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Geplantes Psychotherapie-Studium: Psychologiestudenten fühlen sich abgehängt
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Ein neues Studium soll die Ausbildung zum Psychotherapeuten verbessern. Doch aktuelle Studenten der Psychologie sind sauer: Sie fürchten, dass ihr Abschluss durch die Pläne wertlos wird.

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interessierter Laie 30.01.2019, 21:30
20. klingt zwar jetzt möglicherweise hart...

aber jede Reform zugunsten einer Gruppe verursacht logischerweise viele "Abgehängte" die zu früh dran waren. Das ist leider nicht zu ändern. Allerdings muss ich zugeben, dass der Fall hier tatsächlich hart ist, denn tatsächlich werden hier die letzten des alten Systems zwangsläufig von den ersten des neuen überholt UND müssen sich, während die andern lernen von Kliniken (übrigens überwiegend staatlichen) unter Mindestlohn verheizen lassen. Das allerdings ist ein genereller Missstand, der auf viele zutrifft. Ich wundere mich immer, warum eigentlich beim Begriff Ausbeutung immer das Bild des Zigarren qualmenden 50er-Jahre- Unternehmers aufpoppt. Der Staat und staatliche oder staatsnahe Institutionen haben da eindeutig die Nase weit vorn.

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zoon.politicon 31.01.2019, 09:35
21. "Überheblichkeit"

Zitat von Revisor
Das Psychologiestudium wird bevorzugt von Menschen gewählt, die mit sich besonders wenig im Reinen sind und hoffen, mit Hilfe der Wissenschaft die eigenen seelischen Belastungen zu überwinden. Echte Menschenkenntnis findet man bei Psychologen oft weniger als bei anderen das Leben offenen Auges betrachtenden Menschen. Bei vielen Psychotherapeuten ... werden Orientierungsschwäche und die Fähigkeit, auf jede Haltung ein angelerntes Etikett zu kleben, gerne mit Souveränität verwechselt.
Bezüglich Überheblichkeit dürfte wenig Unterschied bestehen zwischen "Psychotherapeuten, die Orientierungsschwäche und die Fähigkeit, die auf jede Haltung ein angelerntes Etikett kleben, gerne mit Souveränität verwechseln" und einem Foristen, der sozusagen alles über einen Kamm scherend, anmerkt, "das Psychologiestudium werde bevorzugt von Menschen gewählt, die mit sich besonders wenig im Reinen sind.... ".
Und echte Menschenkenntnis, womit wohl der "gesunde Menschenverstand" gemeint ist, gibt es wohl, sie/er ist aber extrem selten.
Im Psychologiestudium geht es auch nicht, wie ein anderer Forist sagt, darum, zu verstehen, "wie das Gehirn funktioniert", denn Psychologie - früher (heute noch?) bei der philosphischen Fakultät angesiedelt - ist eine Geisteswissenschaft, für die ein sehr breit angelegtes Studium mit vielen veschiedenen Bausteinen (wie z.B. auch Soziologie u.a.) angezeigt ist. Am Ende sollte man auch erkennen, dass unsere menschliche Erkenntnisfähigkeit begrenzt ist ("Ich weiß, was ich nicht weiß").
Und angehende Psychotherapeuten benötigen neben Wissen über psychotherapeutische Techniken v.a. Selbsterfahrung , z.B., um mit dem - jedem Menschen eigenen - "Narzißmus" umgehen zu können, sowie eine Supervision der von ihnen durchgeführten Therapien, die auch während ihrer gesamten Berufstätigkeit fortdauert. Das ist u.a. in dem Fortbildungsrichtlinien der psychotherapeutischen Ausbildungsinstitute enthalten.

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SIR-ENE 31.01.2019, 12:46
22. Vorschlag

Wie wäre es denn, wenn VerANTWORTliche der Psychotherapie erst mal dafür sorgen, dass ihr Heilungserfolge nachweisbar werden und damit auch die öffentliche Anerkennung der vielen Therapeuten steigt? Der bekannte Experte Jorge Bucay erklärte einem Patienten in einem seiner Bücher, dass es 250 verschiedene Therapiewege auf den drei großen Trassen Psychoanalyse, Gestalttherapie und Behaviorismus gäbe und erläuterte deren Heilerfolge am Beispiel eines Menschen, der an Enkopresis leidet. Der Psychoanalytiker schafft es nicht in 5 Jahren, ihn von seiner Hosenscheißerei zu kurieren, doch ihm wenigstens den Grund für sein Dauermalheur bewusst zu machen. Der Gestalttherapeut braucht 5 Monate, um den Bedauerlichen mit dem Bewusstsein zu präparieren, dass ihm sein Leiden egal ist, und der Behaviorist schafft es in nur 5 Tagen, seinem Patienten eine Gumminhose zu verpassen.

