Karriere eh zu spät (ob die Frauen dann überhaupt noch so leicht auf Vollzeit aufstocken können, ist fraglich). Oft ist es aber auch keine Frage der freien Entscheidung. Zum einen muss man berücksichtigen, dass Männer ein anderes Modell auch erst mal mittragen müssen. Arbeiten nämlich beide Partner Vollzeit trotz bzw. mit Kindern, muss der Mann mitspielen. Wenn der nämlich seinen Anteil an Haushalt, Kinderbetreuung etc. verweigert oder sich nicht genauso stark einbringt wie die Partnerin, geht der Friede in der Familie ganz schnell flöten. Zum anderen sind oft genug die Möglichkeiten nicht gegeben, dass beide Partner Vollzeit arbeiten können. Hier ist insbesondere das Fehlen von adäquaten Betreuungsplätzen ein Problem (und die Kita von 8-17 Uhr ist NICHT adäquat). Wenn man dann anfangen muss, neben Hort oder Kita noch eine Nach-Hort/Kita Betreuung zu organisieren und zu bezahlen, geht das schnell an die Grenze des finanziell Machbaren. Bei einem Vollzeitjob im Niedriglohnbereich ist der Teilzeitjob, der sich mit den Kitazeiten vereinbaren lässt, oft finanziell reizvoller als der Ganztagsjob, bei dem man zusätzliche private Betreuung organisieren muss.

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spiegel6 18.03.2019, 13:38
61.

Offensichtlich ist sogar der Verfasserin dieses Artikels klar, dass ein großer Teil des GPG auf freien Entscheidungen der Frauen basiert. Und woher kommt diese Entscheidung? Auch wenn mir klar ist, dass wissenschaftliche Argumente im Feminisumus nicht akzeptiert werden, werfe ich mal die Schlagworte Biologie und Evolution in den Raum. Bei allen mir bekannten Säugetieren (und ja, auch der Mensch gehört dazu) übernimmt das Weibchen den größeren, teilweise den vollständigen Anteil an der Aufzucht der Nachkommen. Das ist beim Mensch nicht anders - beim Mensch kommt allerdings die kulturelle Errungenschaft hinzu, dass der weibliche Anteil dennoch alle Changen genießt, die auch das Männchen hat. Eine evolutionäre Prägung lässt sich aber nun mal nicht durch das Geschrei einiger Feministinnen ablegen - und so wollen die meisten Weibchen doch lieber mehr Zeit mit ihren Nachkommen verbringen und sind nur allzugerne bereit, die finanzielle Versorgung dem Männchen zu überlassen.

Ich frage mich auch ernsthaft, was daran schlimm sein soll - solange es zwischen den beiden Partnern vernünftig geregelt ist. In den meisten Fällen ist Erwerbsarbeit eben nicht supertoll, sondern ziemlich anstrengend. Dass sich einige Teile der Bevölkerung da zurückhalten, kann ich durchaus nachvollziehen.

Und gegen den angeblichen "Rentengap" gibt es so etwas wie eine Witwenrente (im Todesfall) oder Versorgungsausgleich (im Falle einer Scheidung). Auch hier wird der schlechter verdienenden Partner also durch den besser verdienenden mitversorgt. (Und ja - eine Heirat ist Voraussetzuing dafür - aber auch das ist eine freie Entscheidung.)

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Hans-Dampf 18.03.2019, 13:40
62.

Ich stelle mir vor, wenn es genau anders herum wäre: Frauen verdienten 21% mehr als Männer. Da würde die Begründung lauten, dass sich Männer zu wenig anstrengten und dass dies logische Konsequenz aus den schlechteren Schulnoten sei.
So wie es jetzt ist, wird unisono von Diskriminierung, Patriarchat und dergleichen geredet. Dabei scheinen auch einige vergessen zu haben, dass sich gesellschaftliche Dinge nicht mal eben so in 1 Generation ändern lassen. Des weiteren ist es freie Entscheidung der Menschen, wie sie ihr Lebensmodell aufziehen. Und wenn dies beinhaltet, dass Frau tendenziell eher Teilzeit arbeiten gehen möchte (wie auch ein SPON-Artikel belegt), dann sollte man dies so akzeptieren.