Ich schlage ja schon länger vor, dass die Seelenheiler sich endlich mal mit dem „Erfolgsprogramm der Evolution“ beschäftigen. Mit dem lassen sich sogar Schwerstkonflikte innerhalb kurzer Zeit klären und entlasten. Dann gäbe es vermutlich nur noch eine einzige Therapie und künftig kaum noch Hosenschei§er ...

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SIR-ENE 31.01.2019, 13:28
23. Abgehängte, Aufgehängte

Zitat von interessierter Laie
aber jede Reform zugunsten einer Gruppe verursacht logischerweise viele "Abgehängte" die zu früh dran waren. [...] Ich wundere mich immer, warum eigentlich beim Begriff Ausbeutung immer das Bild des Zigarren qualmenden 50er-Jahre- Unternehmers aufpoppt. Der Staat und staatliche oder staatsnahe Institutionen haben da eindeutig die Nase weit vorn.
Richtig. Allerdings stellen Staatsabhängige nur eine lächerlich kleine Minderheit. Die meiste, folgenreichste Ausbeutung produziert das Volk. Denn so ziemlich alle, die tagaus, tagein sich mit nichts anderem beschäftigen, als Vorteile für sich aus Gemeinsamkeiten zu ziehen, haben keine Ahnung, welch wesentliche Zielsetzung hinter jedem Geben und Nehmen steckt. Statt sich um gemeinsames Zufriedensein zu kümmern, strebt der Mensch auch noch nach Höherem, das er sich ganz legal, wie er meint, durch Übervorteilen anderer verdient. Meckern, wenn die Folgen daraus einen selbst betreffen und belasten, ist üblich. Müsste eigentlich längst dazu geführt haben, darüber nachzudenken, was da eigentlich abläuft überall, dass immerwieder so viel Schei§dreck entsteht, der sich durch die Unabdingbarkeit pekuniärer Verbindung im immer schamloseren Spreizen der Vermögensschere zeigt. Komisch, dass keiner hinschaut, nicht mal ein Argusauge darauf fällt ... Dabei gibt es allein in der Ericusspitze 1 in Hamburg über 400 ...

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rufina 31.01.2019, 22:52
24. Muss sich etwas ändern

Ich finde es nicht schön, dass es an dem Beruf eines Psychologen so viel grundlos kritisiert wird. Wenn es den Beruf eines Psychologen gibt, dann werden die Leite gebraucht. Wenn die Leute ( bereits mit Hochschulabschluss) arbeiten, bzw Fachausbildung abschließen müssen um „Seelenfacharzt“ zu werden, dann müssen sie auch gerecht bezahlt werden. Assistenzärzte werden bezahlt. Warum sind die Psychologen schlechter

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Revisor 01.02.2019, 09:29
25. Es wunder immer wieder, wie gereizt manche reagieren, wo sachliche

Zitat von alabama110
....von welchem Baum sind Sie denn herabgestiegen? Ohne die Hilfe von Therapeutinnen wären viele meiner Klientinnen komplett aufgeschmissen bzw. hätten sich wahrscheinlich schon suizidiert. Die überwiegende Mehrheit der Therapeutinnen die ich im beruflichen Kontext kennenlernen durfte machen verdammt gute Arbeit und helfen den Menschen, indem sie zuhören, die richtigen Fragen stellen und die Patientinnen geschickt zur Lösung ihrer eigenen Probleme führen. Das ist das Ziel, ob damit eine Heilung einhergeht ist ziemlich individuell, aber das ist es auch bei körperlicher Gesundheit: Die Patientin muss halt mitarbeiten, sonst geht da wenig, in beiden Bereichen.
Argumente nötig wären oder ausreichen würden. Da fällt es schwer, nicht auf einen wunden Punkt zu schließen.

Eine Widerlegung meiner Sicht liefern Sie nicht, denn auch Sie geben zu, daß „die Patientin“ mitarbeiten muß, was meiner bescheidenen Auffassung nach aber nicht allzu oft mit Erfolg geschieht. Denn eine echte, tiefliegende Charakterzüge erfassende Verhaltensänderung ist unglaublich schwierig, selbst dann, wenn der feste Wille dazu besteht - was auch nicht gerade die Regel ist. Es gilt überwiegend, wie es bei Goethe heißt: „So mußt du sein, dir kannst du nicht entfliehen, / So sagten schon Sibyllen, so Propheten; / Und keine Zeit und keine Macht zerstückelt / Geprägte Form, die lebend sich entwickelt.“ Post 22 stellt diese Realität sarkastisch dar.

Daß Therapeuten dazu eine andere Sicht äußern, entspricht ihrem Berufsinteresse. Im übrigen muß der Patient im körperlichen Bereich überwiegend nicht mitarbeiten, es reicht, wenn er Anweisungen befolgt; im psychischen Bereich hingegen ist seine eigene Leistung entscheidend.

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SIR-ENE 01.02.2019, 12:37
26. Weil ...

Zitat von rufina
Ich finde es nicht schön, dass es an dem Beruf eines Psychologen so viel grundlos kritisiert wird. Wenn es den Beruf eines Psychologen gibt, dann werden die Leite gebraucht. Wenn die Leute ( bereits mit Hochschulabschluss) arbeiten, bzw Fachausbildung abschließen müssen um „Seelenfacharzt“ zu werden, dann müssen sie auch gerecht bezahlt werden. Assistenzärzte werden bezahlt. Warum sind die Psychologen schlechter
Grundlose Kritiken finde ich behandlungsbedürftig. Allerdings nicht mit einer Therapie aus den 250 gängigen, bei denen Betroffene einem Psychoanalytiker zu ungefähr 40.000 € Umsatz verhelfen, einem Gestalttherapeuten zu etwa 7.000 € oder einem Behavioristen zu knapp 1.000 €. (Plus Gummihose ...) Ich würde einen guten Verständigungsexperten empfehlen, der sich nicht nur mit Kommunikation auskennt, sondern auch mit Recht, dem machtvollsten Steuerungsinstrument menschlichen Verhaltens.

Niemand hält Psychologen per se für überflüssig oder unnötig, doch ist wirklich sehr bedauerlich, dass kaum jemand die Qualität ihrer Arbeit so einschätzen kann, dass Friede, Freude und Eierkuchen zumindest für die Betroffenen und ihre Familienangehörigen und Freunde entsteht. Folglich sind die Honorare, die sie bekommen, nur zufällig gerecht, wie vieles andere auch, was dann zu gesellschaftlichen Verwerfungen führt, die daran ablesbar sind, wie weit die Vermögensschere ihre Schenkel spreizt.

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keeptalking 28.02.2019, 18:37
27. Was ist mit Berufswechslern?

Davon abgesehen, dass ich mich schon immer gefragt habe, welch bescheidene Lobbyarbeit zur extrem teuren, langwierigen und mit den Studieninhalten großzügig überschneidenden Therapieausbildung für PsychologInnen (im Vergleich zu MedizinerInnen) geführt hat: Nicht alle, die mit dem Psychologiestudium beginnen, steuern zielstrebig auf die Therapieausbildung zu (und würden demnach in Zukunft das Therapiestudium wählen), einige entscheiden sich für diesen Weg erst nach Jahren anderweitiger Berufserfahrungen (und Lebenserfahrung) - auch wenn man sicher gegenrechnen muss, ob sich die teure Ausbildung dann noch lohnt. Müssten diese Menschen dann in Zukunft noch das Therapiestudium ans Psychologiestudium dranhängen? Das wär dann also immer noch genauso teuer, langwierig und überschneidend wie aktuell auch schon ...

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Atze Ratatatata 27.05.2019, 01:05
28. Etwas kryptische Andeutungen

Zitat von SIR-ENE
Ich schlage ja schon länger vor, dass die Seelenheiler sich endlich mal mit dem „Erfolgsprogramm der Evolution“ beschäftigen. Mit dem lassen sich sogar Schwerstkonflikte innerhalb kurzer Zeit klären und entlasten. Dann gäbe es vermutlich nur noch eine einzige Therapie und künftig kaum noch Hosenschei§er ...
Und welches "Erfolgsprogramm der Evolution" meinen Sie hier genau? Kryptische Aussagen die nur in den Augen desjenigen einen Sinn ergeben, der sie artikuliert hat, sind in einer öffentlichen Diskussion meist wenig hilfreich,

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