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Grünspahn 18.03.2019, 13:42
63. Gedankenfehler

"Der springende Punkt ist aber ein anderer: Wenn Frauen pro Stunde 21 Prozent weniger verdienen als Männer, hat die Gesellschaft ein gewaltiges Problem."
Frauen verdienen nicht pro Stunde weniger, sondern insgesamt unter der Berücksichtigung der geschlechterunterschiedlichen Arbeitszeiten. Daher gibt es auch kein gewaltiges Problem. Ein Krankenpfleger verdient bei gleicher Qualifikation und Berufserfahrung eben nicht mehr als eine Krankenschwester, der Erzieher im Kindergarten verdient bei gleichen Voraussetzungen auch nicht mehr als seine Kollegin. Ebenso verdient der Verwaltungsangestellte bei gleicher Qualifikation, vergleichbarer Arbeit und Arbeitszeit nicht mehr als seine Kollegin. Erst wird im Artikel beschrieben, woher der Gender pay gap stammt und dann dieser Fehlschluß.

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polza_mancini 18.03.2019, 13:42
64. Tja,

Zitat von HerrTurtur
Na ja, dann sind Frauen wohl selbst schuld, wenn sie sozialer eingestellt sind als Männer und weniger verdienen .
die ehrliche wie erschreckende Antwort: ja, sind sie! Leider. Allerdings suchen sich die Frauen diese sozialen Jobs trotzdem immer noch selbst aus und da steckt keine böse Verschwörung der Männer dahinter, die i.ü. in diesen Tätigkeiten nicht besser bezahlt werden. Und Frauen haben seit zig Jahren die Möglichkeit, die MINT-Fächer zu fluten - tun es aber nicht. Schuld? Eben...

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phg2 18.03.2019, 13:43
65.

Zitat von anhesas
Gibt die/den gender pay gap. Offenbar. Beweist das eine systematische Ungerechtigkeit gegenüber Frauen? Nicht zwingend. Die Zahlen belegen einen Zustand. Den Grund dafür geben sie nicht her. Weder für eine Gender-Ungerechtigkeit, noch für die freche Behauptung, Frauen leisteten weniger. Mangelnde Qualifikation kann es nicht sein, wie die Schul- und Studienabschlüsse von Frauen beweisen. Man braucht aber auch gewisse, geschlechtsunabhängige Charaktereigenschaften, um sich vom Durchschnitt abzuheben und erfolgreicher zu sein als die Kollegen oder Mitbewerber. Das sind leider nicht immer die angenehmen, sozialen Charaktereigenschaften. Es braucht eine gewisse Härte, Kampfbereitschaft und Selbstgefälligkeit zum Erfolg. Dass Fachwissen, Akribie und Teamfähigkeit für Führungskräfte weniger wichtig sind, als für die „Fußsoldaten“ – die Erfahrung machen auch Männer unter Männern. Eine Neubewertung der gesamten Einkommenssituation ist nötig, da hat Frau Seith vollkommen Recht. Der gesellschaftliche Nutzen einer Tätigkeit zählt heute oft weniger als die zuvor durchlaufene Ausbildung. Wichtig ist doch, was ein Mensch für seine Mitmenschen tut, nicht so sehr, was er mal in Schule und Uni gelernt hat. Orientieren wir uns doch bei der Bezahlung an dem Grad der Unentbehrlichkeit einer Arbeit für die Gesellschaft. Dann sähe es für Krankenpfleger, Polizisten, Feuerwehrleute, Abfallentsorger etc. sehr viel besser aus. Unabhängig vom Geschlecht.
So wie es aussieht wird man gerade für diese Berufe kaum noch jemanden finden und da weitgehend unentbehrlich wird die Bezahlung da heftig steigen müssen und/oder die Arbeitskräfte werden "importiert" werden müssen bzw. die Leistung wird reduziert werden. Der "Markt" ist eben auch da eher gnadenlos.

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venster 18.03.2019, 13:44
66. Die boesen Strukturen

Die Realitaet ist, fuer sehr viele Frauen (meiner inklusive), dass sie wenn ueberhaupt Beruf UND Kinder unter einen Hut bekommen wollen, aber insbesondere im 1. Jahr (oft laenger) die Kinder auch nicht komplett der ganzen Tag in Fremdbetreuung haben wollen.

Fakt ist: wer als Frau gehalts- und karrieretechnisch mit einem Mann konkurrieren will, muss die Kinder spaetestens um 7 Uhr frueh in die Betreuung abgegeben haben, die dann so bis ca. 18-19 Uhr laufen muss. Fertig. So ist die Marktlage, hinsichtlich dem Angebot von Arbeitskraeften. Ist doch logo dass ein Arbeitgeber zwischen zwei Bewerbern die nimmt die puenktlich auf der Matte steht und auch ohne Weiteres (!) Ueberstunden kloppen kann.

Und das wollen die allerwenigsten Frauen.

Uebrigens ist das in vielen Familien eine bewusst gefuehrte, rationale Diskussion, und nicht der schwitzend-stinkende Frauenhasser, im Unterhemd auf der Couch, der seiner Perle 'ne Ansage macht.

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Richard.M 18.03.2019, 13:44
67. Gap im Artikel

Mal wieder ein Artikel zum Pay Gap, in dem wesentliche Punkte unerwähnt bleiben. Zum Beispiel, dass Frauen sich bei der Partnerwahl sozioökonomisch nach oben orientieren. Soll heißen, ein Typ, der nicht mindestens genauso gut verdient, kommt nicht in Frage... weswegen Männer halt eher in Kauf nehmen, was verlangt wird, um ein paar Euro mehr zu bekommen. Zweitens, dass unter Männern das Maß an Konkurrendenken und Ehrgeiz, das für Führungspositionen erforderlich ist, einfach häufiger auftritt (Stichwort Testosteron).
Dass Frauen nach einer Scheidung oft blöd dastehen, ist sofort geglaubt (wenn auch kein reines Frauenproblem - wenn man mal die überwiegen männlichen Obdachlosen fragt, dürfte auch da eine Scheidung oft am Anfang der Abwärtsspirale gestanden haben). Fakt ist halt, dass Kinder Großziehen eine richtig aufwändige und nervenaufreibende (aber immens wichtige) Angelegenheit ist, die erst in Teams von zwei oder mehr Menschen wirklich machbar ist. Insofern sollte die Frage vielleicht eher sein, wie man es Familien erleichtern kann, Kinder zu erziehen, statt zu fragen, wie man dafür sorgt, dass alle auch einzeln durchkommen.

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christian-h 18.03.2019, 13:45
68. Angabe

Zitat von Crom
1)In meinen Bekanntenkreis gibt es einige die im Pflegebereich arbeiten. 2)Wie kommen Sie also darauf, dass dem nicht so ist?
1) Ich habe auch einige im Familien / Bekanntenkreis die in der Pflege arbeiten (Altenheime bzw. mobiler Pflegedienst).
Deren Erfahrung, hinsichtlich überdurchschnittliche Gehaltserhöhungen, können diese leider nicht teilen.

2) Weil es keinen flächendeckenden Tarifvertrag für Pflegekräfte gibt.
Je nachdem wo diese arbeiten (öffentliche / kirchliche / freie Einrichtungen) ist der Unterschied von Einkommen und Einkommenserhöhung schon nicht unerheblich.

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Der Terraner 18.03.2019, 13:47
69. Nein, auch Chemikerinnen werden nicht schlechter bezahlt

Der Beruf des Chemikers ist sehr vielfältig und die wichtigste Entscheidung fällt Mann oder Frau schon im Studium. Frauen tendieren zur analytischen Chemie oder zur Lebensmittelchemie, Männer zur organischen Chemie. Frauen landen damit hauptsächlich im öffentlichen Dienst, Männer in der Industrie mit allen Konsequenzen für das spätere Gehalt. Nicht genug damit, tendieren Frauen auch häufiger als Männer zu kleineren Firmen mit deutlich niedrigeren Gehältern. Man kann also auch nicht einfach Chemikerinnen mit Chemiker vergleichen. Ohne die vielen lästigen Details geht es nun mal nicht, aber daraus lässt sich natürlich kein "Skandal" ableiten.

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